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DC5n Deutschland mix in german 18 articles, created at 2021-12-06 06:01
(3.15/4)  1  Unfall: Fünf Tote bei Frontalzusammenstoß in Nordhessen

Auf einer Bundesstraße in Nordhessen fährt ein Auto in den Gegenverkehr. 2021-12-06 02:47 3KB www.t-online.de

(2.10/4)  2  „Es war immer die Sendung, vor der ich am meisten aufgeregt war“

Nach 25 Jahren hat sich Günther Jauch aus dem beliebten Jahresrückblicksformat „Menschen, Bilder, Emotionen“ verabschiedet. Zum Abschluss widmete Rapper Eko Fresh ihm einen eigenen Song. Ein TV-Kollege überraschte Jauch im Studio. 2021-12-06 03:28 3KB www.welt.de

(1.01/4)  3  Corona: Ministerpräsident Weil bringt Neujahrs-Ruhe ins Spiel

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil will in der nächsten Bund-Länder-Runde über Kontaktbeschränkungen in der Zeit nach Weihnachten sprechen – auch für Geimpfte. Alle Infos im Newsblog. 2021-12-06 02:38 139KB www.t-online.de

(0.02/4)  4  Fernsehmoderator Frank Elstner: „Ich bin ein hoffnungsloser Optimist“

Showmaster Frank Elstner steht für das deutsche Fernsehen wie kaum ein anderer Moderator. Ein Gespräch darüber, wie er sich die Zukunft von „Wetten, dass.?“ … 2021-12-06 03:00 1KB www.augsburger-allgemeine.de

(0.02/4)  5  Frankreich: Tumulte bei Auftritt von Rechtspopulist Éric Zemmour

Bei einer Wahlkampfveranstaltung des rechten Publizisten Éric Zemmour in Frankreich gab es Tumulte. Videos zeigten Szenen, bei den Fäuste und Stühle flogen. Auch Zemmour wurde dabei verletzt. 2021-12-06 02:32 3KB www.t-online.de

 6  Lauterbach-Warnung - „Ohne Impfpflicht schaffen wir das nicht!“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach vertritt beim Kampf gegen das Corona-Virus eine klare Position im Talk bei „Anne Will“ 2021-12-06 03:30 11KB www.bild.de

 7  Ernährungsumstellung - Altmaier: Knopf der Anzugjacke saß noch nie so gut

Peter Altmaier hat abgenommen, wie er der 'Bild' erzählt. 2021-12-06 03:28 1KB www.t-online.de

 8  Coronavirus weltweit: Die neusten Entwicklungen

Über 265 Millionen Menschen sind laut der Johns-Hopkins-Universität weltweit positiv auf das Virus getestet worden. Mehr als 5,2 Millionen Infizierte sind gestorben. Mehr als 8 Milliarden Impfdosen wurden weltweit verabreicht. 2021-12-06 03:06 21KB www.nzz.ch

 9  Drei von vier Deutschen begrüßen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

Exklusiv Aus dem Bund-Länder-Treffen zur Pandemie folgten unterschiedliche Vorgaben für Geimpfte und Ungeimpfte. Dass Ungeimpfte ihre Kontakte einschränken müssen, hält eine große Mehrheit … 2021-12-06 03:00 1KB www.augsburger-allgemeine.de

 10  Südbahn unter Strom: Bahn feiert Inbetriebnahme

Mehr als 170 Jahre nach der Eröffnung fahren auf der ältesten Bahnstrecke Württembergs Züge bald regelmäßig unter Strom: Mit einem Festakt in Friedrichshafen 2021-12-06 02:35 1KB www.t-online.de

 11  Landesrechnungshof stellt Jahresbericht vor

Die Finanzlage des Landes Berlin ist das zentrale Thema, mit dem sich der Landesrechnungshof im zweiten Teil seines Jahresberichts beschäftigt. Heute stellt 2021-12-06 01:40 1KB www.t-online.de

 12  „Halte es für unvorstellbar, dass Nord Stream 2 dann noch ans Netz gehen kann“

Angesichts des massiven Aufmarsches russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine wachsen die Sorgen vor einer Eskalation. Im Fall eines Krieges sollte die Gaspipeline Nord Stream 2 nicht in Betrieb genommen werden, sagt CDU-Außenpolitiker Röttgen. An die Ampel richtet er eine Forderung. 2021-12-06 00:43 2KB www.welt.de

 13  St.-Brown-Touchdown bringt Sieg: Lions beenden Leidenszeit

Keines seiner ersten elf NFL-Spiele hat Amon-Ra St. Brown gewonnen - auch Partie Nummer zwölf sieht nicht gut aus. Doch dann fängt der Deutsch-Amerikaner … 2021-12-06 00:13 1KB www.augsburger-allgemeine.de

 14  Trotz Delle am US-Arbeitsmarkt – die Notenbank dürfte geldpolitisch auf die Bremse treten

Amerikanische Firmen haben im November überraschend wenige Jobs geschaffen – und auch die neue Virusvariante bereitet Sorgen. Doch echte Optimisten lassen sich davon nicht beirren. 2021-12-06 00:05 6KB www.nzz.ch

 15  Mit wenig Aufwand zur ESG-Bewertung

Die Bewertung der Nachhaltigkeitsanstrengungen der eigenen Firma und ihrer Lieferanten wird heute für die Unternehmen immer wichtiger. Mit CRIF ESG lässt sich beides mit überschaubaren Anstrengungen und reduzierten Kosten bewältigen. 2021-12-06 00:05 6KB www.nzz.ch

 16  Sipri: Umsätze von Waffenproduzenten weltweit trotz Corona-Pandemie gestiegen

Die weltweit führenden Rüstungsfirmen haben trotz der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr ihre Umsätze gesteigert. Die 100 größten Hersteller setzten insgesamt 531 Milliarden US-Dollar (470 Milliarden Euro) … 2021-12-06 00:03 4KB www.stern.de

 17  Sahnetag in der Heimat

Ratiopharm Ulm jubelt bei den 46ers in Gießen über den fünften Auswärtssieg der Saison. Beim 87:76 trumpft vor allem Routinier Per Günther groß auf. … 2021-12-06 00:01 929Bytes www.augsburger-allgemeine.de

 18  Der Wille ist da, aber die Cleverness fehlt

Der SSV Ulm 1846 Fußball verliert das Top-Duell gegen den FC 08 Homburg. Bei der 1:2-Niederlage erteilen die Gäste den Spatzen eine Lektion … 2021-12-06 00:01 1KB www.augsburger-allgemeine.de

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Unfall: Fünf Tote bei Frontalzusammenstoß in Nordhessen (3.15/4)

Fritzlar (dpa) - Großeinsatz am Sonntagabend in Nordhessen: Fünf Menschen sind bei einem schweren Verkehrsunfall bei Fritzlar im Schwalm-Eder-Kreis ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, waren am Sonntagabend gegen 20.30 Uhr auf der Bundesstraße 253 zwei Autos frontal zusammengestoßen. Bei den Getöteten handelte es sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei um fünf Erwachsene - vier Männer und eine Frau. Sie waren alle Insassen der beiden Fahrzeuge und starben noch am Unfallort, andere Wagen waren nicht an dem Unfall beteiligt. Ein Gutachter soll nun den genauen Unfallhergang herausfinden. Einem Polizeisprecher zufolge könnte nach ersten Eindrücken überhöhte Geschwindigkeit ein Grund gewesen sein. Der Wagen mit den vier Männern im Alter von 27 bis 57 Jahren war laut Polizei auf der B253 aus Fritzlar kommend Richtung Bad Wildungen unterwegs. Am Ende einer Ausbaustrecke und bei dem Fritzlarer Stadtteil Ungedanken sei der Wagen dann in einer Rechtskurve mit einem entgegenkommenden Pkw zusammengestoßen, in dem saß laut Polizei eine 42 Jahre alte Frau. Beide Wagen wurden demnach in den Straßengraben geschleudert. Unfallopfer mussten aus Wagen befreit werden Die Unfallstelle wurde bis in die Nacht hinein weiträumig abgesperrt, alle fünf Unfallopfer mussten von der Feuerwehr unter aufgestellten Lichtmasten aus den völlig zerstörten Wracks befreit werden. Gegen 0.50 Uhr war die Bergung der Wagen abgeschlossen. Der entstandene Sachschaden liegt der Polizei zufolge bei rund 45.000 Euro. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Kassel wurde ein Gutachter hinzugezogen. Der habe sich den Unfallort bereits angeschaut, berichtete ein Polizeisprecher. Den Angaben zufolge gilt an der Unfallstelle eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern. Erst Mitte September hatte sich in Hessen ein schwerer Verkehrsunfall mit vier Toten ereignet. Bei Friedberg im Wetteraukreis war ein Autofahrer auf der Autobahn 5 in falscher Fahrtrichtung unterwegs. Es kam bei hohem Tempo zu einem Frontalzusammenstoß mit einem entgegenkommenden Auto mit vier jungen Insassen. Zwei von ihnen starben, die anderen beiden wurden schwer verletzt. Zwei weitere Pkw beteiligt In den Unfall wurden zwei weitere Pkw verwickelt. Für den 68 Jahre alten Fahrer eines der beiden Wagen kam ebenfalls jede Hilfe zu spät. Der 52 Jahre alte Fahrer des anderen Wagen wurde leicht verletzt. Auch der Falschfahrer starb später in einer Klinik. Anfang Mai dieses Jahres verloren bei einem Unfall mit einem Lkw auf der Autobahn 3 am Frankfurter Flughafen zwei Menschen ihr Leben. Der Lastwagen war auf dem Seitenstreifen mit zwei dort stehenden Autos zusammengestoßen und erfasste zwei Menschen, die sich außerhalb der Fahrzeuge befanden. Die beiden Wagen waren demnach wegen einer Panne dort abgestellt. Ein 35-Jähriger starb noch an der Unfallstelle, eine 27-Jährige wurde noch in ein Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte ihr aber nicht mehr helfen konnten.
Fünf Menschen sterben auf der B253
n-tv.de
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Auto geriet in Gegenverkehr: Fünf Tote bei Frontal-Crash in Nordhessen
bild.de
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Fünf Tote bei Frontalkollision zweier Autos in Deutschland
tt.com
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Hessen: Fünf Tote bei Frontalcrash zweier Autos
t-online.de
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Unfall: Fünf Tote bei Frontalzusammenstoß Nordhessen
t-online.de
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„Es war immer die Sendung, vor der ich am meisten aufgeregt war“ (2.10/4)

„Für mich war es immer die Sendung des Jahres!“ – Mit diesen Worten hat sich Moderator Günther Jauch am Sonntagabend nach 25 Jahren als Gastgeber des RTL-Jahresrückblicks „Menschen, Bilder, Emotionen“ verabschiedet. „Es war immer die Sendung, vor der ich am meisten aufgeregt war“, erzählte der 65-Jährige am Ende der Show, die live aus Hürth gesendet wurde. Verabschiedet wurde er mit einem eigens für ihn gedichteten „Jauch-Song“, den Rapper Eko Fresh vortrug. Als Überraschung für den Moderator setzte sich das Publikum dazu Pappmasken auf, auf die Jauchs Gesicht aufgedruckt worden war. Prominente Gäste in Jauchs letzter Jahresshow waren unter anderem Lukas Podolski, Boris Becker, Bushido und Oliver Pocher. Tennis-Star Alexander Zverev schenkte dem 65-Jährigen zum Abschied den Tennisschläger, mit dem er in diesem Jahr Olympia-Gold in Tokio gewonnen hatte. Abschiedsgrüße kamen zudem von Jauchs langjährigen Kollegen Barbara Schöneberger und Thomas Gottschalk. Während Schöneberger einen Handygruß schickte, überraschte Gottschalk seinen Freund im Studio und gratulierte zum 25. Jubiläum der Sendung. Mehrere Zusammenschnitte erinnerten an die Höhepunkte vergangener Sendungen, wie etwa den Besuch des Superstars Robbie Williams. Als Gäste zu aktuellen Themen waren unter anderem ein Betroffener und eine freiwillige Helferin aus den Flutgebieten zu Gast. Die Aktivistin Theresa Breuer, Mitgründerin der „Luftbrücke Kabul“, berichtete von der Rettung schutzbedürftiger Menschen aus Afghanistan und Chemiker Benjamin List, dem in diesem Jahr der Nobelpreis für Chemie zuerkannt wurde, erklärte einen Teil seiner Forschung. Über die Corona-Pandemie sprach Jauch schließlich mit dem CDU-Politiker Wolfgang Schäuble, der sich in der Sendung für eine Impfpflicht aussprach. „Wenn es nicht alle freiwillig tun, brauchen wir eine gesetzliche Regelung“, sagte der ehemalige Bundestagspräsident. Zum Ende der Sendung verabschiedete sich Jauch mit feuchten Augen und dem Satz: „Ich bin ja nicht aus der Welt.“ Die Quizsendung „Wer wird Millionär?“ will der 65-Jährige weiter moderieren, wie er zuvor bereits laut RTL-Mitteilung gesagt hatte. Jauch hatte die RTL-Rückblickshow erstmals am 15. Dezember 1996 moderiert. Von 1989 bis 1995 hatte er zuvor den Jahresrückblick „Menschen“ im ZDF präsentiert.
Günther Jauchs letzter RTL-Jahresrückblick: Thomas Gottschalk als Überraschungsgast
t-online.de
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Abschied: Jauch moderiert letzten RTL-Jahresrückblick
stern.de
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"Menschen, Bilder, Emotionen" - Abschied: Jauch moderiert letzten RTL-Jahresrückblick
t-online.de
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Corona: Ministerpräsident Weil bringt Neujahrs-Ruhe ins Spiel (1.01/4)

