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DC5n Deutschland mix in german 27 articles, created at 2021-12-11 06:01
(2.04/3)  1  Videoschalte: Scholz und Biden betonen transatlantische Freundschaft

Pandemie, Ukraine-Konflikt, Klimwandel: Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Präsident Joe Biden haben in einer Videoschalte über die aktuellen globalen Herausforderungen gesprochen. 2021-12-11 02:34 2KB www.t-online.de

(1.01/3)  2  Weltbank gibt 280 Millionen Dollar Hilfsgelder für Afghanistan frei

Die Weltbank hat Hilfsgelder in Höhe von 280 Millionen Dollar (247 Millionen Euro) für Afghanistan freigegeben. Die Geldgeber des Wiederaufbaufonds für Afghanistan (ARTF) hätten dem Transfer … 2021-12-11 03:00 2KB www.stern.de

(1.01/3)  3  Flüchtlingskrise - Migrantenboot gekentert: Fischer finden Leiche im Netz

Im November war ein Boot im Ärmelkanal gekentert. 2021-12-11 02:57 2KB www.t-online.de

(0.02/3)  4  VfB im Keller: Stuttgarter wollen in Wolfsburg punkten

Eine Woche nach der verschenkten Zwei-Tore-Führung gegen Hertha BSC will sich Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart am Samstag (18.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim 2021-12-11 03:52 1KB www.t-online.de

 5  Was Scholz meint, wenn er „wir“ sagt

Früher hätten manche bei einem Wahlergebnis wie in diesem Jahr nach der Bundeswehr gerufen. Nie zuvor verlief die Ernennung des Kanzlers und seines Kabinetts so fröhlich. Trotz aller Pannen. Aber Vorsicht: Wenn Olaf Scholz „wir“ sagt, meint er dreierlei. Ein Wochenrückblick. 2021-12-11 04:09 1KB www.welt.de

 6  ++ RKI: Inzidenz sinkt auf 402,9 ab ++

Das RKI meldet 53.697 Neuinfektionen - die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 402,9. Der Chef des Hausärzteverbandes, Weigeldt, glaubt, dass spätestens im Herbst weitere Impfungen nötig sind. Die aktuellen Entwicklungen im Liveblog. 2021-12-11 03:50 5KB www.tagesschau.de

 7  FBI-Statistik: 12 US-Großstädte brechen Mord-Rekorde

Chicago (USA) – Schießereien an Highschools, blutige Gang-Streitigkeiten, tödlich endende Raubüberfälle. In manchen US-Städten explodiert die Gewalt 2021-12-11 03:19 3KB www.bild.de

 8  Karlsruher U-Bahn startet Betrieb mit prominenten Gästen

Eines der größten Nahverkehrsprojekte in Baden-Württemberg geht an den Start: Die neue Karlsruher U-Bahn wird an diesem Samstag in Betrieb genommen. Zur 2021-12-11 02:51 2KB www.t-online.de

 9  Kiel hofft auf gutes Hinrunden-Ende gegen Sandhausen

Nach einer bisher durchwachsenen Saison hofft Zweitligist Holstein Kiel auf einen versöhnlichen Abschluss der Hinrunde. Mit einem Sieg am Samstag (13.30 2021-12-11 02:51 1KB www.t-online.de

 10  an Deutschland

Außenminister Baerbock hat ihre ersten Antrittsbesuche hinter sich, nun trifft sie ihre Amtskollegen von den G7-Staaten in Liverpool. Deutschland übernimmt dann den Vorsitz von Großbritannien. Außenministerin Truss hat zum Abschluss viel vor. 2021-12-11 02:48 2KB www.tagesschau.de

 11  Rudel beißt Briten - Otter-Opfer: „Ich dachte, die töten mich“

Singapur – Sie sind putzig, quirlig, verspielt und hochintelligent, dazu begnadete Schwimmer. Und wenn sie quietschend nach Artgenossen rufen, sind Mensc. 2021-12-11 02:47 3KB www.bild.de

 12  FC Bayern will Spitze zum Trainer-Jubiläum festigen

Trainer Julian Nagelsmann will die Tabellenführung des FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr) mit einem Jubiläumssieg festigen. Der 2021-12-11 02:45 1KB www.t-online.de

 13  Lesen Sie zeit.de mit Werbung oder im PUR-Abo. Sie haben die Wahl.

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 14  Hertha BSC will mit Sieg Schritt nach vorne machen

Fußball-Bundesligist Hertha BSC steht unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut vor dem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld unter Druck. Vor dem Duell am heutigen 2021-12-11 02:18 1KB www.t-online.de

 15  Bericht: Hendrik Streek und Christian Drosten sollen Regierung beraten

Nach einem Medienbericht sollen die Mitglieder eines Expertenrates feststehen, der die neue Bundesregierung in der Corona-Krise beraten soll. Darunter sind einige bekannte Forscher, aber auch kontroverse Namen. 2021-12-11 02:12 2KB www.t-online.de

 16  Russland und Ukraine: das Wichtigste zur Krise im Überblick

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr löst Russland mit einem Truppenaufmarsch nahe der Grenze zur Ukraine grosse Besorgnis aus. Was ist über die Lage bekannt, und welche Interessen verfolgt Moskau? Ein Überblick. 2021-12-11 02:03 5KB www.nzz.ch

 17  John Legend will «Das Phantom der Oper» neu ins Kino bringen

US-Musiker John Legend (42) will mit dem Hollywood-Studio Universal Pictures den vielfach verfilmten Schauerroman «Das Phantom der Oper» neu auf die Leinwand bringen. … 2021-12-11 02:01 1KB www.stern.de

 18  FC St. Pauli wieder mit Trainer Schultz in Düsseldorf

Nach überstandener Corona-Infektion wird Timo Schultz den FC St. Pauli wieder als Trainer begleiten. Der 44-Jährige wird den Herbstmeister der 2. 2021-12-11 01:52 1KB www.t-online.de

 19  Intensivmediziner rechnen mit Zunahme von Covid-19 bei Kindern

„Die Zahl infizierter Personen und auch der Kinder wird dramatisch ansteigen“, warnt ein Kinder-Intensivmediziner. Die Schweiz lässt Biontech/Pfizer-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige zu. Der Hausärzteverband sieht Impfungen in Tierarztpraxen kritisch. Mehr im Liveticker. 2021-12-11 01:48 8KB www.welt.de

 20  Bosnische Serben leiten Abspaltung ein

In Bosnien-Herzegowina könnten 25 Jahre Frieden auf dem Spiel stehen: Das Parlament der serbischen Teilrepublik Srpska hat die Abspaltung von der Zentralregierung eingeleitet. Innerhalb von sechs Monaten soll der Austritt vollzogen werden. 2021-12-11 01:47 3KB www.tagesschau.de

 21  Zocker-Nachwuchs bei „Geh aufs Ganze!“ - Eine von ihnen machte Draeger fertig!

Beim Weihnachts-Special von „Geh aufs Ganze!“ staunte Show-Senior Jörg Draeger (76) über ein junges Nachwuchs-Zockertalent. 2021-12-11 01:07 5KB www.bild.de

 22  Scholz will sich weniger einseitig beraten lassen als Merkel

Die Bundesregierung beruft ein neues „wissenschaftliches Expertengremium“. Ihr soll überraschend neben Christian Drosten auch Hendrik Streeck angehören. In der Vergangenheit waren die beiden Virologen zerstritten. 2021-12-11 00:42 1KB www.welt.de

 23  NDR Benefizaktion: Danke für rund 2,9 Millionen Euro!

Mit Ihrer Hilfe und prominenter Unterstützung sind rund 2,9 Millionen für Projekte des Deutschen Kinderschutzbundes zusammengekommen. 2021-12-11 00:34 1KB www.ndr.de

 24  Corona-News: Stiko-Chef Mertens bedauert Aussage über Impfung von Kindern

In einem Interview sagte der Stiko-Chef, dass er ein siebenjähriges Kind derzeit nicht impfen lassen würde. Nun bezeichnet Mertens die Aussage als Fehler. Alle Infos im Newsblog. 2021-12-11 00:24 201KB www.t-online.de

 25  Biontech-Chef Ugur Sahin wehrt sich gegen Impf­vorwürfe und postet Beweisfoto

In den sozialen Medien tauchte in den vergangenen Tagen das Gerücht auf, Biontech-Gründer Ugur Sahin sei ungeimpft. Nun hat sich Sahin selbst zu Wort gemeldet und die Spekulationen entschieden zurückgewiesen. Als Beweis postete er ein Foto von seiner Impfung – und offenbarte hinter dem Schritt ein persönliches Schicksal. 2021-12-11 00:23 3KB www.rnd.de

 26  Erst Zuckerpass, dann Traumtor – überragender Dorsch besiegt 1. FC Köln

Ausgerechnet bei den heimstarken Kölnern hat Augsburg den ersten Auswärtssieg seit Februar eingefahren. Mann des Spiels war Niklas Dorsch, der das 1:0 initiierte und das Spiel sehenswert entschied. Trainer Steffen Baumgart weiß, wo das große Problem seines Teams liegt. 2021-12-11 00:19 5KB www.welt.de

 27  Mehrere Explosionen in Flüchtlingslager im Libanon

Im Süden des Libanons ist es in einem palästinensischen Flüchtlingslager zu mehrere Explosionen gekommen. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete am Freitagabend von Toten und Verletzten. … 2021-12-11 00:11 2KB www.stern.de

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DC5n Deutschland mix in german 27 articles, created at 2021-12-11 06:01

 

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Videoschalte: Scholz und Biden betonen transatlantische Freundschaft (2.04/3)

Berlin (dpa) - Bundeskanzler Olaf Scholz hat am Freitag mit US-Präsident Joe Biden telefoniert. Biden gratulierte ihm zum Amtsantritt, wie der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Hebestreit, am Abend mitteilte. Sie hätten die engen Bande zwischen Deutschland und den USA bekräftigt und den Willen, diese weiter zu festigen und zu vertiefen. Sie seien sich einig gewesen, dass die transatlantische Freundschaft unverzichtbar sei für die Bewältigung aktueller und zukünftiger Herausforderungen. "Robuste Beziehung" Aus dem Weißen Haus hieß es, Biden habe in dem Gespräch seine Unterstützung für eine "robuste Beziehung" mit Deutschland und eine weitere Stärkung der transatlantischen Zusammenarbeit betont. Sie hätten sowohl über globale Herausforderungen wie den Klimawandel und den Kampf gegen die Pandemie als auch über Russlands Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine gesprochen, erklärte das Weiße Haus weiter. Der neue Kanzler und Biden hatten am Donnerstag bereits an einem virtuellen "Gipfel für Demokratie" mit Vertretern von mehr als 100 Regierungen teilgenommen, der von den USA ausgerichtet war.
Scholz und Biden beschwören Partnerschaft
tagesschau.de
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Scholz und Biden betonen transatlantische Freundschaft
stern.de
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Weltbank gibt 280 Millionen Dollar Hilfsgelder für Afghanistan frei (1.01/3)

Die Weltbank hat Hilfsgelder in Höhe von 280 Millionen Dollar (247 Millionen Euro) für Afghanistan freigegeben. Die Geldgeber des Wiederaufbaufonds für Afghanistan (ARTF) hätten dem Transfer der Mittel bis Ende Dezember zugestimmt, teilte die Weltbank am Freitag mit. 100 Millionen Dollar sollen demnach für medizinische Leistungen an das UN-Kinderhilfswerk Unicef fließen, 180 Millionen Dollar an das Welternährungsprogramm (WFP). Mit den Geldern werde "humanitäre Hilfe für die Menschen in Afghanistan in dieser kritischen Zeit" geleistet, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Mittel ermöglichten es Unicef, "12,5 Millionen Menschen mit grundlegenden und wichtigen Gesundheitsleistungen zu versorgen und eine Million Menschen zu impfen". Zudem könne das WFP "2,7 Millionen Menschen mit Nahrungsmittelhilfe und fast 840.000 Mütter und Kinder mit Ernährungshilfe versorgen". Afghanistan steckt in einer schweren wirtschaftlichen und humanitären Krise. Das Land ist in hohem Maße auf ausländische Hilfen angewiesen, die seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban-Miliz im August stark zurückgefahren wurden. Viele Geldgeber hatten ihre Zahlungen damals eingefroren. Die UNO hat wiederholt vor einer humanitären Katastrophe in dem Land gewarnt. Rund 22 Millionen Afghanen und damit die Hälfte der Bevölkerung sind demnach von "akuter" Nahrungsmittelknappheit betroffen.
Weltbank gibt Hilfsfond für Afghanistan frei
t-online.de
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Flüchtlingskrise - Migrantenboot gekentert: Fischer finden Leiche im Netz (1.01/3)

Calais (dpa) - Mehr als zwei Wochen nach dem Kentern eines Boots mit Migranten im Ärmelkanal mit mindestens 27 Toten haben Fischer im Netz ihres Kutters vor Calais eine Leiche gefunden. Nach einer Lagebesprechung mit der Wasserschutzpolizei sei das Fischerboot am Freitag in den Hafen von Calais zurückgekehrt, teilte die Maritime Präfektur am Abend mit. Die Gendarmerie kümmerte sich um den Toten. Die Staatsanwaltschaft in Boulogne-sur-Mer hat Ermittlungen aufgenommen. Ob der Fund des Toten in Zusammenhang mit dem Untergang des Bootes steht, müssen die Ermittlungen noch ergeben. Schwere Vorwürfe gegen Behörden Das aufblasbare Boot hatte am 24. November bei der illegalen Überfahrt von Nordfrankreich nach Großbritannien Luft verloren und die Migranten waren ins Wasser gestürzt. Ein Fischerboot entdeckte die mitten im Ärmelkanal treibenden Toten. Darunter befanden sich fünf Frauen und ein kleines Mädchen. Zwei Überlebenden erhoben schwere Vorwürfe gegen britische und französische Behörden. Von ihrem sinkenden Boot aus hätten sie die französische Küstenwache und die britische Polizei alarmiert. Beide hätten jeweils auf die andere Seite verwiesen und niemand habe geholfen. Die Flüchtlingskrise bei Calais dauert bereits seit Jahren an. Seit dem Kentern des Bootes ringen Frankreich und Großbritannien wieder verstärkt um einen Umgang mit der steigenden Zahl von Migranten, die über den Ärmelkanal nach Großbritannien gelangen. Eine Lösung ist bisher nicht in Sicht.
Migrantenboot gekentert: Fischer finden Leiche im Netz
stern.de
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VfB im Keller: Stuttgarter wollen in Wolfsburg punkten (0.02/3)

Eine Woche nach der verschenkten Zwei-Tore-Führung gegen Hertha BSC will sich Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart am Samstag (18.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg besser präsentieren. Die Schwaben hatten gegen die Berliner am vergangenen Sonntag eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben, waren am Ende nicht über ein 2:2 hinausgekommen und stecken weiter im Tabellenkeller fest. Wieder zurückgreifen kann der VfB auf den zuletzt länger verletzten Verteidiger Marc Oliver Kempf. Auch beim Gastgeber Wolfsburg lief es zuletzt nicht rund: Die Elf von Florian Kohfeldt konnte in ihren letzten beiden Bundesliga-Spielen nicht punkten und flog obendrein am Mittwoch in der Vorrunde aus der Champions League.
VfL Wolfsburg will Negativserie gegen Stuttgart beenden
t-online.de
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 5 /27 

Was Scholz meint, wenn er „wir“ sagt

E s klemmte zwar hie und da, die eine oder der andere fand nicht den kürzesten Weg zu Frank-Walter Steinmeier und wieder zurück. Wie auch die Zeremonie karg und etwas unbeholfen war. Was dadurch noch unterstrichen wurde, dass Annalena Baerbock mit einem flatternden Kleid erschien, das sicher besser zu einer sommerlichen Hochzeit im Freien gepasst hätte.

 

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++ RKI: Inzidenz sinkt auf 402,9 ab ++

Das RKI meldet 53.697 Neuinfektionen - die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 402,9. Der Chef des Hausärzteverbandes, Weigeldt, glaubt, dass spätestens im Herbst weitere Impfungen nötig sind. Die aktuellen Entwicklungen im Liveblog. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet binnen 24 Stunden 53.697 Corona-Neuinfektionen. Das sind 10.813 Fälle weniger als am Samstag vor einer Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt erneut auf 402,9 von 413,7 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 510 weitere Menschen starben in Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen eines Tages auf 105.506. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 6,47 Millionen Corona-Tests positiv aus. Dem neuen Corona-Expertenrat der Bundesregierung werden laut einem Medienbericht unter anderem die Virologen Christian Drosten und Hendrik Streeck angehören. Die Aufstellung des Rates sei am Freitag abgeschlossen worden, berichtete die "Welt am Sonntag". Drosten, Chefvirologe der Berliner Charité, und Streeck, Leiter des Virologischen Instituts der Uniklinik Bonn, hatten sich in der Vergangenheit teils sehr unterschiedlich zu den nötigen Maßnahmen in der Corona-Krise geäußert. Neben den beiden Virologen sollen laut dem Bericht unter anderem Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission, Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, die Physikerin Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut und der Intensivmediziner Christian Karagiannidis von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin dem Gremium angehören. Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) fordert, den erneut geplanten Pflegebonus nur an geimpftes Personal auszuzahlen. Geschäftsführerin Isabell Halletz sagte der "Rheinischen Post" mit Blick auf Corona: "Wer sich nicht impfen lassen will und damit die Pflegebedürftigen in den Einrichtungen gefährdet, der kann dafür keinen Bonus kriegen." Die Kräfte in Pflegeheimen, egal in welchem Bereich, hätten eine Verantwortung für die Bedürftigen. "Sie und ihre Angehörigen müssen sich darauf verlassen können, dass die Beschäftigten dieser Verantwortung gerecht werden", sagte Halletz. "Dazu gehört, dass man sich impfen lässt, zum eigenen Schutz und um das Risiko einer Ansteckung zu senken." Angesichts der drohenden Ausbreitung der Omikron-Variante erwarten Intensivmediziner eine Zunahme von Covid-19-Erkrankungen bei Kindern. "Die Zahl der infizierten Personen und damit auch der Kinder wird dramatisch ansteigen", sagte Florian Hoffmann, Kinder-Intensivmediziner und Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Infektiologen sprachen sich für kürzere Zeitabstände zwischen Zweit- und Drittimpfung aus. Derzeit lasse sich zwar noch nicht sagen, ob Omikron auch häufiger zu schwereren Krankheitsverläufen führe, erklärte Hoffmann. Doch selbst bei milderen Verläufen könne allein die hohe Anzahl an Infizierten dazu führen, dass in absoluten Zahlen mehr Kinder ins Krankenhaus müssten als jetzt. Die Schweizer Behörden haben den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren zugelassen. "Die Ergebnisse klinischer Studien zeigen, dass der Impfstoff in dieser Altersgruppe sicher und wirksam ist", teilte das Heilmittelinstitut Swissmedic mit. Eine Zulassungsstudie mit mehr als 1500 Teilnehmenden habe gezeigt, dass der Impfstoff Kindern dieses Alters "einen praktisch vollständigen Schutz" gegen schwere Covid-19-Erkrankungen biete, hieß es in der Mitteilung weiter. Nebenwirkungen träten "tendenziell weniger häufig" auf als bei Jugendlichen oder Erwachsenen. Der Chef des Deutschen Hausärzteverbandes sieht die Beteiligung von Apothekern und Tierärzten an der Corona-Impfkampagne kritisch. Es sei "fragwürdig, wenn etwa in der Apotheke kein Arzt vor Ort ist, der bei - sehr seltenen - Komplikationen einschreiten kann", sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der "Bild". Auch vom Einsatz der Veterinäre in Impfzentren erwarte er "kaum einen Effekt auf die Impfkampagne". Ohnehin fänden die allermeisten Impfungen in den Praxen statt. "Besser wäre es, wenn möglichst viel Impfstoff in den Praxen ankommt", fügte Weigeldt hinzu. Die derzeitigen Auffrischungsimpfungen werden nach Einschätzung des Hausärzteverband-Chefs Ulrich Weigeldt nicht die letzten sein, die gegen Corona nötig werden. "Wir rechnen damit, dass im Sommer, spätestens im Herbst eine vierte Impfung nötig sein wird", sagte er der "Bild"-Zeitung. Er hoffe darauf, dass die vierte Corona-Impfung dann "schon in Verbindung mit der Grippe-Impfung" verabreicht werden könne, "um den Schutz vor Corona in eine Routine zu überführen". Es zeichnet sich bereits ab, dass Impfungen gegen die Virusvariante Omikron nötig werden könnten.

 

 7 /27 

FBI-Statistik: 12 US-Großstädte brechen Mord-Rekorde

Chicago (USA) – Schießereien an Highschools, blutige Gang-Streitigkeiten, tödlich endende Raubüberfälle. Viele US-Amerikaner blicken mit Schrecken auf das zu Ende gehende Jahr zurück. Tief beunruhigt ist die US-Ermittlungsbehörde FBI über die Entwicklung der Kriminalität in einigen Landesteilen. Zwölf Großstädte melden bereits jetzt historische Höchststände bei Mord! Wie der US-Sender „ABC News“ berichtet, stellten u.a. Indianapolis (Bundesstaat Indiana), Columbus (Ohio), Austin (Texas), Albuquerque (New Mexico) und Portland (Oregon) neue traurige Rekorde bei Tötungsdelikten auf oder nähern sich den Niveaus früherer Jahrzehnte. In der Ostküstenmetropole Philadelphia (Pennsylvania) ist die Situation so schlimm wie seit 30 Jahren nicht mehr. In der „Stadt der brüderlichen Liebe“ (1,5 Mio Einwohner) kamen 524 Menschen gewaltsam zu Tode – 13 Prozent mehr als 2020, wie eine Polizeistatistik zeigt. Trauriger Spitzenreiter ist Chicago (Illinois) – in der Großstadt am Michigan-See (2,7 Mio Einwohner) wurden 755 Menschen umgebracht, davon 668 Männer. Selbst für eine kriminalitätsbelastete Stadt wie Chicago ist dieser Wert verhältnismäßig hoch. Zum Vergleich: New York beklagt dieses Jahr bislang 443 Mordopfer (+1,4 Prozent gegenüber 2020). Laut FBI sind die Zahlen für Mord und Totschlag im Jahr 2020 landesweit um fast 30 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Es ist die höchste erfasste Steigerung in diesem Deliktsbereich seit Einführung der Kriminalitätsstatistik vor 60 Jahren. Bei mehr als drei Viertel der Morde wurden Waffen eingesetzt. Über die Gründe für den rapiden Anstieg streiten sich die US-Fachleute. Als Faktoren für die Zunahme der Gewalt gelten u.a. Personalmangel bei der Polizei, coronabedingter Stress, Verfahrensrückgänge bei der Justiz und Ausfall von Anti-Gewalt-Programmen.

 

 8 /27 

Karlsruher U-Bahn startet Betrieb mit prominenten Gästen

Eines der größten Nahverkehrsprojekte in Baden-Württemberg geht an den Start: Die neue Karlsruher U-Bahn wird an diesem Samstag in Betrieb genommen. Zur offiziellen Eröffnung (11.00 Uhr) erwartet Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (beide Grüne). Sie wollen eine der kürzesten Untergrund-Bahnen Deutschlands bei einer Sonderfahrt gleich mal testen. Ab 14.00 Uhr öffnen sich die Treppenabgänge zu den sieben unterirdischen Haltestellen für die Bürger. Alle Straßenbahnlinien werden von da an unterirdisch unter der Fußgängerzone Kaiserstraße geführt. Zugleich fahren Straßenbahnen dann über die neue Gleistrasse in der südlich verlaufenden Kriegsstraße. Das 1,5 Milliarden-Euro-Projekt war unter anderem wegen seiner Kosten umstritten, die sich am Ende verdreifacht hatten. Der Bund übernahm davon 60 Prozent, das Land 20 Prozent, für den Rest muss die Stadt aufkommen. Kritiker halten nicht viel von dem Projekt, weil nach ihrer Prognose dadurch die erwarteten steigenden Fahrgastzahlen nicht aufgenommen werden können. Die sogenannte Kombilösung gibt der Karlsruher City ein neues Gesicht und soll für mehr Sicherheit sorgen. Ein Teil der jetzt noch im Minutentakt in der Fußgängerzone fahrenden Bahnen wird im Tunnel darunter rollen, ein anderer Teil auf der neuen Trasse Kriegsstraße. Diese früher teils zehnspurige Autoschneise ist zum Boulevard umgebaut worden, der Autoverkehr soll in einem Tunnel darunter fließen. Der Autotunnel wird voraussichtlich Ende März fertig.

 

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Kiel hofft auf gutes Hinrunden-Ende gegen Sandhausen

Nach einer bisher durchwachsenen Saison hofft Zweitligist Holstein Kiel auf einen versöhnlichen Abschluss der Hinrunde. Mit einem Sieg am Samstag (13.30 Uhr/Sky) gegen den Tabellenvorletzten SV Sandhausen würde das Team von Trainer Marcel Rapp den Abstand zur Abstiegszone vergrößern. "Wir sind uns der Bedeutung dieser Partie bewusst", sagte Rapp. Ein Erfolg wäre wichtig, da im letzten Spiel des Jahres und zugleich dem ersten der Rückrunde Herbstmeister FC St. Pauli am kommenden Freitag in Kiel antritt. Zuletzt hatte der Tabellen-14. seine vergangenen beiden Heimspiele gegen Dynamo Dresden und Werder Bremen jeweils mit 2:1 gewonnen, die Partien auswärts in Heidenheim und in Nürnberg hingegen jeweils mit 1:2 verloren. Neben den Langzeitverletzten stehen gegen Sandhausen auch Johannes van den Bergh nach einem Mittelhandbruch und Joshua Mees wegen Oberschenkelproblemen nicht zur Verfügung. Dafür sind Torwart Thomas Dähne nach seiner Gehirnerschütterung, Simon Lorenz nach seiner Fußprellung und Fabian Reese nach einem Infekt wieder dabei.

 

 10 /27 

an Deutschland

Außenminister Baerbock hat ihre ersten Antrittsbesuche hinter sich, nun trifft sie ihre Amtskollegen von den G7-Staaten in Liverpool. Deutschland übernimmt dann den Vorsitz von Großbritannien. Außenministerin Truss hat zum Abschluss viel vor. Nach ihren Antrittsbesuchen in Paris, Brüssel und Warschau nimmt die neue deutsche Außenministerin Annalena Baerbock ab heute an zweitägigen Beratungen der G7-Ressortchefs in Liverpool teil. Deutschland wird zum 1. Januar die Präsidentschaft über das Format von Großbritannien übernehmen. Baerbock will deshalb im Kreis der Ministerinnen und Minister das deutsche Programm für den Vorsitz vorstellen, teilte das Auswärtige Amt mit. Weitere Themen sind das Verhältnis der sieben führenden Industriestaaten zu Russland und China, die Ukraine-Krise, die Entwicklungen in Iran und Afghanistan sowie die globale Gesundheit und die Klimapolitik. Baerbock traf im Vorfeld des Treffens bereits Großbritanniens Außenministerin und Gastgeberin Liz Truss. "An diesem Wochenende werden die weltweit einflussreichsten Demokratien Position gegen die Aggressoren beziehen, die die Freiheit untergraben wollen", sagte Truss. Sie versprach, dass von dem Treffen in Liverpool eine starke Botschaft der Geschlossenheit ausgehen werde. Großbritannien will die G7 auch dazu bewegen, mehr Geld für Infrastrukturprojekte in Entwicklungsländern bereitzustellen. So soll verhindert werden, dass immer mehr Länder in finanzielle Abhängigkeit von China geraten. Am Nachmittag werden an dem G7-Treffen deshalb die Ministerinnen und Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung teilnehmen. Beobachter erwarten, dass auch über einen möglichen diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking im Februar beraten wird, den die USA und Australien angekündigt haben. Die Bundesregierung strebt eine europäische Lösung an. Am Sonntag reist Baerbock weiter nach Brüssel, wo am Montag die EU-Außenminister zusammenkommen. Mit Informationen von Imke Köhler, ARD-Studio London

 

 11 /27 

Rudel beißt Briten - Otter-Opfer: „Ich dachte, die töten mich“

Singapur – Sie sind putzig, quirlig, verspielt und hochintelligent, dazu begnadete Schwimmer. Und wenn sie quietschend nach Artgenossen rufen, sind Menschen entzückt. Harmlos sind die flinken Raubtiere trotzdem nicht. Graham Spencer kann davon ein Lied singen. Er hat die andere Seite der possierlichen Kerle kennengelernt. Bei seinem Morgenspaziergang im Botanischen Garten in Singapur fiel eine ca. 20-köpfige Ottern-Familie über ihn her. Wütend schnappte das Rudel mit seinen scharfen Zähnen nach dem völlig überraschten Briten, der hinfiel. In zehn Sekunden bissen sie ihn 26 Mal! „Ich dachte eigentlich, ich würde sterben – sie würden mich töten“, schilderte er die Attacke der Zeitung „The Straits Times“. Sein Freund, der die Szene ein paar Meter entfernt beobachtet hatte, sei schreiend auf die Otter zugerannt, um sie zu verscheuchen. Spencer: „Ohne ihn wäre ich nicht hier, sondern tot.“ Panisch flüchteten die beiden Männer zu einem Besucherzentrum, mit den Ottern auf den Fersen. Das Rudel brach den die Verfolgung ab und trollte sich. Seine tiefen Bisswunden an Beinen, Knöchel, Gesäß und Finger wurden in einer Klinik versorgt. Warum sie ausgerechnet ihn angriffen, erklärt der Senior sich so: Die Tiere hätten gerade leise einen schwach beleuchteten Pfad überquert, als ein Jogger auf sie zugekommen sei. Reflexartig reagierten sie auf die vermeintliche Bedrohung, wollten den Läufer beißen. Doch der sei dem Rudel entkommen. „Dann dachten sie wohl, ich sei der Jogger“, so Spencer. Otter gehören zum Stadtbild Singapurs. Medienberichten zufolge leben in dem Inselstaat rund 90 Otter, organisiert in zehn Familien. Jede Familie bekam von den Einheimischen einen eigenen Namen. Angriffe auf Menschen kamen bereits in der Vergangenheit vor. Offenbar werden die Rudel nur rabiat, wenn sie Menschen als Gefahr für ihren Nachwuchs ansehen.

 

 12 /27 

FC Bayern will Spitze zum Trainer-Jubiläum festigen

Trainer Julian Nagelsmann will die Tabellenführung des FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr) mit einem Jubiläumssieg festigen. Der 34-Jährige kann gegen den FSV Mainz 05 seinen 100. Sieg in der Bundesliga bejubeln. "Ich hoffe, dass wir auch wegen dieses Jubiläums gewinnen", sagte Nagelsmann. Die Münchner führen die Tabelle mit vier Punkten Vorsprung an. Bei einem eigenen Erfolg und einer Dortmunder Niederlage beim VfL Bochum wären die Münchner vorzeitig Herbstmeister. Verzichten muss der FC Bayern weiter auf Joshua Kimmich nach dessen Corona-Infektion und auf den angeschlagenen Leon Goretzka. Serge Gnabry ist dagegen wieder einsatzbereit. "Die Spieler sind gut drauf. Wir meistern den komplizierten Herbst gut bisher", sagte Trainer Nagelsmann. Die SpVgg Greuther Fürth ist erst am Sonntag (15.30 Uhr) an der Reihe. Im Heimspiel ohne Zuschauer gegen den 1. FC Union Berlin wird Sascha Burchert ins Tor zurückkehren. Burchert ersetzt den lange verletzten Marius Funk.

 

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Hertha BSC will mit Sieg Schritt nach vorne machen

Fußball-Bundesligist Hertha BSC steht unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut vor dem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld unter Druck. Vor dem Duell am heutigen Samstag (15.30 Uhr/Sky) läuft es allerdings bei beiden Mannschaften nicht rund. Hertha gewann keines der letzten fünf Bundesligaspiele, Bielefeld holte im selben Zeitraum nur einen Sieg. Die Statistik der letzten Begegnungen spricht allerdings für die Berliner: Im heimischen Olympiastadion sind sie gegen Bielefeld seit 13 Spielen ungeschlagen (zehn in der Bundesliga, drei in der 2. Bundesliga). Bis auf die Verteidiger Lukas Klünter und Marton Dardai sowie Torhüter Rune Jarstein kann Korkut auf den gesamten Kader zurückgreifen. Zudem kehrt Suat Serdar nach einer Erkältung wieder zurück. Dagegen müssen die Bielefelder auf die Mittelfeldspieler Sebastian Vasiliadis (Covid-19) und Lennart Czyborra (Blinddarm-OP) verzichten.

 

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Bericht: Hendrik Streek und Christian Drosten sollen Regierung beraten

Nach einem Medienbericht sollen die Mitglieder eines Expertenrates feststehen, der die neue Bundesregierung in der Corona-Krise beraten soll. Darunter sind einige bekannte Forscher, aber auch ein kontroverser Name. Ein neuer Coronavirus-Expertenrat soll die Bundesregierung künftig in Sachen Pandemie-Bekämpfung beraten. Wie die "Welt am Sonntag" vorab berichtet, gehören dem sogenannten "Wissenschaftlichen Expertengremium" laut Mitgliederliste unter anderem Christian Drosten, Chefvirologe der Berliner Charité, sowie Hendrik Streeck, Leiter des Virologischen Instituts der Uniklinik Bonn an. Beide Experten hatten sich in der Vergangenheit teils sehr unterschiedlich zu den nötigen Maßnahmen zur Bewältigung der Krise geäußert. Anders als Drosten war Streeck unter Bundeskanzlerin Angela Merkel nie zu Corona-Beratungen hinzugezogen worden. Weiterhin sollen auch Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts ( RKI) sowie die Virologin Melanie Brinkmann (Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung), die Physikerin Viola Priesemann ( Max-Planck-Institut) und Intensivmediziner Christian Karagiannidis (Divi-Intensivregister) dem Expertenrat angehören.

 

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Russland und Ukraine: das Wichtigste zur Krise im Überblick

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr löst Russland mit einem Truppenaufmarsch nahe der Grenze zur Ukraine grosse Besorgnis aus. Was ist über die Lage bekannt, und welche Interessen verfolgt Moskau? Ein Überblick. Russische Fallschirmjäger während einer Übung im Frühling auf dem Militärstützpunkt Taganrog an der ukrainischen Grenze. Die neusten Entwicklungen Warum wird ein Angriff auf die Ukraine befürchtet? Ungewöhnliche russische Truppenbewegungen nahe der Grenze zur Ukraine haben diesen Herbst Befürchtungen über einen bevorstehenden Grossangriff ausgelöst. Es ist bereits die zweite solche Krise in diesem Jahr: Im März und im April hatte Russland laut westlichen Einschätzungen innert Wochen seine Truppenpräsenz in der Region verdoppelt, auf mutmasslich mehr als 100 000 Mann. Nach einem vorübergehenden Rückgang ist der Umfang der russischen Streitkräfte entlang der Grenze zur Ukraine nun wieder ähnlich hoch. Der amerikanische Heereschef James McConville spricht von 95 000 bis 100 000 Mann, die Regierung in Kiew unter Mitberücksichtigung von Einheiten der Marine und der Luftwaffe sogar von 120 000. Parallel dazu haben die Spannungen an der Frontlinie zwischen der ukrainischen Armee und den prorussischen Separatisten in der ostukrainischen Donbass-Region zugenommen. Für Beunruhigung sorgt ferner die bedrohliche Rhetorik aus Moskau. Im Sommer veröffentlichte der russische Präsident Wladimir Putin einen Aufsatz, in dem er den Ukrainern die Berechtigung absprach, sich als eigenständige Nation zu betrachten. Sein treuer Gefolgsmann, der frühere Präsident Dmitri Medwedew, stellte im Oktober in einem weiteren, mit Schimpfwörtern durchsetzten Artikel die ukrainische Führung als debil hin und bezeichnete jegliche Verhandlungen mit ihr als sinnlos. Russland hat auch zu erkennen gegeben, dass es vorläufig kein Interesse mehr an Gesprächen mit Frankreich, Deutschland und der Ukraine im sogenannten Normandie-Format habe, um eine Friedenslösung für die Donbass-Region zu suchen. Derweil äusserte sich Putin im November in einer Rede vor Diplomaten befriedigt darüber, dass die von Russland hervorgerufene Spannung eine Wirkung im Westen zeige. Das müsse so bleiben. Auf rein diplomatischem Weg gelinge es Russland nicht, sich Respekt für seine «roten Linien» zu verschaffen. Als inakzeptabel bezeichnet Moskau nicht mehr nur einen Beitritt der Ukraine zur Nato, sondern auch die amerikanische Militärhilfe für das Land und die Militärübungen der westlichen Allianz in der Schwarzmeerregion. Seit längerem wirft Moskau der Führung in Kiew eine kriegslüsterne Politik vor. Seit dem Frühling haben Mitglieder des Kreml-Regimes dem Nachbarland wiederholt mit dem Untergang gedroht, falls es die von Russland und prorussischen Separatisten kontrollierten Teile des Donbass gewaltsam wieder unter Kontrolle bringen wolle. Dies hat die Befürchtung geweckt, dass der Kreml einen Vorfall im Donbass als Vorwand für eine Militäraktion nutzen könnte. Der ukrainische Militärgeheimdienst gab die Einschätzung ab, dass sich Russland auf einen möglichen Angriff ab Ende Januar 2022 vorbereite; ein ähnlicher Zeitraum wird offenbar auch in vertraulichen amerikanischen Lagebeurteilungen genannt. Was ist über den Truppenaufmarsch bekannt? Russland zeigt wie im Frühling keine Bereitschaft, Transparenz über seine Truppenverschiebungen zu schaffen. Es liegen daher nur bruchstückhafte Angaben vor sowie Erkenntnisse aus Satellitenaufnahmen und Videos in sozialen Netzwerken. Der ukrainische Militärgeheimdienst sprach am 20. November von 94 000 russischen Militärangehörigen in den an die Ukraine grenzenden Regionen. Ein vom 3. Dezember datierendes Geheimdienstdokument der USA spricht vom Potenzial, die russische Militärpräsenz rasch auf 175 000 Mann zu erhöhen. Ins Gewicht fallen nicht nur die reinen Truppenzahlen, sondern auch die Vielfalt der herbeigeschafften Kriegsgüter, darunter Panzer aus Sibirien, Artilleriegeschütze, Kurzstreckenraketen. Am Aufmarsch beteiligt ist nebst den Landstreitkräften auch die Luftwaffe. Die beobachteten Truppenbewegungen lassen Experten vermuten, dass ein allfälliger russischer Angriff aus drei Richtungen gleichzeitig erfolgen würde: Von besonderer militärischer Bedeutung sind die folgenden Elemente: Welche Motive könnte Russland haben? Verschiedene mögliche Beweggründe für das russische Verhalten sind angeführt worden: Wie reagieren die Ukraine und der Westen? Die Ukraine und der Westen haben mit einer Mischung aus Appellen, Sanktionsdrohungen und militärischen Vorsichtsmassnahmen auf die Krise reagiert. Was spricht gegen das Szenario eines Krieges, was dafür? Viele Russlandexperten halten eine neue russische Invasion für eher unwahrscheinlich. Darüber, dass der Truppenaufbau kein gutes Zeichen sei, herrscht jedoch weitgehend Konsens. Das sind einige der wichtigsten Argumente: Aber auch Argumente für ein Kriegsszenario sind ernst zu nehmen: Service Abonnemente Marktplätze NZZ Welt Das Unternehmen NZZ Zeitungen, Magazine und Portale Werbung Weitere Angebote Kooperations-Angebote

 

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John Legend will «Das Phantom der Oper» neu ins Kino bringen

US-Musiker John Legend (42) will mit dem Hollywood-Studio Universal Pictures den vielfach verfilmten Schauerroman «Das Phantom der Oper» neu auf die Leinwand bringen. Oscar-Preisträger Legend («Glory») ist mit seiner Firma als Produzent an Bord, wie die Branchenblätter «Hollywood Reporter» und «Deadline. com» am Freitag berichteten. Drehbuchautor John Fusco («The Highwaymen», «Young Guns») siedelt die « Phantom» -Geschichte in der Neuzeit in der US-Südstaatenmetropole New Orleans an. Vorlage ist der berühmte Roman des Franzosen Gaston Leroux von 1911 um ein entstelltes Musik-Genie, das um 1870 in den Katakomben der Pariser Oper haust und sich in eine junge Sängerin verliebt. Das mörderische Phantom verbirgt sein Gesicht hinter einer Maske. Der Brite Andrew Lloyd Webber hatte 1986 mit einer Musical-Version riesigen Erfolg. Weltweit sahen mehr als 80 Millionen Menschen die Bühnenaufführung. 2004 holte zuletzt «Batman» -Regisseur Joel Schumacher die Hauptdarsteller Gerard Butler und Emmy Rossum für eine Kinoversion vor die Kamera.

 

 18 /27 

FC St. Pauli wieder mit Trainer Schultz in Düsseldorf

Nach überstandener Corona-Infektion wird Timo Schultz den FC St. Pauli wieder als Trainer begleiten. Der 44-Jährige wird den Herbstmeister der 2. Fußball-Bundesliga zum Abschluss der Hinrunde am Samstag (20.30 Uhr/Sky und Sport1) nach zwei Spielen Abstinenz bei Fortuna Düsseldorf wie gewohnt an der Seitenlinie betreuen. Von den vergangenen zehn Spielen gewannen die Hamburger acht, zuletzt auch ohne ihren Cheftrainer beim 1. FC Nürnberg und gegen Schalke 04. Vor dem 17. Spieltag hat der FC St. Pauli sechs Punkte Vorsprung auf seinen schärfsten Verfolger SV Darmstadt 98. Ausgerechnet in Darmstadt beendete die Fortuna am Freitag vergangener Woche ihre Serie von fünf sieglosen Pflichtspielen. "Das ist eine sehr erfahrene Zweitliga-Truppe", sagte Schultz über die Rheinländer. "Sie sind in der Saison nicht ganz in die Spur gekommen, haben aber gegen Darmstadt eine sehr gute Leistung gezeigt und einen verdienten 3:1-Sieg eingefahren." Dementsprechend seien die Düsseldorfer mit viel Selbstvertrauen in die Trainingswoche gegangen "und haben vor, uns ein Bein zu stellen".

 

 19 /27 

Intensivmediziner rechnen mit Zunahme von Covid-19 bei Kindern

A ngesichts der drohenden Ausbreitung der Omikron-Variante erwarten Intensivmediziner eine Zunahme von Covid-19-Erkrankungen bei Kindern. „Die Zahl der infizierten Personen und damit auch der Kinder wird dramatisch ansteigen“, sagte Florian Hoffmann, Kinder-Intensivmediziner und Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). Infektiologen sprachen sich für kürzere Zeitabstände zwischen Zweit- und Drittimpfung aus. Derzeit lasse sich zwar noch nicht sagen, ob Omikron auch häufiger zu schwereren Krankheitsverläufen führe, erklärte Hoffmann. Doch selbst bei milderen Verläufen könne allein die hohe Anzahl an Infizierten dazu führen, dass in absoluten Zahlen mehr Kinder ins Krankenhaus müssten als jetzt. „Wir müssen also in jedem Fall damit rechnen, dass durch Omikron mehr Kinder erkranken“, sagte der Divi-Generalsekretär. Aus Sicht des Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger, ist eine schnelle Booster-Impfung eine der wichtigsten und wirksamsten Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von Omikron. „Um das rasch zu erreichen, muss man auch an eine mögliche Verkürzung des Abstands zur zweiten Dosis denken“, sagte Salzberger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, zeigte sich hingegen skeptisch in Bezug auf vorgezogene Auffrischungsimpfungen. „Maßgebliche Richtschnur für die Frage, wie oft und in welchen Zeitabständen Corona-Schutzimpfungen erfolgen sollten, sind die Entscheidungen der Stiko“, sagte Weigeldt den Funke-Zeitungen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Corona-Auffrischungsimpfung im Regelfall sechs Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung, im Einzelfall nach fünf Monaten. Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) fordert, den von der neuen Bundesregierung geplanten Corona-Bonus nur an geimpftes Pflegepersonal auszuzahlen. Geschäftsführerin Isabell Halletz sagte der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstag): „Wer sich nicht impfen lassen will und damit die Pflegebedürftigen in den Einrichtungen gefährdet, der kann dafür keinen Bonus kriegen.“ Auch gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) bekräftigte sie diese Einschätzung. Die Kräfte in Pflegeheimen, egal in welchem Bereich, hätten eine Verantwortung für die Bedürftigen, betonte Halletz. „Sie und ihre Angehörigen müssen sich darauf verlassen können, dass die Beschäftigten dieser Verantwortung gerecht werden.“ Dazu gehöre, dass man sich impfen lasse, zum eigenen Schutz und um das Risiko einer Ansteckung zu senken. Für den neuerlichen Bonus für Pflegekräfte in Heimen und Krankenhäusern will die Ampelkoalition eine Milliarde Euro bereitstellen. Wer konkret die Sonderzahlung im kommenden Jahr erhalten wird, ist noch unklar. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) plädiert einem Medienbericht zufolge für ein Weihnachtsfest ohne noch strengere Kontaktbeschränkungen jenseits einer 2G- oder 2G-plus-Regelung. „Ich wünsche mir, dass wir mit 2G oder 2G plus, aber ohne darüber hinausgehende oder weitere Beschränkungen wirklich hinkommen“, sagte Ramelow der „Rheinischen Post“ (Samstag). Es seien gerade erst neue und verbindliche Regeln zur Pandemieabwehr beschlossen worden. „Wir sollten ein Weihnachtsfest ohne zusätzliche Reise-Restriktionen und ohne neue Kontaktvorgaben versuchen“, sagte der Linke-Politiker, der derzeit auch Bundesratspräsident ist. In Thüringen, wo Ramelow eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung führt, gelten bereits seit mehr als zwei Wochen strenge Regeln – unter anderem mit einer nächtlichen Ausgangssperre für Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind und einer Sperrstunde ab 22 Uhr in der Gastronomie. Thüringen gilt mit einer Inzidenz oberhalb von 1000 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche zu den am stärksten betroffenen Bundesländern in Deutschland. Die Schweizer Behörden haben den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren zugelassen. „Die Ergebnisse klinischer Studien zeigen, dass der Impfstoff in dieser Altersgruppe sicher und wirksam ist“, teilte das Heilmittelinstitut Swissmedic am Freitag mit. Eine Zulassungsstudie mit mehr als 1500 Teilnehmenden habe gezeigt, dass der Impfstoff Kindern dieses Alters „einen praktisch vollständigen Schutz“ gegen schwere Covid-19-Erkrankungen biete, hieß es in der Mitteilung weiter. Nebenwirkungen träten „tendenziell weniger häufig“ auf als bei Jugendlichen oder Erwachsenen. Damit ist die Schweiz nach Portugal, Italien, Griechenland und Spanien das fünfte Land in Europa, das Corona-Impfungen für Kinder dieser Altersgruppe zulässt. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) Corona-Impfungen für Fünf- bis Zwölfjährige trotz vorliegender Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA nur bei bestimmten Vorerkrankungen. Ansonsten überlässt sie dies der individuellen Entscheidung der Eltern. Der Chef des Deutschen Hausärzteverbandes sieht die Beteiligung von Apothekern und Tierärzten an der Corona-Impfkampagne kritisch. Es sei „fragwürdig, wenn etwa in der Apotheke kein Arzt vor Ort ist, der bei – sehr seltenen – Komplikationen einschreiten kann“, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der „Bild“ (Samstagsausgabe). Auch vom Einsatz der Veterinäre in Impfzentren erwarte er „kaum einen Effekt auf die Impfkampagne“. Ohnehin fänden die allermeisten Impfungen in den Praxen statt. „Besser wäre es, wenn möglichst viel Impfstoff in den Praxen ankommt“, fügte Weigeldt hinzu. Bundestag und Bundesrat hatten am Freitag das neue Infektionsschutzgesetz gebilligt, das neben einer Impfpflicht für das Personal in Einrichtungen der medizinischen Versorgung und Pflege auch Neuerungen bei der Impfkampagne vorsieht. Demnach können künftig Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker zusätzlich gegen das Coronavirus impfen. Voraussetzung ist eine entsprechende Schulung. Die derzeitigen Auffrischungsimpfungen werden nach Einschätzung des Hausärzteverband-Chefs Ulrich Weigeldt nicht die letzten sein, die gegen Corona nötig werden. „Wir rechnen damit, dass im Sommer, spätestens im Herbst eine vierte Impfung nötig sein wird“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Samstag). Er hoffe darauf, dass die vierte Corona-Impfung dann „schon in Verbindung mit der Grippe-Impfung“ verabreicht werden könne, „um den Schutz vor Corona in eine Routine zu überführen“. Es zeichnet sich bereits ab, dass Impfungen gegen die Virusvariante Omikron nötig werden könnten. Die Hersteller Biontech/Pfizer gehen davon aus, dass ihr Impfstoff weiterhin vor einer schweren Erkrankung schützt. Bis März wollen sie – unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung – einen an Omikron angepassten Impfstoff bereitstellen. Weltweit haben sich bislang rund 268,43 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Über 5,58 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus, das erstmals im Dezember 2019 im chinesischen Wuhan nachgewiesen wurde. Die meisten Infektions- und Totenzahlen weisen die USA auf. Bei den Ansteckungen folgen Indien und Brasilien.

 

 20 /27 

Bosnische Serben leiten Abspaltung ein

In Bosnien-Herzegowina könnten 25 Jahre Frieden auf dem Spiel stehen: Das Parlament der serbischen Teilrepublik Srpska hat die Abspaltung von der Zentralregierung eingeleitet. Innerhalb von sechs Monaten soll der Austritt vollzogen werden. Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem blutigen ethnischen Krieg wachsen in Bosnien-Herzegowina die Sorgen wegen drohender Konflikte. Das Parlament der serbischen Republika Srpska in Banja Luka hat den Rückzug aus der Armee, dem Justiz- und dem Steuersystem der Zentralregierung beschlossen. Die Abgeordneten setzten der Regionalregierung eine Frist von sechs Monaten, um den Austritt umzusetzen. Zwar blieb fast die gesamte Opposition aus Protest der Abstimmung fern, dennoch erzielte der Vorschlag der Partei SNDS mit 49 Ja-Stimmen eine klare Mehrheit. Das Votum ist vor allem ein Erfolg für SNDS-Chef Milorad Dodik. Er ist auch serbisches Mitglied im Staatspräsidium von Bosnien-Herzegowina. Der Anführer der bosnischen Serben hatte wiederholt damit gedroht, seinen Landesteil aus dem Zentralstaat zu lösen. Nun will er dies offenbar tatsächlich umsetzen. "Es ist Zeit für die Eroberung der Freiheit für die Republika Srpska", sagte er. Dodik kündigte an, innerhalb von sechs Monaten Gesetze zu initiieren, in denen die Bereiche, für die nunmehr keine Zuständigkeit des Zentralstaats anerkannt wird, neu geregelt werden sollen. Er ließ offen, ob er - wie früher angekündigt - eine separate Armee der Republika Srpska schaffen wolle. Der SNDS-Chef meint, die Zentralregierung habe der Republika Srpska unrechtmäßig Vollmachten entzogen. Dies solle nun rückgängig gemacht werden. Dodik, der für seine Pläne die Unterstützung Russlands hat, wirft den westlichen Staaten vor, Bosnien zu Lasten der Serben und zu Gunsten der bosnischen Muslime umgebaut zu haben. Dodiks Vorhaben droht die Architektur des Friedensvertrags von Dayton aus dem Jahr 1995 zu zerstören. Dieser beendete einen mehr als dreijährigen Krieg zwischen Serben, Kroaten und Bosniaken. Der Vertrag schuf zwei weitgehend autonome Landesteile, die Serben-Republik und die bosniakisch-kroatische Föderation. Eine Reihe gesamtstaatlicher Institutionen sollen ein normales Funktionieren des Staates Bosnien-Herzegowina garantieren. An der Spitze steht ein Dreipräsidium aus einem kroatischen, einem muslimischen und einem serbischen Vertreter. Schon Anfang November warnte der Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft für Bosnien-Herzegowina, der CSU-Politiker Christian Schmidt, in einem UN-Bericht: Dodiks Vorhaben "kommt einer Abspaltung gleich, ohne sie zu verkünden." Auch in Washington schrillten die Alarmglocken, als Dodik im September angekündigte, eine eigene Armee aufzubauen. Die US-Regierung entsandte in den vergangenen Wochen mehrere Diplomaten nach Bosnien, um den Rückhalt Washingtons für eine staatliche Einheit des Landes und seiner Institutionen zu bekräftigen.

 

 21 /27 

Zocker-Nachwuchs bei „Geh aufs Ganze!“ - Eine von ihnen machte Draeger fertig!

Beim Weihnachts-Special staunte Show-Senior Jörg Draeger (76) über ein junges Nachwuchs-Zockertalent und gab zu: „Die hat mich fertig gemacht!“ Lea, Julia und Marie waren die ersten Kandidatinnen in der dritten Show-Ausgabe und wollten mit Jörg Draeger zocken. Zusammen waren die drei Frauen vermutlich nicht einmal so alt wie der TV-Dino – weswegen Moderator Daniel Boschmann (41) zugab: „Mädels, ihr habt ihn möglicherweise damals nicht zwingend live gesehen.“ Seine dringende Warnung vor Jörg Draeger: „Guckt ihm nicht direkt in die Augen und lasst euch nicht einwickeln.“ Dann ging’s weihnachtlich los! Jede Kandidatin bekam jeweils drei Schneekugeln. Was die drei nicht wussten: Unter acht der neun Kugeln war der Zonk versteckt. Doch keine der drei Kandidatinnen wollte sich mit Geld von den Kugeln abbringen lassen. Draeger zu Marie: „Soll ich dir jetzt mal erzählen, was mit widerspenstigen jungen Damen, so schwer es mir fällt, passiert?“ Zonk! Marie war raus. Auch Lea flog später raus. Kandidatin Julia war besonders hartnäckig und blieb übrig! Draeger zu der Erzieherin: „Kannst du dir vorstellen, dass ich so eine so junge charmante, aufblühende Dame, dass ich die hinters Licht führen könnte?“ Sie sofort: „Ja!“ Draeger forderte Julia auf: „Stell dich mal da bitte hin.“ Dann ging der Showmaster in die Knie! „Der Anzug ist nagelneu, 298 Euro. Julia, ich bitte dich.“ Doch Julia bleib bei ihrer Kugel. Draeger begeistert: „Die ist knallhart.“ Der erfahrene Zocker Draeger wandte sich verzweifelt an Boschmann: „Was soll ich denn machen mit dem Kind?“ Dann holte Draeger die Psycho-Tricks raus! Er zu Julia: „In welchem Monat bist du geboren? Im Mai. Mai hat ganz viel mit Frühling zu tun. Wenn du weiter so machst, bist du jetzt schon im Herbst, ohne dass du es merkst.“ Draeger begann Geld-Scheine zu zählen: „100, 200, 300, 400, 500 – sag einfach ‚Halt!‘ zwischendurch.“ Doch die Erzieherin aus Meckenheim wollte ihre Kugel behalten! „Pass auf. Hier liegen 1000 Euro. Mit jeder Sekunde nehme ich einen Hunni weg.“ Aber Julia blieb willensstark und zockte weiter! Draeger begeistert: „Die ist so knallhart, das ist so sensationell. Es ist das Tor 1.“ Hinter Tor 1 wartete auf Julia ein Paket mit Apple-Produkten im Wert von rund 9000 Euro! Die Kandidatin war begeistert – Draeger auch: „Du hast ganz weiche Knie, gehe ganz langsam hoch. Du hast das sensationell gemacht! Besser ging es nicht.“ Und schickte leise hinterher: „Die hat mich fertiggemacht!“ Ein kleines Weihnachts-Wunder erlebte Kandidat Wolfgang aus Fränkisch-Crumbach in Südhessen! In einer ganz normalen Spielrunde konnte Wolfgang zunächst eine Sony-Kamera im Wert von 1200 Euro erspielen. Dann zog Daniel Boschmann für eine neue Spielrunde zwei Nummern, denn alle im Publikum hatten im Vorfeld eine nummerierte Weihnachtskugel bekommen. Boschmann zog die 160 – und die gehörte Wolfgang! Boschmann drehte durch, fragte Wolfgang: „Möchtest Du selber zocken oder wer soll zocken?“ Wolfgang schickte seine Frau Silke – die erzockte sich aber leider nur den Zonk. Noch verrückter: Als Boschmann die 160 aufrief, meldete sich zunächst Kandidatin Monique. Die Steuerfachwirtin hatte allerdings schlecht zugehört und eigentlich die Nummer 116. Zu früh gefreut! Dafür gab’s 200 Euro als Trost. Nach der 160 zog Boschmann die zweite Nummer. Der Moderator zu Monique: „Wenn jetzt die 116 kommt, raste ich aus. Dann will ich aber die Kohle zurück, Monique!“ Boschmann zog die 116 – Wahnsinn! Oder Absicht? Der Moderator war sichtlich geschockt: „Ich habe Gänsehaut. Was ist hier los?“ Monique erspielte sich im zweiten Anlauf einen Elektro-Roller. Die 200 Euro Trostgeld musste sie dann doch nicht abgeben. Dafür konnten Silke und Wolfgang im Big Deal am Ende ein E-Auto im Wert von 33 000 Euro gewinnen und machten alles richtig! Draeger gerührt und in Weihnachsstimmung: „Das schaffen nur zwei Menschen gemeinsam, die sich so nah sind und sich lieben.“

 

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Scholz will sich weniger einseitig beraten lassen als Merkel

B undeskanzler Olaf Scholz will sich in der Corona-Pandemie weniger einseitig beraten lassen als seine Vorgängerin Angela Merkel. Wie WELT AM SONNTAG erfuhr, wurde am Freitag in der Bundesregierung die Aufstellung eines Expertenrats abgeschlossen, der Scholz und seiner Ampel-Koalition ab der kommenden Woche zur Seite stehen wird. Zu diesem „Wissenschaftlichen Expertengremium“ wird auch Hendrik Streeck gehören.

 

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NDR Benefizaktion: Danke für rund 2,9 Millionen Euro!

"Hand in Hand für Norddeutschland" widmet sich Kindern, die ganz besonders unter der Corona-Pandemie und ihren Folgen leiden. Zahlreiche Prominente sowie Beschäftigte des NDR haben sich am großen Spendentag an den Telefonen engagiert und Ihre Anrufe entgegengenommen. Danke für 2.882.727Millionen Euro! Der Erlös der Benefizaktion kommt zu 100 Prozent den Projekten des Deutschen Kinderschutzbundes im Norden zugute. Auch nach dem Spendentag können Sie noch spenden, das Konto ist bis zum 31. Januar 2022 geöffnet.

 