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil will in der nächsten Bund-Länder-Runde über Kontaktbeschränkungen in der Zeit nach Weihnachten sprechen – auch für Geimpfte. Alle Infos im Newsblog. Eine schwere Corona-Welle erschüttert Deutschland: Im ganzen Land steigen die Infektions- und Todeszahlen, Krankenhäuser sind erneut überlastet. Nun bereitet eine neu aufgetretene Variante den Experten zusätzlich Sorgen: Omikron wurde auch in Deutschland bereits nachgewiesen. Die Impfquote im Land (vollständig geimpft) liegt bei fast 69 Prozent. Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) will bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz über weitere Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte für die Zeit nach Weihnachten sprechen. "Klar ist, dass es über Weihnachten zahlreiche Familienkontakte geben wird. Die werden nach aller Erfahrung auch wieder für eine Reihe von Ansteckungen sorgen. Es ist also eine Überlegung wert, ob man die damit verbundene Infektionsdynamik nicht durch eine begrenzte Auszeit abmildern sollte", sagt Weil der Zeitung "Welt". Am Ende müsse man die Entscheidung von der Entwicklung des Infektionsgeschehens und der Lage auf den Intensivstationen abhängig machen. In Italien müssen sich die Menschen ab dem heutigen Montag auf strengere Corona-Richtlinien einstellen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte Ende November die Einführung von 2G-Regeln für bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens beschlossen. Demnach dürfen nur noch Geimpfte und Genese zum Beispiel innen in Restaurants essen gehen, ins Kino, in Diskotheken feiern und zu Fußballspielen ins Stadion gehen. Die Regeln sollen zunächst bis zum 15. Januar gelten. Eine weitere Neuerung ist die Ausweitung der 3G-Regel auf den öffentlichen Nahverkehr und Hotels. Bislang mussten Reisende zum Beispiel im Fernbahnverkehr nachweislich gegen Covid-19 geimpft, von der Krankheit genesen oder negativ auf das Coronavirus getestet sein. Ab Montag ist dieser Nachweis – in Italien wird er "Green Pass" (Grüner Pass) genannt – auch für U-Bahnen, Busse und Züge im Nahverkehr vorgeschrieben. Das Zertifikat ist ein digitaler oder ausdruckbarer QR-Code, der per Smartphone-App gescannt und so kontrolliert werden kann. In Italien funktioniert auch der deutsche Code. Wer in den Skiurlaub nach Italien fährt, braucht zwar keinen Grünen Pass, um die Piste runterzufahren, jedoch gilt in geschlossenen Liften und Gondeln die 3G-Regel und in den Hütten 2G. Von den Regelungen ausgenommen sind Kinder unter zwölf Jahren, da sie noch nicht geimpft werden könnten. Das soll nach den Plänen der Regierung ab dem 16. Dezember möglich sein. Der Apothekerverband Nordrhein rechnet noch über Wochen mit Engpässen bei Corona-Schnelltests. "Corona-Tests sind oft knapp. Ein Ende der Lieferengpässe ist noch nicht abzusehen", sagt Verbandschef Thomas Preis der Zeitung" Rheinische Post". "Aktuell steigen die Zahlen in den Teststellen wöchentlich um zehn Prozent an. Der Dezember wird der Monat mit den meisten Bürgertests werden." Auch der Verkauf von Selbsttests lege weiter zu. Zugleich gäbe es Angebotsprobleme: Die Frachtmöglichkeiten aus Fernost seien begrenzt, die Freigabe am Zoll dauere lang. "Bisher waren viele Tests als Sonderzulassung im Verkauf. Diese Sonderzulassungen werden nicht mehr verlängert. Das sorgt auch für weitere Engpässe." CDU-Politiker Wolfgang Schäuble (79) hat sich für eine Corona-Impfpflicht ausgesprochen. "Wenn es nicht alle freiwillig tun, brauchen wir eine gesetzliche Regelung", sagte der ehemalige Bundestagspräsident am Sonntagabend in der RTL-Jahresshow "2021! Menschen, Bilder, Emotionen". "Und wenn sich Einzelne dann immer noch nicht daran halten, ist das so. So ist das bei Gesetzen." Das heiße aber nicht, dass ein Gesetz nicht grundsätzlich sinnvoll sei. Mit der Impfung sei es doch "ganz einfach", sagte Schäuble im Gespräch mit Moderator Günther Jauch (65). Sie könne Menschen schützen und die Situation in den Krankenhäusern verbessern. In den vergangenen Monaten hatte sich der 79-Jährige immer wieder für die Corona-Impfung ausgesprochen und insbesondere die "Querdenker"-Szene in Interviews scharf angegriffen. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hat sich angesichts der jüngsten Corona-Proteste in Thüringen, aber auch in Sachsen, besorgt gezeigt. "Das ist grundsätzlich besorgniserregend", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Proteste würden "teilweise von Rechtsextremisten organisiert", die zuweilen regelrecht "euphorisch" seien. Dabei sei es "nicht völlig unerklärlich", dass wegen der neuen 2G- und 3G-Regeln wohl vor allem Ungeimpfte an den Märschen teilnähmen. "Sie werden jetzt merken, dass das Leben erhebliche Erschwernisse mit sich bringt." Man könne Proteste, bei denen keine Masken getragen und Mindestabstände nicht eingehalten würden, nicht einfach nur begleiten. "Das ist mir zu defensiv." Man müsse aber auch aufpassen, dass es nicht zu einer Eskalation der Gewalt komme. Auf jeden Fall müssten Teilnehmer mit finanziellen Konsequenzen rechnen. So würden für das Nicht-Tragen von Masken 60 Euro fällig und für den Verzicht auf den Mindestabstand 100 Euro. Wer als Organisator derartiger Proteste in Erscheinung trete, für den könnten mehrere Tausend Euro Strafe folgen. Die Polizei hat eine illegale Musik- und Tanzparty in Neubrandenburg aufgelöst. Wie ein Polizeisprecher der Stadt sagte, hatten sich in der Nacht zu Sonntag etwa 75 Frauen und Männer in einer Baracke auf einem ehemaligen Gewerbegelände in der Ihlenfelder Vorstadt versammelt. Ein Zeuge hatte die Beamten wegen des Lärms gerufen. An der Mecklenburgischen Seenplatte sind gegenwärtig derartige Freizeitveranstaltungen wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen untersagt. Der Veranstalter musste dem Polizeisprecher zufolge alles wieder abbauen und hat sich nun wegen Verstoßes gegen die Corona-Landesverordnung zu verantworten. Von allen Gästen seien die Personalien erfasst worden, da sie vom zuständigen Ordnungsamt ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden sollen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verteidigt die verschärften Maßnahmen im Kampf gegen Corona. Es sei in der vergangenen Woche gelungen, die Inzidenz in Bayern zu senken, sagt der CSU-Politiker in der ARD-Sendung "Anne Will". Geholfen hätten vor allem Kontaktreduktionen wie das Schließen von Bars, Discos und Weihnachtsmärkten sowie Geisterspiele beim Sport. Söder räumt aber mit Blick auf die Eingriffe ein: "Kontaktbeschränkungen sind das Schwerste." Der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle erklärt, die aktuellen Kontaktbeschränkungen dürften ausreichen. Sollte sich dies ändern, müsse man nachbessern. Zum jetzigen Zeitpunkt werde es mit der Ampelkoalition aber keinen absoluten Lockdown geben. Man werde versuchen, dies mit allen Mitteln zu vermeiden. Erste Erkenntnisse zur neuen Omikron-Variante des Coronavirus deuten nach Einschätzung des US-Experten Anthony Fauci nicht auf schwerere Krankheitsverläufe hin. Die neue Variante breite sich in Südafrika schnell aus, sagte der oberste Corona-Berater von Präsident Joe Biden am Sonntag im Fernsehsender CNN. Die Variante habe einen "Übertragungsvorteil". Nach derzeitigem Stand sehe es aber nicht danach aus, dass Omikron eine besonders schwere Covid-19-Erkrankung hervorrufe. "Bis jetzt sind die Signale etwas ermutigend", sagte Fauci. Es sei aber noch zu früh, um eine abschließende Einschätzung abzugeben. Omikron weist im Vergleich zum bisher gängigen Coronavirus 32 Mutationen auf, so dass eine höhere Übertragbarkeit befürchtet wird. Die neue Variante war Ende November von Wissenschaftlern in Südafrika entdeckt worden. Seither wurde sie in dutzenden Ländern nachgewiesen, darunter Deutschland. Die Frage, wer für das SPD das Gesundheitsministerium besetzt, ist nach Angaben des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach noch nicht entschieden. "In dieser Sache sind die Entscheidungen noch nicht gefallen", sagt er in der ARD-Sendung "Anne Will". CSU-Chef Markus Söder spricht sich für Lauterbach auf diesem Posten aus. Die SPD will am Montag ihre Ministerriege vorstellen. In Dänemark ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron sprunghaft auf mehr als 180 Fälle angestiegen. Mittlerweile seien 183 Infektionen mit der zuerst in Südafrika festgestellten Variante nachgewiesen worden, teilten die dänischen Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Das EU-Land hatte wegen der womöglich besonders ansteckenden Virusvariante kürzlich seine Corona-Schutzmaßnahmen ausgeweitet. Der Ansturm auf Booster-Impfungen gegen das Coronavirus hat in mehreren niederländischen Städten zu Verkehrschaos geführt. Das Angebot von Dritt-Impfungen ohne Termin für Menschen über 60 sei deshalb in Absprache mit den Sicherheitsbehörden beendet worden, teilte der Gesundheitsdienst für Zentral-Holland am Sonntag mit. Am Samstag hatten sich lange Schlangen auf den Straßen zu Impfzentren in Leiden, Gouda und Alphen aan den Rijn gebildet. Tausende seien in der Hoffnung, eine Impfung ohne Termin zu erhalten, ins Auto gesprungen, hieß es. In den Niederlanden sind Auffrisch-Spritzen im Moment vorrangig für ältere Menschen vorgesehen, deren vorige Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Die Zahl der Corona-Kranken auf Intensivstationen ging am Wochenende nach wochenlangem Anstieg erstmals wieder leicht zurück. Wegen vieler Neuinfektionen gilt seit einer Woche ein "Abend-Lockdown": Geschäfte, Kulturstätten, Restaurants und Sportclubs müssen bis 17.00 Uhr schließen. Nur Supermärkte sind länger offen. Die Zahl von Corona-Neuinfektionen nach einer Firmenfeier in einem norwegischen Restaurant steigt weiter. Etwa 120 Menschen, die sich in dem Restaurant aufgehalten hätten, seien mittlerweile positiv auf das Virus getestet worden, berichtete der Sender NRK am Sender unter Berufung auf Gesundheitsbehörden. In mehr als der Hälfte der Fälle handle es sich vermutlich um die Omikron-Variante. Am Vortag hatte das Gesundheitsinstitut FHI 13 Omikron-Fälle bestätigt. Wie NRK weiter berichtete, waren 70 der Infizierten Teil derselben Weihnachtsfeier. Zwei von ihnen sollen kürzlich in Südafrika gewesen sein. Die anderen 45 bis 50 Fälle hatten am selben Tag die Lokalität besucht. Die Behörden riefen alle Menschen auf, sich zu melden, die nach dem 26. November noch das Restaurant in Oslo besucht haben. Nach FHI-Angaben vom Samstag gab es insgesamt 19 Omikron-Fälle in Norwegen, darunter vier Menschen, die aus Südafrika eingereist waren. Angesichts der vierten Corona-Welle rät der designierte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) den Bürgern von Reisen an Weihnachten ab. "In der aktuellen Situation scheint es sinnvoller, Weihnachten im kleinen Kreis zu Hause zu verbringen und keine größeren Reisen durchs Land zu planen", sagte Wissing der "Bild am Sonntag". Er forderte, die Pandemie nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und warnte: "Der Winter 2021 wird dramatischer als der Winter 2020." Die Politik prüfe alle Mittel, die die Verfassung erlaube, um der Pandemie schnellstmöglich Einhalt zu gebieten. Aber auch Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich seien wichtig, um die Krise zu bekämpfen. Wissing, derzeit noch FDP-Generalsekretär, rechtfertigte zudem die Kehrtwende seiner Partei bei den Corona-Maßnahmen, insbesondere bei der Impfpflicht: "Jetzt ist die Situation eine andere, auch weil wir neue Mutationen haben. Das Virus wandelt sich, die Gefährlichkeit des Virus nimmt zu." Es bringe daher nichts zurückzublicken, wie die Beurteilung vor einem halben Jahr gewesen sei. So müsse auch eine Impfpflicht geprüft werden, "um unser Gesundheitssystem vor einem Zusammenbruch und unsere Gesellschaft vor immer neuen Lockdowns zu schützen". Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, hat eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen gefordert. "Es ist wichtig, die Kontakte noch weiter zu reduzieren", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben). "In Gebieten mit hohen Inzidenzen muss man auch über befristete Kontaktbeschränkungen für Geimpfte nachdenken." Er befürchte, dass die Beschlüsse der jüngsten Corona-Runde von Bund und Ländern "nicht reichen, um die Welle zu brechen und die Zahlen schnell wieder nach unten zu treiben", sagte Brinkhaus den Zeitungen. Er appellierte an die Ministerpräsidenten, "die Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen, beherzt zu nutzen". Der Unionspolitiker warnte auch davor, die Schließung von Schulen zum Tabu zu erklären. Schulschließungen seien erhebliche Belastungen für die Kinder, aber auch für die Eltern. "Natürlich muss es das Bestreben der Schulminister sein, mit Maskenpflicht, Tests und Lüftung die Schulen so lange wie möglich offenzuhalten", sagte Brinkhaus. "Es darf aber für Regionen mit sehr hohen Inzidenzen keine Tabus geben." Wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante verlangt Großbritannien wieder Corona-Tests von allen internationalen Reisenden. Vom kommenden Dienstagmorgen an müssen auch Geimpfte vor Abreise ins Vereinigte Königreich ein negatives Ergebnis vorlegen, wie Gesundheitsminister Sajid Javid am Samstagabend ankündigte. Grund sei, dass immer mehr Infektionen mit Reisen in Verbindung gebracht werden könnten, sagte Javid. Er betonte, die Maßnahmen seien vorübergehend. Einen Zeitraum nannte der Minister aber nicht. Großbritannien hatte die vorgeschriebenen Corona-Tests vor Einreise für Geimpfte erst Mitte Oktober abgeschafft. Bereits wieder eingeführt wurde zuletzt, dass innerhalb von zwei Tagen nach Ankunft im Königreich ein PCR-Test gemacht werden muss. Bis zum Erhalt des negativen Ergebnisses gilt eine Pflicht zur Isolation. Erstmals hat ein baden-württembergischer Landkreis in der vierten Corona-Welle die Sieben-Tage-Inzidenz von 1.000 übersprungen. Für den Schwarzwald-Baar-Kreis gab das Landesgesundheitsamt (LGA) den Wert am Samstag mit 1010,5 an, dicht gefolgt vom Landkreis Tuttlingen (983,9) und – mit größerem Abstand – dem Stadtkreis Pforzheim (750,7). Landesweit betrug die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche 523,4 und sank damit im Vergleich zum Vortag geringfügig (525,3). Die Zahl der Corona-Patienten auf den baden-württembergischen Intensivstationen stieg am Samstag im Vergleich zum Vortag um 5 auf 641. Wegen der regionalen Überlastung wurde schon mit der Verlegung baden-württembergischer Intensivpatienten innerhalb Deutschlands begonnen. Die Hospitalisierungsinzidenz (Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Menschen und Woche) lag am Samstag bei 6,18 (Vortag: 6,6). Der Wert spielt eine bedeutende Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen ist aber in der Regel höher als in der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen. Die vollständigen Werte liegen oft erst nach ein bis zwei Wochen vor. Nach der erneuten Absage seiner großen Silvesterparty wegen der Corona-Pandemie fürchtet die brasilianische Metropole Rio de Janeiro nun auch wieder um den berühmten Karneval. "Hoffentlich muss ich nicht auch noch den Karneval absagen, nicht nur wegen der Bedeutung dieses Fests für die Kultur, sondern auch wegen der wirtschaftlichen Bedeutung für die Stadt und Brasilien", sagte Bürgermeister Eduardo Paes auf einer Pressekonferenz am Samstag. In diesem Jahr war der Karneval coronabedingt komplett ausgefallen, 2022 sollte er wieder stattfinden. An Protestaktionen gegen Corona-Beschränkungen haben sich in mehreren Thüringer Städten nach Polizeiangaben über 2.000 Menschen beteiligt. Allein in Greiz, gelegen in Ostthüringen an der Landesgrenze zu Sachsen, kamen am Samstagabend etwa 1.500 Menschen zusammen, wie die Polizei am späten Samstagabend mitteilte. Die Versammlung war demnach nicht angemeldet gewesen. Vereinzelt wurde Pyrotechnik gezündet, außerdem wurden Flaschen geworfen, wie es hieß. In Wien sind erneut zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den derzeit geltenden Teil-Lockdown und die angekündigte Corona-Impfpflicht zu protestieren. In der österreichischen Hauptstadt fanden am Samstag mehrere Demonstrationen statt, daran nahmen nach Angaben der Polizei insgesamt mehr als 40.000 Menschen teil. Am Rande der Proteste kam es vereinzelt zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten. Etwa 1.200 Polizisten waren bei den Demonstrationen im Einsatz, es gab mehrere Festnahmen. Teilnehmer hätten mit Pyrotechnik geworfen, die Einsatzkräfte hätten Tränengas eingesetzt, teilte die Polizei mit. Ihren Angaben zufolge gab es auch rund 1.500 Gegendemonstranten. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert einen Bericht der "Bild" mit dem Titel "Die Lockdown-Macher" scharf. "Es genügt, dass wir 24/7 mit Personenschutz unterwegs sind. Die Wissenschaftlerinnen dürfen nicht den gewaltbereiten Querdenkern als Zielscheiben angeboten werden." Alle Entscheidungen, zum Beispiel gegen Ungeimpfte, seien ausschließlich von der Politik getroffen worden, betont Lauterbach. In dem Bericht schildert die "Bild" ohne Angabe eines konkreten Autorennamens, wie mehrere Bundesländer in den vergangenen Tagen ihre Corona-Maßnahmen in Richtung Lockdown verschärften – angeblich auf Grundlage von Empfehlungen von Lauterbach sowie den Physikern Dirk Brockmann, Viola Priesemann und Michael Meyer-Hermann. Bebildert ist der Text mit Fotos der drei Physiker und mit der Überschrift versehen: "Experten-Trio für harte Maßnahmen: Die Lockdown-Macher". Auch in den sozialen Medien war die Kritik an dieser Aufmachung scharf. "Das ist nicht nur gelogen, sondern Verleumdung und eine Gefahr für die Freiheit von Wissenschaftler*innen, nach bestem Wissen zu beraten", schrieb Politökonomin Maja Göpel. Anhänger haben am Samstag in Potsdam gegen die Corona-Beschränkungen und eine mögliche Impfpflicht protestiert. Anlass der Kundgebung, an der unter anderem der AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla teilnahm, war das Ende einer mehrtägigen Mahnwache "gegen Impfzwang und Corona-Wahnsinn" nahe dem Landtag. Gegendemonstranten versammelten sich ebenfalls und setzten Trillerpfeifen ein. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, Dennis Hohloch, kündigte weitere Protestaktionen an, unter anderem am Rande der nächsten Landtagssitzung in Potsdam Mitte Dezember. Er bezifferte die Teilnehmerzahl am Samstag auf etwa 200 bis 250, ein dpa-Reporter vor Ort schätzte die Zahl der AfD-Anhänger und Gegendemonstranten dagegen auf jeweils um die 100. Die Polizei machte am frühen Abend keine Angaben dazu. Der Einzelhandel fühlt sich durch die landesweite Einschränkung für ungeimpfte Kunden und zusätzliche Kontrollen benachteiligt und fordert finanzielle Unterstützung. "Mit Einführung der 2G-Regel für den gesamten Einzelhandel muss der Handel in Baden-Württemberg, der in den letzten 20 Monaten bereits zahlreiche Sonderopfer für die Gesellschaft erbracht hat, einen weiteren Schlag ins Gesicht hinnehmen", sagte Sabine Hagmann, die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW). Regel und Kontrollen seien "verfassungswidrig und nicht zielführend bei der Bekämpfung der Pandemie". Zudem gingen sie weit über einen zumutbaren Akt der Solidarität hinaus. Der Handel habe bereits unter der 3G-Regel (nur genesene, geimpfte und negativ getestete Kunden) Verluste von rund 30 Prozent verzeichnet. Bei Anwendung der 2G-Regel seien die Umsätze zuletzt um die Hälfte zurückgegangen. "Ein solcher Rückgang kommt einem Lockdown schon sehr nahe", sagte Hagmann. Auch sei es ein Skandal, dass die Kontrollen auf Händlerinnen und Händler abgewälzt würden. Die Verbandschefin rechnet nach eigenen Worten mit einem Schaden von rund 750 Millionen Euro, benennt aber keinen Zeitraum dafür. Sie forderte für die Branche "zwingende Sonder-Ausgleichszahlungen". Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) hat von der Bundesregierung zusätzliche Hilfen für den Einzelhandel gefordert, um die Folgen der Einführung der 2G-Regel in weiten Teilen der Branche zu kompensieren. Ziel müsse es sein, "die zu befürchtenden Verluste möglichst schnell und fair abzufedern", schrieb HDE-Präsident Josef Sanktjohanser in einem Brief an die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den voraussichtlichen nächsten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Dafür reichten die bestehenden Entschädigungsregelungen bei weitem nicht aus. Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, sieht keinen Grund gegen eine Corona-Impfpflicht auch für Kinder – falls die Ständige Impfkommission (Stiko) diesen eine Impfung empfiehlt. "Solange es von der Ständigen Impfkommission keine eindeutige Empfehlung für die Impfung von Kindern gibt, kann es natürlich nur eine Impfpflicht für Erwachsene geben", sagte er dem "ZDF". "Wenn die Stiko allerdings die Impfung von Kindern empfehlen sollte, gäbe es keinen Grund, nicht auch Kinder in die Impfpflicht einzubeziehen." "Wir impfen 98 Prozent der Neugeborenen mit den Grundimpfungen und da ist sehr viel mehr drinnen als in dem einen Impfstoff gegen Corona", argumentierte Montgomery. "Ich verstehe den Aufstand gar nicht." Die Stiko will demnächst eine Empfehlung zu Corona-Impfungen bei Kindern zwischen fünf und elf Jahren aussprechen. Es gibt schon länger Hinweise darauf, dass sie die Impfung zunächst ausdrücklich nur für Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen und erkrankten Angehörigen empfehlen könnte. Die Debatte über eine mögliche allgemeine Impfpflicht hatte zuletzt Fahrt aufgenommen – es ist angedacht, dass der Bundestag darüber abstimmt. Details sind aber noch unklar, das Thema ist umstritten. Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert könnte es eine solche Abstimmung Anfang des kommenden Jahres geben. Aus Sicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach sollten Kinder bei einer Impfpflicht außen vor bleiben, wie er kürzlich bei RTL/ntv betonte. In Freiberg hat es am Freitag erneut Proteste gegen die aktuelle Corona-Politik gegeben. 30 Personen drohe nun jeweils ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro, teilte die Polizei mit. Wegen der dramatischen Lage im Freistaat sind gemäß der sächsischen Corona-Notfallverordnung derzeit nur Versammlungen mit höchstens zehn Menschen erlaubt – und nur an einem festen Ort. Gegen 17.45 Uhr habe sich eine mittlere zweistellige Anzahl von Teilnehmern am Albertpark versammelt, so die Polizei. "Die Polizisten sprachen diese an und wiesen sie auf die geltenden Beschränkungen, die sich aus der Sächsischen Corona-Notfallverordnung ergeben, hin." Ungeachtet dessen hätten sich einige von ihnen gegen 18 Uhr in Bewegung gesetzt und seien über die Gehwege in Richtung Bahnhof gelaufen. Gegen 18.15 Uhr stoppten die Einsatzkräfte den Aufzug und umschlossen die Teilnehmer, wie es weiter hieß. Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat den Bürgern geraten, sich trotz eines möglichen neuen Impfstoffes boostern lassen. "Boostern lohnt auf jeden Fall. Der Kampf gegen die Delta-Variante geht weiter" sagte Mertens der "Rheinischen Post" einem Vorabbericht zufolge. "Und es wäre kein Problem, sich wenige Monate nach der Booster-Impfung erneut impfen zu lassen, um sich gegebenenfalls vor Omikron zu schützen." Mertens ging davon aus, dass es Monate bis zur Herstellung möglicher neuer Omikron-Impfstoffe dauern könnte. "Drei bis sechs Monate dürften die Hersteller im Labor brauchen. Das ist nicht ganz trivial: Sie müssen einen Impfstoff kreieren, der gegen Omikron und Delta wirkt, denn noch ist Delta weit verbreitet. Dann kommt die Zulassung." Der Mediziner machte auch erneut deutlich, dass die Impfempfehlung für Kinder ab fünf Jahren rechtzeitig vor der Auslieferung des Kinderimpfstoffs zu erwarten sei, also noch vor dem 13. Dezember. Perspektivisch rechnete der Stiko-Chef auch mit einem Impfstoff für Kinder unter fünf Jahren. "Das kann ich mir schon vorstellen. Gerade wenn man sich die Geschwindigkeit bei der Entwicklung der Covid-Impfstoffe anschaut." Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, sieht keinen Grund gegen eine Corona-Impfpflicht auch für Kinder - falls die Ständige Impfkommission diesen eine Impfung empfiehlt. "Solange es von der Ständigen Impfkommission keine eindeutige Empfehlung für die Impfung von Kindern gibt, kann es natürlich nur eine Impfpflicht für Erwachsene geben", sagte er dem Nachrichtenportal "ZDFheute. de". "Wenn die Stiko allerdings die Impfung von Kindern empfehlen sollte, gäbe es keinen Grund, nicht auch Kinder in die Impfpflicht einzubeziehen." Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thomas Strobl (CDU), hat vor einer Radikalisierung der Corona-Proteste im Fall einer Impfpflicht gewarnt. Nach den Erkenntnissen des Verfassungsschutzes könne man davon ausgehen, dass "eine Impfpflicht die aggressive Haltung der Querdenker-Bewegung noch verstärkt", sagte der baden-württembergische Innenminister den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). "Die Querdenken-Bewegung ist gefährlich für unsere freiheitliche Demokratie, und sie wird noch gefährlicher", sagte Strobl. "Sie meint, eine voranschreitende Diktatur zu erkennen, sie meint zunehmend einen delegitimen Staat zu erkennen, gegen den Widerstand gerechtfertigt sei." Im Kampf gegen Corona sei es aber richtig, eine allgemeine Impfpflicht einzuführen. "Auch wenn es eine zunehmende Radikalisierung geben sollte: Wir lassen uns von Extremisten, Verschwörungsideologen und Antisemiten nicht abhalten, das Richtige zu tun." Die Bewohner Irlands müssen sich wegen hoher Corona- Fallzahlen und der neuen Omikron-Variante wieder auf schärfere Corona-Maßnahmen einstellen. Clubs müssten ab dem 7. Dezember für zunächst einen Monat wieder schließen und Theater oder Kinos dürften nur die Hälfte ihrer Kapazitäten besetzen, kündigte der irische Premierminister Micheál Martin am Freitag in Dublin an. Das Risiko, ohne schärfere Maßnahmen in die Weihnachtszeit zu gehen, sei "einfach zu hoch", sagte der Regierungschef nach Angaben des irischen Senders RTÉ. Er habe die Vorschläge seiner wissenschaftlichen Berater akzeptiert. Für private Treffen zuhause gibt es erneut Kontaktbeschränkungen: So dürfen sich maximal Angehörige von vier Haushalten treffen. Restaurants und Pubs müssten weiterhin um Mitternacht schließen, aber außerdem strikte Abstandsregeln befolgen. Für Fitnessstudios und die Gastronomie sind Immunitätsnachweise notwendig. Auch in Frankreich steigt die Zahl der Infektionsfälle mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Wie die nationale Gesundheitsbehörde mitteilten, wurden bis Freitagabend zwölf Fälle bestätigt. Betroffen sind demnach mehrere Regionen auf dem Festland sowie das französische Überseegebiet La Réunion. Nach La Réunion waren am Donnerstag drei erste Fälle der neuen Variante auf dem Festland diagnostiziert worden. In allen Fällen handelte es sich um Reiserückkehrer aus Afrika. Zwei Nilpferde in einem belgischen Zoo haben sich auf bislang unbekannte Weise mit dem Coronavirus infiziert. Das 14-jährige Nilpferd-Weibchen Imani und ihre 41 Jahre alte Mutter Hermien seien positiv getestet worden, teilte der Antwerpener Zoo mit. Das Nilpferdhaus wurde daraufhin für die Öffentlichkeit geschlossen, ihre Pfleger müssen sich isolieren. Der Antwerpener Zoo hatte seine Tiere im letzten Jahr getestet und keine Fälle von Coronaviren gefunden. Nun hätten die Tiere begonnen "Rotz auszuscheiden, den ich vorsorglich auf Bakterien untersucht habe", sagte der zuständige Tierarzt Francis Vercammen. "Angesichts der aktuellen Ereignisse habe ich zusätzlich beschlossen, die Proben auch auf Covid-19 zu testen, was zu diesem überraschenden Ergebnis führte." Es ist nicht bekannt, wie die Flusspferde mit dem Virus in Berührung gekommen sind. Ihre Pfleger hatten keine Symptome. Es sind nicht die ersten Fälle positiv getesteter Zootiere seit Beginn der Pandemie. Aber "weltweit wurde dieses Virus bisher vor allem bei Menschenaffen und Katzen festgestellt", sagte Vercammen. "Soweit ich weiß, ist dies die erste bekannte Infektion bei dieser Tierart." Er gehe aber nicht davon aus, dass für Hermien und Imani Gefahr bestehe. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Kritik am Verhalten des Virologen und Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, geübt. Mertens hatte öffentlich in einem Podcast der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erklärt, die Kommission werde eine Impfempfehlung für Kinder unter zwölf Jahren bis um den 11. Dezember veröffentlichen. Für sich selbst hatte er die Entscheidung jedoch vorweggenommen und gesagt, er würde ein etwa sieben Jahre altes Kind derzeit nicht gegen Corona impfen lassen, wenn er als Vater die Entscheidung zu treffen hätte. "Ich glaube, wir sollten in Bezug auf Sicherheit und Stabilität der Empfehlung wieder auf normale Verfahren zurückkehren und dies weder in Talkshows noch im Podcast ankündigen", sagte Söder in Richtung Mertens. Der bayerische Ministerpräsident ist ein erklärter Befürworter des Impfens von kleinen Schulkindern. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte, Mertens sei zu einer Sitzung der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) in der kommenden Woche geladen. Dort solle die Thematik noch einmal besprochen werden. In Großbritannien wurde eine Studie veröffentlicht, die erste Hinweise darauf liefert, dass der Totimpfstoff Valneva nicht als Auffrischungsimpfung funktioniert. In der Untersuchung seien sieben Impfstoffe auf ihre Wirkung als Booster untersucht worden, wenn zuvor zweimal mit dem mRNA-Wirkstoff von Biontech/Pfizer geimpft wurde, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Der auf abgetöteten Viren basierte Impfstoff Valneza war demnach der einzige, der keine Wirkung zeigte. Die Wirkung sei an der Zahl Antikörper nach der Verabreichung gemessen worden. Eine Einschränkung gebe es allerdings: Die Studie wurde in einem relativ kleinen Probandenkreis durchgeführt. Trotzdem betonte eine Expertin des US-Analysehause Kempten, das Ergebnis sei zu erstaunlich, um es zu ignorieren. Wegen hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag Polen und die Schweiz als Hochrisikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Mit der Schweiz ist ein beliebtes Winterreiseziel der Deutschen unter den neuen Hochrisikogebieten. Auch Liechtenstein, Jordanien und Mauritius werden so eingestuft. Von der Risikoliste gestrichen werden Thailand, Usbekistan, St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik. Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet verbunden ist automatisch auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für nicht notwendige touristische Reisen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot. Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage. In der Europäischen Union hatte es im Spätsommer zwischenzeitlich gar keine Corona-Hochrisikogebiete gegeben. In den vergangenen Wochen wurden aber bereits zahlreiche EU-Staaten wieder auf die Risikoliste gesetzt, darunter auch die Nachbarländer Niederlande, Belgien und Österreich mit Ausnahme einzelner Gemeinden. Insgesamt werden ab Sonntag weltweit wieder mehr als 60 Länder vom RKI ganz oder teilweise als Hochrisikogebiete geführt. Hinzu kommen acht Virusvariantengebiete in Afrika, für die noch strengere Einreisebeschränkungen gelten. Sie waren wegen der Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus in die höchste Risikokategorie eingestuft worden. Biontech-Chef Uğur Şahin geht angesichts der Virusvariante Omikron von der Notwendigkeit eines neuen Impfstoffs aus. Die Frage sei nur, wann dieses neue Vakzin benötigt werde, sagte Şahin am Freitag auf der Konferenz "Reuters Next". Der Mainzer Hersteller könnte seinen Impfstoff bei Bedarf relativ schnell anpassen. Biontech erwarte, dass sich Omikron als sogenannte Escape-Variante entwickeln dürfte. Das heiße, dass sie wahrscheinlich auch Geimpfte infizieren könne. Er sei aber zuversichtlich, dass Geimpfte vor einer schweren Erkrankung ausreichend geschützt seien. Şahin hatte Anfang der Woche der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, er gehe davon aus, dass der bestehende Covid-19-Impfstoff des Unternehmens und seines US-Partners Pfizer auch bei der neuen Omikron-Variante einen deutlichen Schutz gegen schwere Erkrankungen biete. Şahin erklärte am Freitag weiter, er rechne damit, dass es dagegen bei Ungeimpften zu noch schwereren Verläufen kommen könnte. Zudem steige die Wahrscheinlichkeit, dass jährliche Corona-Impfungen erforderlich würden. Das Virus mutiere schneller. Fußballspiele in Bayern werden vorerst ohne Zuschauer stattfinden. Das bayerische Kabinett beschloss am Freitag inmitten der vierten Corona-Welle eine entsprechende Verschärfung der Maßnahmen. Die neuen Beschlüsse gelten bereits ab diesem Samstag und betreffen den gesamten "Profisport für überregionale Ligen", wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf der anschließenden Pressekonferenz verkündete. Die Heimspiele von Fußball-Bundesligist FC Augsburg gegen den VfL Bochum sowie des Zweitligisten 1. FC Nürnberg gegen Holstein Kiel müssen am Samstag somit vor leeren Rängen stattfinden. Bis wann die Regelung gilt, sagte Söder zunächst nicht. Bundesregierung und Länderchefs hatten sich am Donnerstag darauf geeinigt, dass maximal 50 Prozent der Kapazität genutzt werden dürfen. Im Freien dürfen es höchstens 15.000 Zuschauer sein, in Sporthallen bis zu 5.000 Zuschauer. In Regionen mit sehr hohen Infektionszahlen sollen große Veranstaltungen sogar abgesagt oder im Sport zumindest Geisterspiele durchgesetzt werden. Eine Abstimmung über eine mögliche allgemeine Corona-Impfpflicht im Bundestag könnte nach Aussage von Regierungssprecher Steffen Seibert Anfang nächsten Jahres stattfinden. "Wir sind dabei, einen Weg zu beschreiten, damit der Deutsche Bundestag Anfang des kommenden Jahres eine solche Entscheidung fällt. Aber das liegt natürlich komplett in den Händen der Abgeordneten des Deutschen Bundestages", sagte er am Freitag in Berlin. Seibert wies darauf hin, dass es vorher eine Empfehlung des Ethikrats zum Thema geben solle. "Das ist ja auch keine leichte Sache. Das ist eine Abwägungsfrage." Tenor der Einigung von Bund und Ländern am Donnerstag sei gewesen, dass man das jetzt für notwendig halte. Der Sprecher erwähnte das "noch nie dagewesene Infektionsgeschehen", die Situation in den Kliniken, verschobene Operationen und die "Tatsache, dass jeden Tag Patienten quer durch Deutschland geflogen werden müssen". Das alles habe auch mit einer nicht ausreichenden Impfquote zu tun. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hat der Ständigen Impfkommission (Stiko) Versäumnisse vorgeworfen. "Es ist schade, dass die Stiko Boostern erst im Oktober für über 70-Jährige empfohlen hat und für alle sogar erst im November. Das kam viel zu spät", sagte Schwesig dem "Spiegel". Die Politikerin soll schon im Oktober gewarnt haben, dass die Empfehlungen der Kommission nicht ausreichen. Dabei habe das Beispiel Israel gezeigt, dass Auffrischungsimpfungen die vierte Welle brechen können. Auch der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens, hatte zuletzt in der ARD Fehler der Stiko eingeräumt. "Ich finde es gut, dass der Vorsitzende das Zögern inzwischen selbstkritisch sieht, und hoffe, dass entsprechende Schlussfolgerungen für zukünftige Empfehlungen gezogen werden", lobte Schwesig die Reaktion Mertens. Die Politik müsse sich andererseits vorwerfen, zu spät Einschränkungen für Ungeimpfte verhängt zu haben. Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen. Für die Gastronomie gelte künftig die Regel 2G plus. Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Krise im Bundesland werden auch Großveranstaltungen untersagt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen. Demnach werde für sämtliche Veranstaltungen wie Fußballspiele oder Kulturveranstaltungen künftig eine "harte Obergrenze" von 750 Personen gelten. Die Regeln sollen am Samstag in Kraft treten. Die neue Corona-Variante Omikron hat in Südafrika den Gesundheitsbehörden zufolge zu einem so starken Anstieg der Infektionszahlen geführt wie noch nie. Die Zunahme neuer Corona-Fälle in kurzer Zeit sei "beispiellos", sagt die Chefwissenschaftlerin des Nationalen Instituts für übertragbare Krankheiten, Michelle Groome, bei einer Pressekonferenz. Derzeit bewege sich die Omikron-Welle von der jüngeren in die ältere Altersgruppe. Um abzuschätzen, wie die Krankheitsverläufe seien und wie groß die Übertragbarkeit der im vergangenen Monat in Südafrika entdeckten Virusvariante sei, müssen man noch weitere Untersuchungen abwarten. Es sei aber wichtig, dass die Krankenhäuser bei ihren Vorbereitungen für den Notfall auch pädiatrische Betten und das entsprechende Personal berücksichtigten, da die Zahl der Einweisungen von Kindern im Alter unter vier Jahren gestiegen sei. Nach der Entdeckung von zwei Fällen der Omikron-Variante des Coronavirus in einer Schule in Genf sind rund 2.000 Menschen, darunter 1.600 Kinder unter Quarantäne gestellt worden. "Es ist unerlässlich, die Verbreitung der Variante in unserem Land zu bremsen", begründeten die Gesundheitsbehörden der Kantone Waadt, wo sich der betroffene Campus der Schule befindet, und Genf am Donnerstag die drastische Maßnahme. "Die beiden Fälle stehen in enger innerfamiliärer Verbindung mit einer positiven Person, die von einer Reise aus Südafrika zurückgekehrt ist", erklärten die Behörden weiter. Die Quarantäne beträgt zehn Tage und alle Schüler und Lehrer des Campus La Châtaigneraie der renommierten International School of Geneva müssen einen PCR-Test machen. Auf dem Campus werden die Klassen der Grund- und Sekundarstufe unterrichtet. Auch die Angehörigen der Schüler und Lehrer müssen sich testen lassen. Die International School ist eine der renommiertesten Bildungseinrichtungen der Schweiz. Die Schulgebühren liegen zwischen 20.000 und über 35.000 Franken (33.600 Euro) pro Jahr. Laut ihrer Website hat die Schule insgesamt etwa 4.450 Schüler, darunter viele Kinder von Beamten der zahlreichen UN-Organisationen mit Sitz in Genf. Südafrikanische Wissenschaftler hatten die neue Corona-Variante vor einer Woche erstmals nachgewiesen. Sie weist im Vergleich zum bisher gängigen Coronavirus 32 Mutationen auf, sodass zu befürchten ist, dass sie leichter übertragbar ist. Auch die Wirksamkeit der existierenden Impfstoffe gegen Omikron ist fraglich. Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt hat die Beschlüsse des Bundes und der Länder zur Bekämpfung des Coronavirus als unzureichend kritisiert. "Um das Gesundheitswesen vor Überlastung zu schützen, wären aus unserer Sicht noch weitergehende Maßnahmen notwendig", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Seiner Meinung nach sollte für Geimpfte und Genesene bundesweit verpflichtend in Bars, Restaurants sowie für Sport und Kulturveranstaltungen in Innenräumen 2G plus gelten – dann müsste zusätzlich ein Test vorgelegt werden. Vor allem müsse die Einhaltung der Zutrittsvoraussetzungen strikt kontrolliert und deren Missachtung verbindlich sanktioniert werden, mahnte Reinhardt. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) hat die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisiert. "Die Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um die Intensivstationen von dem enormen Druck zu entlasten und eine Patientengefährdung zu verhindern", sagte DGAI-Präsident Frank Wappler am Donnerstag. "Wir sind zu spät dran und versuchen es jetzt mit aller Gewalt, unzureichende Maßnahmen übers Knie zu brechen." Statt der Umsetzung eines "komplizierten Systems mit vielen Lücken" forderten die Anästhesisten "strikte Kontaktbeschränkungen und in letzter Konsequenz einen Lockdown". Schätzungen zufolge würden bis Weihnachten bis zu 6.000 schwerkranke Covid-19-Patienten auf den deutschen Intensivstationen liegen. Möglicherweise müsse man dann auch die "Notreserve" von wenigen tausend Betten zusätzlich antasten. Dabei fehlten bis zu 30 Prozent Schwestern und Pfleger, um alle Intensivbetten betreiben zu können. Würden sich die Prognosen bewahrheiten, müssten in den kommenden Wochen auch flächendeckend Operationssäle stillgelegt werden. Der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung Divi, Gernot Marx, fordert in der Corona-Pandemie schärfere Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte. "Wir brauchen deutliche Kontaktbeschränkungen, aktuell tatsächlich am besten für alle", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Über die neue Virusvariante wissen wir einfach noch nicht genug. Wir können nicht ausschließen, dass die Impfstoffe vermindert wirken", sagte er mit Blick auf die Omikron-Variante. "Wegen dieses Nicht-Wissens ist zwingend notwendig, besonders vorsichtig zu sein." Marx sagte dem RND: "Es ist wichtig und richtig, dass nun bundeseinheitliche Maßnahmen und Grenzwerte beschlossen worden sind. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass einheitliche Maßnahmen am effektivsten wirken." Der Mittelstandsverbund hat die Politik dazu aufgerufen, die Impfangebote massiv zu verstärken. In einem Brief an den voraussichtlich künftigen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) heißt es: "Wir glauben, dass die Politik aktuell bereits vieles richtig macht. Allerdings werden unseres Erachtens noch nicht alle Möglichkeiten genutzt, um in naher Zukunft die wirtschaftlichen Gefahren für den deutschen Mittelstand und die gesamte Volkswirtschaft wirksam abzuwenden." Das Schreiben lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Bund und Länder wollen die Impfkampagne beschleunigen, wie sie am Donnerstag beschlossen hatten. Der Verbund äußert in dem Brief Kritik an der von Bund und Ländern beschlossenen bundesweiten Ausweitung der 2G-Regel im Einzelhandel. "Abgesehen davon, dass die konsequente Umsetzung der 2G-Regelung nur schwierig zu realisieren und schon gar nicht umfassend zu kontrollieren sein wird, sind auch Geimpfte nicht davon ausgenommen, Virentragende zu sein", heißt es. "So schwer es persönlich auch fallen mag, Verständnis für Menschen aufzubringen, die bislang das Impfangebot nicht angenommen haben, so muss man ihnen dennoch zunächst die Chance im Rahmen einer Übergangsfrist geben, den geänderten Bedingungen folgend, die Impfung nachzuholen." Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hält die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie für einen richtigen Ansatz. "Der Maßnahmenkatalog kommt spät, aber besser spät als gar nicht", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Rheinischen Post". "Es ist richtig, bundesweit den Zugang zu Einrichtungen und Veranstaltungen der Kultur und der Freizeitgestaltung inzidenzunabhängig nur für Geimpfte und Genesene zu regeln", meinte Landsberg. "Auch die 2G-Regel bundesweit inzidenzunabhängig auf den Einzelhandel, mit Ausnahme der Geschäfte des täglichen Bedarfs, auszuweiten sowie die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, sind zwar einschneidende, aber richtige Ansätze", sagte Landsberg. 2G bedeutet Zutritt für Geimpfte und Genesene. Skeptisch zeigte sich Landsberg aber, bis Weihnachten wie von der Politik geplant 30 Millionen Impfungen vorzunehmen. "Viele Impfzentren sind geschlossen. Zwar gibt es mobile Impfstationen, aber wir hören immer wieder, dass die Impfstoffe bei der Verteilung noch nicht so vorhanden sind, wie von den Ärzten gewünscht." Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürchtet durch die neuen Einschränkungen vor allem für Ungeimpfte eine Zunahme der Aggressivität. Sie sei ja bereits vorhanden, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow. "Wir kennen ja schon aus der dritten Welle aggressives Verhalten nicht nur gegenüber der Polizei - denken Sie an den Mitarbeiter einer Tankstelle, der das Leben verloren hat, weil einer die Maske nicht tragen wollte." In Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz hatte ein Mann einen Studenten, der in einer Tankstelle an der Kasse als Aushilfe jobbte, im Streit um das Tragen einer Corona-Maske erschossen. Nach den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz vom Donnerstag würden Ungeimpfte von vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen, sagte Malchow. "Die werden natürlich zusätzlich aggressiv sein. Und die, die nichts verstehen, sowieso." Die Impfpflicht für Pflegepersonal soll ab dem 15. März 2022 in Kraft treten. Das geht aus einer Formulierungshilfe zum "Gesetz zur Stärkung der Impfprävention gegen COVID19" für das Bundesgesundheitsministerium hervor. Das Schreiben betont die Wichtigkeit der Impfung in Einrichtungen, "in denen Beschäftigte Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben". Durch eine Impfung könnten die Beschäftigten dazu beitragen, "das Risiko einer COVID-19-Erkrankung für sich selbst und die vulnerablen Personen so weit wie möglich zu reduzieren", heißt es in dem Schreiben weiter. Deshalb werde vorgesehen, dass in bestimmten Einrichtungen und Unternehmen tätige Personen geimpft oder genesen sein oder ein ärztliches Zeugnis, wonach sie sich nicht impfen lassen können, vorlegen müssen. "Für bestehende Tätigkeitsverhältnisse ist die Vorlagepflicht bis zum 15. März 2022 zu erfüllen", so das Schreiben. Darüber hinaus könnten Neueinstellungen ab dem 16. März nur mit einem entsprechenden Nachweis erfolgen. Nachweise, die ab dem 16. März ihre Gültigkeit verlieren, müssten zudem vorher erneuert werden. Personen, die den Nachweis nicht erbringen, könnte der Zutritt zur Einrichtung oder eine Tätigkeit in der Einrichtung verboten werden. Die Wirksamkeit der Vorgaben solle überprüft werden. Nach den weitreichenden Beschlüssen von Bund und Ländern zur Eindämmung der vierten Corona-Welle fordert Grünen-Chef Robert Habeck eine schnelle Umsetzung der Maßnahmen. "Die Corona-Situation in Deutschland ist dramatisch", sagte der künftige Vizekanzler der Deutschen Presse-Agentur. "Die beschlossenen Maßnahmen müssen nun umgehend um- und durchgesetzt werden. Denn es gilt jetzt keine Zeit zu verlieren und die vierte Welle abzuflachen." Der künftige Wirtschafts- und Klimaschutzminister Habeck räumte ein, dass die Maßnahmen für viele Menschen berufsbedingte Einschnitte und finanzielle Einbußen bedeuteten. Er versprach aber, dass die Wirtschaftshilfen weiterfließen würden, um über den Corona-Winter zu kommen. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält den Kampf gegen Corona-Verstöße derzeit für wichtiger als den Einsatz gegen Raser und Falschparker. Man müsse dafür sorgen, dass das, was etwa auf der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag beschlossen wurde, nun auch tatsächlich befolgt werde, sagte er am Rande der Innenministerkonferenz in Stuttgart. "Es gibt eine kleine Minderheit, die meint, man könne das missachten. Da muss die Polizei einschreiten." Die Einhaltung der Corona-Vorschriften habe nun Priorität. "Das ist im Moment einfach wichtiger, als Parkverstöße oder überhöhte Geschwindigkeit zu kontrollieren", sagte er. "Die höchste Gefahr geht von Corona aus, da muss die Polizei eine Priorität setzen." Getrieben von der neuen Coronavirus-Variante Omikron nehmen die Infektionszahlen in Afrika rapide zu. Mit Botsuana, Ghana, Nigeria und Südafrika sei Omikron mittlerweile in vier Ländern des Kontinents nachgewiesen, sagte am Donnerstag John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC). In ganz Afrika seien in der vergangenen Woche 52.300 Neuinfektionen gezählt worden – das ist ein Anstieg um 105 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. 31.000 Neuinfektionen entfielen auf Südafrika. Noch unbekannt ist laut Nkengasong, wie viele Menschen sich mit der neuen Omikron-Variante angesteckt haben. In Südafrika zeigten fast 80 Prozent aller DNA-sequenzierten Corona-Testergebnisse eine Infektion mit der Omikron-Variante an, sagte Anne von Gottberg, Mikrobiologin am Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten in Johannesburg. "Es sieht daher so aus, als ob Omikron im Land vorherrscht", sagte Gottberg. Zudem deuteten erste Analysen darauf hin, dass die Anzahl der Reinfektionen in Südafrika ansteige. "Wir schließen daraus, dass die Bevölkerung anfälliger für Omikron als Delta sein könnte", so Gottberg. Es gebe allerdings Anzeichen, dass der Krankheitsverlauf bei Omikron weniger schwerwiegend sei, wenn es sich um eine Reinfektion handele oder der Patient geimpft sei. "Wir sind definitiv besorgt wegen der Lage im südlichen Afrika", sagte Nkengasong. Dabei verbessere sich gerade die Versorgungslage mit Impfstoffen, die aber nicht schnell genug verabreicht würden. In Afrika sind erst sieben Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht sich gegen ein Vorziehen der Weihnachtsferien aus. Derzeit sei die Entwicklung bei den Inzidenzen positiv, sagt Söder. Deswegen liege die Priorität auf der Aufrechterhaltung des Schulbetriebs. Er verweist auf tägliche Tests an der Schule, was die Sicherheit erhöhe. "Ich habe nicht so richtig verstanden, was sich die Grünen davon versprechen. Ich halte es für eine überstürzte Entscheidung." Sollten sich die Corona-Zahlen verschlechtern, sei er aber offen, über das Thema zu sprechen. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt zu, dass einige Entscheidungen seines Gremiums zu spät erfolgt seien. Im ARD-Politikmagazin "Panorama" räumt Thomas Mertens ein, es wäre "wahrscheinlich günstiger gewesen, mit dem Boostern früher anzufangen". Damit wäre das erneute Chaos beim Impfen vermeidbar gewesen. Schon im Juli hätten Studien aus Israel nahe gelegt, dass eine dritte Impfung notwendig sei, erklärt Mertens. Die Stiko hatte eine Empfehlung für Menschen ab 70 allerdings erst im Oktober, für Menschen ab 18 gar erst Mitte November ausgesprochen. Als Grund nennt er das Vorgehen, bei dem Daten erst definiert, dann erhoben, erarbeitet und diskutiert werden müssten. Mertens ermahnt aber auch die Politik. Es brauche mehr Personal. Beim Thema Kinderimpfungen zeigt sich Mertens jedoch weiter zögerlich. Seine eigenen Kinder würde er angesichts fehlender Daten derzeit nicht impfen lassen. Jenseits der Daten aus der Zulassungsstudie des Impfstoffs gebe es "keinerlei Daten" über die Verträglichkeit des Impfstoffs in der Gruppe der Kinder zwischen fünf und elf Jahren, sagte Mertens in einem Podcast der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die aktuellen Publikationen zeigten, dass Aussagen über Langzeitschäden kaum möglich seien. Auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Impfungen bei unter Zwölfjährigen wird mit Spannung gewartet. Viele Kinderärzte warten auf die Empfehlung der Stiko, bevor sie ihre Patienten impfen. Mertens widersprach der Kritik, die Stiko verzögere ihre Empfehlung. Die neue Coronavirus-Variante Omikron ist erstmals auch in Frankreich außerhalb der Überseegebiete nachgewiesen worden. Die Gen-Sequenzierung der Probe eines Mannes aus der Region Île-de-France habe ergeben, dass dieser mit der neuen Variante infiziert sei, erklärte die regionale Gesundheitsbehörde am Donnerstag. Bereits am Dienstag hatte Frankreich den ersten Omikron-Fall im Überseegebiet La Réunion gemeldet. Der Infizierte aus dem Département Seine-et-Marne nahe Paris sei am 25. November mit dem Flieger aus Nigeria nach Frankreich zurückgekehrt und habe zum Zeitpunkt seiner Testung zunächst keine Symptome aufgewiesen, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Seine Frau sei ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei ihr stehe die Sequenzierung aber noch aus. Beide seien ungeimpft und hätten sich seit ihrer Ankunft zuhause abgesondert. Für die geplante Beschleunigung der Corona-Impfungen bis zum Jahresende organisiert der Bund zusätzliche Impfdosen. Nach Verhandlungen mit dem Hersteller Moderna kann eine Lieferung von zehn Millionen Dosen aus dem dritten Quartal 2022 auf Dezember vorgezogen werden, wie aus Informationen des Gesundheitsministeriums für die Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag hervorgeht. Dies entspricht 20 Millionen "Booster"-Dosen, da bei Moderna dafür eine halbe Dosis gespritzt wird. Zudem sollen acht Millionen Moderna-Dosen zusätzlich im Dezember kommen – weil die Abgabe zugesagter Dosen an andere Länder über die internationale Initiative Covax langsamer läuft. Nachjustiert werden sollen nun auch Lieferungen des Impfstoffes von Biontech. Nach einer Vereinbarung mit dem Hersteller könne ein Teil der wochenweise aufgeteilten Lieferungen für Dezember vorgezogen werden, erläuterte das Ministerium. Nach 2,9 Millionen Dosen in der kommenden Woche könnten die Lieferungen an die Impfstellen in der Woche vom 13. Dezember dadurch auf fünf Millionen Dosen aufgestockt werden. Die Menge der Folgewochen reduziere sich dann entsprechend. Das Ministerium verhandelt zudem mit anderen EU-Ländern, die ihre Biontech-Dosen aktuell nicht komplett benötigen. Ziel sei, zwei bis drei Millionen zusätzliche Dosen im Dezember übernehmen zu können, heißt es in den Informationen, die der geschäftsführende Minister Jens Spahn (CDU) an die Ministerpräsidentenkonferenz sandte. In Thüringen, Sachsen und anderen Bundesländern mit niedriger Impfquote sterben derzeit im Verhältnis zur Bevölkerung erheblich mehr Menschen an und mit Corona als im besser geimpften Norden Deutschlands. In Thüringen gab es demnach im Verhältnis zur Bevölkerung in den vergangenen sieben Tagen mehr als sechsmal so viele Corona-Tote wie in Bremen, dem Land mit der höchsten Impfquote (Datenstand 1.12.). Nachzulesen ist das auf den "Corona Maps" des Instituts für Statistik der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Grundlage sind die Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Gesundheitsbehörden. Es gebe hinreichend Evidenz, die zeige, dass eine höhere Impfquote zu einer niedrigeren Hospitalisierungsrate und zu einer geringeren Belegung der Intensivstationen führe und sich dann eben auch auf die Sterbewahrscheinlichkeiten auswirke, sagte Göran Kauermann vom LMU-Statistikinstitut der Deutschen Presse-Agentur. Das relative Risiko von Geimpften, auf einer Intensivstation zu landen, sei erheblich niedriger. "Es deutet alles in die gleiche Richtung", sagte der Wissenschaftler, auch wenn es nach Angaben des Wissenschaftlers keinen "knallharten kausalen Schluss" gibt. In einem am Montag veröffentlichten Papier der Ständigen Impfkommission (Stiko) heißt es, die Zahl der Covid-19-Krankenhausaufnahmen sei bei Ungeimpften je nach Alter und Region 5- bis 15­-fach höher als bei Geimpften. In den vergangenen sieben Tagen wurden (Stand 1.12) in Thüringen 167 Corona-Tote gemeldet, in Bremen lediglich 8. Umgerechnet auf 100.000 Einwohner waren das im Schnitt 7,88 Tote in Thüringen und 1,18 in Bremen. Überdurchschnittliche Todesfälle meldeten demnach auch Sachsen (6,75), Bayern (3,90) und Brandenburg (3,87) – Bundesländer mit vergleichsweise niedrigen Impfquoten. Unterdurchschnittlich ist die Zahl der Corona-Toten dagegen auch in Schleswig-Holstein (0,82) oder in Hamburg (0,92), wo viele Menschen gegen Corona geimpft sind. Der Bundesschnitt liegt bei 2,46. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will über eine Impfpflicht bei Kindern ab zwölf Jahren sprechen. "Das muss man diskutieren", sagte er im Bayerischen Rundfunk. "Generell wäre es natürlich gut, wenn die Impfpflicht zumindest bei denen, bei denen der Impfstoff schon erprobt ist – ab zwölf – auch stattfinden würde." Das ließe sich laut Söder erstens schnell durchführen und würde zweitens "die Schule absolut sicher machen". Musikunterricht oder Sport wären dann auch entsprechend schneller wieder für Jugendliche möglich. Er könne sich auch vorstellen, dass direkt im Klassenzimmer geimpft wird. In Bezug auf jüngere Kinder müsse man noch abwarten, wie das Impfangebot angenommen wird. Nach Ansicht des Thüringer Innenministers Georg Maier werden die Corona-Proteste in einigen Bundesländern von Rechtsextremisten unterwandert und für ihre Zwecke ausgenutzt. "Für Thüringen kann ich sagen, dass hinter etlichen dieser Versammlungen in der Vergangenheit und wahrscheinlich auch in der Zukunft, Rechtsextremisten stehen", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Das Thema soll auch bei der Innenministerkonferenz besprochen werden, die noch bis Freitag läuft. Maier sagte, es sei wichtig, ein Lagebild zu haben. Die Demonstrationen der Gegner der Corona-Politik seien in den Bundesländern unterschiedlich. "In manchen Bundesländern ist es eher esoterisch geprägt, in anderen Bundesländern kommt es eher aus dem Bereich Rechtsextremismus", sagte Maier. Seiner Einschätzung nach werde vor allem in Sachsen und Thüringen die Mobilisierung von rechtsextremistischen Gruppen genutzt. "Das heißt nicht, dass alle die dort mitlaufen, Rechtsextremisten sind", sagte Maier. Aber er appelliere an die Menschen, sich genau anzuschauen, neben wem sie in einer Demo liefen. Vor den Bund-Länder-Beratungen über schärfere Maßnahmen in der Corona-Pandemie haben mehrere Ministerpräsidenten ein energisches und einheitliches Vorgehen angemahnt. "Die Lage ist ernst", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir brauchen in Deutschland klare und einheitliche Regeln. Dazu gehören zum Beispiel einheitliche Kontaktbeschränkungen", fordere die SPD-Politikerin. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte dem RND, die Pandemie treffe ganz Deutschland hart. "Deshalb ist es wichtig, in einem Akt der nationalen Solidarität gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Infektionszahlen sinken und unser gesamtes Gesundheitssystem entlastet wird." Sie erwarte bundeseinheitliche Regelungen bei der Regulierung von Großveranstaltungen und den Regeln für den Einzelhandel. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow betonte, es seien energische Schritte notwendig. "Für ein politisches Hin und Her ist jetzt nicht die Zeit. Es kommt vielmehr darauf an, dass wir am Donnerstag schlüssig erklären, was wir tun wollen", sagte der Linken-Politiker dem RND. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat vor der Bund-Länder-Runde an diesem Donnerstag konsequente Entscheidungen im Kampf gegen die dramatisch hohen Corona-Zahlen verlangt. "Wir dürfen heute in der Ministerpräsidentenkonferenz keine halben Sachen machen, sondern müssen die vierte Welle entschlossen brechen", sagte der aktuelle Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Die Länder brauchen dazu den bewährten Instrumentenkasten der Pandemiebekämpfung." Gerade Hotspots wie Sachsen und Bayern seien dringend darauf angewiesen. "Ein ausgedünnter Instrumentenkasten ist zu wenig", betonte Wüst. Es sei ist richtig, "dass die Politik erkannte Fehler auch korrigiert - gerade, wenn es um unsere Gesundheit, um Leib und Leben geht", sagte Wüst mit Blick auf den voraussichtlichen Nachfolger von Angela Merkel (CDU) im Kanzleramt, Olaf Scholz (SPD). Er sei "dankbar, dass er zugesagt hat, dass er das Infektionsschutzgesetz erneut spürbar nachbessern möchte. Das muss jetzt aber auch konsequent geschehen." Kurz vor den Beratungen von Bund und Ländern spricht sich der geschäftsführende Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) für einen Inzidenzwert zwischen 300 und 400 aus, ab dem strenge Maßnahmen zur Corona-Eindämmung ergriffen werden sollten. "Solange wir ungeimpft waren, war klar: Ab einem Wert von 100 wird es gefährlich. Ein Handeln ab einer Inzidenz von 1.000, wie einige Länder das derzeit machen, ist viel zu spät. Wir brauchen eine Grenze, die meines Erachtens – mit Blick auf den Impferfolg Stand jetzt – etwa einer Inzidenz von 300 bis 400 entspricht", sagte Braun der Zeitung "Rheinische Post". Daraus folge, dass die Kontaktreduktion bei Ungeimpften "sehr groß" sein müsse. "Abstand- und Maskenregel müssen für alle gelten, alles Weitere beraten wir. Doch klar ist: Die Infektionsrate unter Ungeimpften ist zurzeit zehn Mal so hoch wie unter Geimpften." Ihm sei bewusst, dass eine Impfpflicht in der Gesellschaft zu Spaltung führe, "aber eine nicht enden wollende Pandemie eben auch." SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dringt vor der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Donnerstag auf deutlich strengere Maßnahmen, um die vierte Corona-Welle zu brechen. "Erstens müssen alle Schülerinnen und Schüler bis zu den Weihnachtsferien Masken im Unterricht tragen und sich täglich in der Schule testen lassen", sagt Lauterbach der Zeitung "Rheinische Post". "Zweitens sollten die Kontakte Ungeimpfter bundesweit stark reduziert werden, am besten auf nur noch eine Person außerhalb des eigenen Haushalts." Drittens brauche es flächendeckend 2G-Regeln im öffentlichen Leben, auch im Einzelhandel. "Weil aber 25 Prozent der Infektionen durch vollständig Geimpfte weitergegeben werden, sollte 2G plus beispielsweise in Restaurants zur Pflicht werden." Viertens sollten umgehend alle Bars sowie Clubs und Diskotheken schließen, bis die vierte Welle vorüber sei. "Und fünftens sollten alle Krankenhäuser in Deutschland sofort auf einen Notbetrieb umschalten und alle planbaren Operationen verschieben, um genug Kapazitäten für Corona-Patienten und Notfälle freizuhalten." Eine Bundeswehr-Maschine vom Typ A310 MedEvac hat am Mittwoch sechs schwer erkrankte Covid-19-Patienten aus Sachsen ausgeflogen. Nach Angaben des Innenministeriums in Dresden sollen sie nach Köln gebracht und dann auf Krankenhäuser in Köln, Marl, Bonn und Bochum aufgeteilt werden. Zuletzt hatten sie auf Stationen in Krankenhäusern von Dresden, Meißen und Pirna gelegen. Zu ihrem Alter und Geschlecht wurde keine Auskunft erteilt. Schon früher waren Patienten aus Sachsen verlegt worden, wenn eine Überlastung hiesiger Krankenhäuser drohte. Sachsen gehört zum sogenannten Kleeblatt Ost, das noch die Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst. Aber auch in andere Länder werden Patienten verlegt. Vorsorglich hat Sachsen pro Woche 20 Patienten für eine solche Verlegung angemeldet. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat empfindliche Geldstrafen für Verstöße gegen eine mögliche Impfpflicht ins Spiel gebracht. Es gebe verschiedene Pflichten im Leben, die Gurtpflicht beim Autofahren gehöre beispielsweise dazu, sagte er am Mittwoch bei der Eröffnung einer neuen Impfstelle in Nürnberg. "Alles wird im Zweifelsfall durchgesetzt, mit Zwangsgeldern, die sich dann auch steigern können", so Söder. Es müsse nun sehr viele Booster-Impfungen geben, betonte der Ministerpräsident. Ab etwa Februar sei eine allgemeine Impfpflicht vorstellbar. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom Dienstag sei fundamental gewesen und habe das Eingreifen des Staates in persönliche Rechte zum Schutz von Leben gebilligt. Auf dieser rechtlichen Basis sei auch eine Impfpflicht denkbar. Frankreich verlangt bei der Einreise aus Deutschland von Ungeimpften künftig einen PCR-Test, der höchstens 24 Stunden alt ist. Dies teilte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch in Paris mit. Bislang betrug die Frist 48 Stunden. Die Regelung gilt auch für Einreisen aus allen anderen EU-Ländern. Wer geimpft oder genesen ist, braucht den Test nicht. Für Menschen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union gilt künftig grundsätzlich, dass sie bei der Ankunft in Frankreich einen PCR-Test vorweisen müssen – unabhängig davon, ob sie geimpft sind oder nicht. Der Test darf dann höchstens 48 Stunden alt sein. In der Schweiz sind drei Fälle der neuen Coronavirus-Variante Omikron nachgewiesen worden. Das Ergebnis sei mit einer Sequenzierung bestätigt worden, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Gesundheit am Mittwoch. Einer der Fälle betreffe einen doppelt geimpften 19-jährigen Schüler aus der Stadt Basel, berichteten die dortigen Behörden. Der Fall sei bei einem regelmäßigen Massentest an der Schule entdeckt und dann im Einzeltest nachgewiesen worden. Wo sich der Teenager angesteckt hat, war zunächst unbekannt. Er sei nicht verreist gewesen. Der Junge habe leichte Covid-19-Symptome. Ein weiterer Fall wurden im Kanton Basel bestätigt. Wo der dritte Fall entdeckt wurde, war zunächst unklar. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat sich für eine baldige Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht ausgesprochen. "Es muss jetzt zügig gehen, es muss aber auch mit Sorgfalt gemacht werden", sagte Wüst am Mittwoch bei einer Sondersitzung im Düsseldorfer Landtag. "Ich will noch einmal deutlich sagen: Es geht um eine Impfpflicht und nicht um einen Impfzwang." In den vergangenen Wochen und Monaten habe sich gezeigt, dass nicht alle Menschen freiwillig für die Freiheit und Gesundheit aller mitgehen wollten. "Wir haben an die Menschen appelliert, wir haben einfache Impfangebote geschaffen, wir haben informiert – aber wir sehen, dass sich noch nicht alle haben überzeugen lassen", sagte Wüst. Die aktuell schwierige Pandemielage hätten jedoch vor allem die Ungeimpften verursacht. Deshalb sei er froh, dass der Bund die Weichen auf eine Impfpflicht stelle. Zudem verständigte sich sein Kabinett am Mittwoch auf verschärfte Corona-Maßnahmen. "Dazu zählen zum Beispiel die Schließungen von Klubs und Diskotheken", sagte der Ministerpräsident. Auch bei Großveranstaltungen sollen die Kapazitäten "deutlich" verringert werden. In Schulen gilt bereits ab Donnerstag wieder eine Maskenpflicht am Sitzplatz. Der Virologe Streeck hat sich zu seinen Fehlern in der öffentlichen Kommunikation geäußert. Er bereue beispielsweise die Zusammenarbeit mit der Agentur "Storymachine", so Streeck in einem Interview mit der "Zeit". Von der Agentur ließ er sich lange beraten. Dazu sagte er: "Ich bin da komplett naiv reingerannt. Die wissenschaftliche Arbeit war gut, die Kommunikation dazu schlecht". Zudem hat sich der 44-Jährige gegen den wiederholten Vorwurf, dass sich ein HIV-Experte nicht zu Corona-Themen äußern könne, gewehrt. "Wenn sich ein HIV-Experte in der Corona-Diskussion nicht äußern dürfte, dürfte sich etwa Sandra Ciesek nicht äußern, weil sie sich hauptsächlich mit Hepatitis-Viren befasst hat. Und Melanie Brinkmann erst recht nicht, sie ist Biologin, spezialisiert auf Herpesviren bei Mäusen", so Streeck weiter. Über die Aussagen seines Kollegen Christian Drosten ärgere er sich, streitet aber eine Rivalität ab. Streeck erlebt, dass Drosten "öffentlich Dinge sagt, die man als Sticheleien gegen mich wahrnehmen könnte. Ich habe gelernt, sie nicht persönlich zu nehmen, was mir anfangs schwerfiel". Er habe auch darüber nachgedacht, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, der Einsatz in der Corona-Pandemie sei ihm aber zu wichtig. Viele Gesundheitsämter kommen derzeit beim Bearbeiten von positiven Corona-Nachweisen laut der Verbandschefin der Amtsärzte nicht mehr hinterher. "Ich gehe davon aus, dass die gemeldeten Zahlen nur ein Teil der positiven Nachweise sind", sagte die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, der Deutschen Presse-Agentur. Die Gesundheitsämter können demnach – mit regionalen Unterschieden – eingehende Meldungen von Corona-Fällen nicht mehr zeitnah an das zuständige Robert Koch-Institut (RKI) weitergeben, eine Untererfassung sei die Folge. Das stellt die Aussagekraft der aktuellen 7-Tages-Inzidenzen infrage, die eine Entspannung der Corona-Lage suggerieren. Die Gesundheitsämter bräuchten mehr Personal angesichts der hohen Infektionszahlen. "Da muss jetzt etwas passieren. Ich sage das ja schon lange, aber jetzt ist es an der Zeit, dass noch mal deutlich zu wiederholen." Auch die Kontaktnachverfolgung und das Anordnen von Quarantäne seien derzeit stark eingeschränkt, sagte Teichert. Für die bis Jahresende geplante Beschleunigung von Corona-Auffrischimpfungen ist laut Bundesgesundheitsministerium genug Impfstoff verfügbar. Aktuell würden bis einschließlich nächster Woche 28 Millionen Dosen ausgeliefert, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin. Eine Knappheit sei nicht zu sehen. Es hänge aber auch vom Bestellverhalten von Praxen und Impfstellen ab, dass Impfstoff sie erreiche. In der vergangenen Woche habe es einzelne Nachbestellungen gegeben, die dann häufig nicht mehr bedienbar gewesen seien. Den Bund hätten Rückmeldungen aus zehn Ländern erreicht, dass es Probleme gebe – beispielsweise Hessen habe sich aber nicht vorab deswegen gemeldet. Das Gesundheitsministerium erläuterte, dass konkret in dieser und der vergangenen Woche insgesamt 18 Millionen Dosen vom Bund ausgeliefert worden seien, weitere zehn Millionen Dosen sollen kommende Woche folgen. Darüber hinaus stünden noch weitere 25 Millionen Dosen für Verstärkungen ("Booster") schon länger zurückliegender Impfungen zur Verfügung. Dafür können die Impfstoffe von Biontech und Moderna eingesetzt werden, wobei für Biontech vorerst Bestellobergrenzen gelten. Die Maskenpflicht am Sitzplatz im Unterricht gilt ab dem 2. Dezember wieder an allen Schulen in Nordrhein-Westfalen. Das teilte das Schulministerium am Mittwoch in Düsseldorf mit. In Portugal gilt seit Mittwoch wegen steigender Corona-Zahlen wieder der Notfallzustand mit neuen Beschränkungen und Testregeln. Alle Besucher, die auf dem Luftweg einreisen, müssen nun einen negativen Test vorweisen – selbst dann, wenn sie geimpft oder genesen sind. Homeoffice wird von der Regierung in Lissabon "dringend empfohlen". Zudem wird es nach den Jahresendfeiertagen eine "Woche der Zurückhaltung" mit obligatorischem Homeoffice sowie mit geschlossenen Schulen, Universitäten, Bars und Diskotheken geben. Geimpfte und Genesene müssen seit Mittwoch wie Ungeimpfte beim Besuch von Bars und Discos, von Krankenhäusern und Seniorenheimen sowie von Großveranstaltungen ohne feste nummerierte Plätze einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorlegen, berichtete die Zeitung "Público". Neben anderen Maßnahmen gilt auch wieder eine generelle Maskenpflicht in allen geschlossenen öffentlichen Räumen. Zum Besuch von Restaurants, Fitnesszentren, touristischen Einrichtungen und Veranstaltungen mit nummerierten Plätzen gilt die 3G-Regel. Mit 87 Prozent hat Portugal eine der höchsten Impfquoten der Welt, 11 Prozent der Menschen haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die Sieben-Tage-Inzidenz klettert allerdings schon seit vielen Wochen. Sie lag zuletzt über 200. Einreisende, die per Flugzeug oder Schiff nach Irland kommen, müssen ab Freitag zusätzlich zu einem Impf- oder Genesenennachweis vor dem Einsteigen einen negativen Corona-Test vorweisen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Dublin am Mittwoch mit. Demnach dürfen PCR-Tests bei der Einreise höchstens 72 Stunden alt sein, für Antigen-Tests gilt eine Frist von 48 Stunden. Wer nicht geimpft oder genesen ist, braucht zwingend einen negativen PCR-Test. Kinder unter elf Jahren sollen voraussichtlich von der Testpflicht ausgenommen sein. Die Verschärfung der Einreisebestimmungen kommt vor dem Hintergrund der Sorge über die Omikron-Variante des Coronavirus. Die Maßnahme soll dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender RTÉ zufolge auch für Reisende aus Großbritannien gelten. Der bayerische Gesundheitsminister und Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek, fordert eine Gehaltsverdopplung für Intensivpflegekräfte. "Ich schlage vor, dass wir das Gehalt der Pflegekräfte auf den Intensivstationen für die kommenden zwölf Monate steuerfrei stellen oder dass wir es durch einen Staatszuschuss für dieses Jahr verdoppeln", sagte der CSU-Politiker der "Zeit". Holetschek reagiert mit dieser Forderung auf den akuten Mangel an Pflegepersonal. Es brauche nachhaltige Lösungen, beispielsweise solle die Wohnsituation und Kinderbetreuung der Pflegekräfte verbessert und Zuschüsse zum Wohnen gezahlt werden. "Wir müssen das jetzt wirklich groß denken, auch mit Hilfen außerhalb des Gesundheitssystems, sonst kommen wir in der nächsten Welle in die gleiche Situation." so Holetschek weiter. Die ersten beiden bayerischen Landkreise dürfen die wegen Inzidenzen von mehr als 1.000 verhängten verschärften Corona-Regeln wieder lockern. Ostallgäu und Deggendorf lagen am Mittwoch den jeweils fünften Tag am Stück wieder unter der Schwelle. Damit fallen dort die zusätzlichen Beschränkungen ab Donnerstag weg. Dann ist in den beiden Landkreisen unter anderem der Zutritt zu Sportstätten, Kulturbereich, Bädern und Fitnessstudios für Geimpfte oder Genesene jeweils mit Test (2G plus) wieder erlaubt. Mit 2G können Gastronomie und Beherbergungsbetriebe wieder besucht werden, zudem Einrichtungen der Aus- Fort- und Weiterbildung, Fahrschulen und körpernahe Dienstleistungen. Im Handel können wieder mehr Kunden in die Geschäfte. Am Mittwoch lagen laut Robert Koch-Institut nur noch vier bayerische Landkreise über 1.000. In den nächsten Tagen könnten dementsprechend in weiteren Landkreisen die Maßnahmen aufgehoben werden, sofern der Trend anhält. In Saudi-Arabien ist ein Fall der Coronavirus-Variante Omikron festgestellt worden. Der Infizierte sei aus einem nordafrikanischen Land nach Saudi-Arabien eingereist, teilte das Gesundheitsministerium der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge am Mittwoch mit. Er und seine Kontaktpersonen seien isoliert worden. In der Nahost-Region waren – abgesehen von Israel – bisher keine Omikron-Infektionen bekannt geworden. Aus Sorge vor einer Ausbreitung der Omikron-Variante hatte das Land vergangene Woche bereits Flüge aus mehreren afrikanischen Ländern ausgesetzt. Die Linke befürwortet angesichts der angespannten Corona-Lage die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht und spricht sich für einen Lockdown