 24 /27 

Corona-News: Stiko-Chef Mertens bedauert Aussage über Impfung von Kindern

In einem Interview sagte der Stiko-Chef, dass er ein siebenjähriges Kind derzeit nicht impfen lassen würde. Nun bezeichnet Mertens die Aussage als Fehler. Alle Infos im Newsblog. Eine schwere Corona-Welle erschüttert Deutschland: In vielen Regionen sind die Infektions- und Todeszahlen hoch, Krankenhäuser sind erneut überlastet. Nun bereitet eine neu aufgetretene Variante den Experten zusätzlich Sorgen: Omikron. Die Impfquote im Land (vollständig geimpft) liegt bei rund 70 Prozent. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit Tagen bei mehr als 400. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, bedauert nach eigenem Bekunden seine Äußerung, wonach er ein siebenjähriges Kind derzeit als Vater nicht gegen Corona impfen lassen würde. Es sei ein "Fehler" gewesen, "dass ich überhaupt etwas Persönliches gesagt habe", sagte Mertens am Freitag dem Nachrichtensender "Welt". Vorwürfe, er selbst sei ein Impfskeptiker, wies er entschieden zurück. Mertens hatte in einem Interview auf die fiktive Frage, ob er ein siebenjähriges Kind impfen lassen würde, wenn er der Vater wäre, gesagt, dass er dies derzeit noch nicht tun würde. Das bedeute aber nicht, dass er gegen Impfungen sei. "Das ist doch völliger Unsinn. Ich werde niemals ein Impfgegner sein können und das bin ich auch nie gewesen", hob er hervor. Angesichts der drohenden Ausbreitung der Omikron-Variante erwarten Intensivmediziner eine Zunahme von Covid-19-Erkrankungen bei Kindern. "Die Zahl der infizierten Personen und damit auch der Kinder wird dramatisch ansteigen", sagte Florian Hoffmann, Kinder-Intensivmediziner und Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). Infektiologen sprachen sich für kürzere Zeitabstände zwischen Zweit- und Drittimpfung aus. Derzeit lasse sich zwar noch nicht sagen, ob Omikron auch häufiger zu schwereren Krankheitsverläufen führe, erklärte Hoffmann. Doch selbst bei milderen Verläufen könne allein die hohe Anzahl an Infizierten dazu führen, dass in absoluten Zahlen mehr Kinder ins Krankenhaus müssten als jetzt. "Wir müssen also in jedem Fall damit rechnen, dass durch Omikron mehr Kinder erkranken", sagte der Divi-Generalsekretär. Die Schweizer Behörden haben den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren zugelassen. "Die Ergebnisse klinischer Studien zeigen, dass der Impfstoff in dieser Altersgruppe sicher und wirksam ist", teilte das Heilmittelinstitut Swissmedic am Freitag mit. Eine Zulassungsstudie mit mehr als 1500 Teilnehmenden habe gezeigt, dass der Impfstoff Kindern dieses Alters "einen praktisch vollständigen Schutz" gegen schwere Covid-19-Erkrankungen biete, hieß es in der Mitteilung weiter. Nebenwirkungen träten "tendenziell weniger häufig" auf als bei Jugendlichen oder Erwachsenen. Die derzeitigen Auffrischungsimpfungen werden nach Einschätzung des Hausärzteverband-Chefs Ulrich Weigeldt nicht die letzten sein, die gegen Corona nötig werden. "Wir rechnen damit, dass im Sommer, spätestens im Herbst eine vierte Impfung nötig sein wird", sagte er der "Bild"-Zeitung (Samstag). Er hoffe darauf, dass die vierte Corona-Impfung dann "schon in Verbindung mit der Grippe-Impfung" verabreicht werden könne, "um den Schutz vor Corona in eine Routine zu überführen". Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat wegen der hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen zur Vorsicht beim Weihnachtsfest gemahnt. An den Feiertagen, bei den Gottesdiensten und bei den Besuchen in der Familie sollten alle "sehr zurückhaltend" sein, sagte Ramelow am Freitag dem Sender "Welt". "Es ist besser, wenn wir uns gegenseitig schützen, wenn wir achtsam miteinander umgehen, wenn die Maske getragen wird, wenn gelüftet wird und wenn nicht zu viele Menschen in einem Raum sind", betonte er. Die aktuelle Situation sei deutlich schlimmer als im vergangenen Jahr um diese Zeit. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer hatten sich bei ihrem Treffen am Donnerstag weitere Verschärfungen der Corona-Regeln noch vor Weihnachten offen gehalten. Maßgeblich soll die Lageeinschätzung des in der kommenden Woche erstmals tagenden neuen Corona-Expertenrats sein. Die Intensivstationen in Deutschland stehen nach Angaben der Vereinigung der Intensivmediziner (Divi) unter großem Druck. Aus der Notfallreserve wurden demnach bereits mindestens 693 sogenannte High-Care-Betten aktiviert. Dies gab der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, am Freitag auf Twitter bekannt. In einem High-Care-Bett werden Patientinnen und Patienten in der Regel künstlich beatmet. Die Kliniken in Deutschland melden dem Intensivregister als Notfallreserve ihre verfügbaren Kapazitäten an Betten und Mitarbeitern, die sie bei dringendem Bedarf innerhalb von sieben Tagen zusätzlich einsetzen können. Wenn die Notfallreserve aktiviert wird, bedeutet dies laut Karagiannidis Einschränkungen für die Behandlung in anderen Bereichen der Kliniken. Durch die hohe Zahl an Covid-Patienten, die auf Intensivstationen der Kliniken in Deutschland behandelt werden müssen, steht ein Großteil der Häuser unter Druck. Zahlreiche planbare Operationen müssen aktuell verschoben werden. In Niedersachsen können Eltern über einen vorgezogenen Beginn der Weihnachtsferien für ihre Kinder selbst entscheiden. Für den dreitägigen Zeitraum vom 20. bis zum 22. Dezember wurde die Präsenzpflicht aufgehoben, wie das niedersächsische Kultusministerium am Freitag mitteilte. Mit einem formlosen Antrag bei der Schule können Erziehungsberechtigte demnach ihre Kinder in dieser Zeit vom Präsenzunterricht befreien. Ein Distanzlernangebot gibt es für die befreiten Schülerinnen und Schüler dabei nicht. Die Möglichkeit des individuellen früheren Ferienbeginns richtet sich demnach vor allem an Eltern, die mit Blick auf noch nicht vollständig geimpfte oder geboosterte Familienmitglieder oder Angehörige aus Risikogruppen "einen weitergehenden Schutz zum Weihnachtsfest benötigen". "Wir respektieren vorhandene Sorgen sowie unterschiedliche Gefühlslagen in den Familien und wir möchten alle niedersächsischen Familien mitnehmen", erklärte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Allen solle ein individuell sicher ausgestaltetes Weihnachtsfest ermöglicht werden. Wer in Niedersachsen nicht gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-Infektion genesen ist, darf nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Lüneburg nicht vom Besuch beim Friseur ausgeschlossen werden. Die derzeitige 2G-plus-Regel bei körpernahen Dienstleistungen sei unangemessen und unter Berücksichtigung des aktuellen Infektionsgeschehens im Bundesland keine notwendige Schutzmaßnahme, teilte das Gericht am Freitag mit. Es bezog sich auf die körperpflegerischen Grundbedarfe, wozu etwa der Besuch beim Friseur oder der Fußpflege zählten. Das Infektionsrisiko sei in diesen Bereichen nur begrenzt, weil sich regelmäßig nur wenige Menschen gleichzeitig dort aufhielten. Zudem könne der Schutz durch das Tragen einer Maske oder eines negativen Corona-Tests deutlich erhöht werden. Bis zu einer Neuregelung gelten laut Gericht die Pflichten zum Tragen einer FFP2-Schutzmaske sowie zur Erfassung der Kontaktdaten. Die Landesregierung arbeitet derzeit an einer neuen Corona-Landesverordnung, die am Samstag in Kraft treten soll. Nach derzeitigen Regeln gilt in weiten Teilen des Bundeslandes die 2G-plus-Regel für alle körpernahen Dienstleistungen – bis auf solche, die aus medizinischen Gründen notwendig sind. Wer schon eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bekommen hat, benötigt keinen negativen Test. Wer sie noch nicht empfangen hat, aber etwa zwei Impfungen mit dem Präparat von Biontech/Pfizer vorweisen kann, benötigt zusätzlich einen negativen Corona-Test. 77 Prozent der Deutschen sind laut ZDF-Politbarometer für starke Einschränkungen für Ungeimpfte. 21 Prozent halten das nicht für richtig. Eine allgemeine Impfpflicht unterstützen 68 Prozent, 31 Prozent sind dagegen. 61 Prozent der Bürger glauben nicht, mit den aktuell geltenden Corona-Maßnahmen die vierte Welle brechen zu können. Die Zustimmung für härtere Maßnahmen für Ungeimpfte ist damit deutlich gestiegen. Anfang November befürworteten einer repräsentativen Civey-Umfrage zufolge nur 68 Prozent der Befragten verschärfte Corona-Regeln für Ungeimpfte. 28 Prozent waren dagegen, der Rest unentschlossen. Israel verlängert das Einreiseverbot für Touristen wegen der Omikron-Variante des Coronavirus um weitere zehn Tage. Die aktuelle Maßnahme wäre eigentlich in der Nacht zu Montag ausgelaufen. Damit bleiben die Grenzen für Ausländer bis kurz vor Weihnachten geschlossen, wie aus einer Mitteilung von Ministerpräsident Naftali Bennett und Gesundheitsminister Nitzan Horowitz in der Nacht auf Freitag hervorging. Zudem sollen demnach weiterhin alle Personen, die aus einem beliebigen Land nach Israel zurückkehren – darunter auch geimpfte Israelis – bei der Einreise mindestens drei Tage lang in Quarantäne gehen. Die Verlängerung der Quarantänebestimmungen müsse allerdings auch noch vom Gesundheitsausschuss des Parlaments genehmigt werden, hieß es in der Mitteilung. Die Omikron-Variante (B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein. Ende November wurden auch in Israel die ersten Fälle von Omikron nachgewiesen. Aktuell sind die Corona-Infektionszahlen in dem Mittelmeerland verhältnismäßig niedrig. Ungarn hat nach Einschätzung von Regierungschef Viktor Orbán das Schlimmste in der vierten Corona-Welle wohl hinter sich. Der Höhepunkt der vierten Welle sei offenbar erreicht, sagte Orbán im Hörfunk. Er kündigte zudem an, dass ab Mittwoch auch Fünf- bis Elfjährige in Ungarn geimpft würden. Şahin rechnet zudem damit, dass auch der Booster irgendwann seine Wirkung verliert. Daher werde eine vierte Impfung in relativ kurzem Zeitabstand nötig. "Die vierte Impfung könnte aber auch ein an eine Omikron-Variante angepasster Impfstoff sein." Ob Biontech einen separaten Omikron-Impfstoff herstellen wird, sei derzeit unklar. Der Politik warf Şahin vor, nicht mehr rational vorgegangen zu sein. Er habe im Herbst auf die Notwendigkeit der Auffrischungsimpfungen und die umfassenden wissenschaftlichen Daten dazu verwiesen, doch seine Plädoyers wurden nicht erhört. Mit dem neuen Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erhoffe er sich eine Wende: "Ich würde mir sehr wünschen, wieder zu einer rationalen Diskussion zurückzukommen." Der Virologe Christian Drosten fordert angesichts der raschen Verbreitung der Omikron-Variante schnelle Auffrischungsimpfungen. "Jeder, der kann, soll sich jetzt sofort boostern lassen", sagt er in der ARD. Er wies darauf hin, dass die Immunität der Geimpften bei Omikron deutlich schwächer als bei anderen Varianten reagiert. Trotzdem seien die Krankheitsverläufe bei Geimpften oder Genesenen nach Angaben aus Südafrika weniger gefährlich als bei Ungeimpften. Es gebe ein großes Problem mit der Impfquote, gerade bei den über 60-Jährigen gebe es eine große Impflücke. Er forderte Ungeimpfte auf, noch einmal neu nachzudenken. Gerade sie seien besonders gefährdet. Daten aus mehreren Ländern zeigten, dass sich das Infektionsgeschehen etwa alle drei Tage verdoppele. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass Corona-Impfungen in Apotheken im ersten Quartal des neuen Jahres starten können. "Nach einer aktuellen Umfrage würden in jeder zweiten Apotheke Covid-19-Impfungen durchgeführt werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen", erklärte Abda-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening am Donnerstag. Dies bedeute unter anderem, dass keine "unnötigen administrativen Hemmnisse" aufgebaut werden dürften. Abda befragte nach eigenen Angaben zwischen dem 3. und 7. Dezember rund 6.800 Beschäftigte in Apotheken zu ihrer Meinung zu Corona-Impfungen in Apotheken. Unter den befragten knapp 4.000 Apothekenleiterinnen und -leitern gaben demnach 44,5 Prozent an, bei den passenden Rahmenbedingungen und nach einer entsprechenden Schulung Covid-19-Impfungen anbieten zu wollen. Um die Corona-Impfkampagne rasch voranzubringen, plant die neue Bundesregierung, Corona-Impfungen künftig auch in Apotheken und Tierarztpraxen zu ermöglichen. Geregelt werden soll dies im Zuge der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes, das Bundestag und Bundesrat am Freitag verabschieden wollen. Etwa einer von 40 Schülern in Deutschland war in der vergangenen Woche direkt oder indirekt von Corona betroffen, entweder durch eigene Infektion oder durch Quarantänemaßnahmen. Wie aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) hervorgeht, lag die Zahl der bekannten Corona-Infektionen bei Schülerinnen und Schülern in der Woche vom 29. November bis 5. Dezember bei 103.000. Das waren rund 10.000 mehr als in der Vorwoche. Leicht zurückgegangen auf rund 150.000 ist die Zahl der Schüler, die darüber hinaus in Quarantäne waren (Vorwoche 152.000). Die KMK legt im Wochenrhythmus Zahlen vor. Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus mehr als 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit etwa 10 Millionen Schülerinnen und Schülern. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 11 Millionen Schülerinnen und Schüler und rund 40.000 Schulen und Berufsschulen. An rund 1.500 Schulen gab es demnach in der vergangenen Woche Einschränkungen im Präsenzbetrieb (unverändert zur Vorwoche). Geschlossen waren 86 Schulen (Vorwoche 140). Die Statistik weist außerdem 7.700 Corona-Fälle bei Lehrkräften aus (Vorwoche 7.300) und zusätzlich rund 4.000 Quarantäne-Fälle (unverändert zur Vorwoche). Zugrunde liegen hier Angaben zu etwa 885.000 Lehrkräften. Auffrischungsimpfungen bereits drei Monate nach einer Zweitimpfung können nach Auffassung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA sinnvoll sein. Die bisherigen Daten zeigten, dass, entgegen der aktuellen Empfehlung nach sechs Monaten aufzufrischen, der Booster schon nach drei Monaten sicher und wirksam sei, sagt Marco Cavaleri, Leiter der Impfstoffstrategie der EMA. Die EU-Mitgliedsstaaten sollten jedoch auch die jeweilige Situation im Land in die Erwägung miteinbeziehen. Er fügt hinzu, dass bei der Impfkampagne in den USA für Fünf- bis Elfjährige bisher keine Sicherheitsbedenken aufgekommen seien. Die EU-Staaten wollen Insidern zufolge die Gültigkeit von Corona-Impfzertifikaten für Reisen auf neun Monate begrenzen. Ein Kommissionsvertreter und ein EU-Diplomat sagten am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters, dass sich die EU-Regierungen darauf voraussichtlich schon an diesem Freitag einigen werden. Einige Länder mit niedrigeren Impfraten seien allerdings noch besorgt über die Auswirkungen, die dies auf das Reisen haben könnte, sagte ein dritter EU-Diplomat. Die EU-Kommission macht sich für ein einheitliches Vorgehen aller Mitgliedsstaaten stark, da sie ansonsten negative Folgen für den Reiseverkehr durch unterschiedliche Beschränkungen befürchtet. "Unser Hauptziel ist es, abweichende Maßnahmen in der EU zu vermeiden", sagte Justizkommissar Didier Reynders. Daher wurde eine Standard-Gültigkeitsdauer von neun Monaten für Impfzertifikate vorgeschlagen, die nach Abschluss der ersten Impfserie ausgestellt wurden. In den EU-Ländern gelten derzeit unterschiedliche Regeln. Frankreich beispielsweise hat eine Frist von sieben Monaten festgelegt. Sie soll ab dem 15. Januar gelten, während die Kommission einen Start am 10. Januar vorgeschlagen hat. Auch in Zypern soll das Zertifikat sieben Monate gültig sein, während es in Griechenland für ältere Menschen nach sechs Monaten ablaufen würde. Ein EU-Beamter sagten, beide Länder seien nun bereit, auf einen gemeinsamen EU-Grenzwert umzusteigen. Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis fordert von der Politik eine zügige Vorbereitung auf eine mögliche starke Ausbreitung der neuen Coronavirus-Variante Omikron. "Noch wissen wir nicht, wie gefährlich Omikron ist. Wir müssen uns also auf alles einstellen", sagte Karagiannidis dem "Spiegel". Er leitet das von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) geführte Register der Intensivkapazitäten in Deutschland. Sollten sich die ersten Untersuchungen bestätigen, wonach die Impfstoffe nicht so gut gegen Omikron wirken wie gegen vorherige Varianten, müsse die Politik schnell handlungsfähig sein, verlangte Karagiannidis. Falls sich Omikron in Deutschland als dominierende Variante durchsetze, sei es im Grunde sicher, dass die Fallzahlen noch einmal zunehmen. Jedoch seien die Intensivstationen bereits jetzt am Limit, warnte Karagiannidis. "Wir müssen jetzt mit den Inzidenzen dringend ein gutes Stück runter, damit wir für Omikron Platz haben." Einen großen Teil der Verantwortung für die deutsche Corona-Politik trägt der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Karagiannidis lobte dessen Ernennung: Für das Amt des Gesundheitsministers "kann man meiner Meinung nach nicht einfach parteipolitisch irgendjemanden nehmen", sagte er. "Lauterbach hat eine unglaubliche Expertise, daher ist er für uns extrem wichtig." Die Corona-Pandemie hat in Deutschland zu einer Übersterblichkeit geführt – zu diesem Befund kommt das Statistische Bundesamt nach der Auswertung der Sterbefallstatistik seit Beginn der Pandemie. "Von März 2020 bis Mitte November 2021 sind in Deutschland mehr Menschen verstorben, als unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung zu erwarten gewesen wäre", sagte der Vizepräsident des Amtes, Christoph Unger, am Donnerstag in Wiesbaden. 2020 starben fünf Prozent mehr Menschen als 2019. Allein aufgrund der Alterung der Bevölkerung wäre nur ein Anstieg der Sterbefallzahlen um zwei Prozent zu erwarten gewesen. Betrachtete man die ersten zwölf Monate der Pandemie – März 2020 bis Februar 2021 – starben sogar 7,5 Prozent mehr Menschen als im Vorjahreszeitraum. Die Todesursachenstatistik gibt Aufschluss, wer 2020 an und wer mit Corona gestorben ist. Laut Destatis starben knapp 40.000 Menschen an Covid-19 als Grundleiden, bei gut 8.000 war Covid-19 als Begleiterkrankung auf der Todesbescheinigung verzeichnet. 70 Prozent der Covid-19-Toten waren 80 Jahre oder älter, die meisten hatten vielfältige Vorerkrankungen. 176.000 Menschen wurden 2020 mit oder wegen Corona im Krankenhaus behandelt. Knapp 37.000 von ihnen lagen auf der Intensivstation, rund 21.000 wurden künstlich beatmet. Jeder sechste Covid-19-Fall im Krankenhaus endete tödlich. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst rät von langen Reisen zu Weihnachten ab. "Nicht alles, was man darf, ist auch klug", sagt der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz in der ARD. Aktuell seien keine Reisen verboten, auch das Gastgewerbe sei offen. Dennoch wäre Zurückhaltung bei großen Reisen angebracht. Bei dem Bund-Länder-Treffen am Donnerstag will Wüst auch das Thema Medikamente ansprechen. Es gebe immer mehr, die in der Zulassung seien. "Wir brauchen eine von Bund und Ländern abgestimmte Medikamentenstrategie." Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Wichtigkeit der Auffrischungsimpfungen im Kampf gegen die neue Corona-Variante Omikron unterstrichen. "Die Impfung ist nur abgeschlossen, wenn man dreimal geimpft wurde", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im "heute journal" des ZDF. Das sei die neue Realität, um vor Omikron einigermaßen geschützt zu sein. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden zwei Impfungen die Krankheit aber bereits abmildern, "und drei Impfungen wahrscheinlich sehr gut gegen schwere Krankheit schützen". Man müsse dafür sorgen, dass Omikron so spät wie möglich nach Deutschland gelange. Wenn die Omikron-Variante Deutschland flächendeckend erreichen würde, könnte das nach Lauterbachs Worten Auswirkungen darauf haben, wer als vollständig geimpft gilt. "Wenn wir tatsächlich die Omikron-Welle hier in Deutschland hätten, dann wäre 2G dann erreicht, wenn man quasi die dritte Impfung hat", so Lauterbach. Man könne mit zwei Impfungen dann nicht davon ausgehen, vollständig geschützt zu sein. 2G bedeutet, dass genesene und vollständig geimpfte Menschen Zutritt zu Einrichtungen haben. "Aber wir werden diese Brücke dann überqueren, wenn wir sie erreicht haben", so Lauterbach. Noch gehe es zunächst darum, die Infektion mit der Omikron-Variante in Deutschland zu verhindern. Dafür seien die Booster-Impfungen eine optimale Vorbereitung. Das sei die erste Säule im Gesundheitsschutz, "die wir in der Hand haben". Die zweite Säule umfasse eine allgemeine Impfpflicht. Bevor weitere Corona-Regeln auch für Ungeimpfte aufgestellt werden, sollten aus Sicht des Grünen-Politikers Janosch Dahmen bestehende Vorgaben besser kontrolliert werden. Das sagte der Gesundheitsexperte am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". "Wir haben jetzt im Moment vor allem ein Problem, dass wir die Maßnahmen, die grundsätzlich gelten und möglich sind, auch durchsetzen müssen", betonte er. "Es bringen die besten Regeln nichts, wenn sie dann nicht angewendet werden in der Praxis." Überall wo 2G – also Zugang nur für Geimpfte und Genesene – gelte, müsse das auch überprüft werden. Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) hatte vor den Beratungen der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Donnerstag angekündigt, er wolle über Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte in der Zeit nach Weihnachten sprechen. Dahmen sagte, man müsse beim Thema Kontaktbeschränkungen noch mal schauen, "wie viele (.) Kontakte mit ungeimpften Menschen lassen wir zu". "Denn wir sehen in den aktuellen Daten, dass bei neun von zehn Infektionen, die stattfinden, Ungeimpfte – entweder als Angesteckte oder indem sie andere anstecken – beteiligt sind." Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow geht nicht davon aus, dass bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag grundlegende Beschlüsse zur Corona-Pandemie getroffen werden. "Wir haben uns verabredet, dass wir jetzt erst gucken wollen, ob die neuen Änderungen am Infektionsschutzgesetz reichen", sagte er der "Rheinischen Post" und dem "General-Anzeiger" (Donnerstag). Zu möglichen Kontaktbeschränkungen äußerte sich Ramelow skeptisch. Er sei für Testen und ein konsequentes Anwenden der 2G-plus-Regel. Außerdem erneuerte Ramelow seine Aussage, dass man an einer allgemeinen Impfpflicht nicht vorbeikommen werde – "aber erst, wenn der dritte Impfstoff, der sogenannte Totimpfstoff Novavax, zugelassen ist, der beispielsweise auch bei Rheuma-Patienten eingesetzt werden kann". Mit einer berufsbezogenen Impfpflicht sei die vierte Welle nicht zu brechen. Vor dem Bund-Länder-Treffen an diesem Donnerstag fordert der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) eine bessere Versorgung der Kliniken mit Covid-Medikamenten. "Das Impfen ist und bleibt die stärkste Waffe im Kampf gegen das Virus. Wir brauchen zugleich eine zwischen Bund und Ländern abgestimmte Medikamenten-Strategie", sagt der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Medikamente könnten schwere Verläufe verhindern und dadurch das Gesundheitssystem entlasten. Entscheidend sei eine frühe Behandlung von Covid-Patienten, daher brauche es eine Strategie aus Beschaffung, mehr Tempo bei Zulassung und Logistik sowie eine gezielte Förderung von Arzneimittelforschung. Die US-Gesundheitsbehörden haben die Verwendung eines Medikaments mit synthetischen Antikörpern zugelassen, das Menschen gegen eine Corona-Infektion schützen soll. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte am Mittwoch eine Notfallzulassung für das von Astrazeneca entwickelte Medikament Evusheld. Die Behörde warnte allerdings, das Medikament sei "kein Ersatz" für Menschen, bei denen die Impfung empfohlen wird. Das Medikament dürfe nur bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder solchen, die aus medizinischen Gründen wie einer starken allergischen Reaktion gegen Impfstoffe nicht geimpft werden können, eingesetzt werden. Evusheld kombiniert zwei Arten von synthetischen Antikörpern, die in Form von zwei Spritzen direkt nacheinander verabreicht werden. Diese Antikörper helfen dem Immunsystem, das Virus zu bekämpfen, indem sie auf das Spike-Protein anspringen, das es dem Virus ermöglicht, in die Körperzellen einzudringen. Der FDA zufolge schützt das Medikament bis zu sechs Monate vor einer Corona-Infektion. Laut der Behörde darf es nicht an Menschen verabreicht werden, die bereits infiziert sind – Astrazeneca erforscht jedoch eine entsprechende Anwendung. Zu den Nebenwirkungen können eine allergische Reaktion, Blutungen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und Müdigkeit gehören. Die FDA-Zulassung basiert auf einer klinischen Studie, die an nicht geimpften Menschen über 59 Jahren oder mit einer chronischen Krankheit oder einem hohen Infektionsrisiko durchgeführt wurde. Während der Studie an 3.500 Menschen wurde etwa der Hälfte der Teilnehmer ein Placebo verabreicht. Die Studie zeigte, dass die Behandlung das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, um 77 Prozent verringerte. Vor der Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) an diesem Donnerstag dringt der Deutsche Philologenverband auf mehr Sicherheit von Lehrern und Schülern in der Pandemie. "Die Länder müssen dafür sorgen, dass Lehrkräfte vorrangig Booster-Impfungen erhalten", sagt die Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Klitzing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). An den Schulen sollten flächendeckend PCR-Pooltestungen umgesetzt werden. Rasche Booster-Impfungen für die Lehrer und flächendeckende PCR-Pooltestungen unter den Schülern erhöhten für alle die Sicherheit vor Ansteckung. Davon profitierten auch die Eltern. "Unser Ziel ist guter Unterricht, und das am besten in Präsenz. Die Politik hat aber die Verpflichtung, dafür auch die entsprechenden Bedingungen zu schaffen." Der britische Premierminister Boris Johnson hat eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen in England angekündigt. "Es ist zunehmend klar geworden, dass Omikron sich sehr viel schneller ausbreitet als die Delta-Variante", sagte der konservative Regierungschef am Mittwoch bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in der Londoner Downing Street. In Großbritannien wurden Johnson zufolge bisher durch Genom-Sequenzierung bereits 568 Omikron-Fälle bestätigt. Die wahre Zahl sei aber wohl noch viel höher und verdopple sich derzeit wohl alle zwei bis drei Tage, fuhr der Premier fort. Regierungsexperten zufolge könnte Omikron schon in wenigen Wochen für die Mehrheit der Neuinfektionen in Großbritannien verantwortlich sein. Die Maßnahmen sehen unter anderem die Aufforderung zum Arbeiten von zuhause vor, zudem eine Maskenpflicht für Theater und andere Innenräume sowie die Pflicht zum Vorlegen eines Immunitätsnachweises oder eines negativen Testergebnisses beim Einlass zu Großveranstaltungen und Nachtclubs. Die Regelungen sollen im Laufe der kommenden Woche schrittweise in Kraft treten. Eigentlich wollte Johnson eine Rückkehr zu Corona-Maßnahmen nach deren fast vollständiger Aufhebung zum "Freedom Day" am 19. Juli unbedingt vermeiden. Der Tory-Politiker hatte die schrittweisen Lockerungen stets als "vorsichtig, aber unumkehrbar" bezeichnet. Später schuf er sich jedoch mit Plan B eine Hintertür. Kleinere Schritte wie die Wiedereinführung einer Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln hatte die Regierung bereits vollzogen. Gegen schärfere Maßnahmen gab es jedoch in Johnsons Konservativer Partei erheblichen Widerstand. Südafrika verzeichnet fast 20.000 Neuinfektionen, die höchste Zahl seit dem Auftreten von Omikron. Wie viele dieser Fälle auf die neue Variante zurückzuführen sind, ist unklar, da nur ein Bruchteil der Virusproben sequenziert werden. Das Nationale Seucheninstitut NICD meldet zudem 36 weitere Todesfälle. Omikron wurde zuerst in Südafrika nachgewiesen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Medikament Evusheld des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca eine Notfallzulassung erteilt. Das gibt die FDA bekannt. Der Antikörper-Cocktail soll bei Menschen mit erhöhtem Corona-Risiko einen schweren Verlauf verhindern. Angesichts einer neuen Coronavirus-Welle führt Dänemark wieder strengere Beschränkungen ein. Die Weihnachtsferien für Schüler werden verlängert, das Nachtleben eingeschränkt und verstärkt auf Homeoffice gesetzt, wie die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Mittwoch ankündigte. Zuvor hatten die Gesundheitsbehörden einen neuen Tageshöchststand an Neuinfektionen gemeldet. Demnach lag die Zahl der Neuansteckungen am Mittwoch bei über 6.600 Fällen – mehr als 2.000 Fälle über dem bisherigen Höchststand vom Dezember 2020. Die Zahl der Infektionen innerhalb einer Woche erreichte mit mehr als 35.800 Fällen ebenfalls einen neuen Rekordwert. Die Schulferien sollten eigentlich am 17. Dezember beginnen und am 3. Januar enden. Nun werden die Schulen ab dem 15. Dezember bis zum 5. Januar geschlossen sein. "Der Plan ist, keine weitere lange Schließung zu haben", erklärte Frederiksen und sprach von "verlängerten Ferien". Ab Freitag wird bereits das Nachtleben eingeschränkt. Bars und Restaurants müssen um Mitternacht schließen. Danach ist der Verkauf von Alkohol generell verboten. Nachdem die Dänen fast zwei Monate lang ohne Einschränkungen gelebt hatten, wurden im November erst der Gesundheitspass und dann auch wieder das Tragen einer Maske eingeführt. 80 Prozent der Menschen über fünf Jahren sind vollständig geimpft, über eine Million Menschen haben bereits eine Booster-Impfung erhalten. Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck hat zu wenig Entschlossenheit der Politik bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie beklagt. "Es gab bei allen Parteien der demokratischen Mitte offensichtlich eine gewisse Furcht vor dem Verlust von Stimmen bei der Bundestagswahl", kritisierte Gauck in einem Interview mit der "Zeit" (Donnerstagsausgabe). Die Bevölkerung dürfe den Anspruch haben, "klarer und deutlicher geführt zu werden". "Die Politik darf sich nie wohlfühlen in einer Zuschauerrolle, im Sinne von: Wir sehen die Verantwortung, aber es kostet zu viel, sie wirklich zu ergreifen", betonte Gauck. Den politisch Verantwortlichen riet er: "Führungswillen, Risikobereitschaft, Mut beim Regieren würden zwar womöglich zu mehr Gegnerschaft führen, aber auch zu mehr Klarheit." Verschärfte Corona-Einschränkungen für Ungeimpfte kurbeln einer Studie zufolge die Impfbereitschaft an. "Die Ankündigung der 2G-Regel in Österreich am 5. November hat zu einem Anstieg der Impfquote geführt", sagt Andreas Peichl, Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen. Er leitete eine entsprechende Untersuchung in deutsch-österreichischen Grenzregionen. Der darauffolgende Lockdown für Ungeimpfte am 15. November habe den Trend der zunehmenden Impfbereitschaft dagegen nicht wesentlich beeinflusst. Die Ankündigung eines allgemeinen Lockdowns, der seit dem 22. November in Österreich gilt, hat den Trend demnach sogar etwas abgeschwächt. "Gezielte Einschränkungen für Impfverweigerer scheinen daher die Impfbereitschaft stärker zu erhöhen als ein Lockdown für alle", sagte Hannes Winner, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Salzburg und Coautor der Studie. Die Untersuchung erstreckte sich vom 4. Oktober bis 4. Dezember 2021. Zu Beginn des Beobachtungszeitraums lag die Impfquote in den österreichischen Grenzbezirken den Angaben nach bei 61,1 Prozent, während deutsche Landkreise eine Quote von 57,2 Prozent aufwiesen. Am 4. Dezember betrug die Impfquote im österreichischen Grenzgebiet dann 68 Prozent und in deutschen Landkreisen 61 Prozent. Ausgewertet wurden Informationen über Erstimpfungen in 13 deutschen Landkreisen und 16 österreichischen Bezirken entlang der Landesgrenze. In Deutschland haben mittlerweile 15,6 Millionen Menschen eine zusätzliche Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Das entspricht 18,7 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht. Demnach sind allein am Dienstag 833.000 Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Insgesamt gab es am Dienstag 973.000 Impfungen gegen das Virus. Den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben 57,5 Millionen Menschen (69,2 Prozent der Gesamtbevölkerung). Mindestens eine erste Impfung haben 60,0 Millionen Menschen (72,2 Prozent der Gesamtbevölkerung) bekommen. Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es auf der Impfübersicht des RKI. Weiterhin gibt es beim Stand der Impfungen gegen das Coronavirus erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 84,1 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. In dem Bundesland sind mittlerweile 80,8 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Sachsen ist Schlusslicht: Die Quote bei den Erstimpfungen liegt hier bei 61,3 Prozent, vollständig geimpft sind laut RKI 58,6 Prozent. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer bietet einer Studie zufolge offenbar lediglich einen teilweisen Schutz gegen die Coronavirus-Variante Omikron. Die Neutralisierung von Omikron habe im Vergleich zu einem früheren Covid-Stamm "sehr stark abgenommen", erklärte Alex Sigal, Professor am Africa Health Research Institute in Südafrika auf Basis vorläufiger Ergebnisse am Dienstag mit. Das Labor habe Blut von zwölf Personen untersucht, die mit dem Impfstoff geimpft sind, heißt es in der auf der Website des Labors veröffentlichten Studie. Dabei sei ein 41-facher Rückgang der neutralisierenden Antikörper gegen die Omikron-Variante beobachtet worden. Die vorläufigen Daten wurden noch nicht von Fachkollegen geprüft. Biontech-Chef Uğur Şahin geht davon aus, dass die Daten zur Wirksamkeit des Vakzins gegen die Omikron-Variante am Mittwoch oder Donnerstag vorliegen könnten. Es gibt auch noch keine aussagekräftigen Studien darüber, wie sich die Impfstoffe von Moderna, Johnson & Johnson und anderen Arzneimittelherstellern gegen die neue Variante verhalten. Ärzteverbände beklagen, dass nicht genug Impfstoff geliefert wird, um das Ziel von 30 Millionen Impfungen bis Weihnachten zu erreichen. "Inzwischen sind 14 Millionen Menschen in Deutschland geboostert, davon 10 Millionen in den Praxen. Bei diesem Tempo ist das Ziel von 30 Millionen Impfungen bis Weihnachten nicht völlig unrealistisch", sagt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen durch die Politik." Der Impffortschritt werde aber "immer noch" durch die Politik ausgebremst. Für die Impfungen in dieser Woche hätten Vertrags- und Betriebsärzte sowie der Öffentliche Gesundheitsdienst bereits unter der Vorgabe von Höchstbestellmengen zusammen rund 6,5 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffes geordert. "Geliefert werden wohl aber nur 2,9 Millionen Dosen und damit weniger als die Hälfte." Ein Experte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält es für "höchst unwahrscheinlich", dass die neue Omikron-Variante des Coronavirus den Schutz von Impfstoffen komplett aushebeln könnte. "Wir haben hochwirksame Impfstoffe, die sich bisher gegen alle Varianten als wirksam erwiesen haben, was schwere Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte angeht", sagte der Leiter der WHO-Notfallabteilung, Michael Ryan. "Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass dies bei Omikron nicht der Fall sein könnte". Der irische Arzt bestätigte auch frühere Experteneinschätzungen, wonach eine Ansteckung mit der neuen Variante weniger schwere Symptome hervorrufen könnte. "Das allgemeine Verhalten, das wir bisher beobachten, zeigt keine Zunahme des Schweregrads", sagte er. Ryan betonte jedoch, dass die Analyse der neuen Variante noch "ganz am Anfang" stehe. "Die beste Waffe, die wir derzeit haben, ist die Impfung." Der Städte- und Gemeindebund fordert von der neuen Bundesregierung mehr Weitsicht. "Nachdem der Corona-Start verstolpert wurde, brauchen wir eine langfristige Strategie", sagt Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Regierung solle in den Blick nehmen, dass ab März oder April die vierten Impfungen anstehen könnten. Ebenso müsse eine Impfpflicht konsequent umgesetzt werden. Zugleich verlangt Landsberg neue Finanzhilfen für die Kommunen. "Das Jahr 2021 werden die Städte und Gemeinden mit einem Defizit von über neun Milliarden Euro abschließen, für 2022 muss ein weiteres Defizit von über zehn Milliarden Euro befürchtet werden." Die Ampelkoalition müsse sich klar zu finanziellen Hilfen und einem weiteren kommunalen Rettungsschirm bekennen. Trotz verhältnismäßig niedriger Corona-Zahlen rüstet sich Schweden mit einem neuen Maßnahmenplan für eine Zeit mit angespannterer Lage im Gesundheitswesen. Bereits ab Mittwoch sollten Reisende in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sagte Gesundheitsministerin Lena Hallengren am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Arbeitgeber sollten ihren Angestellten zudem ermöglichen, aus dem Homeoffice zu arbeiten, Erwachsene im öffentlichen Raum Abstand zueinander halten und Gaststätten Gedränge vermeiden. Der Einsatz des vor einer Woche eingeführten Corona-Impfnachweises soll zeitnah etwa auf Restaurants und Fitnessstudios ausgeweitet werden, wie Hallengren ankündigte. Wenn sich die Infektionslage und die Belastung des Gesundheitswesens dennoch weiter verschlechterten, könnten in zwei Schritten weitere Maßnahmen folgen. Am wichtigsten sei aber nach wie vor, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, unterstrich die Ministerin ebenso wie die neue Regierungschefin Magdalena Andersson an ihrer Seite. Schweden hat seit Beginn der Pandemie auf einen Sonderweg mit vergleichsweise lockeren Corona-Maßnahmen gesetzt. In dem Zuge hatte das Land im Vergleich zum Rest Skandinaviens und auch zu Deutschland lange Zeit mit sehr hohen Corona-Zahlen zu kämpfen. Derzeit sind diese Zahlen in dem skandinavischen Land jedoch niedriger als in den meisten anderen Ländern der EU. Die Zahl der Neuinfektionen steige zwar auch in Schweden, liege aber nach wie vor auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau, sagte Andersson. In den gegenwärtigen Protesten gegen die Corona-Politik in Deutschland sehen Experten eine gewisse Dynamik. Es gebe offenkundig eine große Wut rund um das Thema Corona-Maßnahmen, G2-Regeln und Impfen, die an die Oberfläche gelange, sagte David Begrich vom Verein Miteinander, einem Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt, am Dienstag. Diese werde möglicherweise zunehmen. Er könne sich vorstellen, dass die Proteste weitergehen werden. Widerstand lasse sich nicht verbieten. Zugleich gelte es die Lage genau zu analysieren und Menschen nicht pauschal zu verurteilen. Aus sozialwissenschaftlicher Sicht handele es sich um einen sogenannten Plattformprotest. "Das heißt, Leute stellen eine Plattform zur Verfügung, die von einer anderen Gruppe genutzt wird, ohne dass sie selbst organisiert", erklärte er. Es bestehe die Gefahr, dass Rechtsextremisten die Plattform bieten und Menschen dann diese Plattform nutzen, um ihrer Meinung Luft zu machen. Daher müsse sich Jeder die Frage stellen: "Mit wem gehe ich da gemeinsam auf die Straße?", sagte Begrich. In Sachsen-Anhalt hatten sich am Montagabend in mehreren Städten Menschen zu teils nicht angemeldeten Versammlungen in der Öffentlichkeit getroffen und gegen die Corona-Politik protestiert. In Halberstadt (Landkreis Harz) waren es laut Begrich rund 1.500 bis 1.800 Menschen. Die Mehrzahl seien aus seiner Sicht "ganz normale Bürger" gewesen, die auf die Straße der Kleinstadt gegangen seien. "Aber diejenigen, die das Heft des Handelns in der Hand hatten, das waren Leute aus der rechtsextremen Szene", sagte Begrich. Der Theologe engagiert sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus und analysiert die Gefahren für die Demokratie und das gesellschaftliche Miteinander. In Wien wird das öffentliche Leben nach dem dreiwöchigen Lockdown schrittweise wieder hochgefahren. Der Handel, körpernahe Dienstleister, Weihnachtsmärkte sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen dürfen ab Sonntag wieder öffnen, sagt Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Die Gastronomie und Hotels müssen hingegen bis 20. Dezember noch geschlossen bleiben. Zutritt erhalten dann nur Geimpfte und Genesene. Für Ungeimpfte werden die Ausgangsbeschränkungen weiterhin bestehen. Damit zeichnen sich regionale Unterschiede bei der Öffnung ab. Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) will am generellen Lockdown-Ende ab Sonntag festhalten, räumt den Bundesländern aber die Möglichkeit ein, strengere Maßnahmen zu ergreifen. Die Zahl der Todesopfer nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Rudolstadt in Thüringen hat sich auf 27 erhöht. In dem Heim mit ehemals 141 Bewohnern gebe es aktuell zudem noch bei sechs Bewohnern positive Corona-Tests, teilte das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt mit. In den letzten Tagen gab es immer wieder Nachmeldungen: So hatte das Landratsamt am Freitag zuletzt 18 Todesfälle gemeldet. Insgesamt sei rund ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner nicht geimpft, hatte die Behörde vergangene Woche mitgeteilt. Von den 18 gemeldeten Todesopfern vom Freitag habe bei 14 kein vollständiger Impfschutz bestanden. Bei den neu dazugekommenen Fällen konnte ein Sprecher am Dienstag keine Aussagen über den Impfstatus treffen. Bei Corona-Tests sieht Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil vereinzelt Liefermängel. Dies gelte in ganz Deutschland, sagte der SPD-Politiker am Dienstag im Landtag. Nach Aussagen des Bundes und der Industrie fahren die Unternehmen ihre Produktion jedoch hoch und sind lieferfähig. Niedersachsen bestellt laut Weil rund sechs Millionen Tests pro Woche. Die Zahl der Corona-Teststellen im Bundesland wachse täglich. Für viele Bereiche des öffentlichen Lebens sind zusätzlich zu einer Corona-Schutzimpfung oder Genesung von einer Covid-Infektion Tests notwendig, etwa für den Besuch eines Restaurants. Wer eine Auffrischungsimpfung erhalten hat, benötigt allerdings keinen negativen Test. Der scheidende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die die Debatte über eine allgemeine Impfpflicht in Europa als wichtig bezeichnet. Er sagte am Dienstag bei seinem letzten Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel, die Entscheidung für oder gegen eine Impfung sei keine persönliche, sondern entscheide mit darüber, wann Europa aus der Pandemie herauskomme. In Berlin wollte der Bundestag über eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal beraten. "Es ist eine Debatte, die geführt werden muss", sagte Spahn in Brüssel weiter. Er persönlich sei zwar skeptisch, was eine allgemeine Impfpflicht angehe. Die "zu große Zahl von Ungeimpften" könne aber in allen EU-Ländern zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen. Er plädiere daher für eine Ausweitung der 2G-Regeln – also einen Zugang nur für Geimpfte und Genesene – etwa für Restaurants oder den öffentlichen Nahverkehr. "Das hat nichts zu tun mit Impfmobbing", betonte Spahn. Die Omikron-Variante des Coronavirus wird nach Ansicht eines Experten in Großbritannien innerhalb von Wochen dominant werden. Das sagte Jeffrey Barrett vom Wellcome-Sanger-Institut im BBC-Radio am Dienstag. "Ich denke, wir können jetzt sagen, dass die Variante sich im Vereinigten Königreich schneller ausbreitet als die Delta-Variante und das war bis vor sehr kurzer Zeit nicht klar", sagte Barrett und fügte hinzu: "Ich bin ziemlich sicher, dass sie wahrscheinlich innerhalb von Wochen dominant werden wird." Der britischen Regierung zufolge wurden in dem Land 336 Omikron-Fälle registriert. Keiner der Betroffenen müsse bislang im Krankenhaus behandelt werden, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Montagabend im Parlament. Die Zahl der Infektionen in Großbritannien nahm zuletzt wieder zu. Sie liegt ohnehin seit Juli auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 469 angegeben (Stand 1. Dezember). Krankenhauseinweisungen und Todesfälle waren zuletzt verhältnismäßig stabil mit etwa 800 Todesfällen und ungefähr 5.300 Krankenhauseinweisungen binnen sieben Tagen. Die Regierung in London führte als Reaktion auf das Auftauchen der Omikron-Variante wieder eine Maskenpflicht in Läden und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie schärfere Einreisebeschränkungen ein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dazu aufgerufen, eine Corona-Impfpflicht nur als letztes Mittel im Kampf gegen die Pandemie in Betracht zu ziehen. Vorschriften zu einer Impfpflicht "sind ein absolut letztes Mittel und nur anzuwenden, wenn alle anderen machbaren Optionen zur Verbesserung der Impfaktivität ausgeschöpft wurden", sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, am Dienstag in Kopenhagen. Auch in Deutschland wird derzeit angesichts einer heftigen vierten Corona-Welle über eine allgemeine Impfpflicht diskutiert. Der Lockdown in Österreich wird nach den Worten von Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) wie geplant beendet. Es gehe nur noch um die Umstände, unter denen Lokale und Handel wieder öffnen dürften, sagte Nehammer am Dienstag in Wien. Die Details zu Vorsichtsmaßnahmen, Restriktionen und etwaigen regional schärferen Maßnahmen sollen am Mittwoch bei einem Bund-Länder-Gipfel beraten werden, so der Regierungschef weiter. Zu Beginn des Lockdowns am 22. November war das Ende für den 13. Dezember angekündigt worden. Für Ungeimpfte würden die aktuellen Ausgangsbeschränkungen aber weiter gelten, bekräftigte Nehammer. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist jüngst deutlich zurückgegangen. Die Sieben-Tage-Inzidenz halbierte sich im Lockdown fast von mehr als 1.000 auf nun rund 600 Fälle pro 100.000 Einwohner. Die Lage in den Kliniken ist angespannt, aber stabil. Der designierte SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat sich "sehr glücklich" über die Entscheidung des künftigen Bundeskanzlers Olaf Scholz gezeigt, Karl Lauterbach (SPD) zum Bundesgesundheitsminister zu machen. In der ntv-Talkshow "#beisenherz" sagte Kühnert über Lauterbach: "Er gibt vielen Menschen Halt in dieser Pandemie." Das Gesundheitsministerium zu übernehmen, sei viel mehr als nur Pandemiebekämpfung. "Er kennt sich auch mit den anderen Teilen der Gesundheitspolitik lang und gut aus. Er wird vielen jetzt zeigen, dass sie mit ihrer Beschreibung seiner Person als Kassandra nicht richtig gelegen haben", so Kühnert. Der Sozialverband VdK hat vom designierten Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine bessere Organisation der Auffrischungsimpfungen in Deutschland gefordert. "Wir brauchen endlich ein bundeseinheitliches Verfahren", sagte die VdK-Präsidentin Verena Bentele den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "In einigen Bundesländern warten ältere Menschen und Risikopatienten vergeblich auf Termine und kommen telefonisch bei Ärzten oder Zentren nicht durch." Vielerorts hake es bei der Impfstofflieferung, kritisierte sie weiter. "Es ist erschreckend, dass es nach fast zwei Jahren Pandemie noch immer keine zentrale Information, Koordination und Steuerung gibt. Das muss nun schleunigst geändert werden." Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes äußerte den Wunsch, "dass der neue Minister jetzt sehr schnell alle nötigen Maßnahmen für eine Ausweitung der Impfungen voranbringt". "Das ist im Moment das Wichtigste", sagte die Vorsitzende Ute Teichert den Funke-Zeitungen. "Ansonsten läuft uns die Pandemie davon." Man könne gern über eine Impfpflicht reden. "Aber davor muss sichergestellt sein, dass wir dieses Vorhaben logistisch überhaupt stemmen können." Perspektivisch forderte Teichert eine Weiterentwicklung des öffentlichen Gesundheitsdienstes für die Zeit nach der Pandemie. "Corona hat gezeigt, dass es hier viel zu tun gibt", sagte sie. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, rief unterdessen zu einem kritischen Umgang mit Lobby-Gruppen der Gesundheits- und Pflegebranche auf. Lauterbachs größte Herausforderung werde sein, sich trotz der erforderlichen Zusammenarbeit seine Unabhängigkeit zu bewahren. Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner spricht sich für eine allgemeine Impfpflicht aus. "Ich persönlich habe meine Meinung geändert, und ich würde für eine allgemeine Impfpflicht stimmen, wenn es im Deutschen Bundestag zur Abstimmung käme", sagt Kellner bei RTL/ntv-Frühstart. Bei Veränderungen der Lage – in diesem Falle das Virus – gehöre es zu einer verantwortlichen Politik, eigene Meinungen und Positionen zu hinterfragen. "Wir haben gesehen, dass das Festhalten an Positionen auch nicht weiterführt." Die Tierärzte haben angesichts ihrer geplanten Einbindung in die Corona-Impfkampagne eine rechtliche Absicherung gefordert. "Wenn wir künftig auch impfen sollen, tun wir das im Rahmen der Möglichkeiten gerne als Beitrag für die Corona-Bekämpfung", sagte der Präsident des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte, Siegfried Moder, der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe). "Mich verwundert aber, dass bislang niemand auf uns zugekommen ist." Bevor Tierärzte impfen könnten, müssten zahlreiche Fragen geklärt werden, erklärte der Verbandschef. "Das reicht über die Haftung, die Bestellung von Impfstoffen, die räumlichen Voraussetzungen bis hin zur Vergütung." Am schnellsten könnten Tierärzte Moder zufolge in Impfzentren oder mobilen Impfteams mithelfen. Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha hat den Bund in einem Brief um mehr Corona-Impfstoff gebeten. Nachrichten über Impfstoffkürzungen beider mRNA-Impfstoffe erreichten sein Ministerium jeden Tag, schreibt der Grünen-Politiker an den geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), den designierten Kanzler Olaf Scholz (SPD) und den Leiter des künftigen Corona-Krisenstabs des Bundes, General Carsten Breuer. Lucha forderte in seinem Schreiben deshalb vom Bund bis Weihnachten wöchentlich zusätzlich eine Million Impfdosen. Wesentlich dabei sei, dass hier auch ein erheblicher Anteil des Impfstoffs von Biontech/Pfizer enthalten sei, schrieb Lucha. Denn dies sei aktuell der einzige Impfstoff, der für unter 30-Jährige empfohlen sei. "Gerade in dieser Altersgruppe besteht aber noch Aufholbedarf", so der Minister. Zunächst hatte der SWR über den Brief berichtet. Die Corona-Inzidenz bewegt sich in Nordrhein-Westfalen knapp unterhalb der Marke von 300. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag laut Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag im bevölkerungsreichsten Bundesland bei 297,0. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vortag von 290,3. Vor einer Woche lag der Wert bei 285,9. Die Situation ist damit weiterhin nicht so dramatisch wie in einigen anderen Bundesländern. Die bundesweite Inzidenz beträgt 432,2. Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter in NRW dem RKI 7.592 Neuinfektionen. Das sind 445 weniger als vor einer Woche. Besonders hoch ist die Inzidenz weiterhin im Oberbergischen Kreis mit 446,1. In Köln entspannte sich die Lage nach einem steilen Anstieg erneut etwas. Die Inzidenz in der größten Stadt des Bundeslandes ging weiter leicht zurück auf 403,7 nach 415,2 am Vortag und 459 am Samstag. Bilder von großen Ansammlungen feiernder Karnevalisten am 11.11. in Köln hatten wegen der Ansteckungsgefahr für Kritik gesorgt. Reisende nach Großbritannien müssen von diesem Dienstag (5.00 Uhr MEZ) an einen negativen Corona-Test vorweisen, bevor sie ins Land kommen. Die Regelung gilt für alle Erwachsenen sowie Kinder und Jugendliche ab einem Alter von zwölf Jahren. Der PCR- oder Antigen-Test darf nicht älter als 48 Stunden sein. Mit der Maßnahme soll die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus verlangsamt werden, wie das britische Gesundheitsministerium mitteilte. Zuvor hatte die Regierung bereits einen PCR-Test nach Ankunft für alle Reisenden zur Pflicht gemacht. Bis zum Erhalt eines negativen Ergebnisses gilt eine Quarantänepflicht. Die Regierung in London hat zudem für Ankommende aus mehreren afrikanischen Ländern, darunter Südafrika und Nigeria, eine Pflicht zur zehntägigen Hotelquarantäne auf eigene Kosten verhängt. Die Deutsche Bahn führt einem Medienbericht zufolge ab Mittwoch stichprobenartige Kontrollen von 3G-Nachweisen im Nahverkehr ein. Fahrgäste ohne Beleg für Test, Impfung oder Genesung (3G) sollen "diskret und höflich" gebeten werden, am nächsten Knotenbahnhof auszusteigen, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland vorab unter Berufung auf eine interne Dienstanweisung der DB Regio. Bei Weigerungen solle die Bundespolizei hinzugezogen werden. In den Niederlanden leistet die Armee wegen der steigenden Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus erneut Unterstützung beim Ausbau der Krankenhauskapazitäten. "Das Militär versucht, die niederländischen Krankenhäuser zu unterstützen, um sicherzustellen, dass kein Krankenhaus Patienten ablehnen muss", sagte der Militärvertreter Martin van Dijk am Montag. Als Einsatzleiter koordiniert er den Aufbau einer zusätzlichen Corona-Station im Krankenhaus Utrecht. Die Corona-Station könne dank 50 Militärangehöriger mit medizinischer Ausbildung betrieben werden, sagte van Dijk. "Was wir hier versuchen, ist, die Zahl der verfügbaren Betten für Covid-Patienten zu erhöhen." Es gehe darum, das Gesundheitssystem der ganzen Region zu entlasten. Das niederländische Militär war bereits von Oktober 2020 bis Juni wegen der Pandemie in Krankenhäusern zum Einsatz gekommen. In Spanien sind 68 Mitarbeiter einer Intensivstation nach einer Weihnachtsfeier positiv getestet worden. Pflegepersonal und Ärzte des Universitäts-Regionalkrankenhauses in Malaga hätten am 1. Dezember an der Party mit insgesamt 173 Personen teilgenommen, teilte die Regionalregierung von Andalusien mit. Alle Erkrankten waren den Angaben zufolge vor der Feier getestet oder drei Mal geimpft. Möglicherweise sei die Ansteckung auch bei einem großen Essen für die Krankenhausmitarbeiter erfolgt. Die Infizierten weisen den Angaben zufolge leichte Symptome auf. Der designierte SPD-Chef Lars Klingbeil hat sich für ein überparteiliches Bündnis beim Kampf gegen Corona ausgesprochen. "Es darf da keine Farbspiele geben. Sondern es muss überparteilich ein Bündnis geben, das den Schutz der Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt stellt", sagte Klingbeil am Montagabend in den ARD-"Tagesthemen". "Wir wissen, dass wir als Ampel-Regierung jetzt vor ganz schwierigen Wochen, vor schwierigen Monaten stehen." Der Schutz der Bürgerinnen und Bürger stehe an oberster Stelle. Klar sei aber auch, dass es dafür eine gute Debatte in der Ampelkoalition geben müsse und "eine gute Diskussion" mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten. Auf eine Frage zu potenziellen Konflikten zwischen dem designierten Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und dem Koalitionspartner FDP verwies Klingbeil zudem darauf, dass die Ampel die Reform des Infektionsschutzgesetzes mit Lauterbach erarbeitet habe. Er sei sicher, "dass wir einen gemeinsamen Weg dann auch mit dem Gesundheitsminister Karl Lauterbach in der Ampel finden werden". SPD, Grüne und FDP wollen an diesem Dienstag ihren Koalitionsvertrag unterzeichnen, am Mittwoch soll Olaf Scholz (SPD) zum Bundeskanzler gewählt werden. Angesprochen darauf, dass die Ampel-Parteien gegenüber ihren ursprünglichen Plänen zum Infektionsschutzgesetz schon nachschärfen mussten, sagte Klingbeil: "Ja, aber da sage ich ihnen auch: Da darf es keinen falschen Stolz geben, und da darf es kein parteipolitisches Denken geben. Sondern wir müssen das tun, was notwendig ist, um schwierige Wochen, die jetzt vor uns liegen, um die zu meistern." Klingbeil ist bislang SPD-Generalsekretär und soll am kommenden Wochenende von einem Parteitag zum Co-Parteichef gewählt werden. Corona-Patienten sollten laut der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht mit Immunplasma von Genesenen behandelt werden. Eine Expertengruppe der WHO rät von solchen Transfusionen ab, wie sie in der Fachzeitschrift "BMJ" schreibt. Nach derzeitiger Studienlage hätten Covid-19-Patientinnen und -Patienten weder eine bessere Überlebenschance noch senke eine Transfusion mit Plasma das Risiko, dass sie beatmet werden müssen, heißt es in dem Artikel. Die Experten hätten 16 Studien mit insgesamt mehr als 16.000 Patienten begutachtet. In besonders schweren Fällen sei die Studienlage noch unsicher, deshalb sprechen sich die Experten nicht gegen weitere Studien bei solchen Patienten mit Plasma aus. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die AfD für die Zuspitzung der Corona-Pandemie im Freistaat mitverantwortlich gemacht. "Sie tragen eine große Verantwortung dafür, wie das derzeit in diesem Land ist", sagte er am Montag in einer Rede zur Feststellung der epidemischen Lage in Sachsen. Dabei ging er auch auf das Schicksal des AfD-Landtagsabgeordneten Ivo Teichmann ein, der am Wochenende seine schwere Covid-19-Erkrankung öffentlich gemacht hatte. Kretschmer zollte ihm dafür Respekt und wünschte baldige Genesung. Doch während Teichmann im Krankenhaus liege, habe die AfD zur gleichen Zeit etwa in Pirna für eine Demonstration gegen das Impfen und eine angebliche "Corona-Diktatur" mobilisiert, sagte Kretschmer. Das Verhalten der Partei habe einen großen Schaden provoziert. "Natürlich macht es etwas mit einer Gesellschaft, wenn eine politische Kraft, die in einem Parlament sitzt mit Abgeordneten, ständig wissenschaftliche Fakten, wissenschaftliche Notwendigkeiten leugnet (.). Das hat nichts, gar nichts mit Oppositionsarbeit zu tun. Das ist billiger Populismus." AfD-Partei- und Fraktionschef Jörg Urban warf der Regierung in seiner Reaktion unter anderem "Machtmissbrauch" und ein Kaputtsparen des Gesundheitswesens in Sachsen vor. "Wir hätten heute keine epidemische Notlage, wenn wir nicht eine Notlage des Gesundheitswesens hätten." Seit eineinhalb Jahren täusche der Ministerpräsident die Bürger über die Dauer und die Tiefe der Grundrechtseingriffe. "Ihre Versprechen halten meist nur ein paar Monate oder Wochen", sagte Urban an die Adresse Kretschmers. Die Regierung habe Vertrauen verspielt. Die EU-Gesundheitsminister werden nach Insider-Angaben wohl keine Entscheidung über eine Lockerung der Beschränkungen für Einreisen aus dem südlichen Afrika treffen. Das sagen drei mit den Vorgängern vertraute Personen Reuters und widersprechen damit einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Das Reiseverbot war schon immer als zeitlich begrenzte Maßnahme gedacht, erklärt ein hochrangiger EU-Beamter. Im Moment gebe es keinen Plan, das Verbot aufzuheben. Zwei weitere Personen bekräftigen, dass keine Entscheidung über Reiseeinschränkungen zu erwarten sei. Sachsens Landtag hat am Montag die epidemische Lage im Freistaat festgestellt und so die rechtliche Grundlage für eigene Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie geschaffen. Allerdings braucht es dafür auch die Mitwirkung des Bundes. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) räumte ein, dass man erst noch die neue Gesetzeslage auf Bundesebene abwarten müsse, die neue Koalition in Berlin arbeite jedoch mit Hochdruck daran. Er habe in dieser Frage ein großes Zutrauen zum neuen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Auf Antrag der AfD fand die Abstimmung namentlich statt. Bis auf die AfD-Abgeordneten stimmten alle mit Ja. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA gibt grünes Licht für den Einsatz des Roche-Medikaments RoActemra zur Behandlung von schweren Covid-19-Erkrankungen bei Erwachsenen. Das Mittel kann demnach bei Patienten eingesetzt werden, die unter anderem zusätzlichen Sauerstoff oder Beatmung benötigen. Das Roche-Medikament ist in der EU bereits für die Behandlung von Entzündungskrankheiten wie rheumatoide Arthritis zugelassen. In einer Studie hatte der Wirkstoff das Sterberisiko bei schweren Covid-Erkrankungen gesenkt, die Genesungszeit verkürzt und den Bedarf an Beatmungsgeräten verringert. Die EU-Gesundheitsminister beraten einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge über die mögliche Lockerung der Beschränkungen für Einreisen aus dem südlichen Afrika. Die Minister wollen unter anderem über die Einführung einer PCR-Testpflicht für geimpfte Drittstaatsangehörige aus dieser Region diskutieren, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf einen mit der Angelegenheit vertrauten Diplomaten. Damit könnten einige Reiseverbote innerhalb einer Woche gelockert oder aufgehoben werden. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat eindringlich zur Einhaltung der Coronaregeln an Weihnachten auch im privaten Raum appelliert. "Ich fordere alle Menschen auf, sich an die Regeln zu halten", sagte er am Montag beim Besuch eines Impfzentrums in Düsseldorf. "Man muss nicht immer ausreizen, ob nun wirklich kontrolliert wird – das tun wir im Straßenverkehr ja auch nicht", fügte er hinzu. Solange es keinen Anlass gibt, zu glauben, dass "außergewöhnliche Dinge stattfinden", seien Privatwohnungen ein grundrechtlich besonders geschützter Raum. Diesen Raum wolle der Staat auch weiter schützen, sagte Wüst zur Frage nach Corona-Kontrollen unterm Weihnachtsbaum. Was Bund und Länder bisher an Coronamaßnahmen verabredeten, lasse Familienfeiern im kleinen Raum unter Einschränkungen zu. "Ich finde, das sollte man dann auch machen", sagte Wüst. In der Frage nach etwaigen weiteren Verschärfungen nach den Feiertagen auch für Geimpfte und Genesene legte sich der Ministerpräsident zunächst nicht fest. Es müsse beobachtet werden, wie die Menschen auf die beschlossenen Maßnahmen reagierten, "bevor man das Schräubchen immer, immer weiter dreht", sagte Wüst. Die Entwicklung der Infektionszahlen in Hochinzidenzgebieten lasse darauf hoffen, dass die Zahlen "irgendwann" deutlich sinken. In den bayerischen Landkreisen Traunstein, Berchtesgardener Land, Passau und in der Stadt Rosenheim können die strengen Corona-Hotspot-Regelungen aufgehoben werden. Das berichtet der "BR". Demnach liegen die Inzidenzen seit fünf Tagen wieder unter 1.000. Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen dürfen nun nach Angaben der Landratsämter wieder öffnen, wenn die 2G-plus-Regel eingehalten wird. In Restaurants und Hotel reiche hingegen der 2G-Nachweis. Die Stadt Rosenheim habe das noch nicht verkündet. In Thailand ist der erste Fall der Omikron-Variante nachgewiesen worden. Bei der infizierten Person handele es sich um einen amerikanischen Staatsbürger, der vor knapp einer Woche aus Spanien in das südostasiatische Urlaubsland eingereist sei, teilte das Gesundheitsministerium in Bangkok am Montag mit. Zwei Tests am 30. November und am 3. Dezember hätten ergeben, dass es sich mit 99-prozentiger Sicherheit um die Omikron-Virusvariante handele, so die Behörden. Das Land hat seine Grenzen Anfang November wieder für Touristen aus Dutzenden Ländern geöffnet, darunter auch Deutschland. Die Angst vor einer Ausbreitung der neuen Variante ist deshalb groß. Drei von vier Deutschen begrüßen einer Umfrage zufolge die jüngst beschlossenen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte in der Corona-Pandemie. In der repräsentativen Befragung des Instituts Civey für die "Augsburger Allgemeine" gaben 74 Prozent an, sie hielten die Kontaktbeschränkungen für richtig. 23 Prozent lehnten die Maßnahmen ab. 3 Prozent der Befragten zeigten sich unentschieden. Hinter der neuen Regelung stehen laut Umfrage die Anhänger fast aller größeren deutschen Parteien. Nur die Wähler der AfD sprechen sich mit 77 Prozent mehrheitlich gegen die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte aus. Am größten ist die Zustimmung für die Maßnahme bei denen, die den Grünen (90 Prozent), der SPD (89 Prozent) und der Union (87 Prozent) nahestehen. Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) will bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz über weitere Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte für die Zeit nach Weihnachten sprechen. "Klar ist, dass es über Weihnachten zahlreiche Familienkontakte geben wird. Die werden nach aller Erfahrung auch wieder für eine Reihe von Ansteckungen sorgen. Es ist also eine Überlegung wert, ob man die damit verbundene Infektionsdynamik nicht durch eine begrenzte Auszeit abmildern sollte", sagt Weil der Zeitung "Welt". Am Ende müsse man die Entscheidung von der Entwicklung des Infektionsgeschehens und der Lage auf den Intensivstationen abhängig machen. Nach dem Fackelaufmarsch vor dem Privathaus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat Landesinnenminister Roland Wöller ein rigoroses Vorgehen bei Verstößen gegen Corona-Regeln gefordert. Der Aufmarsch von Kritikern der Corona-Politik sei "ein Angriff auf die Demokratie" gewesen und erfordere "ein klares Signal des Rechtsstaats", sagte der CDU-Politiker "Bild". "Ich fordere schnelle Prozesse, um Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen sofort und rigoros zu ahnden! So was darf nicht erst Wochen später passieren." Wöller forderte zudem eine Änderung der Bundesgesetze, um gegen Hass-Posts in Sozialen Netzen wie Telegram vorgehen zu können, die "längst keine harmlosen Messenger-Dienste mehr sind, sondern Plattformen für Hass und Hetze". In Italien müssen sich die Menschen ab dem heutigen Montag auf strengere Corona-Richtlinien einstellen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte Ende November die Einführung von 2G-Regeln für bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens beschlossen. Demnach dürfen nur noch Geimpfte und Genesene zum Beispiel innen in Restaurants essen gehen, ins Kino, in Diskotheken feiern und zu Fußballspielen ins Stadion gehen. Die Regeln sollen zunächst bis zum 15. Januar gelten. Eine weitere Neuerung ist die Ausweitung der 3G-Regel auf den öffentlichen Nahverkehr und Hotels. Bislang mussten Reisende zum Beispiel im Fernbahnverkehr nachweislich gegen Covid-19 geimpft, von der Krankheit genesen oder negativ auf das Coronavirus getestet sein. Ab Montag ist dieser Nachweis – in Italien wird er "Green Pass" (Grüner Pass) genannt – auch für U-Bahnen, Busse und Züge im Nahverkehr vorgeschrieben. Das Zertifikat ist ein digitaler oder ausdruckbarer QR-Code, der per Smartphone-App gescannt und so kontrolliert werden kann. In Italien funktioniert auch der deutsche Code. Wer in den Skiurlaub nach Italien fährt, braucht zwar keinen Grünen Pass, um die Piste runterzufahren, jedoch gilt in geschlossenen Liften und Gondeln die 3G-Regel und in den Hütten 2G. Von den Regelungen ausgenommen sind Kinder unter zwölf Jahren, da sie noch nicht geimpft werden könnten. Das soll nach den Plänen der Regierung ab dem 16. Dezember möglich sein. Der Apothekerverband Nordrhein rechnet noch über Wochen mit Engpässen bei Corona-Schnelltests. "Corona-Tests sind oft knapp. Ein Ende der Lieferengpässe ist noch nicht abzusehen", sagt Verbandschef Thomas Preis der Zeitung" Rheinische Post". "Aktuell steigen die Zahlen in den Teststellen wöchentlich um zehn Prozent an. Der Dezember wird der Monat mit den meisten Bürgertests werden." Auch der Verkauf von Selbsttests lege weiter zu. Zugleich gäbe es Angebotsprobleme: Die Frachtmöglichkeiten aus Fernost seien begrenzt, die Freigabe am Zoll dauere lang. "Bisher waren viele Tests als Sonderzulassung im Verkauf. Diese Sonderzulassungen werden nicht mehr verlängert. Das sorgt auch für weitere Engpässe." CDU-Politiker Wolfgang Schäuble (79) hat sich für eine Corona-Impfpflicht ausgesprochen. "Wenn es nicht alle freiwillig tun, brauchen wir eine gesetzliche Regelung", sagte der ehemalige Bundestagspräsident am Sonntagabend in der RTL-Jahresshow "2021! Menschen, Bilder, Emotionen". "Und wenn sich Einzelne dann immer noch nicht daran halten, ist das so. So ist das bei Gesetzen." Das heiße aber nicht, dass ein Gesetz nicht grundsätzlich sinnvoll sei. Mit der Impfung sei es doch "ganz einfach", sagte Schäuble im Gespräch mit Moderator Günther Jauch (65). Sie könne Menschen schützen und die Situation in den Krankenhäusern verbessern. In den vergangenen Monaten hatte sich der 79-Jährige immer wieder für die Corona-Impfung ausgesprochen und insbesondere die "Querdenker"-Szene in Interviews scharf angegriffen. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hat sich angesichts der jüngsten Corona-Proteste in Thüringen, aber auch in Sachsen, besorgt gezeigt. "Das ist grundsätzlich besorgniserregend", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Proteste würden "teilweise von Rechtsextremisten organisiert", die zuweilen regelrecht "euphorisch" seien. Dabei sei es "nicht völlig unerklärlich", dass wegen der neuen 2G- und 3G-Regeln wohl vor allem Ungeimpfte an den Märschen teilnähmen. "Sie werden jetzt merken, dass das Leben erhebliche Erschwernisse mit sich bringt." Man könne Proteste, bei denen keine Masken getragen und Mindestabstände nicht eingehalten würden, nicht einfach nur begleiten. "Das ist mir zu defensiv." Man müsse aber auch aufpassen, dass es nicht zu einer Eskalation der Gewalt komme. Auf jeden Fall müssten Teilnehmer mit finanziellen Konsequenzen rechnen. So würden für das Nicht-Tragen von Masken 60 Euro fällig und für den Verzicht auf den Mindestabstand 100 Euro. Wer als Organisator derartiger Proteste in Erscheinung trete, für den könnten mehrere Tausend Euro Strafe folgen. Die Polizei hat eine illegale Musik- und Tanzparty in Neubrandenburg aufgelöst. Wie ein Polizeisprecher der Stadt sagte, hatten sich in der Nacht zu Sonntag etwa 75 Frauen und Männer in einer Baracke auf einem ehemaligen Gewerbegelände in der Ihlenfelder Vorstadt versammelt. Ein Zeuge hatte die Beamten wegen des Lärms gerufen. An der Mecklenburgischen Seenplatte sind gegenwärtig derartige Freizeitveranstaltungen wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen untersagt. Der Veranstalter musste dem Polizeisprecher zufolge alles wieder abbauen und hat sich nun wegen Verstoßes gegen die Corona-Landesverordnung zu verantworten. Von allen Gästen seien die Personalien erfasst worden, da sie vom zuständigen Ordnungsamt ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden sollen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verteidigt die verschärften Maßnahmen im Kampf gegen Corona. Es sei in der vergangenen Woche gelungen, die Inzidenz in Bayern zu senken, sagt der CSU-Politiker in der ARD-Sendung "Anne Will". Geholfen hätten vor allem Kontaktreduktionen wie das Schließen von Bars, Discos und Weihnachtsmärkten sowie Geisterspiele beim Sport. Söder räumt aber mit Blick auf die Eingriffe ein: "Kontaktbeschränkungen sind das Schwerste." Der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle erklärt, die aktuellen Kontaktbeschränkungen dürften ausreichen. Sollte sich dies ändern, müsse man nachbessern. Zum jetzigen Zeitpunkt werde es mit der Ampelkoalition aber keinen absoluten Lockdown geben. Man werde versuchen, dies mit allen Mitteln zu vermeiden. Erste Erkenntnisse zur neuen Omikron-Variante des Coronavirus deuten nach Einschätzung des US-Experten Anthony Fauci nicht auf schwerere Krankheitsverläufe hin. Die neue Variante breite sich in Südafrika schnell aus, sagte der oberste Corona-Berater von Präsident Joe Biden am Sonntag im Fernsehsender CNN. Die Variante habe einen "Übertragungsvorteil". Nach derzeitigem Stand sehe es aber nicht danach aus, dass Omikron eine besonders schwere Covid-19-Erkrankung hervorrufe. "Bis jetzt sind die Signale etwas ermutigend", sagte Fauci. Es sei aber noch zu früh, um eine abschließende Einschätzung abzugeben. Omikron weist im Vergleich zum bisher gängigen Coronavirus 32 Mutationen auf, so dass eine höhere Übertragbarkeit befürchtet wird. Die neue Variante war Ende November von Wissenschaftlern in Südafrika entdeckt worden. Seither wurde sie in dutzenden Ländern nachgewiesen, darunter Deutschland. Die Frage, wer für das SPD das Gesundheitsministerium besetzt, ist nach Angaben des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach noch nicht entschieden. "In dieser Sache sind die Entscheidungen noch nicht gefallen", sagt er in der ARD-Sendung "Anne Will". CSU-Chef Markus Söder spricht sich für Lauterbach auf diesem Posten aus. Die SPD will am Montag ihre Ministerriege vorstellen. In Dänemark ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron sprunghaft auf mehr als 180 Fälle angestiegen. Mittlerweile seien 183 Infektionen mit der zuerst in Südafrika festgestellten Variante nachgewiesen worden, teilten die dänischen Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Das EU-Land hatte wegen der womöglich besonders ansteckenden Virusvariante kürzlich seine Corona-Schutzmaßnahmen ausgeweitet. Der Ansturm auf Booster-Impfungen gegen das Coronavirus hat in mehreren niederländischen Städten zu Verkehrschaos geführt. Das Angebot von Dritt-Impfungen ohne Termin für Menschen über 60 sei deshalb in Absprache mit den Sicherheitsbehörden beendet worden, teilte der Gesundheitsdienst für Zentral-Holland am Sonntag mit. Am Samstag hatten sich lange Schlangen auf den Straßen zu Impfzentren in Leiden, Gouda und Alphen aan den Rijn gebildet. Tausende seien in der Hoffnung, eine Impfung ohne Termin zu erhalten, ins Auto gesprungen, hieß es. In den Niederlanden sind Auffrisch-Spritzen im Moment vorrangig für ältere Menschen vorgesehen, deren vorige Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Die Zahl der Corona-Kranken auf Intensivstationen ging am Wochenende nach wochenlangem Anstieg erstmals wieder leicht zurück. Wegen vieler Neuinfektionen gilt seit einer Woche ein "Abend-Lockdown": Geschäfte, Kulturstätten, Restaurants und Sportclubs müssen bis 17.00 Uhr schließen. Nur Supermärkte sind länger offen. Die Zahl von Corona-Neuinfektionen nach einer Firmenfeier in einem norwegischen Restaurant steigt weiter. Etwa 120 Menschen, die sich in dem Restaurant aufgehalten hätten, seien mittlerweile positiv auf das Virus getestet worden, berichtete der Sender NRK am Sender unter Berufung auf Gesundheitsbehörden. In mehr als der Hälfte der Fälle handle es sich vermutlich um die Omikron-Variante. Am Vortag hatte das Gesundheitsinstitut FHI 13 Omikron-Fälle bestätigt. Wie NRK weiter berichtete, waren 70 der Infizierten Teil derselben Weihnachtsfeier. Zwei von ihnen sollen kürzlich in Südafrika gewesen sein. Die anderen 45 bis 50 Fälle hatten am selben Tag die Lokalität besucht. Die Behörden riefen alle Menschen auf, sich zu melden, die nach dem 26. November noch das Restaurant in Oslo besucht haben. Nach FHI-Angaben vom Samstag gab es insgesamt 19 Omikron-Fälle in Norwegen, darunter vier Menschen, die aus Südafrika eingereist waren. Angesichts der vierten Corona-Welle rät der designierte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) den Bürgern von Reisen an Weihnachten ab. "In der aktuellen Situation scheint es sinnvoller, Weihnachten im kleinen Kreis zu Hause zu verbringen und keine größeren Reisen durchs Land zu planen", sagte Wissing der "Bild am Sonntag". Er forderte, die Pandemie nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und warnte: "Der Winter 2021 wird dramatischer als der Winter 2020." Die Politik prüfe alle Mittel, die die Verfassung erlaube, um der Pandemie schnellstmöglich Einhalt zu gebieten. Aber auch Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich seien wichtig, um die Krise zu bekämpfen. Wissing, derzeit noch FDP-Generalsekretär, rechtfertigte zudem die Kehrtwende seiner Partei bei den Corona-Maßnahmen, insbesondere bei der Impfpflicht: "Jetzt ist die Situation eine andere, auch weil wir neue Mutationen haben. Das Virus wandelt sich, die Gefährlichkeit des Virus nimmt zu." Es bringe daher nichts zurückzublicken, wie die Beurteilung vor einem halben Jahr gewesen sei. So müsse auch eine Impfpflicht geprüft werden, "um unser Gesundheitssystem vor einem Zusammenbruch und unsere Gesellschaft vor immer neuen Lockdowns zu schützen". Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, hat eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen gefordert. "Es ist wichtig, die Kontakte noch weiter zu reduzieren", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben). "In Gebieten mit hohen Inzidenzen muss man auch über befristete Kontaktbeschränkungen für Geimpfte nachdenken." Er befürchte, dass die Beschlüsse der jüngsten Corona-Runde von Bund und Ländern "nicht reichen, um die Welle zu brechen und die Zahlen schnell wieder nach unten zu treiben", sagte Brinkhaus den Zeitungen. Er appellierte an die Ministerpräsidenten, "die Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen, beherzt zu nutzen". Der Unionspolitiker warnte auch davor, die Schließung von Schulen zum Tabu zu erklären. Schulschließungen seien erhebliche Belastungen für die Kinder, aber auch für die Eltern. "Natürlich muss es das Bestreben der Schulminister sein, mit Maskenpflicht, Tests und Lüftung die Schulen so lange wie möglich offenzuhalten", sagte Brinkhaus. "Es darf aber für Regionen mit sehr hohen Inzidenzen keine Tabus geben." Wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante verlangt Großbritannien wieder Corona-Tests von allen internationalen Reisenden. Vom kommenden Dienstagmorgen an müssen auch Geimpfte vor Abreise ins Vereinigte Königreich ein negatives Ergebnis vorlegen, wie Gesundheitsminister Sajid Javid am Samstagabend ankündigte. Grund sei, dass immer mehr Infektionen mit Reisen in Verbindung gebracht werden könnten, sagte Javid. Er betonte, die Maßnahmen seien vorübergehend. Einen Zeitraum nannte der Minister aber nicht. Großbritannien hatte die vorgeschriebenen Corona-Tests vor Einreise für Geimpfte erst Mitte Oktober abgeschafft. Bereits wieder eingeführt wurde zuletzt, dass innerhalb von zwei Tagen nach Ankunft im Königreich ein PCR-Test gemacht werden muss. Bis zum Erhalt des negativen Ergebnisses gilt eine Pflicht zur Isolation. Erstmals hat ein baden-württembergischer Landkreis in der vierten Corona-Welle die Sieben-Tage-Inzidenz von 1.000 übersprungen. Für den Schwarzwald-Baar-Kreis gab das Landesgesundheitsamt (LGA) den Wert am Samstag mit 1010,5 an, dicht gefolgt vom Landkreis Tuttlingen (983,9) und – mit größerem Abstand – dem Stadtkreis Pforzheim (750,7). Landesweit betrug die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche 523,4 und sank damit im Vergleich zum Vortag geringfügig (525,3). Die Zahl der Corona-Patienten auf den baden-württembergischen Intensivstationen stieg am Samstag im Vergleich zum Vortag um 5 auf 641. Wegen der regionalen Überlastung wurde schon mit der Verlegung baden-württembergischer Intensivpatienten innerhalb Deutschlands begonnen. Die Hospitalisierungsinzidenz (Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Menschen und Woche) lag am Samstag bei 6,18 (Vortag: 6,6). Der Wert spielt eine bedeutende Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen ist aber in der Regel höher als in der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen. Die vollständigen Werte liegen oft erst nach ein bis zwei Wochen vor. Nach der erneuten Absage seiner großen Silvesterparty wegen der Corona-Pandemie fürchtet die brasilianische Metropole Rio de Janeiro nun auch wieder um den berühmten Karneval. "Hoffentlich muss ich nicht auch noch den Karneval absagen, nicht nur wegen der Bedeutung dieses Fests für die Kultur, sondern auch wegen der wirtschaftlichen Bedeutung für die Stadt und Brasilien", sagte Bürgermeister Eduardo Paes auf einer Pressekonferenz am Samstag. In diesem Jahr war der Karneval coronabedingt komplett ausgefallen, 2022 sollte er wieder stattfinden. An Protestaktionen gegen Corona-Beschränkungen haben sich in mehreren Thüringer Städten nach Polizeiangaben über 2.000 Menschen beteiligt. Allein in Greiz, gelegen in Ostthüringen an der Landesgrenze zu Sachsen, kamen am Samstagabend etwa 1.500 Menschen zusammen, wie die Polizei am späten Samstagabend mitteilte. Die Versammlung war demnach nicht angemeldet gewesen. Vereinzelt wurde Pyrotechnik gezündet, außerdem wurden Flaschen geworfen, wie es hieß. In Wien sind erneut zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den derzeit geltenden Teil-Lockdown und die angekündigte Corona-Impfpflicht zu protestieren. In der österreichischen Hauptstadt fanden am Samstag mehrere Demonstrationen statt, daran nahmen nach Angaben der Polizei insgesamt mehr als 40.000 Menschen teil. Am Rande der Proteste kam es vereinzelt zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten. Etwa 1.200 Polizisten waren bei den Demonstrationen im Einsatz, es gab mehrere Festnahmen. Teilnehmer hätten mit Pyrotechnik geworfen, die Einsatzkräfte hätten Tränengas eingesetzt, teilte die Polizei mit. Ihren Angaben zufolge gab es auch rund 1.500 Gegendemonstranten. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert einen Bericht der "Bild" mit dem Titel "Die Lockdown-Macher" scharf. "Es genügt, dass wir 24/7 mit Personenschutz unterwegs sind. Die Wissenschaftlerinnen dürfen nicht den gewaltbereiten Querdenkern als Zielscheiben angeboten werden." Alle Entscheidungen, zum Beispiel gegen Ungeimpfte, seien ausschließlich von der Politik getroffen worden, betont Lauterbach. In dem Bericht schildert die "Bild" ohne Angabe eines konkreten Autorennamens, wie mehrere Bundesländer in den vergangenen Tagen ihre Corona-Maßnahmen in Richtung Lockdown verschärften – angeblich auf Grundlage von Empfehlungen von Lauterbach sowie den Physikern Dirk Brockmann, Viola Priesemann und Michael Meyer-Hermann. Bebildert ist der Text mit Fotos der drei Physiker und mit der Überschrift versehen: "Experten-Trio für harte Maßnahmen: Die Lockdown-Macher". Auch in den sozialen Medien war die Kritik an dieser Aufmachung scharf. "Das ist nicht nur gelogen, sondern Verleumdung und eine Gefahr für die Freiheit von Wissenschaftler*innen, nach bestem Wissen zu beraten", schrieb Politökonomin Maja Göpel. Anhänger haben am Samstag in Potsdam gegen die Corona-Beschränkungen und eine mögliche Impfpflicht protestiert. Anlass der Kundgebung, an der unter anderem der AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla teilnahm, war das Ende einer mehrtägigen Mahnwache "gegen Impfzwang und Corona-Wahnsinn" nahe dem Landtag. Gegendemonstranten versammelten sich ebenfalls und setzten Trillerpfeifen ein. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, Dennis Hohloch, kündigte weitere Protestaktionen an, unter anderem am Rande der nächsten Landtagssitzung in Potsdam Mitte Dezember. Er bezifferte die Teilnehmerzahl am Samstag auf etwa 200 bis 250, ein dpa-Reporter vor Ort schätzte die Zahl der AfD-Anhänger und Gegendemonstranten dagegen auf jeweils um die 100. Die Polizei machte am frühen Abend keine Angaben dazu. Der Einzelhandel fühlt sich durch die landesweite Einschränkung für ungeimpfte Kunden und zusätzliche Kontrollen benachteiligt und fordert finanzielle Unterstützung. "Mit Einführung der 2G-Regel für den gesamten Einzelhandel muss der Handel in Baden-Württemberg, der in den letzten 20 Monaten bereits zahlreiche Sonderopfer für die Gesellschaft erbracht hat, einen weiteren Schlag ins Gesicht hinnehmen", sagte Sabine Hagmann, die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW). Regel und Kontrollen seien "verfassungswidrig und nicht zielführend bei der Bekämpfung der Pandemie". Zudem gingen sie weit über einen zumutbaren Akt der Solidarität hinaus. Der Handel habe bereits unter der 3G-Regel (nur genesene, geimpfte und negativ getestete Kunden) Verluste von rund 30 Prozent verzeichnet. Bei Anwendung der 2G-Regel seien die Umsätze zuletzt um die Hälfte zurückgegangen. "Ein solcher Rückgang kommt einem Lockdown schon sehr nahe", sagte Hagmann. Auch sei es ein Skandal, dass die Kontrollen auf Händlerinnen und Händler abgewälzt würden. Die Verbandschefin rechnet nach eigenen Worten mit einem Schaden von rund 750 Millionen Euro, benennt aber keinen Zeitraum dafür. Sie forderte für die Branche "zwingende Sonder-Ausgleichszahlungen". Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) hat von der Bundesregierung zusätzliche Hilfen für den Einzelhandel gefordert, um die Folgen der Einführung der 2G-Regel in weiten Teilen der Branche zu kompensieren. Ziel müsse es sein, "die zu befürchtenden Verluste möglichst schnell und fair abzufedern", schrieb HDE-Präsident Josef Sanktjohanser in einem Brief an die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den voraussichtlichen nächsten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Dafür reichten die bestehenden Entschädigungsregelungen bei weitem nicht aus. Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, sieht keinen Grund gegen eine Corona-Impfpflicht auch für Kinder – falls die Ständige Impfkommission (Stiko) diesen eine Impfung empfiehlt. "Solange es von der Ständigen Impfkommission keine eindeutige Empfehlung für die Impfung von Kindern gibt, kann es natürlich nur eine Impfpflicht für Erwachsene geben", sagte er dem "ZDF". "Wenn die Stiko allerdings die Impfung von Kindern empfehlen sollte, gäbe es keinen Grund, nicht auch Kinder in die Impfpflicht einzubeziehen." "Wir impfen 98 Prozent der Neugeborenen mit den Grundimpfungen und da ist sehr viel mehr drinnen als in dem einen Impfstoff gegen Corona", argumentierte Montgomery. "Ich verstehe den Aufstand gar nicht." Die Stiko will demnächst eine Empfehlung zu Corona-Impfungen bei Kindern zwischen fünf und elf Jahren aussprechen. Es gibt schon länger Hinweise darauf, dass sie die Impfung zunächst ausdrücklich nur für Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen und erkrankten Angehörigen empfehlen könnte. Die Debatte über eine mögliche allgemeine Impfpflicht hatte zuletzt Fahrt aufgenommen – es ist angedacht, dass der Bundestag darüber abstimmt. Details sind aber noch unklar, das Thema ist umstritten. Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert könnte es eine solche Abstimmung Anfang des kommenden Jahres geben. Aus Sicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach sollten Kinder bei einer Impfpflicht außen vor bleiben, wie er kürzlich bei RTL/ntv betonte. In Freiberg hat es am Freitag erneut Proteste gegen die aktuelle Corona-Politik gegeben. 30 Personen drohe nun jeweils ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro, teilte die Polizei mit. Wegen der dramatischen Lage im Freistaat sind gemäß der sächsischen Corona-Notfallverordnung derzeit nur Versammlungen mit höchstens zehn Menschen erlaubt – und nur an einem festen Ort. Gegen 17.45 Uhr habe sich eine mittlere zweistellige Anzahl von Teilnehmern am Albertpark versammelt, so die Polizei. "Die Polizisten sprachen diese an und wiesen sie auf die geltenden Beschränkungen, die sich aus der Sächsischen Corona-Notfallverordnung ergeben, hin." Ungeachtet dessen hätten sich einige von ihnen gegen 18 Uhr in Bewegung gesetzt und seien über die Gehwege in Richtung Bahnhof gelaufen. Gegen 18.15 Uhr stoppten die Einsatzkräfte den Aufzug und umschlossen die Teilnehmer, wie es weiter hieß. Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat den Bürgern geraten, sich trotz eines möglichen neuen Impfstoffes boostern lassen. "Boostern lohnt auf jeden Fall. Der Kampf gegen die Delta-Variante geht weiter" sagte Mertens der "Rheinischen Post" einem Vorabbericht zufolge. "Und es wäre kein Problem, sich wenige Monate nach der Booster-Impfung erneut impfen zu lassen, um sich gegebenenfalls vor Omikron zu schützen." Mertens ging davon aus, dass es Monate bis zur Herstellung möglicher neuer Omikron-Impfstoffe dauern könnte. "Drei bis sechs Monate dürften die Hersteller im Labor brauchen. Das ist nicht ganz trivial: Sie müssen einen Impfstoff kreieren, der gegen Omikron und Delta wirkt, denn noch ist Delta weit verbreitet. Dann kommt die Zulassung." Der Mediziner machte auch erneut deutlich, dass die Impfempfehlung für Kinder ab fünf Jahren rechtzeitig vor der Auslieferung des Kinderimpfstoffs zu erwarten sei, also noch vor dem 13. Dezember. Perspektivisch rechnete der Stiko-Chef auch mit einem Impfstoff für Kinder unter fünf Jahren. "Das kann ich mir schon vorstellen. Gerade wenn man sich die Geschwindigkeit bei der Entwicklung der Covid-Impfstoffe anschaut." Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, sieht keinen Grund gegen eine Corona-Impfpflicht auch für Kinder - falls die Ständige Impfkommission diesen eine Impfung empfiehlt. "Solange es von der Ständigen Impfkommission keine eindeutige Empfehlung für die Impfung von Kindern gibt, kann es natürlich nur eine Impfpflicht für Erwachsene geben", sagte er dem Nachrichtenportal "ZDFheute. de". "Wenn die Stiko allerdings die Impfung von Kindern empfehlen sollte, gäbe es keinen Grund, nicht auch Kinder in die Impfpflicht einzubeziehen." Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thomas Strobl (CDU), hat vor einer Radikalisierung der Corona-Proteste im Fall einer Impfpflicht gewarnt. Nach den Erkenntnissen des Verfassungsschutzes könne man davon ausgehen, dass "eine Impfpflicht die aggressive Haltung der Querdenker-Bewegung noch verstärkt", sagte der baden-württembergische Innenminister den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). "Die Querdenken-Bewegung ist gefährlich für unsere freiheitliche Demokratie, und sie wird noch gefährlicher", sagte Strobl. "Sie meint, eine voranschreitende Diktatur zu erkennen, sie meint zunehmend einen delegitimen Staat zu erkennen, gegen den Widerstand gerechtfertigt sei." Im Kampf gegen Corona sei es aber richtig, eine allgemeine Impfpflicht einzuführen. "Auch wenn es eine zunehmende Radikalisierung geben sollte: Wir lassen uns von Extremisten, Verschwörungsideologen und Antisemiten nicht abhalten, das Richtige zu tun." Die Bewohner Irlands müssen sich wegen hoher Corona- Fallzahlen und der neuen Omikron-Variante wieder auf schärfere Corona-Maßnahmen einstellen. Clubs müssten ab dem 7. Dezember für zunächst einen Monat wieder schließen und Theater oder Kinos dürften nur die Hälfte ihrer Kapazitäten besetzen, kündigte der irische Premierminister Micheál Martin am Freitag in Dublin an. Das Risiko, ohne schärfere Maßnahmen in die Weihnachtszeit zu gehen, sei "einfach zu hoch", sagte der Regierungschef nach Angaben des irischen Senders RTÉ. Er habe die Vorschläge seiner wissenschaftlichen Berater akzeptiert. Für private Treffen zuhause gibt es erneut Kontaktbeschränkungen: So dürfen sich maximal Angehörige von vier Haushalten treffen. Restaurants und Pubs müssten weiterhin um Mitternacht schließen, aber außerdem strikte Abstandsregeln befolgen. Für Fitnessstudios und die Gastronomie sind Immunitätsnachweise notwendig. Auch in Frankreich steigt die Zahl der Infektionsfälle mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Wie die nationale Gesundheitsbehörde mitteilten, wurden bis Freitagabend zwölf Fälle bestätigt. Betroffen sind demnach mehrere Regionen auf dem Festland sowie das französische Überseegebiet La Réunion. Nach La Réunion waren am Donnerstag drei erste Fälle der neuen Variante auf dem Festland diagnostiziert worden. In allen Fällen handelte es sich um Reiserückkehrer aus Afrika. Zwei Nilpferde in einem belgischen Zoo haben sich auf bislang unbekannte Weise mit dem Coronavirus infiziert. Das 14-jährige Nilpferd-Weibchen Imani und ihre 41 Jahre alte Mutter Hermien seien positiv getestet worden, teilte der Antwerpener Zoo mit. Das Nilpferdhaus wurde daraufhin für die Öffentlichkeit geschlossen, ihre Pfleger müssen sich isolieren. Der Antwerpener Zoo hatte seine Tiere im letzten Jahr getestet und keine Fälle von Coronaviren gefunden. Nun hätten die Tiere begonnen "Rotz auszuscheiden, den ich vorsorglich auf Bakterien untersucht habe", sagte der zuständige Tierarzt Francis Vercammen. "Angesichts der aktuellen Ereignisse habe ich zusätzlich beschlossen, die Proben auch auf Covid-19 zu testen, was zu diesem überraschenden Ergebnis führte." Es ist nicht bekannt, wie die Flusspferde mit dem Virus in Berührung gekommen sind. Ihre Pfleger hatten keine Symptome. Es sind nicht die ersten Fälle positiv getesteter Zootiere seit Beginn der Pandemie. Aber "weltweit wurde dieses Virus bisher vor allem bei Menschenaffen und Katzen festgestellt", sagte Vercammen. "Soweit ich weiß, ist dies die erste bekannte Infektion bei dieser Tierart." Er gehe aber nicht davon aus, dass für Hermien und Imani Gefahr bestehe. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Kritik am Verhalten des Virologen und Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, geübt. Mertens hatte öffentlich in einem Podcast der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erklärt, die Kommission werde eine Impfempfehlung für Kinder unter zwölf Jahren bis um den 11. Dezember veröffentlichen. Für sich selbst hatte er die Entscheidung jedoch vorweggenommen und gesagt, er würde ein etwa sieben Jahre altes Kind derzeit nicht gegen Corona impfen lassen, wenn er als Vater die Entscheidung zu treffen hätte. "Ich glaube, wir sollten in Bezug auf Sicherheit und Stabilität der Empfehlung wieder auf normale Verfahren zurückkehren und dies weder in Talkshows noch im Podcast ankündigen", sagte Söder in Richtung Mertens. Der bayerische Ministerpräsident ist ein erklärter Befürworter des Impfens von kleinen Schulkindern. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte, Mertens sei zu einer Sitzung der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) in der kommenden Woche geladen. Dort solle die Thematik noch einmal besprochen werden. In Großbritannien wurde eine Studie veröffentlicht, die erste Hinweise darauf liefert, dass der Totimpfstoff Valneva nicht als Auffrischungsimpfung funktioniert. In der Untersuchung seien sieben Impfstoffe auf ihre Wirkung als Booster untersucht worden, wenn zuvor zweimal mit dem mRNA-Wirkstoff von Biontech/Pfizer geimpft wurde, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Der auf abgetöteten Viren basierte Impfstoff Valneza war demnach der einzige, der keine Wirkung zeigte. Die Wirkung sei an der Zahl Antikörper nach der Verabreichung gemessen worden. Eine Einschränkung gebe es allerdings: Die Studie wurde in einem relativ kleinen Probandenkreis durchgeführt. Trotzdem betonte eine Expertin des US-Analysehause Kempten, das Ergebnis sei zu erstaunlich, um es zu ignorieren. Wegen hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag Polen und die Schweiz als Hochrisikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Mit der Schweiz ist ein beliebtes Winterreiseziel der Deutschen unter den neuen Hochrisikogebieten. Auch Liechtenstein, Jordanien und Mauritius werden so eingestuft. Von der Risikoliste gestrichen werden Thailand, Usbekistan, St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik. Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet verbunden ist automatisch auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für nicht notwendige touristische Reisen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot. Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage. In der Europäischen Union hatte es im Spätsommer zwischenzeitlich gar keine Corona-Hochrisikogebiete gegeben. In den vergangenen Wochen wurden aber bereits zahlreiche EU-Staaten wieder auf die Risikoliste gesetzt, darunter auch die Nachbarländer Niederlande, Belgien und Österreich mit Ausnahme einzelner Gemeinden. Insgesamt werden ab Sonntag weltweit wieder mehr als 60 Länder vom RKI ganz oder teilweise als Hochrisikogebiete geführt. Hinzu kommen acht Virusvariantengebiete in Afrika, für die noch strengere Einreisebeschränkungen gelten. Sie waren wegen der Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus in die höchste Risikokategorie eingestuft worden. Biontech-Chef Uğur Şahin geht angesichts der Virusvariante Omikron von der Notwendigkeit eines neuen Impfstoffs aus. Die Frage sei nur, wann dieses neue Vakzin benötigt werde, sagte Şahin am Freitag auf der Konferenz "Reuters Next". Der Mainzer Hersteller könnte seinen Impfstoff bei Bedarf relativ schnell anpassen. Biontech erwarte, dass sich Omikron als sogenannte Escape-Variante entwickeln dürfte. Das heiße, dass sie wahrscheinlich auch Geimpfte infizieren könne. Er sei aber zuversichtlich, dass Geimpfte vor einer schweren Erkrankung ausreichend geschützt seien. Şahin hatte Anfang der Woche der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, er gehe davon aus, dass der bestehende Covid-19-Impfstoff des Unternehmens und seines US-Partners Pfizer auch bei der neuen Omikron-Variante einen deutlichen Schutz gegen schwere Erkrankungen biete. Şahin erklärte am Freitag weiter, er rechne damit, dass es dagegen bei Ungeimpften zu noch schwereren Verläufen kommen könnte. Zudem steige die Wahrscheinlichkeit, dass jährliche Corona-Impfungen erforderlich würden. Das Virus mutiere schneller. Fußballspiele in Bayern werden vorerst ohne Zuschauer stattfinden. Das bayerische Kabinett beschloss am Freitag inmitten der vierten Corona-Welle eine entsprechende Verschärfung der Maßnahmen. Die neuen Beschlüsse gelten bereits ab diesem Samstag und betreffen den gesamten "Profisport für überregionale Ligen", wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf der anschließenden Pressekonferenz verkündete. Die Heimspiele von Fußball-Bundesligist FC Augsburg gegen den VfL Bochum sowie des Zweitligisten 1. FC Nürnberg gegen Holstein Kiel müssen am Samstag somit vor leeren Rängen stattfinden. Bis wann die Regelung gilt, sagte Söder zunächst nicht. Bundesregierung und Länderchefs hatten sich am Donnerstag darauf geeinigt, dass maximal 50 Prozent der Kapazität genutzt werden dürfen. Im Freien dürfen es höchstens 15.000 Zuschauer sein, in Sporthallen bis zu 5.000 Zuschauer. In Regionen mit sehr hohen Infektionszahlen sollen große Veranstaltungen sogar abgesagt oder im Sport zumindest Geisterspiele durchgesetzt werden. Eine Abstimmung über eine mögliche allgemeine Corona-Impfpflicht im Bundestag könnte nach Aussage von Regierungssprecher Steffen Seibert Anfang nächsten Jahres stattfinden. "Wir sind dabei, einen Weg zu beschreiten, damit der Deutsche Bundestag Anfang des kommenden Jahres eine solche Entscheidung fällt. Aber das liegt natürlich komplett in den Händen der Abgeordneten des Deutschen Bundestages", sagte er am Freitag in Berlin. Seibert wies darauf hin, dass es vorher eine Empfehlung des Ethikrats zum Thema geben solle. "Das ist ja auch keine leichte Sache. Das ist eine Abwägungsfrage." Tenor der Einigung von Bund und Ländern am Donnerstag sei gewesen, dass man das jetzt für notwendig halte. Der Sprecher erwähnte das "noch nie dagewesene Infektionsgeschehen", die Situation in den Kliniken, verschobene Operationen und die "Tatsache, dass jeden Tag Patienten quer durch Deutschland geflogen werden müssen". Das alles habe auch mit einer nicht ausreichenden Impfquote zu tun. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hat der Ständigen Impfkommission (Stiko) Versäumnisse vorgeworfen. "Es ist schade, dass die Stiko Boostern erst im Oktober für über 70-Jährige empfohlen hat und für alle sogar erst im November. Das kam viel zu spät", sagte Schwesig dem "Spiegel". Die Politikerin soll schon im Oktober gewarnt haben, dass die Empfehlungen der Kommission nicht ausreichen. Dabei habe das Beispiel Israel gezeigt, dass Auffrischungsimpfungen die vierte Welle brechen können. Auch der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens, hatte zuletzt in der ARD Fehler der Stiko eingeräumt. "Ich finde es gut, dass der Vorsitzende das Zögern inzwischen selbstkritisch sieht, und hoffe, dass entsprechende Schlussfolgerungen für zukünftige Empfehlungen gezogen werden", lobte Schwesig die Reaktion Mertens. Die Politik müsse sich andererseits vorwerfen, zu spät Einschränkungen für Ungeimpfte verhängt zu haben. Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen. Für die Gastronomie gelte künftig die Regel 2G plus. Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Krise im Bundesland werden auch Großveranstaltungen untersagt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen. Demnach werde für sämtliche Veranstaltungen wie Fußballspiele oder Kulturveranstaltungen künftig eine "harte Obergrenze" von 750 Personen gelten. Die Regeln sollen am Samstag in Kraft treten. Die neue Corona-Variante Omikron hat in Südafrika den Gesundheitsbehörden zufolge zu einem so starken Anstieg der Infektionszahlen geführt wie noch nie. Die Zunahme neuer Corona-Fälle in kurzer Zeit sei "beispiellos", sagt die Chefwissenschaftlerin des Nationalen Instituts für übertragbare Krankheiten, Michelle Groome, bei einer Pressekonferenz. Derzeit bewege sich die Omikron-Welle von der jüngeren in die ältere Altersgruppe. Um abzuschätzen, wie die Krankheitsverläufe seien und wie groß die Übertragbarkeit der im vergangenen Monat in Südafrika entdeckten Virusvariante sei, müssen man noch weitere Untersuchungen abwarten. Es sei aber wichtig, dass die Krankenhäuser bei ihren Vorbereitungen für den Notfall auch pädiatrische Betten und das entsprechende Personal berücksichtigten, da die Zahl der Einweisungen von Kindern im Alter unter vier Jahren gestiegen sei. Nach der Entdeckung von zwei Fällen der Omikron-Variante des Coronavirus in einer Schule in Genf sind rund 2.000 Menschen, darunter 1.600 Kinder unter Quarantäne gestellt worden. "Es ist unerlässlich, die Verbreitung der Variante in unserem Land zu bremsen", begründeten die Gesundheitsbehörden der Kantone Waadt, wo sich der betroffene Campus der Schule befindet, und Genf am Donnerstag die drastische Maßnahme. "Die beiden Fälle stehen in enger innerfamiliärer Verbindung mit einer positiven Person, die von einer Reise aus Südafrika zurückgekehrt ist", erklärten die Behörden weiter. Die Quarantäne beträgt zehn Tage und alle Schüler und Lehrer des Campus La Châtaigneraie der renommierten International School of Geneva müssen einen PCR-Test machen. Auf dem Campus werden die Klassen der Grund- und Sekundarstufe unterrichtet. Auch die Angehörigen der Schüler und Lehrer müssen sich testen lassen. Die International School ist eine der renommiertesten Bildungseinrichtungen der Schweiz. Die Schulgebühren liegen zwischen 20.000 und über 35.000 Franken (33.600 Euro) pro Jahr. Laut ihrer Website hat die Schule insgesamt etwa 4.450 Schüler, darunter viele Kinder von Beamten der zahlreichen UN-Organisationen mit Sitz in Genf. Südafrikanische Wissenschaftler hatten die neue Corona-Variante vor einer Woche erstmals nachgewiesen. Sie weist im Vergleich zum bisher gängigen Coronavirus 32 Mutationen auf, sodass zu befürchten ist, dass sie leichter übertragbar ist. Auch die Wirksamkeit der existierenden Impfstoffe gegen Omikron ist fraglich. Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt hat die Beschlüsse des Bundes und der Länder zur Bekämpfung des Coronavirus als unzureichend kritisiert. "Um das Gesundheitswesen vor Überlastung zu schützen, wären aus unserer Sicht noch weitergehende Maßnahmen notwendig", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Seiner Meinung nach sollte für Geimpfte und Genesene bundesweit verpflichtend in Bars, Restaurants sowie für Sport und Kulturveranstaltungen in Innenräumen 2G plus gelten – dann müsste zusätzlich ein Test vorgelegt werden. Vor allem müsse die Einhaltung der Zutrittsvoraussetzungen strikt kontrolliert und deren Missachtung verbindlich sanktioniert werden, mahnte Reinhardt. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) hat die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisiert. "Die Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um die Intensivstationen von dem enormen Druck zu entlasten und eine Patientengefährdung zu verhindern", sagte DGAI-Präsident Frank Wappler am Donnerstag. "Wir sind zu spät dran und versuchen es jetzt mit aller Gewalt, unzureichende Maßnahmen übers Knie zu brechen." Statt der Umsetzung eines "komplizierten Systems mit vielen Lücken" forderten die Anästhesisten "strikte Kontaktbeschränkungen und in letzter Konsequenz einen Lockdown". Schätzungen zufolge würden bis Weihnachten bis zu 6.000 schwerkranke Covid-19-Patienten auf den deutschen Intensivstationen liegen. Möglicherweise müsse man dann auch die "Notreserve" von wenigen tausend Betten zusätzlich antasten. Dabei fehlten bis zu 30 Prozent Schwestern und Pfleger, um alle Intensivbetten betreiben zu können. Würden sich die Prognosen bewahrheiten, müssten in den kommenden Wochen auch flächendeckend Operationssäle stillgelegt werden. Der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung Divi, Gernot Marx, fordert in der Corona-Pandemie schärfere Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte. "Wir brauchen deutliche Kontaktbeschränkungen, aktuell tatsächlich am besten für alle", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Über die neue Virusvariante wissen wir einfach noch nicht genug. Wir können nicht ausschließen, dass die Impfstoffe vermindert wirken", sagte er mit Blick auf die Omikron-Variante. "Wegen dieses Nicht-Wissens ist zwingend notwendig, besonders vorsichtig zu sein." Marx sagte dem RND: "Es ist wichtig und richtig, dass nun bundeseinheitliche Maßnahmen und Grenzwerte beschlossen worden sind. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass einheitliche Maßnahmen am effektivsten wirken." Der Mittelstandsverbund hat die Politik dazu aufgerufen, die Impfangebote massiv zu verstärken. In einem Brief an den voraussichtlich künftigen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) heißt es: "Wir glauben, dass die Politik aktuell bereits vieles richtig macht. Allerdings werden unseres Erachtens noch nicht alle Möglichkeiten genutzt, um in naher Zukunft die wirtschaftlichen Gefahren für den deutschen Mittelstand und die gesamte Volkswirtschaft wirksam abzuwenden." Das Schreiben lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Bund und Länder wollen die Impfkampagne beschleunigen, wie sie am Donnerstag beschlossen hatten. Der Verbund äußert in dem Brief Kritik an der von Bund und Ländern beschlossenen bundesweiten Ausweitung der 2G-Regel im Einzelhandel. "Abgesehen davon, dass die konsequente Umsetzung der 2G-Regelung nur schwierig zu realisieren und schon gar nicht umfassend zu kontrollieren sein wird, sind auch Geimpfte nicht davon ausgenommen, Virentragende zu sein", heißt es. "So schwer es persönlich auch fallen mag, Verständnis für Menschen aufzubringen, die bislang das Impfangebot nicht angenommen haben, so muss man ihnen dennoch zunächst die Chance im Rahmen einer Übergangsfrist geben, den geänderten Bedingungen folgend, die Impfung nachzuholen." Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hält die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie für einen richtigen Ansatz. "Der Maßnahmenkatalog kommt spät, aber besser spät als gar nicht", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Rheinischen Post". "Es ist richtig, bundesweit den Zugang zu Einrichtungen und Veranstaltungen der Kultur und der Freizeitgestaltung inzidenzunabhängig nur für Geimpfte und Genesene zu regeln", meinte Landsberg. "Auch die 2G-Regel bundesweit inzidenzunabhängig auf den Einzelhandel, mit Ausnahme der Geschäfte des täglichen Bedarfs, auszuweiten sowie die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, sind zwar einschneidende, aber richtige Ansätze", sagte Landsberg. 2G bedeutet Zutritt für Geimpfte und Genesene. Skeptisch zeigte sich Landsberg aber, bis Weihnachten wie von der Politik geplant 30 Millionen Impfungen vorzunehmen. "Viele Impfzentren sind geschlossen. Zwar gibt es mobile Impfstationen, aber wir hören immer wieder, dass die Impfstoffe bei der Verteilung noch nicht so vorhanden sind, wie von den Ärzten gewünscht." Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürchtet durch die neuen Einschränkungen vor allem für Ungeimpfte eine Zunahme der Aggressivität. Sie sei ja bereits vorhanden, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow. "Wir kennen ja schon aus der dritten Welle aggressives Verhalten nicht nur gegenüber der Polizei - denken Sie an den Mitarbeiter einer Tankstelle, der das Leben verloren hat, weil einer die Maske nicht tragen wollte." In Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz hatte ein Mann einen Studenten, der in einer Tankstelle an der Kasse als Aushilfe jobbte, im Streit um das Tragen einer Corona-Maske erschossen. Nach den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz vom Donnerstag würden Ungeimpfte von vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen, sagte Malchow. "Die werden natürlich zusätzlich aggressiv sein. Und die, die nichts verstehen, sowieso." Die Impfpflicht für Pflegepersonal soll ab dem 15. März 2022 in Kraft treten. Das geht aus einer Formulierungshilfe zum "Gesetz zur Stärkung der Impfprävention gegen COVID19" für das Bundesgesundheitsministerium hervor. Das Schreiben betont die Wichtigkeit der Impfung in Einrichtungen, "in denen Beschäftigte Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben". Durch eine Impfung könnten die Beschäftigten dazu beitragen, "das Risiko einer COVID-19-Erkrankung für sich selbst und die vulnerablen Personen so weit wie möglich zu reduzieren", heißt es in dem Schreiben weiter. Deshalb werde vorgesehen, dass in bestimmten Einrichtungen und Unternehmen tätige Personen geimpft oder genesen sein oder ein ärztliches Zeugnis, wonach sie sich nicht impfen lassen können, vorlegen müssen. "Für bestehende Tätigkeitsverhältnisse ist die Vorlagepflicht bis zum 15. März 2022 zu erfüllen", so das Schreiben. Darüber hinaus könnten Neueinstellungen ab dem 16. März nur mit einem entsprechenden Nachweis erfolgen. Nachweise, die ab dem 16. März ihre Gültigkeit verlieren, müssten zudem vorher erneuert werden. Personen, die den Nachweis nicht erbringen, könnte der Zutritt zur Einrichtung oder eine Tätigkeit in der Einrichtung verboten werden. Die Wirksamkeit der Vorgaben solle überprüft werden. Nach den weitreichenden Beschlüssen von Bund und Ländern zur Eindämmung der vierten Corona-Welle fordert Grünen-Chef Robert Habeck eine schnelle Umsetzung der Maßnahmen. "Die Corona-Situation in Deutschland ist dramatisch", sagte der künftige Vizekanzler der Deutschen Presse-Agentur. "Die beschlossenen Maßnahmen müssen nun umgehend um- und durchgesetzt werden. Denn es gilt jetzt keine Zeit zu verlieren und die vierte Welle abzuflachen." Der künftige Wirtschafts- und Klimaschutzminister Habeck räumte ein, dass die Maßnahmen für viele Menschen berufsbedingte Einschnitte und finanzielle Einbußen bedeuteten. Er versprach aber, dass die Wirtschaftshilfen weiterfließen würden, um über den Corona-Winter zu kommen. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält den Kampf gegen Corona-Verstöße derzeit für wichtiger als den Einsatz gegen Raser und Falschparker. Man müsse dafür sorgen, dass das, was etwa auf der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag beschlossen wurde, nun auch tatsächlich befolgt werde, sagte er am Rande der Innenministerkonferenz in Stuttgart. "Es gibt eine kleine Minderheit, die meint, man könne das missachten. Da muss die Polizei einschreiten." Die Einhaltung der Corona-Vorschriften habe nun Priorität. "Das ist im Moment einfach wichtiger, als Parkverstöße oder überhöhte Geschwindigkeit zu kontrollieren", sagte er. "Die höchste Gefahr geht von Corona aus, da muss die Polizei eine Priorität setzen." Getrieben von der neuen Coronavirus-Variante Omikron nehmen die Infektionszahlen in Afrika rapide zu. Mit Botsuana, Ghana, Nigeria und Südafrika sei Omikron mittlerweile in vier Ländern des Kontinents nachgewiesen, sagte am Donnerstag John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC). In ganz Afrika seien in der vergangenen Woche 52.300 Neuinfektionen gezählt worden – das ist ein Anstieg um 105 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. 31.000 Neuinfektionen entfielen auf Südafrika. Noch unbekannt ist laut Nkengasong, wie viele Menschen sich mit der neuen Omikron-Variante angesteckt haben. In Südafrika zeigten fast 80 Prozent aller DNA-sequenzierten Corona-Testergebnisse eine Infektion mit der Omikron-Variante an, sagte Anne von Gottberg, Mikrobiologin am Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten in Johannesburg. "Es sieht daher so aus, als ob Omikron im Land vorherrscht", sagte Gottberg. Zudem deuteten erste Analysen darauf hin, dass die Anzahl der Reinfektionen in Südafrika ansteige. "Wir schließen daraus, dass die Bevölkerung anfälliger für Omikron als Delta sein könnte", so Gottberg. Es gebe allerdings Anzeichen, dass der Krankheitsverlauf bei Omikron weniger schwerwiegend sei, wenn es sich um eine Reinfektion handele oder der Patient geimpft sei. "Wir sind definitiv besorgt wegen der Lage im südlichen Afrika", sagte Nkengasong. Dabei verbessere sich gerade die Versorgungslage mit Impfstoffen, die aber nicht schnell genug verabreicht würden. In Afrika sind erst sieben Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht sich gegen ein Vorziehen der Weihnachtsferien aus. Derzeit sei die Entwicklung bei den Inzidenzen positiv, sagt Söder. Deswegen liege die Priorität auf der Aufrechterhaltung des Schulbetriebs. Er verweist auf tägliche Tests an der Schule, was die Sicherheit erhöhe. "Ich habe nicht so richtig verstanden, was sich die Grünen davon versprechen. Ich halte es für eine überstürzte Entscheidung." Sollten sich die Corona-Zahlen verschlechtern, sei er aber offen, über das Thema zu sprechen. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt zu, dass einige Entscheidungen seines Gremiums zu spät erfolgt seien. Im ARD-Politikmagazin "Panorama" räumt Thomas Mertens ein, es wäre "wahrscheinlich günstiger gewesen, mit dem Boostern früher anzufangen". Damit wäre das erneute Chaos beim Impfen vermeidbar gewesen. Schon im Juli hätten Studien aus Israel nahe gelegt, dass eine dritte Impfung notwendig sei, erklärt Mertens. Die Stiko hatte eine Empfehlung für Menschen ab 70 allerdings erst im Oktober, für Menschen ab 18 gar erst Mitte November ausgesprochen. Als Grund nennt er das Vorgehen, bei dem Daten erst definiert, dann erhoben, erarbeitet und diskutiert werden müssten. Mertens ermahnt aber auch die Politik. Es brauche mehr Personal. Beim Thema Kinderimpfungen zeigt sich Mertens jedoch weiter zögerlich. Seine eigenen Kinder würde er angesichts fehlender Daten derzeit nicht impfen lassen. Jenseits der Daten aus der Zulassungsstudie des Impfstoffs gebe es "keinerlei Daten" über die Verträglichkeit des Impfstoffs in der Gruppe der Kinder zwischen fünf und elf Jahren, sagte Mertens in einem Podcast der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die aktuellen Publikationen zeigten, dass Aussagen über Langzeitschäden kaum möglich seien. Auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Impfungen bei unter Zwölfjährigen wird mit Spannung gewartet. Viele Kinderärzte warten auf die Empfehlung der Stiko, bevor sie ihre Patienten impfen. Mertens widersprach der Kritik, die Stiko verzögere ihre Empfehlung. Die neue Coronavirus-Variante Omikron ist erstmals auch in Frankreich außerhalb der Überseegebiete nachgewiesen worden. Die Gen-Sequenzierung der Probe eines Mannes aus der Region Île-de-France habe ergeben, dass dieser mit der neuen Variante infiziert sei, erklärte die regionale Gesundheitsbehörde am Donnerstag. Bereits am Dienstag hatte Frankreich den ersten Omikron-Fall im Überseegebiet La Réunion gemeldet. Der Infizierte aus dem Département Seine-et-Marne nahe Paris sei am 25. November mit dem Flieger aus Nigeria nach Frankreich zurückgekehrt und habe zum Zeitpunkt seiner Testung zunächst keine Symptome aufgewiesen, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Seine Frau sei ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei ihr stehe die Sequenzierung aber noch aus. Beide seien ungeimpft und hätten sich seit ihrer Ankunft zuhause abgesondert. Für die geplante Beschleunigung der Corona-Impfungen bis zum Jahresende organisiert der Bund zusätzliche Impfdosen. Nach Verhandlungen mit dem Hersteller Moderna kann eine Lieferung von zehn Millionen Dosen aus dem dritten Quartal 2022 auf Dezember vorgezogen werden, wie aus Informationen des Gesundheitsministeriums für die Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag hervorgeht. Dies entspricht 20 Millionen "Booster"-Dosen, da bei Moderna dafür eine halbe Dosis gespritzt wird. Zudem sollen acht Millionen Moderna-Dosen zusätzlich im Dezember kommen – weil die Abgabe zugesagter Dosen an andere Länder über die internationale Initiative Covax langsamer läuft. Nachjustiert werden sollen nun auch Lieferungen des Impfstoffes von Biontech. Nach einer Vereinbarung mit dem Hersteller könne ein Teil der wochenweise aufgeteilten Lieferungen für Dezember vorgezogen werden, erläuterte das Ministerium. Nach 2,9 Millionen Dosen in der kommenden Woche könnten die Lieferungen an die Impfstellen in der Woche vom 13. Dezember dadurch auf fünf Millionen Dosen aufgestockt werden. Die Menge der Folgewochen reduziere sich dann entsprechend. Das Ministerium verhandelt zudem mit anderen EU-Ländern, die ihre Biontech-Dosen aktuell nicht komplett benötigen. Ziel sei, zwei bis drei Millionen zusätzliche Dosen im Dezember übernehmen zu können, heißt es in den Informationen, die der geschäftsführende Minister Jens Spahn (CDU) an die Ministerpräsidentenkonferenz sandte. In Thüringen, Sachsen und anderen Bundesländern mit niedriger Impfquote sterben derzeit im Verhältnis zur Bevölkerung erheblich mehr Menschen an und mit Corona als im besser geimpften Norden Deutschlands. In Thüringen gab es demnach im Verhältnis zur Bevölkerung in den vergangenen sieben Tagen mehr als sechsmal so viele Corona-Tote wie in Bremen, dem Land mit der höchsten Impfquote (Datenstand 1.12.). Nachzulesen ist das auf den "Corona Maps" des Instituts für Statistik der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Grundlage sind die Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Gesundheitsbehörden. Es gebe hinreichend Evidenz, die zeige, dass eine höhere Impfquote zu einer niedrigeren Hospitalisierungsrate und zu einer geringeren Belegung der Intensivstationen führe und sich dann eben auch auf die Sterbewahrscheinlichkeiten auswirke, sagte Göran Kauermann vom LMU-Statistikinstitut der Deutschen Presse-Agentur. Das relative Risiko von Geimpften, auf einer Intensivstation zu landen, sei erheblich niedriger. "Es deutet alles in die gleiche Richtung", sagte der Wissenschaftler, auch wenn es nach Angaben des Wissenschaftlers keinen "knallharten kausalen Schluss" gibt. In einem am Montag veröffentlichten Papier der Ständigen Impfkommission (Stiko) heißt es, die Zahl der Covid-19-Krankenhausaufnahmen sei bei Ungeimpften je nach Alter und Region 5- bis 15­-fach höher als bei Geimpften. In den vergangenen sieben Tagen wurden (Stand 1.12) in Thüringen 167 Corona-Tote gemeldet, in Bremen lediglich 8. Umgerechnet auf 100.000 Einwohner waren das im Schnitt 7,88 Tote in Thüringen und 1,18 in Bremen. Überdurchschnittliche Todesfälle meldeten demnach auch Sachsen (6,75), Bayern (3,90) und Brandenburg (3,87) – Bundesländer mit vergleichsweise niedrigen Impfquoten. Unterdurchschnittlich ist die Zahl der Corona-Toten dagegen auch in Schleswig-Holstein (0,82) oder in Hamburg (0,92), wo viele Menschen gegen Corona geimpft sind. Der Bundesschnitt liegt bei 2,46. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will über eine Impfpflicht bei Kindern ab zwölf Jahren sprechen. "Das muss man diskutieren", sagte er im Bayerischen Rundfunk. "Generell wäre es natürlich gut, wenn die Impfpflicht zumindest bei denen, bei denen der Impfstoff schon erprobt ist – ab zwölf – auch stattfinden würde." Das ließe sich laut Söder erstens schnell durchführen und würde zweitens "die Schule absolut sicher machen". Musikunterricht oder Sport wären dann auch entsprechend schneller wieder für Jugendliche möglich. Er könne sich auch vorstellen, dass direkt im Klassenzimmer geimpft wird. In Bezug auf jüngere Kinder müsse man noch abwarten, wie das Impfangebot angenommen wird. Nach Ansicht des Thüringer Innenministers Georg Maier werden die Corona-Proteste in einigen Bundesländern von Rechtsextremisten unterwandert und für ihre Zwecke ausgenutzt. "Für Thüringen kann ich sagen, dass hinter etlichen dieser Versammlungen in der Vergangenheit und wahrscheinlich auch in der Zukunft, Rechtsextremisten stehen", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Das Thema soll auch bei der Innenministerkonferenz besprochen werden, die noch bis Freitag läuft. Maier sagte, es sei wichtig, ein Lagebild zu haben. Die Demonstrationen der Gegner der Corona-Politik seien in den Bundesländern unterschiedlich. "In manchen Bundesländern ist es eher esoterisch geprägt, in anderen Bundesländern kommt es eher aus dem Bereich Rechtsextremismus", sagte Maier. Seiner Einschätzung nach werde vor allem in Sachsen und Thüringen die Mobilisierung von rechtsextremistischen Gruppen genutzt. "Das heißt nicht, dass alle die dort mitlaufen, Rechtsextremisten sind", sagte Maier. Aber er appelliere an die Menschen, sich genau anzuschauen, neben wem sie in einer Demo liefen. Vor den Bund-Länder-Beratungen über schärfere Maßnahmen in der Corona-Pandemie haben mehrere Ministerpräsidenten ein energisches und einheitliches Vorgehen angemahnt. "Die Lage ist ernst", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir brauchen in Deutschland klare und einheitliche Regeln. Dazu gehören zum Beispiel einheitliche Kontaktbeschränkungen", fordere die SPD-Politikerin. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte dem RND, die Pandemie treffe ganz Deutschland hart. "Deshalb ist es wichtig, in einem Akt der nationalen Solidarität gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Infektionszahlen sinken und unser gesamtes Gesundheitssystem entlastet wird." Sie erwarte bundeseinheitliche Regelungen bei der Regulierung von Großveranstaltungen und den Regeln für den Einzelhandel. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow betonte, es seien energische Schritte notwendig. "Für ein politisches Hin und Her ist jetzt nicht die Zeit. Es kommt vielmehr darauf an, dass wir am Donnerstag schlüssig erklären, was wir tun wollen", sagte der Linken-Politiker dem RND. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat vor der Bund-Länder-Runde an diesem Donnerstag konsequente Entscheidungen im Kampf gegen die dramatisch hohen Corona-Zahlen verlangt. "Wir dürfen heute in der Ministerpräsidentenkonferenz keine halben Sachen machen, sondern müssen die vierte Welle entschlossen brechen", sagte der aktuelle Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Die Länder brauchen dazu den bewährten Instrumentenkasten der Pandemiebekämpfung." Gerade Hotspots wie Sachsen und Bayern seien dringend darauf angewiesen. "Ein ausgedünnter Instrumentenkasten ist zu wenig", betonte Wüst. Es sei ist richtig, "dass die Politik erkannte Fehler auch korrigiert - gerade, wenn es um unsere Gesundheit, um Leib und Leben geht", sagte Wüst mit Blick auf den voraussichtlichen Nachfolger von Angela Merkel (CDU) im Kanzleramt, Olaf Scholz (SPD). Er sei "dankbar, dass er zugesagt hat, dass er das Infektionsschutzgesetz erneut spürbar nachbessern möchte. Das muss jetzt aber auch konsequent geschehen." Kurz vor den Beratungen von Bund und Ländern spricht sich der geschäftsführende Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) für einen Inzidenzwert zwischen 300 und 400 aus, ab dem strenge Maßnahmen zur Corona-Eindämmung ergriffen werden sollten. "Solange wir ungeimpft waren, war klar: Ab einem Wert von 100 wird es gefährlich. Ein Handeln ab einer Inzidenz von 1.000, wie einige Länder das derzeit machen, ist viel zu spät. Wir brauchen eine Grenze, die meines Erachtens – mit Blick auf den Impferfolg Stand jetzt – etwa einer Inzidenz von 300 bis 400 entspricht", sagte Braun der Zeitung "Rheinische Post". Daraus folge, dass die Kontaktreduktion bei Ungeimpften "sehr groß" sein müsse. "Abstand- und Maskenregel müssen für alle gelten, alles Weitere beraten wir. Doch klar ist: Die Infektionsrate unter Ungeimpften ist zurzeit zehn Mal so hoch wie unter Geimpften." Ihm sei bewusst, dass eine Impfpflicht in der Gesellschaft zu Spaltung führe, "aber eine nicht enden wollende Pandemie eben auch." SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dringt vor der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Donnerstag auf deutlich strengere Maßnahmen, um die vierte Corona-Welle zu brechen. "Erstens müssen alle Schülerinnen und Schüler bis zu den Weihnachtsferien Masken im Unterricht tragen und sich täglich in der Schule testen lassen", sagt Lauterbach der Zeitung "Rheinische Post". "Zweitens sollten die Kontakte Ungeimpfter bundesweit stark reduziert werden, am besten auf nur noch eine Person außerhalb des eigenen Haushalts." Drittens brauche es flächendeckend 2G-Regeln im öffentlichen Leben, auch im Einzelhandel. "Weil aber 25 Prozent der Infektionen durch vollständig Geimpfte weitergegeben werden, sollte 2G plus beispielsweise in Restaurants zur Pflicht werden." Viertens sollten umgehend alle Bars sowie Clubs und Diskotheken schließen, bis die vierte Welle vorüber sei. "Und fünftens sollten alle Krankenhäuser in Deutschland sofort auf einen Notbetrieb umschalten und alle planbaren Operationen verschieben, um genug Kapazitäten für Corona-Patienten und Notfälle freizuhalten." Eine Bundeswehr-Maschine vom Typ A310 MedEvac hat am Mittwoch sechs schwer erkrankte Covid-19-Patienten aus Sachsen ausgeflogen. Nach Angaben des Innenministeriums in Dresden sollen sie nach Köln gebracht und dann auf Krankenhäuser in Köln, Marl, Bonn und Bochum aufgeteilt werden. Zuletzt hatten sie auf Stationen in Krankenhäusern von Dresden, Meißen und Pirna gelegen. Zu ihrem Alter und Geschlecht wurde keine Auskunft erteilt. Schon früher waren Patienten aus Sachsen verlegt worden, wenn eine Überlastung hiesiger Krankenhäuser drohte. Sachsen gehört zum sogenannten Kleeblatt Ost, das noch die Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst. Aber auch in andere Länder werden Patienten verlegt. Vorsorglich hat Sachsen pro Woche 20 Patienten für eine solche Verlegung angemeldet. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat empfindliche Geldstrafen für Verstöße gegen eine mögliche Impfpflicht ins Spiel gebracht. Es gebe verschiedene Pflichten im Leben, die Gurtpflicht beim Autofahren gehöre beispielsweise dazu, sagte er am Mittwoch bei der Eröffnung einer neuen Impfstelle in Nürnberg. "Alles wird im Zweifelsfall durchgesetzt, mit Zwangsgeldern, die sich dann auch steigern können", so Söder. Es müsse nun sehr viele Booster-Impfungen geben, betonte der Ministerpräsident. Ab etwa Februar sei eine allgemeine Impfpflicht vorstellbar. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom Dienstag sei fundamental gewesen und habe das Eingreifen des Staates in persönliche Rechte zum Schutz von Leben gebilligt. Auf dieser rechtlichen Basis sei auch eine Impfpflicht denkbar. Frankreich verlangt bei der Einreise aus Deutschland von Ungeimpften künftig einen PCR-Test, der höchstens 24 Stunden alt ist. Dies teilte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch in Paris mit. Bislang betrug die Frist 48 Stunden. Die Regelung gilt auch für Einreisen aus allen anderen EU-Ländern. Wer geimpft oder genesen ist, braucht den Test nicht. Für Menschen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union gilt künftig grundsätzlich, dass sie bei der Ankunft in Frankreich einen PCR-Test vorweisen müssen – unabhängig davon, ob sie geimpft sind oder nicht. Der Test darf dann höchstens 48 Stunden alt sein. In der Schweiz sind drei Fälle der neuen Coronavirus-Variante Omikron nachgewiesen worden. Das Ergebnis sei mit einer Sequenzierung bestätigt worden, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Gesundheit am Mittwoch. Einer der Fälle betreffe einen doppelt geimpften 19-jährigen Schüler aus der Stadt Basel, berichteten die dortigen Behörden. Der Fall sei bei einem regelmäßigen Massentest an der Schule entdeckt und dann im Einzeltest nachgewiesen worden. Wo sich der Teenager angesteckt hat, war zunächst unbekannt. Er sei nicht verreist gewesen. Der Junge habe leichte Covid-19-Symptome. Ein weiterer Fall wurden im Kanton Basel bestätigt. Wo der dritte Fall entdeckt wurde, war zunächst unklar. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat sich für eine baldige Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht ausgesprochen. "Es muss jetzt zügig gehen, es muss aber auch mit Sorgfalt gemacht werden", sagte Wüst am Mittwoch bei einer Sondersitzung im Düsseldorfer Landtag. "Ich will noch einmal deutlich sagen: Es geht um eine Impfpflicht und nicht um einen Impfzwang." In den vergangenen Wochen und Monaten habe sich gezeigt, dass nicht alle Menschen freiwillig für die Freiheit und Gesundheit aller mitgehen wollten. "Wir haben an die Menschen appelliert, wir haben einfache Impfangebote geschaffen, wir haben informiert – aber wir sehen, dass sich noch nicht alle haben überzeugen lassen", sagte Wüst. Die aktuell schwierige Pandemielage hätten jedoch vor allem die Ungeimpften verursacht. Deshalb sei er froh, dass der Bund die Weichen auf eine Impfpflicht stelle. Zudem verständigte sich sein Kabinett am Mittwoch auf verschärfte Corona-Maßnahmen. "Dazu zählen zum Beispiel die Schließungen von Klubs und Diskotheken", sagte der Ministerpräsident. Auch bei Großveranstaltungen sollen die Kapazitäten "deutlich" verringert werden. In Schulen gilt bereits ab Donnerstag wieder eine Maskenpflicht am Sitzplatz. Der Virologe Streeck hat sich zu seinen Fehlern in der öffentlichen Kommunikation geäußert. Er bereue beispielsweise die Zusammenarbeit mit der Agentur "Storymachine", so Streeck in einem Interview mit der "Zeit". Von der Agentur ließ er sich lange beraten. Dazu sagte er: "Ich bin da komplett naiv reingerannt. Die wissenschaftliche Arbeit war gut, die Kommunikation dazu schlecht". Zudem hat sich der 44-Jährige gegen den wiederholten Vorwurf, dass sich ein HIV-Experte nicht zu Corona-Themen äußern könne, gewehrt. "Wenn sich ein HIV-Experte in der Corona-Diskussion nicht äußern dürfte, dürfte sich etwa Sandra Ciesek nicht äußern, weil sie sich hauptsächlich mit Hepatitis-Viren befasst hat. Und Melanie Brinkmann erst recht nicht, sie ist Biologin, spezialisiert auf Herpesviren bei Mäusen", so Streeck weiter. Über die Aussagen seines Kollegen Christian Drosten ärgere er sich, streitet aber eine Rivalität ab. Streeck erlebt, dass Drosten "öffentlich Dinge sagt, die man als Sticheleien gegen mich wahrnehmen könnte. Ich habe gelernt, sie nicht persönlich zu nehmen, was mir anfangs schwerfiel". Er habe auch darüber nachgedacht, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, der Einsatz in der Corona-Pandemie sei ihm aber zu wichtig. Viele Gesundheitsämter kommen derzeit beim Bearbeiten von positiven Corona-Nachweisen laut der Verbandschefin der Amtsärzte nicht mehr hinterher. "Ich gehe davon aus, dass die gemeldeten Zahlen nur ein Teil der positiven Nachweise sind", sagte die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, der Deutschen Presse-Agentur. Die Gesundheitsämter können demnach – mit regionalen Unterschieden – eingehende Meldungen von Corona-Fällen nicht mehr zeitnah an das zuständige Robert Koch-Institut (RKI) weitergeben, eine Untererfassung sei die Folge. Das stellt die Aussagekraft der aktuellen 7-Tages-Inzidenzen infrage, die eine Entspannung der Corona-Lage suggerieren. Die Gesundheitsämter bräuchten mehr Personal angesichts der hohen Infektionszahlen. "Da muss jetzt etwas passieren. Ich sage das ja schon lange, aber jetzt ist es an der Zeit, dass noch mal deutlich zu wiederholen." Auch die Kontaktnachverfolgung und das Anordnen von Quarantäne seien derzeit stark eingeschränkt, sagte Teichert. Für die bis Jahresende geplante Beschleunigung von Corona-Auffrischimpfungen ist laut Bundesgesundheitsministerium genug Impfstoff verfügbar. Aktuell würden bis einschließlich nächster Woche 28 Millionen Dosen ausgeliefert, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin. Eine Knappheit sei nicht zu sehen. Es hänge aber auch vom Bestellverhalten von Praxen und Impfstellen ab, dass Impfstoff sie erreiche. In der vergangenen Woche habe es einzelne Nachbestellungen gegeben, die dann häufig nicht mehr bedienbar gewesen seien. Den Bund hätten Rückmeldungen aus zehn Ländern erreicht, dass es Probleme gebe – beispielsweise Hessen habe sich aber nicht vorab deswegen gemeldet. Das Gesundheitsministerium erläuterte, dass konkret in dieser und der vergangenen Woche insgesamt 18 Millionen Dosen vom Bund ausgeliefert worden seien, weitere zehn Millionen Dosen sollen kommende Woche folgen. Darüber hinaus stünden noch weitere 25 Millionen Dosen für Verstärkungen ("Booster") schon länger zurückliegender Impfungen zur Verfügung. Dafür können die Impfstoffe von Biontech und Moderna eingesetzt werden, wobei für Biontech vorerst Bestellobergrenzen gelten. Die Maskenpflicht am Sitzplatz im Unterricht gilt ab dem 2. Dezember wieder an allen Schulen in Nordrhein-Westfalen. Das teilte das Schulministerium am Mittwoch in Düsseldorf mit. In Portugal gilt seit Mittwoch wegen steigender Corona-Zahlen wieder der Notfallzustand mit neuen Beschränkungen und Testregeln. Alle Besucher, die auf dem Luftweg einreisen, müssen nun einen negativen Test vorweisen – selbst dann, wenn sie geimpft oder genesen sind. Homeoffice wird von der Regierung in Lissabon "dringend empfohlen". Zudem wird es nach den Jahresendfeiertagen eine "Woche der Zurückhaltung" mit obligatorischem Homeoffice sowie mit geschlossenen Schulen, Universitäten, Bars und Diskotheken geben. Geimpfte und Genesene müssen seit Mittwoch wie Ungeimpfte beim Besuch von Bars und Discos, von Krankenhäusern und Seniorenheimen sowie von Großveranstaltungen ohne feste nummerierte Plätze einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorlegen, berichtete die Zeitung "Público". Neben anderen Maßnahmen gilt auch wieder eine generelle Maskenpflicht in allen geschlossenen öffentlichen Räumen. Zum Besuch von Restaurants, Fitnesszentren, touristischen Einrichtungen und Veranstaltungen mit nummerierten Plätzen gilt die 3G-Regel. Mit 87 Prozent hat Portugal eine der höchsten Impfquoten der Welt, 11 Prozent der Menschen haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die Sieben-Tage-Inzidenz klettert allerdings schon seit vielen Wochen. Sie lag zuletzt über 200. Einreisende, die per Flugzeug oder Schiff nach Irland kommen, müssen ab Freitag zusätzlich zu einem Impf- oder Genesenennachweis vor dem Einsteigen einen negativen Corona-Test vorweisen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Dublin am Mittwoch mit. Demnach dürfen PCR-Tests bei der Einreise höchstens 72 Stunden alt sein, für Antigen-Tests gilt eine Frist von 48 Stunden. Wer nicht geimpft oder genesen ist, braucht zwingend einen negativen PCR-Test. Kinder unter elf Jahren sollen voraussichtlich von der Testpflicht ausgenommen sein. Die Verschärfung der Einreisebestimmungen kommt vor dem Hintergrund der Sorge über die Omikron-Variante des Coronavirus. Die Maßnahme soll dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender RTÉ zufolge auch für Reisende aus Großbritannien gelten. Der bayerische Gesundheitsminister und Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek, fordert eine Gehaltsverdopplung für Intensivpflegekräfte. "Ich schlage vor, dass wir das Gehalt der Pflegekräfte auf den Intensivstationen für die kommenden zwölf Monate steuerfrei stellen oder dass wir es durch einen Staatszuschuss für dieses Jahr verdoppeln", sagte der CSU-Politiker der "Zeit". Holetschek reagiert mit dieser Forderung auf den akuten Mangel an Pflegepersonal. Es brauche nachhaltige Lösungen, beispielsweise solle die Wohnsituation und Kinderbetreuung der Pflegekräfte verbessert und Zuschüsse zum Wohnen gezahlt werden. "Wir müssen das jetzt wirklich groß denken, auch mit Hilfen außerhalb des Gesundheitssystems, sonst kommen wir in der nächsten Welle in die gleiche Situation." so Holetschek weiter. Die ersten beiden bayerischen Landkreise dürfen die wegen Inzidenzen von mehr als 1.000 verhängten verschärften Corona-Regeln wieder lockern. Ostallgäu und Deggendorf lagen am Mittwoch den jeweils fünften Tag am Stück wieder unter der Schwelle. Damit fallen dort die zusätzlichen Beschränkungen ab Donnerstag weg. Dann ist in den beiden Landkreisen unter anderem der Zutritt zu Sportstätten, Kulturbereich, Bädern und Fitnessstudios für Geimpfte oder Genesene jeweils mit Test (2G plus) wieder erlaubt. Mit 2G können Gastronomie und Beherbergungsbetriebe wieder besucht werden, zudem Einrichtungen der Aus- Fort- und Weiterbildung, Fahrschulen und körpernahe Dienstleistungen. Im Handel können wieder mehr Kunden in die Geschäfte. Am Mittwoch lagen laut Robert Koch-Institut nur noch vier bayerische Landkreise über 1.000. In den nächsten Tagen könnten dementsprechend in weiteren Landkreisen die Maßnahmen aufgehoben werden, sofern der Trend anhält. In Saudi-Arabien ist ein Fall der Coronavirus-Variante Omikron festgestellt worden. Der Infizierte sei aus einem nordafrikanischen Land nach Saudi-Arabien eingereist, teilte das Gesundheitsministerium der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge am Mittwoch mit. Er und seine Kontaktpersonen seien isoliert worden. In der Nahost-Region waren – abgesehen von Israel – bisher keine Omikron-Infektionen bekannt geworden. Aus Sorge vor einer Ausbreitung der Omikron-Variante hatte das Land vergangene Woche bereits Flüge aus mehreren afrikanischen Ländern ausgesetzt. Die Linke befürwortet angesichts der angespannten Corona-Lage die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht und spricht sich für einen Lockdown aus. "Wir brauchen jetzt akute Maßnahmen. Die Linke steht an der Seite der Wissenschaft und fordert deshalb einen Lockdown sowie eine allgemeine Impfpflicht für Volljährige als Mittel zum Kampf gegen die herrschende Sars-CoV-2-Pandemie", heißt es in einem Beschluss des Parteivorstands vom Dienstagabend. Die Impfpflicht werde die vierte Corona-Welle nicht mehr brechen können, sei aber als Ultima Ratio ein entscheidendes Instrument, weitere Wellen zu verhindern und Menschenleben zu retten. Die Parteispitze spricht von einer "solidarischen Notbremse" und fordert eine "sofortige Kontaktreduktion und Absage von Großveranstaltungen", mehr Tests und ein Recht auf Homeoffice. Konkrete weitere Bereiche für Schließungen im Sinne eines Lockdowns werden in dem Beschluss nicht genannt. Alle Maßnahmen müssten sozial aufgefangen werden. Menschen in Kurzarbeit sollten nach den Vorstellungen der Linken 90 Prozent vom Lohn erhalten. "Es braucht einen lückenlosen sozialen Schutzschirm – ohne Wenn und Aber." In den Krankenhäusern in Österreich kommt es der Regierung zufolge angesichts der hohen Zahl an Corona-Patienten bereits zu Triagen. Der seit über einer Woche geltende Lockdown zeige zwar mittlerweile Wirkung, die Infektionszahlen seien aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Lage in den Krankenhäusern sei dramatisch, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Dienstagabend im Hauptausschuss des Parlaments. Triagen würden bereits nicht nur bei leichten Operationen, sondern auch bei jenen für Krebspatienten stattfinden, sagte der Minister. In manchen Fällen müsse darüber entschieden werden, welcher Patient mehr Überlebenschancen habe. Die Kapazitätslage werde sich in den nächsten ein, zwei Wochen weiter zuspitzen – vor allem im Hinblick auf personelle Ressourcen. Berlins noch amtierender Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), geht von einer erneuten Schließung von Clubs und Diskotheken aufgrund der Corona-Pandemie aus. "Die Einschränkung von Diskotheken und Clubs, das wird auch bundesweit sicherlich beschlossen werden", sagte Müller am Dienstagabend in der RBB-Sendung "Wir müssen reden" mit Blick auf die neuerlichen Bund-Länder-Gespräche an diesem Donnerstag zu weiteren Maßnahmen. Müller rechne zudem damit, dass auch die Zuschauerbegrenzung in Fußballstadien weiter runtergeschraubt werden könnte. "50.000 werden wir nicht mehr sehen, davon bin ich fest überzeugt, das hat nun jeder Ministerpräsident verstanden." In Berlin sind bei Großveranstaltungen im Olympiastadion demnach derzeit 5.000 Zuschauer zugelassen. Hier sei "die Fahnenstange" aber noch nicht erreicht. Die neue Coronavirus-Variante Omikron kann nach den Worten des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, mit den allgemein verwendeten PCR- und Antigentests entdeckt werden. Das sei eine "sehr gute Nachricht", sagte Mertens der "Schwäbischen Zeitung" (Mittwoch). Für die Omikron-Variante gibt es bereits erste Nachweise in Deutschland. Auf die Frage, was bisher über die neue Variante bekannt sei, sagte Mertens, es seien Beobachtungsstudien nötig. Es solle dabei herausgefunden werden, "wie die Krankheitsverläufe zum Beispiel bei älteren und vorerkrankten Menschen sind". Er fügte hinzu: "Es wird etwas dauern, bis hier Klarheit besteht." In der Debatte über weitere Kontaktbeschränkungen sagte der Stiko-Vorsitzende dem Blatt, Virusverbreitung und Virusübertragung müssten drastisch vermindert werden. Das sei das "Einzige, was derzeit sofort hilft". Mertens sagte weiter: "Die Virusübertragung erfolgt derzeit vor allem durch Ungeimpfte. Aber auch Geimpfte sind, wenn auch deutlich weniger, daran beteiligt." Um die Pandemie effektiv zu bekämpfen, muss es nach Ansicht von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auch Kontaktbeschränkungen für Geimpfte geben. "Der Bund muss die Rechtslage ändern an der Stelle", sagt die SPD-Politikerin im ZDF. Sicherlich müssten die Beschränkungen für Ungeimpfte sehr viel härter ausfallen und auch verschärft werden. "Aber große Familienfeiern mit 50 Leuten wird es auch nicht mehr geben", sagt Schwesig. In Nigeria sind die ersten Omikron-Fälle bereits im Oktober aufgetaucht. Allerdings sei die neue Variante des Coronavirus erst jetzt bei einer nachträglichen Sequenzierung nachwiesen worden, teilt die Gesundheitsbehörde NCDC mit. Es habe sich um Corona-positiv getestete Reisende nach Nigeria gehandelt, deren Proben im Oktober gesammelt worden seien. Weitere Details wurden nicht genannt. Zudem bestätigten sich zwei aktuelle Verdachtsfälle. Zwei Personen, die vergangene Woche aus Südafrika eingereist seien, seien positiv auf die Omikron-Variante getestet worden. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, rechnet mit etwa 6.000 Corona-Intensivpatienten bis Weihnachten. Dies sei unabhängig davon, was jetzt von der Politik an Maßnahmen beschlossen werde, sagt er im ZDF. Die Lage sei "besonders bedrohlich", weil etwa 4.000 Intensivbetten weniger als vor einem Jahr zur Verfügung stünden. "Die Lage wird wirklich zunehmend enger", sagt er. Marx fordert von den Ampel-Parteien die Wiedereinführung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Auch ein zeitlich begrenzter Lockdown oder eine bundesweite Notbremse könne helfen. "Wir müssen die Kliniken vor dem Kollaps bewahren." Der bisherige Höchststand an Corona-Intensivpatienten lag am 3. Januar bei 5745. FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae hält eine Zustimmung seiner Partei zu einer Impfpflicht durchaus für möglich. "Man kann nicht einfach stur sagen, wir verschließen uns neuen Erkenntnissen", sagt Thomae im ZDF-Morgenmagazin. Die Impfquote von aktuell rund 70 Prozent reiche nicht aus. "Und deswegen muss man auch jetzt reagieren und überlegen, was ist das angemessene, notwendige, geeignete Mittel. Das kann auch eine Impfpflicht sein", betont Thomae, der einer der Beschwerdeführer vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Bundesnotbremse war. Mit Blick auf weitere mögliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sagte er: "Es wäre völlig falsch, jetzt Dinge kategorisch von vorne herein auszuschließen." Aber die Karlsruher Richter, die die Bundesnotbremse für verfassungsgemäß erklärt hatten, hätten betont, Politik müsse immer "das mildeste Mittel suchen", um die Krise zu bekämpfen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will die Impfkapazitäten im Bundesland schnell ausbauen. "Unser Ziel ist es, in den nächsten Wochen, also spätestens bis nächste Woche, 100 zusätzliche Impfmöglichkeiten zu schaffen für die Menschen im Land", sagte er am Mittwochmorgen im RBB-Inforadio. Dazu gehörten fest installierte Impfstellen, aber auch kleinere, zeitlich begrenzte Impfaktionen sowie mobile Impfteams. "Niedrigschwellige Angebote heißt, wir wollen möglichst ohne Terminvergabe arbeiten in vielen Bereichen." Die Nachfrage sei inzwischen - anders als noch vor einigen Wochen – wieder sehr hoch. Das größte Problem sei dabei nicht die Organisation neuer Impfstellen, sondern die Beschaffung von Impfstoff. "Seitdem der Bundesgesundheitsminister gesagt hat, Biontech steht nicht mehr so zur Verfügung, wir müssen jetzt Moderna nehmen, hat sich leider die Liefersituation bei beiden Impfstoffen deutlich verschlechtert und das ist momentan noch unser Hauptproblem", sagte der Ministerpräsident. In Brasilien sind am Dienstag die ersten beiden Fälle mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron festgestellt worden. Es könnte sich dabei auch um den ersten Fall in Lateinamerika überhaupt handeln. Proben von zwei Brasilianern, die durch das renommierte Hospital Albert Einstein positiv auf die Omikron-Variante getestet wurden, würden für eine bestätigende Laboranalyse eingeschickt werden, hieß es in einer Mitteilung der brasilianischen Gesundheitsüberwachungsbehörde Anvisa am Dienstag (Ortszeit). Nach Angaben des Nachrichtenportals "G1" handelt es sich um brasilianische Missionare, die in Südafrika leben. In der Millionen-Metropole São Paulo, der größten Stadt Brasiliens, war im Februar 2020 auch der erste Coronavirus-Fall in dem Land registriert worden. Insgesamt haben sich in Brasilien nach offiziellen Angaben inzwischen mehr als 22 Millionen Menschen infiziert. Fast 614.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben – mehr Tote gibt es nur in den USA. Brasilien hat rund 210 Millionen Einwohner. Zuletzt erklärte sich São Paulo mit einer Impfquote von etwas über 100 Prozent zur "Impfhauptstadt der Welt". Grund für diese ungewöhnlich Zahlenangabe ist, dass in São Paulo auch Menschen geimpft wurden, die ihren Wohnsitz anderswo haben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät besonders gefährdeten Menschen, Reisen zu verschieben. Dazu gehörten über 60-Jährige sowie gesundheitlich angeschlagene Personen, heißt es in einer Erklärung. Reisende in die USA müssen einem Zeitungsbericht zufolge wegen der Omikron-Variante mit verschärften Corona-Tests bei der Einreise rechnen. Die US-Regierung erwäge weitere Maßnahmen, darunter eine siebentägige Quarantäne und zusätzliche verpflichtende Tests einige Tage nach der Ankunft, berichtet die "Washington Post". Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich irritiert gezeigt von der Bund-Länder-Schalte zur Corona-Pandemie. "Das war heute schon ein bisschen unsortiert", sagte er am Dienstag nach der Videokonferenz dem SWR. Es habe sich nicht um ein Beschlussgremium gehandelt, sondern um ein sogenanntes Kamingespräch, wo nur Vorschläge gesammelt würden. Diese sollen am Mittwoch zusammengetragen und erst auf der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag beschlossen werden. "Das ist schon sehr ungewöhnlich", meinte Kretschmann. Die Chefs der Staatskanzleien würden eigentlich Vorlagen erarbeiten, die dann beschlossen würden. "Das ist jetzt umgedreht. Das Verfahren wünsche ich mir für die Zukunft allerdings nicht." Das meiste, was Bund und Ländern beschließen würden, werde in Baden-Württemberg bereits gemacht, sagte Kretschmann dem Sender. Was noch besprochen werden müsse, sei eine 2G-Regel für den Einzelhandel – also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene. Großveranstaltungen werde man einschränken. Der Regierungschef kündigte an, man wolle die neue Verordnung nach den Beschlüssen von Bund und Ländern vom Donnerstag am Freitag in Kraft setzen. Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat seine Auffassung verteidigt, dass es bei der Abstimmung über eine allgemeine Corona-Impfpflicht im Bundestag keinen Fraktionszwang geben soll. "Das ist eine gute Praxis bei so grundlegenden Fragen", sagte Scholz am Dienstagabend in den ARD-"Tagesthemen". "Fast jeder Deutsche hat dazu eine Meinung. Ich glaube, das sind genau die Fälle, die so entschieden werden müssen." Üblicherweise stimmen Fraktionen im Parlament geschlossen ab. Allerdings gab es auch in der Vergangenheit Abweichungen von diesem Prinzip, zum Beispiel bei Themen wie Sterbehilfe oder Organspenden. Scholz selbst will einer allgemeinen Impfpflicht zustimmen und rechnet mit einer Einführung im Februar oder März. Nicht genau festlegen wollte sich Scholz, ob auch die Auffrischungsimpfungen künftig verpflichtend sein sollen. "Wir diskutieren über die Frage, wann es so ist, dass die alte Impfung nicht mehr den vollständigen Impfschutz gewährleistet", sagte er im ZDF-"heute journal". Wissenschaftler würden derzeit die Auffassung vertreten, dass es nach sechs Monaten "dringend erforderlich" sei, eine neue Impfung zu bekommen. In der Europäischen Union würde darüber diskutiert, dass nach neun Monaten kein vollständiger Impfschutz mehr gegeben sei. "Ich glaube, das ist etwas, wo wir uns einklinken sollten." Allerdings gebe es dann auch die Verpflichtung von Kommunen, Landkreisen, Bundesländern und dem Bund, diese Booster-Impfungen auch zu ermöglichen. Ein Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Notfallzulassung für ein Corona-Medikament des US-Pharmakonzerns Merck empfohlen. Dafür sprachen sich die Mitglieder des Gremiums am Dienstag nach stundenlanger Diskussion per Abstimmung aus. Das Abstimmungsergebnis ist für die FDA nicht bindend, meist folgt die Behörde aber der Einschätzung der Berater. Eine Notfallzulassung der FDA könnte nun innerhalb weniger Tage folgen. Merck hatte vor einigen Wochen mitgeteilt, dass das als Tablette verabreichte Medikament nach einer klinischen Studie bei Risiko-Patienten die Wahrscheinlichkeit sehr schwerer Verläufe deutlich reduziere. In der Studie hätten Corona-Patienten mit milden bis moderaten Symptomen, die mit einem Placebo behandelt wurden, in 14,1 Prozent der Fälle innerhalb von 29 Tagen ins Krankenhaus gemusst oder seien gestorben. In der Patienten-Gruppe, die mit dem Molnupiravir benannten Medikament behandelt wurde, seien es mit 7,3 Prozent nur etwa halb so viele gewesen. Die Zahlen basieren auf einer Auswertung der Daten von 775 Corona-Patienten. Alle Probanden wiesen mindestens einen Risikofaktor auf, der einen schweren Verlauf wahrscheinlich macht. In der Testgruppe, die das Merck-Medikament erhielt, habe es im Studienzeitraum keine Todesfälle gegeben, teilte das Unternehmen mit. Dagegen seien acht Menschen gestorben, die das Placebo erhielten. Die FDP steht hinter Vorschlägen des designierten Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) für den weiteren Kurs in der Corona-Pandemie. "Die Vorschläge von Olaf Scholz in der heutigen Runde waren natürlich mit der FDP abgestimmt. Sie finden unsere uneingeschränkte Unterstützung", hieß es am Dienstagabend aus der Partei. Und: "Wir plädieren gemeinsam dafür, dass die Länder ihre bestehenden Möglichkeiten zur Kontaktbeschränkung nutzen. Zugleich wollen wir pauschale und flächendeckende Lockdowns vermeiden." Scholz hatte in den Stunden zuvor mit Kanzlerin Angela Merkel und den Regierungschefs der Länder über das weitere Vorgehen beraten. Biontech-Chef Ugur Sahin ist zuversichtlich, dass Corona-Impfstoffe auch im Fall von Omikron und folgenden weiteren Virus-Varianten vor schweren Krankheitsverläufen schützen werden. Omikron sei nicht die erste Corona-Variante, die aufgetaucht sei, sagte Sahin am Dienstagabend in Mainz vor der Verleihung eines Preises an ihn und seine Frau. Der Mainzer Impfstoffhersteller arbeitet neben den laufenden Labortests zur Untersuchung der neuen Corona-Variante auch an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs – vorbeugend für den Fall, dass dieser notwendig werden könnte. Erste Zwischenergebnisse dazu lägen noch nicht vor, sagte der Firmenchef. Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci erklärte, Pandemien werde es in Zukunft immer wieder geben – wegen der weltweit gestiegenen Mobilität vielleicht sogar noch häufiger. "Das Beste, um sich darauf vorzubereiten, ist Übung", betonte sie. Die Welt habe im Umgang mit der Corona-Pandemie viel lernen können – auf wissenschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene. Das Ehepaar wurde am Dienstagabend für die Entwicklung des Corona-Impfstoffs mit dem Preis der türkischen Aydin-Dogan-Stiftung ausgezeichnet. Nach dem Auftreten der neuen Omikron-Variante des Corona-Virus hat UN-Generalsekretär António Guterres zu einem "globalen Impfplan" aufgerufen. Nur ein solcher Impfplan könne die Pandemie beenden, sagte Guterres am Dienstag zum Auftakt eines virtuellen Außenministertreffens der Gruppe der 77 Entwicklungstaaten und Chinas. Dass bei der Impfstoffversorgung immer noch eine breite Lücke zwischen armen und reichen Ländern klafft, nannte er "ungerecht und unmoralisch". Obwohl in Rekordzeit Vakzine gegen das Coronavirus entwickelt worden seien, seien dieses Jahr mehr Menschen an Covid-19 gestorben als 2020, sagte Guterres weiter. Nach wie vor habe Covid-19 "verheerende Auswirkungen" in allen Staaten. Deshalb müsse "jeder überall auf der Welt Zugang zu Impfstoffen, Tests und Therapien" bekommen. Guterres erinnerte an das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), "bis Ende des Jahres 40 Prozent der Weltbevölkerung und 70 Prozent bis Mitte des kommenden Jahres zu impfen". Nach UN-Angaben haben bisher zwölf Länder mit mittlerem Einkommen, 27 Länder mit höherem Einkommen und 71 Länder mit sehr hohem Einkommen die 40-Prozent-Marke bei ihrer Bevölkerung überschritten – aber keines der einkommensschwachen Länder. Bis zum 25. November hatten demnach weltweit 4,15 Milliarden Menschen mindestens eine Dosis erhalten, 3,2 Milliarden waren doppelt geimpft. Grünen-Chef Robert Habeck fordert, sofort mit den Vorbereitungen für eine allgemeine Impfpflicht zu beginnen. "Natürlich wäre eine Impfpflicht ein weitgehender Eingriff in die Freiheit des Einzelnen. Aber sie schützt eben Leben und letztlich auch die Freiheit der Gesellschaft", sagte Habeck am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Um in Zukunft die Oberhand zu behalten und eine fünfte Welle zu verhindern, müssen wir jetzt die Vorbereitungen für eine allgemeine Impfpflicht treffen." Eine hohe Impfquote sei die beste Chance, auf lange Sicht einen Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern, Menschenleben zu retten und langfristig zu einer neuen Normalität zurückkehren zu können, sagte Habeck, der nächste Woche als Vizekanzler und Minister für Wirtschaft und Klimaschutz der neuen Bundesregierung vereidigt werden soll. "Hierfür gilt es jetzt umgehend die Weichen zu stellen." Nach Informationen der "Welt" habe sich auch die Mehrheit der Grünen-Abgeordneten für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen. Nur vereinzelte Stimmen sollen sich bei diesem Thema noch unsicher gewesen sein. Auch in Baden-Württemberg sind nun die ersten Fälle der neuen Coronavirus-Variante Omikron aufgetaucht. Das Gesundheitsamt im Alb-Donau-Kreis habe vier Personen gemeldet, die sich nachweislich mit der Mutation infiziert hätten, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Drei der Infizierten seien von einer Geschäftsreise aus Südafrika zurückgekehrt, die vierte Person stamme aus dem familiären Umfeld von einem der Reiserückkehrer. Alle vier Personen seien vollständig geimpft. Eine vom Landesgesundheitsamt durchgeführte Mutationsanalyse habe die neue Variante bestätigt. Die Infizierten lebten im Alb-Donau-Kreis sowie im Stadtkreis Ulm und befänden sich zusammen mit ihren Haushaltsangehörigen in häuslicher Isolation. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnt vor einer Überreaktion auf die neuartige Omikron-Variante. "Ich verstehe die Sorgen aller Länder gut, die ihre Bürger gegen eine Variante schützen wollen, die wir noch nicht vollständig verstehen", sagt er. "Aber gleichermaßen bin ich über die stumpfen Pauschalmaßnahmen mancher Staaten besorgt, die nicht auf Beweislagen beruhen oder für sich genommen effektiv sind, und Ungleichheiten nur verschlimmern werden." In Bayern gibt es 15 neue Verdachtsfälle auf die Omikron-Variante des Coronavirus. Diese seien bei am Sonntag mit dem Flugzeug aus dem südafrikanischen Kapstadt eingereisten Flugreisenden festgestellt worden, teilte das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Dienstag in München mit. Der Omikron-Verdacht ergab sich demnach durch spezifische PCR-Tests in Verbindung mit der Reiseanamnese. Sollte sich der Verdacht bestätigen, gäbe es 18 Omikron-Nachweise in Bayern. Wie das Landesamt mitteilte, geht es allen 18 Infizierten "den Umständen entsprechend gut". Schwere Krankheitsverläufe seien nicht beobachtet worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt die neue Omikron-Variante des Coronavirus "extrem ernst". Das betonte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf. Er wandte sich an Minister und Diplomaten der 194 Mitgliedsländer, die an einer WHO-Sondersitzung über einen möglichen weltweiten Pandemievertrag teilnahmen. Die WHO teilte ihre bisherigen Erkenntnisse über Omikron anschließend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Solange die Welt es zulasse, dass die Pandemie sich hinziehe, seien Entwicklungen wie die Herausbildung einer neuen Virusvariante nicht überraschend, sagte Tedros. Dass die Pandemie bislang nicht beendet worden sei, liege unter anderem daran, dass die Impfstoffe unfair verteilt seien und dass Schutzmaßnahmen nicht überall konsequent umgesetzt würden. Der Großteil der Impfstoffe wurde bislang in reichen Ländern verabreicht, während mehrere Dutzend ärmere Länder mangels Impfstoff nach wie vor erst einen Bruchteil ihrer Bevölkerungen impfen konnten. Wegen der neuen Omikron-Variante des Coronavirus schränkt auch Spanien den Flugverkehr mit sieben südafrikanischen Ländern drastisch ein. Vom 2. bis 15. Dezember dürfen keine Flugzeuge aus Südafrika, Botsuana, Simbabwe, Namibia, Lesotho, Eswatini, Mosambik und Malawi in Spanien landen, wie die Regierung am Dienstag nach einer Kabinettssitzung bekanntgab. Das Landeverbot werde gegebenenfalls verlängert, erklärten das Gesundheits- und das Verkehrsministerium. Ausnahmen sollen den Angaben zufolge lediglich für Flüge mit "ausschließlich spanischen Staatsbürgern mit Wohnsitz in Spanien sowie Einwohnern von Andorra" und Passagieren auf der Durchreise in ein Land außerhalb des Schengen-Raums mit einem Zwischenstopp von weniger als 24 Stunden gelten. Letztere dürfen in Spanien aber nicht die Transitzone des Flughafens verlassen. Die Bundeswehr weitet ihren Corona-Hilfseinsatz in Mecklenburg-Vorpommern aus. Von diesem Mittwoch an sind 131 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz, wie ein Sprecher des Landeskommandos auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Schwerin mitteilte. Am Dienstag waren es demnach 110. Sie seien in der Hansestadt Rostock sowie in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte, Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim, Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald eingesetzt. Sie helfen den örtlichen Behörden den Angaben zufolge beim Testen, bei der Kontaktnachverfolgung sowie in Impfzentren. Bis zu 45 weitere Covid-Patienten sollen in den kommenden Tagen in den norddeutschen Bundesländern aufgenommen werden. Das sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag in Hannover. Niedersachsen koordiniert dies für die norddeutschen Bundesländer. Diese Aufnahmen sind notwendig, da die Gesundheitssysteme mehrerer Bundesländer wegen der Corona-Lage überlastet sind und Menschen dort nicht mehr oder begrenzt aufgenommen werden können. Aus welchen Bundesländern diese Menschen kommen, war zunächst nicht bekannt. Laut Pistorius sind bislang 36 Menschen in norddeutschen Krankenhäusern aufgenommen worden, beziehungsweise einige Verlegungen dauerten am Montagnachmittag noch an. Fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland befürworten einer Umfrage zufolge angesichts der Pandemie-Lage einen Lockdown. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten "Trendbarometer" von RTL und ntv hervor. Die coronabedingte Schließung etwa von Geschäften und Freizeiteinrichtungen sowie Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen halten demnach 65 Prozent der Befragten für richtig. 31 Prozent sind gegen einen Lockdown auch bei weiter steigenden Fallzahlen. Auch die Zustimmung zu einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus wächst demnach: 71 Prozent der Befragten waren für die Maßnahme, 26 Prozent dagegen. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte für die Umfrage Ende vergangener Woche rund 1.000 Menschen, allerdings noch vor dem breiten Bekanntwerden der neuen Corona-Variante Omikron. Die Corona-Zahlen in Sachsen sind weierhin sehr hoch. Das Bundesland bleibt mit einer Inzidenz von 1.268,9 der Corona-Hotspot in Deutschland. Im bundesweiten Vergleich erreicht der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge laut RKI am Dienstagmittag die höchste Inizidenz. Sie liegt bei 2.133,6. Danach folgen der Erzgebirgskreis (1.950,5) und Bautzen (1.791,2). Zur Eindämmung des Corona-Infektionsgeschehens sollen Klubs und Bars in Nordrhein-Westfalen einem Bericht zufolge wieder geschlossen werden. Das sieht nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" eine geplante Verschärfung der Coronaschutzverordnung des Landes vor, wie aus einer Vorabmeldung vom Dienstag hervorging. Demnach soll auch die maximale Auslastung der Fußballstadien erneut begrenzt werden. In Klubs und Bars sei über die Luca-Warn-App ein signifikantes Infektionsgeschehen messbar gewesen, habe es zur Begründung aus CDU-Kreisen geheißen. Geisterspiele in Fußballstadien soll es nach Informationen der Zeitung jedoch nicht geben. Stattdessen sollen die Stadien bis zu einem Drittel ausgelastet werden können. Das 2G-Konzept des 1. FC Köln habe sich bewährt, hieß es. Weihnachtsmärkte sollen demnach weiterhin für Geimpfte und Genesene geöffnet bleiben. Der Berliner Senat strebt eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen an. Geplant seien unter anderem Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, strengere Obergrenzen für Veranstaltungen und eine 2G-Regelung für Weihnachtsmärkte, kündigte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung an. Dort hätten dann nur noch geimpfte und genesene Menschen Zutritt. Einen Beschluss zu den angedachten Maßnahmen fasste der Senat zunächst jedoch noch nicht. Man wolle die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen vom Dienstag und mögliche Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen auf Bundesebene abwarten, so Kalayci. Sie stellte allerdings einen Senatsbeschluss noch im Verlauf dieser Woche in Aussicht. Der designierte Bundesjustizminister, Marco Buschmann (FDP), hat sich nach den Urteilen des Bundesverfassungsgerichts weiter gegen einen flächendeckenden Lockdown ausgesprochen. "Wir haben einen sehr umfangreichen Maßnahmenkatalog", betonte Buschmann in Berlin im Bezug auf die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen. Er und seine Partei respektieren die Entscheidungen des Gerichts, obwohl sich die FDP ein anderes Ergebnis gewünscht hätte. Buschmann begründete seine Haltung gegen einen Lockdown unter anderem damit, dass das Infektionsgeschehen in Deutschland unterschiedlich stark ausgeprägt sei. In Ländern wie Sachsen, Thüringen oder Bayern könne man aktuell nicht die gleichen Regeln anwenden wie etwa in Schleswig-Holstein. Anstatt die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen zu ändern, sei es deshalb wichtiger, dass die geltenden Maßnahmen auch von allen Bundesländern vollständig genutzt würden: "In Sachsen müsste beispielsweise mehr getan werden", so Buschmann. Als Beispiele nannte der FDP-Politiker etwa das Schließen von Clubs und Diskotheken und die Reduzierung von Großveranstaltungen. Die Universität Oxford, Partner des Impfstoffherstellers Astrazeneca, sieht keine Hinweise auf einen mangelnden Schutz vor schweren Krankheitsverläufen bei der Virusvariante Omikron. Die Wirksamkeit des mit Astrazeneca entwickelten Vakzins werde in dieser Hinsicht genau untersucht, teilt die Uni weiter mit. Es gebe bisher nur begrenzt Daten zu Omikron. Sollte es aber notwendig sein, könnte rasch eine neue Version des Impfstoff entwickelt werden. In den Niederlanden ist die neue Omikron-Variante des Coronavirus schon deutlich früher aufgetreten als bisher vermutet. Wie das niederländische Institut für öffentliche Gesundheit (RIVM) am Dienstag mitteilte, wurde die Variante in zwei Testproben nachgewiesen, die auf den 19. und 23. November datiert sind. Südafrika hatte die Entdeckung der neuen Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 am 24. November offiziell bekanntgegeben. Die niederländischen Behörden waren bisher davon ausgegangen, dass es sich bei 14 Reisenden aus Südafrika um die ersten Infizierten mit der Omikron-Variante handelte. Diese waren am 26. November in zwei Fliegern aus Südafrika am Flughafen Schiphol angekommen. Noch sei unklar, ob sich die am 19. und 23. November getesteten Infizierten ebenfalls im Süden Afrikas aufgehalten hatten, erklärte das RIVM. Die Betroffenen seien informiert worden, die Behörden kümmerten sich um eine um eine Nachverfolgung ihrer Kontakte. In der vergangenen Woche wurden über 162.000 Covid-19-Impfungen in rheinland-pfälzischen Arztpraxen verabreicht. Das sei eine Steigerung gegenüber der Vorwoche um 70 Prozent, teilte die Kassenärztliche Vereinigung am Dienstag mit. Ein Großteil (132.000) seien Auffrischimpfungen, aber auch die Zahl der Erstgeimpften sei deutlich gestiegen. Mehr als 500 Praxen hätten sich gemeldet, um auch fremde Patientinnen und Patienten zu impfen. Der Interessenverband der akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) warnt angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen, dass die Labore in einigen Regionen an ihre Grenzen stoßen. Die bundesweite Auslastung der Labore bei PCR-Tests habe in der vergangenen Woche bei 85 (Vorwoche: 86) Prozent gelegen, die Positivrate der SARS-CoV-2-PCR-Test sei auf 21,2 Prozent von 19,9 Prozent gestiegen. "In Ländern wie Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg oder Thüringen steht die Ampel nun schon seit längerer Zeit wieder auf Rot", sagt ALM-Vorstand Evangelos Kotsopoulos. Bei einer hohen Auslastung könnten schon bei kleineren Ausfällen von Personal oder Geräten die Befundlaufzeiten auf mehrere Tage steigen. Die in den Laboren eingesetzten PCR-Systeme detektierten die Omikron-Variante zweifelsfrei, fügt ALM-Vorsitzender Michael Müller hinzu. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage eine scharfe Einschränkung öffentlicher Veranstaltungen angekündigt. Man werde "ziemlich sicher" regeln, dass Fußballspiele und Sportgroßveranstaltungen nur noch ohne Publikum stattfinden können, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Freizeitbetriebe wie Clubs und Diskotheken werde man schließen. Die Abgabe von Alkohol im öffentlichen Raum soll verboten werden, sofern sich die Lage auf den Intensivstationen nicht bessert. Kretschmann sagte, dass man diese weitergehenden Maßnahmen in dieser Woche beschließen wolle. Die neue Verordnung solle am Donnerstag in Kraft treten. In Deutschland sind mittlerweile knapp 55 Millionen Erwachsene vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht einer Impfquote von 79,1 Prozent der Bevölkerung ab 18 Jahre, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervorgeht. "Von diesen 55 Mio hat mehr als jeder Sechste (9,66 Mio) den empfohlenen Booster bereits erhalten", twitterte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag. Bei den 12- bis 17-Jährigen beträgt die Quote der vollständig Geimpften nach RKI-Angaben 46,1 Prozent. In der EU wurden bislang 42 Omikronfälle entdeckt. Sie seien in zehn EU-Ländern aufgetreten, teilt die Gesundheitsbehörde der Europäischen Union mit. Sechs mögliche weitere Fälle würden noch untersucht, sagt Andrea Ammon, Leiterin des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten. Bei den bestätigten Fällen gebe es entweder keine Symptome oder milde Verläufe. Die neue Coronavirus-Variante Omikron ist auch im französischen Überseegebiet La Réunion nachgewiesen worden. Paris sei am Montagabend über den Fall informiert worden, sagte Frankreichs Regierungssprecher Gabriel Attal am Dienstag dem Sender Europe 1. Die infizierte Person sei Mitte November nach Mosambik gereist und am 21. November nach La Réunion zurückgekehrt. Die Insel liegt östlich von Afrika im Indischen Ozean. Omikron-Verdachtsfällen auf dem französischen Festland werde derzeit nachgegangen, sagte Attal. Am Sonntag hatte das französische Gesundheitsministerium mitgeteilt, zunächst seien acht Verdachtsfälle identifiziert worden. Vor den Bund-Länder-Gesprächen hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erneut härtere Kontaktbeschränkungen in Deutschland gefordert. "Von der heutigen Bund-Länder-Schalte muss eine deutliche Warnung an die Bevölkerung ausgehen", sagte er am Dienstag der "Bild"-Zeitung. "Alle unnötigen Kontakte müssen in den kommenden Wochen unterbleiben." Die Länder seien bereit zu handeln. Der Chef des US-Pharmakonzerns Moderna, Stephane Bancel, rechnet damit, dass die gegenwärtigen Corona-Impfstoffe wahrscheinlich nicht so wirksam gegen die neue Omikron-Variante sein dürften wie gegen die bislang dominierende Virus-Variante Delta. Von einer Wirksamkeit wie bei der Delta-Variante gehe er derzeit nicht aus, sagt Bancel der "Financial Times". "Ich denke, es wird ein erheblicher Rückgang sein. Ich weiß nur nicht, wie viel, weil wir die Daten abwarten müssen. Aber alle Wissenschaftler, mit denen ich gesprochen habe, sind der Meinung: 'Das wird nicht gut sein'." Die baden-württembergische Landesregierung will nun doch nicht wie angekündigt bereits am Dienstag schärfere Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie beschließen. "Mit Blick auf die ja sehr kurzfristig angesetzte Schalte zwischen Bund und Ländern werden wir erst im Nachgang dazu die konkreten Maßnahmen für das Land festzurren", teilte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag mit. An den Verschärfungen wolle aber man festhalten, sagte die Sprecherin. Sie sollen vermutlich am Mittwoch per Umlaufverfahren beschlossen werden. In Hessen gibt es zwei weitere Verdachtsfälle auf die neu entdeckte Corona-Variante Omikron. Wie das Gesundheitsamt Frankfurt am Dienstagmorgen mitteilte, besteht damit bei insgesamt sechs Personen der Verdacht auf der Basis einer variantenspezifischen PCR-Testung. Die Sequenzierung zur Bestätigung sei noch nicht erfolgt. In drei Fällen hätten sich die Personen in Südafrika, in einem Fall in Simbabwe aufgehalten. Zwei Verdachtsfälle seien Folgefälle zweier Erkrankter. Sie hätten sich demnach in Deutschland angesteckt. Alle Betroffenen befinden sich laut Gesundheitsamt in häuslicher Isolierung. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat angesichts der steigenden Corona-Zahlen die Bundesregierung aufgerufen, ein Gesetz für eine generelle Corona-Impfpflicht vorzubereiten. "Meine Bitte ist einfach, dass es fertig in der Schublade liegt", sagte BA-Chef Detlef Scheele am Dienstag in Nürnberg. Wenn die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie keine Wirkung zeigten, müsse die Bundesregierung das Gesetz im Januar in den Bundestag einbringen und durchsetzen. "Wir gehen davon aus, dass wir vor einem wirklich schweren Winter stehen", sagte Scheele. Die Zahl der Kurzarbeitenden werde in den nächsten Monaten eher wieder steigen als sinken. Der Ausblick für 2022 sei getrübt: "Wir gehen inzwischen von erhöhter Arbeitslosigkeit auch im nächsten Jahr aus." Auch in Sachsen ist ein Fall der neuen Coronavirus-Variante Omikron nachgewiesen worden. Der Fall sei durch eine Genomsequenzierung bestätigt, teilte die Stadt Leipzig am Dienstag mit. Mittlerweile sind in etlichen Ländern – darunter auch Deutschland – Fälle der Variante aufgetaucht. Der Anteil der Covid-19-Patientinnen und -Patienten in den Intensivbetten der Brandenburger Krankenhäuser hat den Alarmwert von 20 Prozent überschritten. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Dienstag hervor. Die Quote lag demnach bei 21,2 Prozent. Die Sieben-Tage-Inzidenz – der Wert neuer Ansteckungen je 100.000 Einwohner in einer Woche – legte auf 727,8 zu. Das ist im Ländervergleich der dritthöchste Wert nach Sachsen und Thüringen. Die Sieben-Tage-Inzidenz von 750 ist in sechs Kreisen sowie Frankfurt (Oder) und Cottbus überschritten – dort gelten schon oder kommen noch nächtliche Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz ist die Warnampel auf Rot, bei neuen Corona-Patienten in Krankenhäusern binnen sieben Tagen noch auf Gelb. In mehr als 45 Einkaufszentren in ganz Deutschland finden zwischen dem 2. und 4. Dezember Aktionen für Booster-Impfungen statt, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) mitteilt. Kundinnen und Kunden könnten sich meist ohne Anmeldung gegen Corona impfen lassen – mit einer Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung. "Wir brauchen mehr Tempo bei den Impfungen und schnelle Booster-Aktionen, um die Pandemie dauerhaft erfolgreich zu bekämpfen", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Bisher seien mehr als 250.000 Impfdosen auf Parkplätzen vor Geschäften oder in Einkaufszentren verimpft worden. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn lobte die Aktion im Rahmen der Corona-Impfkampagne Leben statt Lockdown als wichtigen Beitrag, "um noch mehr niedrigschwellige Impfangebote zu schaffen". Die Bundeswehr soll erstmals auch sächsische Intensivpatienten zur Behandlungen nach Nordrhein-Westfalen fliegen. Das Spezialflugzeug der Luftwaffe wird die Schwerkranken nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch von Dresden nach Köln bringen. Die Landung des A310 MedEvac mit sechs Patienten in Köln ist am frühen Nachmittag geplant. In der vergangenen Woche war das bundesweite Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten in weniger belastete Bundesländer aktiviert worden. Das Konzept soll verhindern, dass dringend behandlungsbedürftige Patienten wegen Überlastung der Intensivmedizin in einem Bundesland nur noch unzureichend oder gar nicht mehr versorgt werden können. Die Omikron-Variante hat nun auch Japan erreicht. Ein aus Namibia eingereister Mann sei positiv auf den Erreger getestet worden, teilt Kabinettschef Hirokazu Matsuno mit. Der Betroffene befinde sich in einer medizinischen Einrichtung. Man wisse bereits, mit welchen Personen er Kontakt gehabt habe. Details würden noch mitgeteilt. Die Nationalität des Betroffenen werde aber nicht offengelegt. Japan lässt als Vorkehrung gegen eine Einschleppung der neuen Coronavirus-Variante seit Dienstag für mindestens einen Monat keine Ausländer mehr ins Land. Wenige Stunden vor der Bund-Länder-Runde zu Corona hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erneut ein entschlossenes und gemeinsames Handeln aller eingefordert. "Jetzt muss halt der Bund seine Hausaufgaben machen", sagte er am Dienstagmorgen dem Bayerischen Rundfunk. Dazu gehöre es etwa, den Apotheken die Möglichkeit zum Impfen zu geben und für genügend Impfstoff zu sorgen. "Und die rechtliche Basis für eine allgemeine Impfpflicht zu legen." Es brauche einheitliche Maßnahmen in Deutschland und keinen Flickenteppich. Söder sagte in der "Radiowelt" auf Bayern 2, er erwarte sich Klarheit von den Gesprächen. Es sei aber alles ein wenig schwierig, weil es diesmal keine Vorgespräche gegeben habe. "Ein etwas seltsames Verfahren – wir hätten ja eigentlich mal besprechen müssen, um was es geht." Zum Thema vorgezogene Weihnachtsferien sagte Söder, er sei offen für Gespräche mit allen darüber. Derzeit gebe es keinen Anlass, die Schulen in Bayern zu schließen. Vor einer Bund-Länder-Schalte zur Corona-Krise pocht der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun auf eine "Notbremse", um der Infektionslage Herr zu werden. "Wir sind in Deutschland in die Lage gekommen, die wir immer vermeiden wollten: Unser Gesundheitssystem ist regional überlastet", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wir brauchen jetzt eine Notbremse, dabei zählt nun jeder Tag." Nur damit könne es gelingen, die Infektionszahlen bis Weihnachten wieder zu senken. Ziel müsse es sein, in Regionen mit hohem Infektionsgeschehen die Kontakte schnell um 60 bis 70 Prozent zu reduzieren, forderte Braun, der für den CDU-Vorsitz kandidiert. "Wir müssen jetzt sämtliche Großveranstaltungen mit Tausenden Teilnehmern, zum Beispiel Bundesligaspiele, wieder ohne Besucher durchführen." In Schulen müsse es wieder eine Maskenpflicht in allen Jahrgangsstufen geben. "Dort, wo das Infektionsgeschehen besonders kritisch ist, muss über Schließungen von Einrichtungen nachgedacht werden, die dem Freizeitbereich zuzuordnen sind." Das gelte auch für die Gastronomie in den Abendstunden. Der Kanzleramtsminister forderte, die vergangene Woche ausgelaufene "epidemische Lage von nationaler Tragweite" wieder auszurufen. Diese Lage sei definitiv gegeben, und die Länder bräuchten die weitergehenden Maßnahmen, die damit verbunden seien. Vor den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Lage hält Grünen-Chef Robert Habeck schärfere Maßnahmen für unumgänglich. "Es ist völlig klar, was passieren muss: Die Kontakte müssen reduziert werden, 2G muss bundesweit verbindlich umgesetzt werden für alle Einrichtungen des öffentlichen Lebens außer des Bedarfs, den man in Supermärkten oder Apotheken hat", sagte Habeck am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Wir werden mit weiteren einheitlichen Maßnahmen den Winter bestreiten müssen." Bereits jetzt liege für die Länder ein "Bündel von Möglichkeiten auf dem Tisch", um auf die Notlage zu reagieren, betonte Habeck und führte als Beispiel die Absage von Weihnachtsmärkten, strengere Kontaktbeschränkungen und eine Ausweitung der 2G-Regeln an. "Das ist dann – man muss es so hart sagen – ein Lockdown für Ungeimpfte." Vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise hat die SPD-Vorsitzende Saskia Esken weitere Lockdown-Maßnahmen nicht ausgeschlossen. "In diesen Tagen würde ich dringend empfehlen, jedem, der in der Politik auch Verantwortung hat, gar nichts auszuschließen, denn wir wissen nicht, wie die Entwicklung ist", sagte Esken am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Mit Blick auf die am Vormittag erwarteten Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zu in der Pandemie verhängten Freiheitsbeschränkungen sagte sie: "Wir müssen uns das Urteil und seine Begründung natürlich sehr genau anschauen, aber wir sind auch in einer anderen Situation heute." Esken verwies auf die höhere Impfquote als im Frühjahr, "so dass diejenigen, die sich impfen haben lassen und die sich jetzt boostern lassen, auch erwarten dürfen, dass wir differenzieren bei der Frage der Einschränkungen, der Kontaktbeschränkungen und auch bei den Beschränkungen für große Veranstaltungen und ähnliches". Der Ruf nach härteren Gegenmaßnahmen war angesichts der neuen Omikron-Variante und der Wucht der vierten Corona-Welle zuletzt lauter geworden. Am Mittag wollen die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder telefonisch über die Krise und mögliche weitere Maßnahmen beraten. Konkrete Vorgaben über ihren Handlungsspielraum erhoffen sie sich von den ersten grundsätzlichen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zu zuvor verhängten Freiheitsbeschränkungen in der Pandemie, die am Vormittag in Karlsruhe veröffentlicht werden. Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen fordert zum Eindämmen der bedrohlichen Corona-Ausbreitung ein stärkeres Herunterfahren vieler Bereiche des öffentlichen Lebens. "Wir brauchen einen einheitlichen Teil-Lockdown in vielen Regionen des Landes, um die vierte Welle zu brechen", sagte der Bundestagsabgeordnete. Dies bedeute keine allgemeinen, sondern gezielte Schließungen dort, wo die Lage außer Kontrolle sei. "Schulen und Kitas sollten mit Masken und täglichen Tests aber möglichst offen bleiben." Für Ungeimpfte sollte es Kontaktbeschränkungen im Privaten wie im ersten Lockdown geben. Neben Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene (2G) und für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) in Geschäften, Beruf und Verkehr seien Schließungen von Gastronomie, Bars, Diskotheken sowie das Untersagen größerer Veranstaltungen nötig, sagte Dahmen – also auch von Publikum bei Bundesligaspielen. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans hat vor den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise "bundesweit einheitliche, notbremsende Maßnahmen" gefordert. "Das kann natürlich als Ultima Ratio, als letzter Schritt, auch ein Lockdown sein", sagte der CDU-Politiker beim TV-Sender Bild Live. "Aber es geht doch im Moment mal darum, dass wir überhaupt die Handlungsspielräume noch mal herstellen." Laut Hendrik Streeck, Chef der Virologie der Uniklinik Bonn, gibt es vorsichtige Hoffnung, dass die Infektionszahlen nicht weiter so steigen wie bisher. "Wir sehen steigende Fallzahlen. Aber das Wachstum des Anstiegs wird langsamer über die Zeit. Vor allem, wenn man sich den R-Wert anschaut. also, wie viele Menschen ein infizierter Mensch ansteckt, sehen wir schon seit einigen Tagen einen dauerhaften Rückgang. Das ist ein sehr gutes Zeichen", sagte Streek dem RTL Nachtjournal. Der R-Wert sei jetzt das erste Mal wieder unter eins gerutscht, so dass man hoffen könne, dass die Infektionszahlen nicht mehr weiter anstiegen, sondern vielleicht ein Plateau erreicht werde. Die US-Seuchenbehörde CDC empfiehlt eine Auffrischungsimpfung für alle Geimpften, die 18 Jahre oder älter sind. Wer ursprünglich das Mittel von Biontech/Pfizer oder Moderna erhalten habe, solle den Booster sechs Monate später verabreicht bekommen, heißt es in einer Mitteilung. Bei dem Vakzin von Johnson & Johnson solle der Zeitabstand dagegen nur zwei Monate betragen. Die Omikron-Variante zeige, wie wichtig Impfungen seien, erklärt CDC-Chefin Rochelle Walensky. Der designierte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat dafür plädiert, bei einer möglichen Entscheidung des Bundestags über eine allgemeine Impfpflicht die Abgeordneten von der Fraktionsdisziplin zu entbinden. "Die allgemeine Impfpflicht berührt viele schwierige Fragen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Bei solchen medizinethischen Themen hat es sich in der Vergangenheit bewährt, sie zur Gewissensfrage zu erklären." Buschmann nannte eine Reihe von Fragen, die beantwortet werden müssten: "Ist der Grundrechtseingriff in die körperliche Integrität verhältnismäßig? Welche Ausnahmen muss es geben? Wie setzt man diese Pflicht durch? Wie organisiert man es als Staat zu wissen, wer einer solchen Pflicht nachkommt und wer nicht?", sagte er. "All das wird in allen demokratischen Fraktionen strittig diskutiert." Bei solchen Gewissensthemen debattiere das Parlament dann normalerweise anhand von Gruppenanträgen. Solche Gruppenanträge sind nach RND-Informationen in Vorbereitung. Mehrere FDP-Vertreter lehnen bisher die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht strikt ab. Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech zieht angesichts der großen Impf-Nachfrage die Lieferung von Millionen Impfdosen an Deutschland vor. In dieser Woche werde der Bund 5,8 Millionen Impfdosen erhalten, weil eine eigentlich erst für kommende Woche vorgesehene Liefercharge von 2,9 Millionen Dosen auf diese Woche vorgezogen werde, teilte eine Unternehmenssprecherin am Montagabend mit. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Demnach reagiert Biontech mit dem Schritt auf den hochschnellenden Bedarf an Auffrischungsimpfungen. Im Laufe des Dezembers wolle Biontech zwei Chargen liefern: nochmals 2,9 Millionen Dosen in der übernächsten Woche sowie 2,4 Millionen Dosen Kinder-Impfstoff kurz vor Weihnachten, hieß es in dem Bericht. Diese Zahlen gehen auch aus einer Übersicht des Bundesgesundheitsministerium mit Lieferprognosen der Hersteller hervor, die auf den 18. November datiert ist. Sachsens Sicherheitsbehörden sind über die zunehmende Radikalisierung von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen besorgt. "Die Idee eines gewaltsamen Widerstands gegen demokratische Regeln gehört inzwischen zu den typischen Standardforderungen der Bewegung der Corona-Leugner", erklärte der Präsident des Landesamts für Verfassungsschutz, Dirk-Martin Christian. Auch unter dem Einfluss von Rechtsextremisten, sogenannten Reichsbürgern und Antisemiten seien die Anti-Corona-Proteste im Verlauf der Pandemie immer aggressiver geworden. Spätestens mit den gewaltsamen Attacken auf Polizeibeamte und Journalisten sowie Verbalattacken gegen den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) seien eindeutig "rote Linien" überschritten worden. Die Gesundheitsminister der führenden westlichen Wirtschaftsnationen (G7) sehen in einem breiten Zugang zu Impfstoffen eine zentrale Voraussetzung für den Kampf gegen die neue Corona-Variante Omikron. Es sei von "strategischer Relevanz", den Zugang zu Impfstoffen zu ermöglichen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach einer von Großbritannien einberufenen Schaltkonferenz der G7 am Montag. Zu der Gruppe gehören neben Großbritannien und Deutschland auch die USA, Frankreich, Italien, Japan und Kanada. In ihrer Erklärung traten die G7-Gesundheitsminister dafür ein, die Zusagen für Impfstoffspenden voranzubringen. Zugleich betonten sie, dass die Impfkampagnen in Entwicklungsländern beschleunigt werden müssten. Dazu solle es Hilfestellungen geben. Konkrete Zusagen gab es am Montag aber nicht. Auch die WHO sieht die Bekämpfung von Pandemien ohne eine gerechte Verteilung von Impfstoffen extrem erschwert. "Impfstoff-Gerechtigkeit ist kein Akt der Güte, sie ist im besten Interesse jedes einzelnen Landes", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf zum Auftakt einer Ministerkonferenz über einen künftigen Pandemievertrag. In Niedersachsen gibt es einen ersten Verdachtsfall der Omikron-Variante des Coronavirus. Nach einem Aufenthalt in Südafrika bestehe bei einem Mann aus dem Landkreis Wolfenbüttel der begründete Verdacht, dass er mit dieser Variante infiziert sein könnte, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit. Derzeit befinde er sich in Isolation. Laboruntersuchungen beim Landesgesundheitsamt sollen nun im Laufe der Woche Klarheit bringen, ob sich der Verdacht bestätigt. Laut Landesgesundheitsamt-Präsident Fabian Feil hatte der Mann nach seiner Rückkehr aus Südafrika nur Kontakt im häuslichen Umfeld. Alle im Haushalt wohnenden Menschen seien ebenfalls in Isolation. Mit weit mehr als 3,1 Millionen Corona-Impfungen war die vergangene Woche in Deutschlands Arztpraxen die zweitstärkste Impfwoche aller Zeiten. Das teilte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung am Montag in Berlin mit. Die Zahl von 3.161.348 Schutzimpfungen wurde demnach lediglich in der 23. Kalenderwoche im Juni dieses Jahres übertroffen, als die niedergelassenen Ärzte rund 3,38 Millionen Menschen gegen Covid-19 geimpft hatten. Die Hausarztpraxen übernehmen den Angaben zufolge mit 75 Prozent den Löwenanteil aller Impfungen. Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat vor Spekulationen rund um die neue Omikron-Variante des Coronavirus gewarnt. "Wir wissen bezüglich der Übertragbarkeit der Virusvariante, der möglichen Schwere bei einer Erkrankung oder Impfdurchbrüchen noch zu wenig", sagte der Forscher von der Universität Hamburg am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Auch sei noch gar nicht klar, ob sich diese Variante durchsetzen werde. Erfreulich sei jedoch, dass sowohl einige Schnell- als auch die PCR-Tests die in Südafrika entdeckte Omikron-Variante detektieren können. "Auch geht niemand davon aus, dass die vorhandenen Impfstoffe bei der neuen Variante gar nicht mehr helfen." Schmidt-Chanasit geht davon aus, dass aufgrund der intensiven Forschungsarbeit bereits in wenigen Wochen und nicht erst in Monaten eine bessere Beurteilung der Omikron-Variante möglich sein wird. Für die Bevölkerung gelte nach wie vor: Eine Impfung, das Maskentragen und Abstandhalten schützten. Grenzschließungen sind aus seiner Sicht nicht zielführend, da die Ausbreitung einer Variante nur verlangsamt, aber nicht verhindert werden könne. Es bestehe die Gefahr, dass isolierte Länder künftig neue Varianten für sich behalten. Frühzeitige Informationen zu Omikron seien der guten Arbeit der Südafrikaner zu verdanken. An den Schulen in Deutschland steigen die Corona-Zahlen. Nach am Dienstag veröffentlichten Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) waren in der Woche vom 15. bis 19. November 72.000 Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern bekannt. Das waren knapp 30.000 mehr als in der Woche davor. Darüber hinaus waren fast 126.000 von 10 Millionen Schülern in Quarantäne (Vorwoche rund 87.000). Die KMK legt im Wochenrhythmus Zahlen vor. Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus rund 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit knapp 10 Millionen Schülerinnen und Schülern. Die Statistik für die Woche vom 15. bis 19. November weist außerdem 5.670 Corona-Fälle bei Lehrkräften aus (Vorwoche 3.600) und zusätzlich rund 3.400 Quarantäne-Fälle (Vorwoche: 2.100). Zugrunde liegen hier Angaben zu etwa 880.000 Lehrkräften. Die FDP bleibt bei ihrer Linie und will flächendeckende Schließungen vermeiden. "Einen bundesweiten Lockdown schließe ich im Moment aus", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, n-tv. Sie verweist auf die schweren sozialen und wirtschaftlichen Schäden vorheriger Lockdowns. Es müsse jetzt einerseits alles daran gesetzt werden, dass die Impfquote steige. Andererseits müsse es in den Hotspots Kontakteinschränkungen geben. So müssten etwa Clubs und Diskotheken geschlossen werden, auch Großveranstaltungen wie Fußballspiele "sollten meiner Meinung nach im Moment nicht möglich sein". Im nordrhein-westfälischen Kreis Kleve ist ein weiterer Verdachtsfall der neuen Omikron-Variante des Coronavirus aufgetreten. Betroffen ist nach Angaben des Kreises vom Montag eine "vollständig immunisierte Person", die in der vergangenen Woche gemeinsam mit ihrem Partner aus der südafrikanischen Stadt Johannesburg nach Frankfurt am Main reiste. Einen Tag nach der Ankunft in Deutschland sei ein PCR-Test bei einem der Reiserückkehrer positiv ausgefallen. Das Ergebnis der sogenannten Sequenzierung, um den Verdacht auf die neue Omikron-Variante zu klären, werde für die kommenden Tage erwartet. Der ebenfalls vollständig immunisierte Partner befindet sich nach Angaben des Kreises in Quarantäne und sei im ersten Schnelltest negativ gewesen. Das Ergebnis seines PCR-Tests stehe noch aus. Rumänien hat ein Flugzeug nach Südafrika geschickt, um eigene Staatsbürger und weitere in dem Land festsitzende Europäer auszufliegen. Bukarest werde rund 40 "rumänische Staatsangehörige zurückführen, die durch die Störungen im Luftverkehr im Süden Afrikas an der Rückkehr nach Rumänien gehindert wurden", erklärte der Leiter der Katastrophenschutzbehörde, Raed Arafat, am Montag. Im Rahmen des Europäischen Zivilschutzmechanismus biete Rumänien auch etwa 50 Europäern einen Platz in dem Flugzeug an, erklärte Arafat weiter. Das Passagierflugzeug sei bereits in der Nacht in Rumänien gestartet, sagte der Sprecher der Fluggesellschaft Tarom, Marius Popescu, dem Sender Digi24. Es soll nach Angaben von Verkehrsminister Sorin Grindeanu am Mittwoch nach Bukarest zurückkehren. Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech arbeitet neben laufenden Labortests zur Untersuchung der neuen Corona-Variante Omikron auch an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs – vorbeugend für den Fall, dass dieser notwendig werden könnte. Spenden von Corona-Vakzinen an Entwicklungsländer müssen nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besser organisiert werden, um Impfkampagnen zu beschleunigen. Geberländer sollten weniger aus dem Augenblick heraus, sondern vorhersehbar und in großen Mengen spenden, forderten die WHO, die globale Impfinitiative Covax und die Beschaffungskommission der Afrikanischen Union (Avatt) am Montag. Bislang seien laut WHO weltweit mehr als 90 Millionen Covid-19-Impfdosen mit Hilfe von Covax und Avatt gespendet worden. Der Großteil der Spenden sei relativ spontan erfolgt. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst dringt angesichts steigender Corona-Zahlen auf rasche Beratungen von Bund und Ländern. "Einheitliche Standards für deutliche Kontaktreduzierungen, die Vorbereitung einer allgemeinen Impfpflicht, das Bereitstellen von Wirtschaftshilfen für mögliche weitere Einschränkungen und die Einrichtung des neuen Krisenstabs beim Bund – all das müssen Bund und Länder dringend gemeinsam besprechen", forderte Wüst am Montag, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist. Eine solche Abstimmung müsse es in den kommenden Tagen geben, am besten schon am Dienstag, betonte Wüst. Der baden-württembergische Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) fordert die Ampelkoalition in der Corona-Krise zu schnellem Handeln auf. "Die Lage ist dramatisch und verschärft sich täglich", sagte Bayaz dem Nachrichtenportal t-online. "Entscheidend ist, dass wir jetzt keine Zeit mehr verlieren und schnell handeln." Die Länder benötigten "wieder alle möglichen Instrumente, um die vierte Welle zu brechen", sagte Bayaz. "Es muss deshalb eine volle Länderöffnungsklausel im Infektionsschutzgesetz geben." Die Ampelparteien haben in ihrer Reform des Infektionsschutzgesetzes zwar eine Länderöffnungsklausel vorgesehen, mit der die Bundesländer eigene strenge Regeln beschließen können. Allerdings sind ein paar Instrumente wie etwa Ausgangssperren, die vorsorgliche Schließung der Gastronomie sowie ein flächendeckendes Verbot von Gottesdiensten davon ausgeschlossen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, warnt vor harten Triage-Entscheidungen in Krankenhäusern. Mit Blick auf die zahlreichen Covid-Patienten auf den Intensivstationen sagte er am Montag im Deutschlandfunk: "Das findet jetzt auch aktuell statt, um sich auf noch schwierigere Lagen vorzubereiten. Wir laufen langsam, aber sicher in eine Art Katastrophen-Medizin hinein." Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, welchen Patienten sie zuerst helfen. Schon jetzt würden Intensivpatienten früher "als medizinisch vertretbar" auf Normalstationen verlegt werden, erklärte Gaß. "Man weiß: Wir können nicht mehr allen Patienten die bestmögliche Behandlung ermöglichen, (.) die wir im Regelfall zur Verfügung haben." Das sei schon eine Art von Triage. "Wenn wir von Triage sprechen, ist das ein schleichender Prozess, der nach und nach immer härter Realität wird", sagte Gaß. So müssten sich Patienten und Kliniken darauf einstellen, dass auch "medizinisch kompliziertere Fälle" beispielsweise mit einer Verschiebung ihrer Operationen rechnen müssten. Die existierenden Impfstoffe können nach Einschätzung des führenden südafrikanischen Seuchenexperten Salim Abdool Karim mit einiger Wahrscheinlichkeit schwere Krankheitsverläufe nach Infektionen mit der neuen Virusvariante Omikron verhindern. Es sei allerdings noch zu früh, um zu sagen, ob Omikron zu mehr schwereren Krankheitsbildern als ältere Varianten führen könne, sagt Karim auf einer Pressekonferenz. Es scheine aber, dass Omikron sich schneller verbreite und wahrscheinlich mehr bereits Geimpfte von dem neuen Virus betroffen würden als von älteren Varianten. In Österreich wurde bei einem Verdachtsfall aus Tirol die neuartige Coronavirus-Variante Omikron bestätigt. Nach einer Analyse der Experten deute alles darauf hin, dass es sich bei dem Reisenden, der aus Südafrika zurückgekommen war, um die neuartige Mutation Omikron handelt, teilt das Bundesland Tirol mit. Die Corona-Maßnahmen im Saarland sollen vor allem für Ungeimpfte deutlich verschärft werden. Das kündigte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Montag in einer Sondersitzung des Landtags an. Die neuen Bestimmungen sollen an diesem Dienstag (30.11.) im Ministerrat beschlossen werden und voraussichtlich zwei Tage später in Kraft treten. "Diese werden Nicht-Geimpfte in stärkerem Maße treffen als die Geimpften", sagte Hans. Dies sei nur folgerichtig, nachdem man allen Saarländerinnen und Saarländern ein Impfangebot unterbreitet habe. Für Ungeimpfte gilt demnach künftig im öffentlichen und privaten Raum: Nur noch ein Haushalt plus eine nicht diesem Haushalt angehörige Person dürfen sich treffen. Für Geimpfte, Genesene, Schüler sowie Kinder unter sechs Jahren gilt diese Regelung nicht. Auch Geimpfte und Genesene müssen sich künftig für einige Innenbereiche testen lassen. So wird künftig die Regelung 2G plus (auch Geimpfte und Genesene müssen zusätzlich einen negativen Test vorweisen) für den Innenbereich der Gastronomie festgeschrieben, ebenso für die Hotellerie, für körpernahe Dienstleistungen, für Freizeiteinrichtungen wie Schwimm- und Spaßbäder, Thermen und Saunen, für jegliche sportliche Betätigung in Innenräumen und für alle kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen. Die 2G-Regelung (geimpft und genesen) wird eingeführt für Freizeitaktivitäten im Außenbereich wie etwa in Freizeitparks, bei kulturellen Betätigungen in Gruppen, bei der Teilnahme am Freizeit- und Amateursportbetrieb, ebenso in Tanzschulen, in Fitnessstudios und auch der Außengastronomie. Außerdem gilt 2G auch in den Ladenlokalen – ausgenommen in jenen Läden, die der Grundversorgung dienen. Laut Hans hat sich die Landesregierung in der vergangenen Woche auf diese Eckpunkte geeinigt. Weitere detaillierte Regelungen sollen in dieser Woche in einer neuen Rechtsverordnung festgehalten werden. Nach Angaben eines Regierungssprechers werden die neuen Bestimmungen voraussichtlich ab Donnerstag gelten. Südafrika kritisiert die in mehreren europäischen Ländern erlassenen Einreiseverbote für Reisende aus Ländern im Süden Afrikas. Diese Maßnahmen seien keine Hilfe, sagt Gesundheitsminister Joe Phaahla auf einer Pressekonferenz. Er habe der US-Regierung erklärt, damit würden die Dinge schwieriger gemacht. Er kündigt eine Erklärung der Länder im südlichen Afrika auf der Weltgesundheitsversammlung an, in der die Einreiseverbote verurteilt werden. Die Weltgesundheitsversammlung ist das wichtigste Entscheidungsgremium der Weltgesundheitsorganisation WHO. Der Vizepräsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hält bundeseinheitliche Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung für "extrem wichtig". Mit einem Krisenstab, wie ihn die neue Regierung plant, könne die "Kakophonie" im Umgang mit dem Virus beendet werden, sagte Robert Schlögl am Montag im Inforadio vom rbb. Außerdem müssten die Kontakte schnellstmöglich reduziert werden. Zu einem möglichen Lockdown sagte Schlögl: "Das Wort darf man nicht sagen, aber natürlich ist die erste Maßnahme, wenn man sich überlegt die jetzige Pandemie einzudämmen, einfach Kontaktreduktion, denn Impfen wirkt nicht sofort." Wichtig sei auch eine sofortige Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen, betonte Schlögl. Außerdem müssten die Booster-Impfungen effizient organisiert werden. Dabei dürfe es nicht passieren, dass an irgendeiner Stelle der Impfstoff fehle, sagte Schlögl. Probleme in der Verwaltung müssten beseitigt werden. In Schottland sind nach Behördenangaben sechs Infektionen mit der neuen Corona-Variante Omikron nachgewiesen worden. In einigen Fällen habe es sich nicht um Reisende gehandelt. Das Gesundheitsministerium will nachverfolgen, zu wem die Betroffenen Kontakt hatten, um herauszufinden, woher das Virus kam. Erstmals war die neue Variante in Südafrika nachgewiesen worden, über das Wochenende wurden aber nach und nach auch immer mehr Verdachtsfälle in Europa gemeldet. Nur wenige Wochen nach einer Lockerung der strengen Corona-Einreisebestimmungen schließt Japan wegen der Omikron-Variante erneut seine Grenzen für Ausländer. "Wir werden die Einreise von Ausländern aus der ganzen Welt ab dem 30. November untersagen", sagte Ministerpräsident Fumio Kishida am Montag vor Reportern. Die Grenzen Japans waren seit Pandemiebeginn fast vollständig für Besucher aus dem Ausland geschlossen. Selbst ausländische Einwohner konnten zeitweise nicht ins Land einreisen. Anfang November kündigte die Regierung dann an, sie werde einigen kurzfristigen Geschäftsreisenden, ausländischen Studenten und anderen Visuminhabern die Einreise gestatten, Touristen jedoch weiterhin nicht einreisen lassen. Wegen der Omikron-Variante hatte Japan bereits Quarantäne-Maßnahmen für Reisende aus neun Ländern des südlichen Afrikas verhängt. Bislang wurden keine Omikron-Fälle festgestellt. Das Nationale Institut für Infektionskrankheiten untersucht derzeit jedoch den Fall eines Reisenden aus Namibia, der kürzlich positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Japan hat seit Beginn der Pandemie etwas mehr als 18.300 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet, blieb aber durch die Abschottung nach außen von schweren Corona-Wellen verschont. Inzwischen sind 76,5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Auf den Philippinen startet eine Impfkampagne, bei der innerhalb von drei Tagen neun Millionen Menschen eine Spritze mit dem Corona-Vakzin erhalten sollen. Die Armee und Zehntausende Freiwillige sollen den Erfolg sicherstellen, wie die Regierung mitteilt. Auf der Inselgruppe gibt es Widerstände gegen Impfungen. Zudem stellt der Schutz der Bevölkerung auf dem weitläufigen Archipel eine logistische Herausforderung dar. Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha fordert, dass der Bundestag noch in dieser Woche wieder die epidemische Lage von nationaler Tragweite beschließen und den Weg für eine bundesweite Notbremse möglich machen soll. "Wir brauchen Kontaktbeschränkungen im Umfang von 70 bis 90 Prozent, sagt der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk. Der designierte Kanzler Olaf Scholz (SPD) müsse zudem schnell bekanntgeben, wer neue Gesundheitsministerin oder neuer Gesundheitsminister werden soll. Auch wäre eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz in dieser Woche "sehr wünschenswert". Lucha sagt zudem, dass die drei Landes-Gesundheitsminister der Grünen mit der Grünen-Spitze in Berlin am Wochenende einen Krisenstab gebildet hätten. In der Schweiz ist der erste Omikron-Verdachtsfall festgestellt worden. Es handle sich um eine Person, die vor rund einer Woche aus Südafrika zurückgekehrt sei, wie das Bundesamt für Gesundheit mitteilte. Eine Analyse der Probe solle in den kommenden Tagen Gewissheit bringen. Als Reaktion auf die neue Corona-Variante, die in Südafrika entdeckt worden war, verschärfte die Schweiz die Einreisebeschränkungen. So müssen Reisende aus 19 Ländern einen negativen Test vorlegen und bei der Ankunft für zehn Tage in Quarantäne. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina kritisiert das Ausbleiben neuer Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung. Man habe kein Verständnis für das Zögern der Politik, sagt die Medizinerin Jutta Gärtner im ZDF. Um die vierte Welle der Pandemie zu bremsen, seien Maßnahmen nötig und zwar sofort. Sie warnt vor einem drohenden Kollaps der Krankenhäuser. "Wir brauchen sofort Kontaktbeschränkungen." Zudem müsse mehr geimpft werden. Für die sogenannte Herdenimmunität müssten weit über 85 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Derzeit seien erst knapp 70 Prozent der Deutschen vor dem Virus geschützt. Die Direktorin für Kinder- und Jugendmedizin an der Universität Göttingen empfiehlt auch Kinder und Jugendliche zu impfen. Die neue Omikron-Variante des Coronavirus ist nun möglicherweise auch in der Schweiz aufgetaucht. Nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit handle es sich um eine Person, die vor einer Woche aus Südafrika zurückgekehrt sei, berichtete die Agentur SDA am Sonntagabend. Genaueres werde in den nächsten Tagen von einer genetischen Untersuchung erwartet. Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus sind nun auch in Kanada entdeckt worden. Die Gesundheitsbehörde der Provinz Ontario teilte am Sonntag (Ortszeit) mit, dass in Ottawa bei zwei Infizierten die Mutante festgestellt worden sei. Beide Personen, die aus Nigeria eingereist waren, seien inzwischen in Quarantäne. Auch Großbritannien, Dänemark, Belgien, Tschechien und Italien meldeten Fälle. In den Niederlanden wurden bei 13 Reisenden Omikron-Infektionen festgestellt. Die überraschend viele Mutationen tragende Corona-Variante Omikron könnte Experten zufolge in einem Patienten mit HIV oder einer anderen Form der Immunschwäche entstanden sein. Das sei denkbar und wahrscheinlich, ähnliche Befunde seien in anderen Fällen bereits publiziert worden, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI), der Nachrichtenagentur dpa. In Menschen mit geschwächtem Immunsystem könne sich das Virus über viele Wochen vermehren, so Watzl. "Dabei können immer wieder vereinzelt Mutationen auftreten, die dem Virus eventuell keinen Vorteil bringen, die sich aber aufgrund der fehlenden Kontrolle durch das Immunsystem dennoch weiter vermehren können." Damit könnten zusätzliche Mutationen entstehen, die dann in der Kombination eventuell einen Vorteil brächten. Der Spitzenpolitiker der Grünen und möglicher neuer Landwirtschaftsminister Cem Özdemir hat im Deutschlandfunk gesagt, dass eine Impfpflicht auf die Tagesordnung gehöre. Bislang seien die beschlossenen Maßnahmen hilfreich. "Trotzdem, sage ich, werden wir wahrscheinlich nicht drum herumkommen, uns nochmal diese Lage anzuschauen und zu gucken, ob wir da nochmal nachsteuern müssen. Er schließt nicht aus, das Infektionsschutzgesetz erneut zu müssen. Enttäuscht zeigte sich Özdemir von der Arbeit der bisherigen Bundesregierung. "Manchmal frage ich mich, wann wir Deutschen das Organisieren verlernt haben." Ältere Nachrichten zur Corona-Pandemie lesen Sie hier in unserem vorherigen Newsblog.

 

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Biontech-Chef Ugur Sahin wehrt sich gegen Impf­vorwürfe und postet Beweisfoto

Mainz/Hannover. In den sozialen Medien hatte sich in den vergangenen Tagen das Gerücht immer weiter verbreitet, dass Biontech-Gründer Ugur Sahin sich gegen eine Corona-Impfung entschieden habe. Nun hat sich Sahin selbst zu den Spekulationen geäußert und diese entschieden zurückgewiesen. „In den sozialen Medien gab es Falsch­informationen, dass ich angeblich nicht geimpft bin“, schrieb er am Freitagabend in einem Statement auf der Jobplattform „Linkedin“. „Tatsächlich haben meine Frau und ich beide drei Dosen des Biontech-Pfizer-Impfstoffs erhalten“, wies er die Behauptungen zurück. Sahin ist nach eigenen Angaben also sogar bereits geboostert. Freunde hätten ihm bereits seit einigen Monaten geraten, ein Foto zu posten, auf dem er bei der Impfung zu sehen sei. „Bisher hatte ich dies abgelehnt, da ich der Meinung bin, dass es in meiner Kommunikation nicht um mich gehen sollte“, begründet der Biontech-Gründer den Schritt. Vielmehr solle seine Kommunikation zur wissenschaftlichen Transparenz beitragen und Daten, Fakten und Erkenntnisse liefern. Biontech-Gründer Sahin habe sich aber aus einem traurigen Anlass nun doch für den Schritt entschieden. Er hätte vergangene Woche einen Anruf erhalten, in dem ihm mitgeteilt worden sei, dass ein alter Schulfreund schwer an Corona erkrankt sei und seit drei Wochen, angeschlossen an ein Beatmungs­gerät, um sein Leben kämpfe. Aktivierungsmail verschickt Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Newsletter. In Kürze erhalten Sie einen Aktivierungslink per E-Mail von uns. Die Newsletter-Anmeldung hat leider nicht geklappt. Bitte versuchen Sie es noch einmal und laden Sie die Seite im Zweifel neu. „Von seiner Frau habe ich erfahren, dass er und seine Familie nicht geimpft sind“, schreibt Sahin. Er habe aus Respekt vor der individuellen Entscheidung nicht nach dem Grund gefragt. Dennoch sei im klar geworden, dass sich viele Ungimpfte aus Angst gegen eine Impfung entscheiden würden. Diese würde vor allem durch „Fehlinformationen und Misstrauen“ geschürt und könnte in „Wut und Hass“ umschlagen. Deshalb habe er sich nun für das Veröffentlichen eines Fotos seiner Impfung Anfang 2021 entschieden. „Mit Zahlen und Fakten lässt sich Angst nur schwer bekämpfen. Manchmal kann Angst besser besiegt werden, indem man persönliche Erfahrungen teilt“, so Sahin, der sein Statement mit dem Zitat von Mahatma Gandhi einleitete: „Der Feind ist Angst. Wir denken, es ist Hass, aber es ist Angst.“ RND/jst

 

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Erst Zuckerpass, dann Traumtor – überragender Dorsch besiegt 1. FC Köln

T rainer Markus Weinzierl reckte die Faust in die Höhe und atmete ganz tief durch. Ausgerechnet der FC Augsburg hat die Heimserie des 1. FC Köln beendet. Die zuvor seit 13 Auswärtsspielen sieglosen Schwaben gewannen beim bisher in dieser Saison einzigen Team ohne Heimniederlage mit 2:0 (0:0) und verbesserten sich zumindest für eine Nacht vom Relegationsplatz auf Rang 14 der Fußball-Bundesliga. André Hahn (72.) und Niklas Dorsch (88.) mit einem Traumtor erzielten die Treffer zum erlösenden ersten Augsburger Auswärtserfolg seit dem 28. Februar. „Das war ein enorm wichtiges Spiel für uns“, sagte Hahn. „Ich finde, wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht. Am Ende war es das glückliche Ende für uns, aber wir haben uns das erarbeitet. Wir wissen, was wir können und welche Qualität wir haben. Wir stehen zueinander und stehen füreinander ein.“ Die Kölner, die aus den ersten sieben Heimspielen unter Trainer Steffen Baumgart 15 Punkte geholt hatten, haben nun nur noch drei Zähler Vorsprung auf den FCA und müssen sich wieder nach unten statt wie erhofft nach oben orientieren. „Eigentlich haben wir ein gutes Spiel gemacht, am Ende liegt es wieder daran, dass wir vorne die Tore nicht machen“, so Salih Özcan. Sein Trainer pflichtete ihm bei: „Es fällt uns im Moment schwer die Tore zu machen. Wir sind enttäuscht vom Ergebnis, aber wir sind auf einem guten Weg“, findet Baumgart. Beide Teams begannen mutig und zunächst durchaus offensiv – sehr zur Freude der Zuschauer, die früh Marvin Schwäbe applaudierten. Der FC-Torwart parierte den Distanzschuss von Hahn sicher (4.). Weinzierl musste in Köln angesichts der angespannten Personallage wieder einmal improvisieren, immerhin kehrten Kapitän Jeffrey Gouweleeuw und Reece Oxford in die Innenverteidigung zurück. Bei den Kölnern stand Kapitän Jonas Hector wieder in der Anfangself, der „mit Abstand wichtigste Spieler“, hatte sein Trainer Baumgart gesagt. Der Ex-Nationalspieler ordnete von seiner linken Seite aus das Spiel des FC. Der FCA hingegen war mit der schwachen Auswärtsbilanz angereist. Für Tore sollte auch der erstmals seit einem Jahr in die Startelf berufene Michael Gregoritsch sorgen. Die Chance zum 1:0 hatte aber zunächst Rubén Vargas (24.), dessen Schuss knapp vorbei ging. Es wurde das von Weinzierl prophezeite „intensive“ Spiel mit allerdings vielen Unterbrechungen und wenigen Höhepunkten. Der nächste Versuch von Vargas streifte über das Kölner Tor (29.). Die Gastgeber hatten in dieser Phase Mühe, aussichtsreiche Situationen zu kreieren. Zudem blieben die Kölner Standardsituationen schwach. Die wenig geforderte Augsburger Abwehr stand bis zum Halbzeitpfiff sicher, auch ohne den positiv auf das Coronavirus getesteten Felix Uduokhai. Unmittelbar nach der Pause erhöhte Köln den Druck. Antony Modeste stand bei seinem von FCA-Torwart Rafal Gikiewicz parierten, gefährlichen Kopfball aber im Abseits (49.). Zwei Minuten später war Gikiewicz wieder gegen Modeste zur Stelle. An der Seitenlinie feuerte Baumgart an. Weinzierl reagierte nach knapp einer Stunde mit einem Doppelwechsel, für Daniel Caligiuri kam Fredrik Jensen, Jan Morávek machte für Mads Pedersen Platz. Der FCA intensivierte in der Folge wieder etwas seine Angriffsbemühungen. Gefährlicher wirkten zwar weiterhin die Kölner, aber dann war Hahn im Strafraum der Gastgeber zur Stelle und erzielte sein zweites Saisontor. Kurz vor Schluss passte der Distanzschuss des starken Dorsch aus gut 30 Metern genau. „Er hat es sich verdient. Absolutes Traumtor“, lobte Hahn den Schützen, der den ersten Treffer mit einem sehenswerten Pass in die Tiefe eingeleitet hatte. In der Pause hatte er sich schon als Motivator eingebracht, wie er später erzählte: „Ich habe den Jungs in der Halbzeit gesagt: Macht einfach weiter. Dann wird schon mal einer reinrutschen.“ Der Matchwinner hat nun Blut geleckt: „Torgefährlich bin ich bisher ja nicht gewesen“, sagte Dorsch, angesprochen auf seinen Volltreffer: „Ich probiere das viel zu selten.“

 

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Mehrere Explosionen in Flüchtlingslager im Libanon

Im Süden des Libanons ist es in einem palästinensischen Flüchtlingslager zu mehrere Explosionen gekommen. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete am Freitagabend von Toten und Verletzten. Dafür gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Ein Sprecher des palästinensischen Roten Halbmonds erklärte, es gebe zehn bis zwölf Leichtverletzte. NNA zufolge detonierte in dem Flüchtlingslager Burdsch al-Schimali nahe der Stadt Tyros ein Waffendepot der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas. Die Ursache war zunächst unklar. Vor der Explosion soll in der Nähe ein Feuer ausgebrochen sein, wie es aus palästinensischen Kreisen hieß. Die Armee riegelte das Gebiet ab. In den Kriegen zwischen Israel und den arabischen Staaten waren zahlreiche Palästinenser in Nachbarländer geflohen. Im Libanon leben nach Schätzungen heute rund 400.000 palästinensische Flüchtlinge in zwölf Lagern, die von palästinensischen Gruppen kontrolliert werden. Der Libanon ist in den vergangenen Monaten mehrfach von schweren Explosionen erschüttert worden. Bei der verheerenden Detonation im Hafen der Hauptstadt Beirut starben im vergangenen Jahr mehr als 190 Menschen, rund 6000 wurden verletzt. Im vergangenen August kamen mindestens 28 Menschen ums Leben, als sich im Norden des Landes ein Treibstofftank entzündete. Der Libanon leidet zudem seit mehr als zwei Jahren unter der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte.


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