aus. "Wir brauchen jetzt akute Maßnahmen. Die Linke steht an der Seite der Wissenschaft und fordert deshalb einen Lockdown sowie eine allgemeine Impfpflicht für Volljährige als Mittel zum Kampf gegen die herrschende Sars-CoV-2-Pandemie", heißt es in einem Beschluss des Parteivorstands vom Dienstagabend. Die Impfpflicht werde die vierte Corona-Welle nicht mehr brechen können, sei aber als Ultima Ratio ein entscheidendes Instrument, weitere Wellen zu verhindern und Menschenleben zu retten. Die Parteispitze spricht von einer "solidarischen Notbremse" und fordert eine "sofortige Kontaktreduktion und Absage von Großveranstaltungen", mehr Tests und ein Recht auf Homeoffice. Konkrete weitere Bereiche für Schließungen im Sinne eines Lockdowns werden in dem Beschluss nicht genannt. Alle Maßnahmen müssten sozial aufgefangen werden. Menschen in Kurzarbeit sollten nach den Vorstellungen der Linken 90 Prozent vom Lohn erhalten. "Es braucht einen lückenlosen sozialen Schutzschirm – ohne Wenn und Aber." In den Krankenhäusern in Österreich kommt es der Regierung zufolge angesichts der hohen Zahl an Corona-Patienten bereits zu Triagen. Der seit über einer Woche geltende Lockdown zeige zwar mittlerweile Wirkung, die Infektionszahlen seien aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Lage in den Krankenhäusern sei dramatisch, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Dienstagabend im Hauptausschuss des Parlaments. Triagen würden bereits nicht nur bei leichten Operationen, sondern auch bei jenen für Krebspatienten stattfinden, sagte der Minister. In manchen Fällen müsse darüber entschieden werden, welcher Patient mehr Überlebenschancen habe. Die Kapazitätslage werde sich in den nächsten ein, zwei Wochen weiter zuspitzen – vor allem im Hinblick auf personelle Ressourcen. Berlins noch amtierender Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), geht von einer erneuten Schließung von Clubs und Diskotheken aufgrund der Corona-Pandemie aus. "Die Einschränkung von Diskotheken und Clubs, das wird auch bundesweit sicherlich beschlossen werden", sagte Müller am Dienstagabend in der RBB-Sendung "Wir müssen reden" mit Blick auf die neuerlichen Bund-Länder-Gespräche an diesem Donnerstag zu weiteren Maßnahmen. Müller rechne zudem damit, dass auch die Zuschauerbegrenzung in Fußballstadien weiter runtergeschraubt werden könnte. "50.000 werden wir nicht mehr sehen, davon bin ich fest überzeugt, das hat nun jeder Ministerpräsident verstanden." In Berlin sind bei Großveranstaltungen im Olympiastadion demnach derzeit 5.000 Zuschauer zugelassen. Hier sei "die Fahnenstange" aber noch nicht erreicht. Die neue Coronavirus-Variante Omikron kann nach den Worten des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, mit den allgemein verwendeten PCR- und Antigentests entdeckt werden. Das sei eine "sehr gute Nachricht", sagte Mertens der "Schwäbischen Zeitung" (Mittwoch). Für die Omikron-Variante gibt es bereits erste Nachweise in Deutschland. Auf die Frage, was bisher über die neue Variante bekannt sei, sagte Mertens, es seien Beobachtungsstudien nötig. Es solle dabei herausgefunden werden, "wie die Krankheitsverläufe zum Beispiel bei älteren und vorerkrankten Menschen sind". Er fügte hinzu: "Es wird etwas dauern, bis hier Klarheit besteht." In der Debatte über weitere Kontaktbeschränkungen sagte der Stiko-Vorsitzende dem Blatt, Virusverbreitung und Virusübertragung müssten drastisch vermindert werden. Das sei das "Einzige, was derzeit sofort hilft". Mertens sagte weiter: "Die Virusübertragung erfolgt derzeit vor allem durch Ungeimpfte. Aber auch Geimpfte sind, wenn auch deutlich weniger, daran beteiligt." Um die Pandemie effektiv zu bekämpfen, muss es nach Ansicht von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auch Kontaktbeschränkungen für Geimpfte geben. "Der Bund muss die Rechtslage ändern an der Stelle", sagt die SPD-Politikerin im ZDF. Sicherlich müssten die Beschränkungen für Ungeimpfte sehr viel härter ausfallen und auch verschärft werden. "Aber große Familienfeiern mit 50 Leuten wird es auch nicht mehr geben", sagt Schwesig. In Nigeria sind die ersten Omikron-Fälle bereits im Oktober aufgetaucht. Allerdings sei die neue Variante des Coronavirus erst jetzt bei einer nachträglichen Sequenzierung nachwiesen worden, teilt die Gesundheitsbehörde NCDC mit. Es habe sich um Corona-positiv getestete Reisende nach Nigeria gehandelt, deren Proben im Oktober gesammelt worden seien. Weitere Details wurden nicht genannt. Zudem bestätigten sich zwei aktuelle Verdachtsfälle. Zwei Personen, die vergangene Woche aus Südafrika eingereist seien, seien positiv auf die Omikron-Variante getestet worden. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, rechnet mit etwa 6.000 Corona-Intensivpatienten bis Weihnachten. Dies sei unabhängig davon, was jetzt von der Politik an Maßnahmen beschlossen werde, sagt er im ZDF. Die Lage sei "besonders bedrohlich", weil etwa 4.000 Intensivbetten weniger als vor einem Jahr zur Verfügung stünden. "Die Lage wird wirklich zunehmend enger", sagt er. Marx fordert von den Ampel-Parteien die Wiedereinführung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Auch ein zeitlich begrenzter Lockdown oder eine bundesweite Notbremse könne helfen. "Wir müssen die Kliniken vor dem Kollaps bewahren." Der bisherige Höchststand an Corona-Intensivpatienten lag am 3. Januar bei 5745. FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae hält eine Zustimmung seiner Partei zu einer Impfpflicht durchaus für möglich. "Man kann nicht einfach stur sagen, wir verschließen uns neuen Erkenntnissen", sagt Thomae im ZDF-Morgenmagazin. Die Impfquote von aktuell rund 70 Prozent reiche nicht aus. "Und deswegen muss man auch jetzt reagieren und überlegen, was ist das angemessene, notwendige, geeignete Mittel. Das kann auch eine Impfpflicht sein", betont Thomae, der einer der Beschwerdeführer vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Bundesnotbremse war. Mit Blick auf weitere mögliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sagte er: "Es wäre völlig falsch, jetzt Dinge kategorisch von vorne herein auszuschließen." Aber die Karlsruher Richter, die die Bundesnotbremse für verfassungsgemäß erklärt hatten, hätten betont, Politik müsse immer "das mildeste Mittel suchen", um die Krise zu bekämpfen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will die Impfkapazitäten im Bundesland schnell ausbauen. "Unser Ziel ist es, in den nächsten Wochen, also spätestens bis nächste Woche, 100 zusätzliche Impfmöglichkeiten zu schaffen für die Menschen im Land", sagte er am Mittwochmorgen im RBB-Inforadio. Dazu gehörten fest installierte Impfstellen, aber auch kleinere, zeitlich begrenzte Impfaktionen sowie mobile Impfteams. "Niedrigschwellige Angebote heißt, wir wollen möglichst ohne Terminvergabe arbeiten in vielen Bereichen." Die Nachfrage sei inzwischen - anders als noch vor einigen Wochen – wieder sehr hoch. Das größte Problem sei dabei nicht die Organisation neuer Impfstellen, sondern die Beschaffung von Impfstoff. "Seitdem der Bundesgesundheitsminister gesagt hat, Biontech steht nicht mehr so zur Verfügung, wir müssen jetzt Moderna nehmen, hat sich leider die Liefersituation bei beiden Impfstoffen deutlich verschlechtert und das ist momentan noch unser Hauptproblem", sagte der Ministerpräsident. In Brasilien sind am Dienstag die ersten beiden Fälle mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron festgestellt worden. Es könnte sich dabei auch um den ersten Fall in Lateinamerika überhaupt handeln. Proben von zwei Brasilianern, die durch das renommierte Hospital Albert Einstein positiv auf die Omikron-Variante getestet wurden, würden für eine bestätigende Laboranalyse eingeschickt werden, hieß es in einer Mitteilung der brasilianischen Gesundheitsüberwachungsbehörde Anvisa am Dienstag (Ortszeit). Nach Angaben des Nachrichtenportals "G1" handelt es sich um brasilianische Missionare, die in Südafrika leben. In der Millionen-Metropole São Paulo, der größten Stadt Brasiliens, war im Februar 2020 auch der erste Coronavirus-Fall in dem Land registriert worden. Insgesamt haben sich in Brasilien nach offiziellen Angaben inzwischen mehr als 22 Millionen Menschen infiziert. Fast 614.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben – mehr Tote gibt es nur in den USA. Brasilien hat rund 210 Millionen Einwohner. Zuletzt erklärte sich São Paulo mit einer Impfquote von etwas über 100 Prozent zur "Impfhauptstadt der Welt". Grund für diese ungewöhnlich Zahlenangabe ist, dass in São Paulo auch Menschen geimpft wurden, die ihren Wohnsitz anderswo haben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät besonders gefährdeten Menschen, Reisen zu verschieben. Dazu gehörten über 60-Jährige sowie gesundheitlich angeschlagene Personen, heißt es in einer Erklärung. Reisende in die USA müssen einem Zeitungsbericht zufolge wegen der Omikron-Variante mit verschärften Corona-Tests bei der Einreise rechnen. Die US-Regierung erwäge weitere Maßnahmen, darunter eine siebentägige Quarantäne und zusätzliche verpflichtende Tests einige Tage nach der Ankunft, berichtet die "Washington Post". Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich irritiert gezeigt von der Bund-Länder-Schalte zur Corona-Pandemie. "Das war heute schon ein bisschen unsortiert", sagte er am Dienstag nach der Videokonferenz dem SWR. Es habe sich nicht um ein Beschlussgremium gehandelt, sondern um ein sogenanntes Kamingespräch, wo nur Vorschläge gesammelt würden. Diese sollen am Mittwoch zusammengetragen und erst auf der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag beschlossen werden. "Das ist schon sehr ungewöhnlich", meinte Kretschmann. Die Chefs der Staatskanzleien würden eigentlich Vorlagen erarbeiten, die dann beschlossen würden. "Das ist jetzt umgedreht. Das Verfahren wünsche ich mir für die Zukunft allerdings nicht." Das meiste, was Bund und Ländern beschließen würden, werde in Baden-Württemberg bereits gemacht, sagte Kretschmann dem Sender. Was noch besprochen werden müsse, sei eine 2G-Regel für den Einzelhandel – also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene. Großveranstaltungen werde man einschränken. Der Regierungschef kündigte an, man wolle die neue Verordnung nach den Beschlüssen von Bund und Ländern vom Donnerstag am Freitag in Kraft setzen. Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat seine Auffassung verteidigt, dass es bei der Abstimmung über eine allgemeine Corona-Impfpflicht im Bundestag keinen Fraktionszwang geben soll. "Das ist eine gute Praxis bei so grundlegenden Fragen", sagte Scholz am Dienstagabend in den ARD-"Tagesthemen". "Fast jeder Deutsche hat dazu eine Meinung. Ich glaube, das sind genau die Fälle, die so entschieden werden müssen." Üblicherweise stimmen Fraktionen im Parlament geschlossen ab. Allerdings gab es auch in der Vergangenheit Abweichungen von diesem Prinzip, zum Beispiel bei Themen wie Sterbehilfe oder Organspenden. Scholz selbst will einer allgemeinen Impfpflicht zustimmen und rechnet mit einer Einführung im Februar oder März. Nicht genau festlegen wollte sich Scholz, ob auch die Auffrischungsimpfungen künftig verpflichtend sein sollen. "Wir diskutieren über die Frage, wann es so ist, dass die alte Impfung nicht mehr den vollständigen Impfschutz gewährleistet", sagte er im ZDF-"heute journal". Wissenschaftler würden derzeit die Auffassung vertreten, dass es nach sechs Monaten "dringend erforderlich" sei, eine neue Impfung zu bekommen. In der Europäischen Union würde darüber diskutiert, dass nach neun Monaten kein vollständiger Impfschutz mehr gegeben sei. "Ich glaube, das ist etwas, wo wir uns einklinken sollten." Allerdings gebe es dann auch die Verpflichtung von Kommunen, Landkreisen, Bundesländern und dem Bund, diese Booster-Impfungen auch zu ermöglichen. Ein Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Notfallzulassung für ein Corona-Medikament des US-Pharmakonzerns Merck empfohlen. Dafür sprachen sich die Mitglieder des Gremiums am Dienstag nach stundenlanger Diskussion per Abstimmung aus. Das Abstimmungsergebnis ist für die FDA nicht bindend, meist folgt die Behörde aber der Einschätzung der Berater. Eine Notfallzulassung der FDA könnte nun innerhalb weniger Tage folgen. Merck hatte vor einigen Wochen mitgeteilt, dass das als Tablette verabreichte Medikament nach einer klinischen Studie bei Risiko-Patienten die Wahrscheinlichkeit sehr schwerer Verläufe deutlich reduziere. In der Studie hätten Corona-Patienten mit milden bis moderaten Symptomen, die mit einem Placebo behandelt wurden, in 14,1 Prozent der Fälle innerhalb von 29 Tagen ins Krankenhaus gemusst oder seien gestorben. In der Patienten-Gruppe, die mit dem Molnupiravir benannten Medikament behandelt wurde, seien es mit 7,3 Prozent nur etwa halb so viele gewesen. Die Zahlen basieren auf einer Auswertung der Daten von 775 Corona-Patienten. Alle Probanden wiesen mindestens einen Risikofaktor auf, der einen schweren Verlauf wahrscheinlich macht. In der Testgruppe, die das Merck-Medikament erhielt, habe es im Studienzeitraum keine Todesfälle gegeben, teilte das Unternehmen mit. Dagegen seien acht Menschen gestorben, die das Placebo erhielten. Die FDP steht hinter Vorschlägen des designierten Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) für den weiteren Kurs in der Corona-Pandemie. "Die Vorschläge von Olaf Scholz in der heutigen Runde waren natürlich mit der FDP abgestimmt. Sie finden unsere uneingeschränkte Unterstützung", hieß es am Dienstagabend aus der Partei. Und: "Wir plädieren gemeinsam dafür, dass die Länder ihre bestehenden Möglichkeiten zur Kontaktbeschränkung nutzen. Zugleich wollen wir pauschale und flächendeckende Lockdowns vermeiden." Scholz hatte in den Stunden zuvor mit Kanzlerin Angela Merkel und den Regierungschefs der Länder über das weitere Vorgehen beraten. Biontech-Chef Ugur Sahin ist zuversichtlich, dass Corona-Impfstoffe auch im Fall von Omikron und folgenden weiteren Virus-Varianten vor schweren Krankheitsverläufen schützen werden. Omikron sei nicht die erste Corona-Variante, die aufgetaucht sei, sagte Sahin am Dienstagabend in Mainz vor der Verleihung eines Preises an ihn und seine Frau. Der Mainzer Impfstoffhersteller arbeitet neben den laufenden Labortests zur Untersuchung der neuen Corona-Variante auch an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs – vorbeugend für den Fall, dass dieser notwendig werden könnte. Erste Zwischenergebnisse dazu lägen noch nicht vor, sagte der Firmenchef. Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci erklärte, Pandemien werde es in Zukunft immer wieder geben – wegen der weltweit gestiegenen Mobilität vielleicht sogar noch häufiger. "Das Beste, um sich darauf vorzubereiten, ist Übung", betonte sie. Die Welt habe im Umgang mit der Corona-Pandemie viel lernen können – auf wissenschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene. Das Ehepaar wurde am Dienstagabend für die Entwicklung des Corona-Impfstoffs mit dem Preis der türkischen Aydin-Dogan-Stiftung ausgezeichnet. Nach dem Auftreten der neuen Omikron-Variante des Corona-Virus hat UN-Generalsekretär António Guterres zu einem "globalen Impfplan" aufgerufen. Nur ein solcher Impfplan könne die Pandemie beenden, sagte Guterres am Dienstag zum Auftakt eines virtuellen Außenministertreffens der Gruppe der 77 Entwicklungstaaten und Chinas. Dass bei der Impfstoffversorgung immer noch eine breite Lücke zwischen armen und reichen Ländern klafft, nannte er "ungerecht und unmoralisch". Obwohl in Rekordzeit Vakzine gegen das Coronavirus entwickelt worden seien, seien dieses Jahr mehr Menschen an Covid-19 gestorben als 2020, sagte Guterres weiter. Nach wie vor habe Covid-19 "verheerende Auswirkungen" in allen Staaten. Deshalb müsse "jeder überall auf der Welt Zugang zu Impfstoffen, Tests und Therapien" bekommen. Guterres erinnerte an das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), "bis Ende des Jahres 40 Prozent der Weltbevölkerung und 70 Prozent bis Mitte des kommenden Jahres zu impfen". Nach UN-Angaben haben bisher zwölf Länder mit mittlerem Einkommen, 27 Länder mit höherem Einkommen und 71 Länder mit sehr hohem Einkommen die 40-Prozent-Marke bei ihrer Bevölkerung überschritten – aber keines der einkommensschwachen Länder. Bis zum 25. November hatten demnach weltweit 4,15 Milliarden Menschen mindestens eine Dosis erhalten, 3,2 Milliarden waren doppelt geimpft. Grünen-Chef Robert Habeck fordert, sofort mit den Vorbereitungen für eine allgemeine Impfpflicht zu beginnen. "Natürlich wäre eine Impfpflicht ein weitgehender Eingriff in die Freiheit des Einzelnen. Aber sie schützt eben Leben und letztlich auch die Freiheit der Gesellschaft", sagte Habeck am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Um in Zukunft die Oberhand zu behalten und eine fünfte Welle zu verhindern, müssen wir jetzt die Vorbereitungen für eine allgemeine Impfpflicht treffen." Eine hohe Impfquote sei die beste Chance, auf lange Sicht einen Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern, Menschenleben zu retten und langfristig zu einer neuen Normalität zurückkehren zu können, sagte Habeck, der nächste Woche als Vizekanzler und Minister für Wirtschaft und Klimaschutz der neuen Bundesregierung vereidigt werden soll. "Hierfür gilt es jetzt umgehend die Weichen zu stellen." Nach Informationen der "Welt" habe sich auch die Mehrheit der Grünen-Abgeordneten für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen. Nur vereinzelte Stimmen sollen sich bei diesem Thema noch unsicher gewesen sein. Auch in Baden-Württemberg sind nun die ersten Fälle der neuen Coronavirus-Variante Omikron aufgetaucht. Das Gesundheitsamt im Alb-Donau-Kreis habe vier Personen gemeldet, die sich nachweislich mit der Mutation infiziert hätten, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Drei der Infizierten seien von einer Geschäftsreise aus Südafrika zurückgekehrt, die vierte Person stamme aus dem familiären Umfeld von einem der Reiserückkehrer. Alle vier Personen seien vollständig geimpft. Eine vom Landesgesundheitsamt durchgeführte Mutationsanalyse habe die neue Variante bestätigt. Die Infizierten lebten im Alb-Donau-Kreis sowie im Stadtkreis Ulm und befänden sich zusammen mit ihren Haushaltsangehörigen in häuslicher Isolation. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnt vor einer Überreaktion auf die neuartige Omikron-Variante. "Ich verstehe die Sorgen aller Länder gut, die ihre Bürger gegen eine Variante schützen wollen, die wir noch nicht vollständig verstehen", sagt er. "Aber gleichermaßen bin ich über die stumpfen Pauschalmaßnahmen mancher Staaten besorgt, die nicht auf Beweislagen beruhen oder für sich genommen effektiv sind, und Ungleichheiten nur verschlimmern werden." In Bayern gibt es 15 neue Verdachtsfälle auf die Omikron-Variante des Coronavirus. Diese seien bei am Sonntag mit dem Flugzeug aus dem südafrikanischen Kapstadt eingereisten Flugreisenden festgestellt worden, teilte das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Dienstag in München mit. Der Omikron-Verdacht ergab sich demnach durch spezifische PCR-Tests in Verbindung mit der Reiseanamnese. Sollte sich der Verdacht bestätigen, gäbe es 18 Omikron-Nachweise in Bayern. Wie das Landesamt mitteilte, geht es allen 18 Infizierten "den Umständen entsprechend gut". Schwere Krankheitsverläufe seien nicht beobachtet worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt die neue Omikron-Variante des Coronavirus "extrem ernst". Das betonte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf. Er wandte sich an Minister und Diplomaten der 194 Mitgliedsländer, die an einer WHO-Sondersitzung über einen möglichen weltweiten Pandemievertrag teilnahmen. Die WHO teilte ihre bisherigen Erkenntnisse über Omikron anschließend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Solange die Welt es zulasse, dass die Pandemie sich hinziehe, seien Entwicklungen wie die Herausbildung einer neuen Virusvariante nicht überraschend, sagte Tedros. Dass die Pandemie bislang nicht beendet worden sei, liege unter anderem daran, dass die Impfstoffe unfair verteilt seien und dass Schutzmaßnahmen nicht überall konsequent umgesetzt würden. Der Großteil der Impfstoffe wurde bislang in reichen Ländern verabreicht, während mehrere Dutzend ärmere Länder mangels Impfstoff nach wie vor erst einen Bruchteil ihrer Bevölkerungen impfen konnten. Wegen der neuen Omikron-Variante des Coronavirus schränkt auch Spanien den Flugverkehr mit sieben südafrikanischen Ländern drastisch ein. Vom 2. bis 15. Dezember dürfen keine Flugzeuge aus Südafrika, Botsuana, Simbabwe, Namibia, Lesotho, Eswatini, Mosambik und Malawi in Spanien landen, wie die Regierung am Dienstag nach einer Kabinettssitzung bekanntgab. Das Landeverbot werde gegebenenfalls verlängert, erklärten das Gesundheits- und das Verkehrsministerium. Ausnahmen sollen den Angaben zufolge lediglich für Flüge mit "ausschließlich spanischen Staatsbürgern mit Wohnsitz in Spanien sowie Einwohnern von Andorra" und Passagieren auf der Durchreise in ein Land außerhalb des Schengen-Raums mit einem Zwischenstopp von weniger als 24 Stunden gelten. Letztere dürfen in Spanien aber nicht die Transitzone des Flughafens verlassen. Die Bundeswehr weitet ihren Corona-Hilfseinsatz in Mecklenburg-Vorpommern aus. Von diesem Mittwoch an sind 131 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz, wie ein Sprecher des Landeskommandos auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Schwerin mitteilte. Am Dienstag waren es demnach 110. Sie seien in der Hansestadt Rostock sowie in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte, Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim, Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald eingesetzt. Sie helfen den örtlichen Behörden den Angaben zufolge beim Testen, bei der Kontaktnachverfolgung sowie in Impfzentren. Bis zu 45 weitere Covid-Patienten sollen in den kommenden Tagen in den norddeutschen Bundesländern aufgenommen werden. Das sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag in Hannover. Niedersachsen koordiniert dies für die norddeutschen Bundesländer. Diese Aufnahmen sind notwendig, da die Gesundheitssysteme mehrerer Bundesländer wegen der Corona-Lage überlastet sind und Menschen dort nicht mehr oder begrenzt aufgenommen werden können. Aus welchen Bundesländern diese Menschen kommen, war zunächst nicht bekannt. Laut Pistorius sind bislang 36 Menschen in norddeutschen Krankenhäusern aufgenommen worden, beziehungsweise einige Verlegungen dauerten am Montagnachmittag noch an. Fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland befürworten einer Umfrage zufolge angesichts der Pandemie-Lage einen Lockdown. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten "Trendbarometer" von RTL und ntv hervor. Die coronabedingte Schließung etwa von Geschäften und Freizeiteinrichtungen sowie Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen halten demnach 65 Prozent der Befragten für richtig. 31 Prozent sind gegen einen Lockdown auch bei weiter steigenden Fallzahlen. Auch die Zustimmung zu einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus wächst demnach: 71 Prozent der Befragten waren für die Maßnahme, 26 Prozent dagegen. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte für die Umfrage Ende vergangener Woche rund 1.000 Menschen, allerdings noch vor dem breiten Bekanntwerden der neuen Corona-Variante Omikron. Die Corona-Zahlen in Sachsen sind weierhin sehr hoch. Das Bundesland bleibt mit einer Inzidenz von 1.268,9 der Corona-Hotspot in Deutschland. Im bundesweiten Vergleich erreicht der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge laut RKI am Dienstagmittag die höchste Inizidenz. Sie liegt bei 2.133,6. Danach folgen der Erzgebirgskreis (1.950,5) und Bautzen (1.791,2). Zur Eindämmung des Corona-Infektionsgeschehens sollen Klubs und Bars in Nordrhein-Westfalen einem Bericht zufolge wieder geschlossen werden. Das sieht nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" eine geplante Verschärfung der Coronaschutzverordnung des Landes vor, wie aus einer Vorabmeldung vom Dienstag hervorging. Demnach soll auch die maximale Auslastung der Fußballstadien erneut begrenzt werden. In Klubs und Bars sei über die Luca-Warn-App ein signifikantes Infektionsgeschehen messbar gewesen, habe es zur Begründung aus CDU-Kreisen geheißen. Geisterspiele in Fußballstadien soll es nach Informationen der Zeitung jedoch nicht geben. Stattdessen sollen die Stadien bis zu einem Drittel ausgelastet werden können. Das 2G-Konzept des 1. FC Köln habe sich bewährt, hieß es. Weihnachtsmärkte sollen demnach weiterhin für Geimpfte und Genesene geöffnet bleiben. Der Berliner Senat strebt eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen an. Geplant seien unter anderem Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, strengere Obergrenzen für Veranstaltungen und eine 2G-Regelung für Weihnachtsmärkte, kündigte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung an. Dort hätten dann nur noch geimpfte und genesene Menschen Zutritt. Einen Beschluss zu den angedachten Maßnahmen fasste der Senat zunächst jedoch noch nicht. Man wolle die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen vom Dienstag und mögliche Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen auf Bundesebene abwarten, so Kalayci. Sie stellte allerdings einen Senatsbeschluss noch im Verlauf dieser Woche in Aussicht. Der designierte Bundesjustizminister, Marco Buschmann (FDP), hat sich nach den Urteilen des Bundesverfassungsgerichts weiter gegen einen flächendeckenden Lockdown ausgesprochen. "Wir haben einen sehr umfangreichen Maßnahmenkatalog", betonte Buschmann in Berlin im Bezug auf die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen. Er und seine Partei respektieren die Entscheidungen des Gerichts, obwohl sich die FDP ein anderes Ergebnis gewünscht hätte. Buschmann begründete seine Haltung gegen einen Lockdown unter anderem damit, dass das Infektionsgeschehen in Deutschland unterschiedlich stark ausgeprägt sei. In Ländern wie Sachsen, Thüringen oder Bayern könne man aktuell nicht die gleichen Regeln anwenden wie etwa in Schleswig-Holstein. Anstatt die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen zu ändern, sei es deshalb wichtiger, dass die geltenden Maßnahmen auch von allen Bundesländern vollständig genutzt würden: "In Sachsen müsste beispielsweise mehr getan werden", so Buschmann. Als Beispiele nannte der FDP-Politiker etwa das Schließen von Clubs und Diskotheken und die Reduzierung von Großveranstaltungen. Die Universität Oxford, Partner des Impfstoffherstellers Astrazeneca, sieht keine Hinweise auf einen mangelnden Schutz vor schweren Krankheitsverläufen bei der Virusvariante Omikron. Die Wirksamkeit des mit Astrazeneca entwickelten Vakzins werde in dieser Hinsicht genau untersucht, teilt die Uni weiter mit. Es gebe bisher nur begrenzt Daten zu Omikron. Sollte es aber notwendig sein, könnte rasch eine neue Version des Impfstoff entwickelt werden. In den Niederlanden ist die neue Omikron-Variante des Coronavirus schon deutlich früher aufgetreten als bisher vermutet. Wie das niederländische Institut für öffentliche Gesundheit (RIVM) am Dienstag mitteilte, wurde die Variante in zwei Testproben nachgewiesen, die auf den 19. und 23. November datiert sind. Südafrika hatte die Entdeckung der neuen Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 am 24. November offiziell bekanntgegeben. Die niederländischen Behörden waren bisher davon ausgegangen, dass es sich bei 14 Reisenden aus Südafrika um die ersten Infizierten mit der Omikron-Variante handelte. Diese waren am 26. November in zwei Fliegern aus Südafrika am Flughafen Schiphol angekommen. Noch sei unklar, ob sich die am 19. und 23. November getesteten Infizierten ebenfalls im Süden Afrikas aufgehalten hatten, erklärte das RIVM. Die Betroffenen seien informiert worden, die Behörden kümmerten sich um eine um eine Nachverfolgung ihrer Kontakte. In der vergangenen Woche wurden über 162.000 Covid-19-Impfungen in rheinland-pfälzischen Arztpraxen verabreicht. Das sei eine Steigerung gegenüber der Vorwoche um 70 Prozent, teilte die Kassenärztliche Vereinigung am Dienstag mit. Ein Großteil (132.000) seien Auffrischimpfungen, aber auch die Zahl der Erstgeimpften sei deutlich gestiegen. Mehr als 500 Praxen hätten sich gemeldet, um auch fremde Patientinnen und Patienten zu impfen. Der Interessenverband der akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) warnt angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen, dass die Labore in einigen Regionen an ihre Grenzen stoßen. Die bundesweite Auslastung der Labore bei PCR-Tests habe in der vergangenen Woche bei 85 (Vorwoche: 86) Prozent gelegen, die Positivrate der SARS-CoV-2-PCR-Test sei auf 21,2 Prozent von 19,9 Prozent gestiegen. "In Ländern wie Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg oder Thüringen steht die Ampel nun schon seit längerer Zeit wieder auf Rot", sagt ALM-Vorstand Evangelos Kotsopoulos. Bei einer hohen Auslastung könnten schon bei kleineren Ausfällen von Personal oder Geräten die Befundlaufzeiten auf mehrere Tage steigen. Die in den Laboren eingesetzten PCR-Systeme detektierten die Omikron-Variante zweifelsfrei, fügt ALM-Vorsitzender Michael Müller hinzu. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage eine scharfe Einschränkung öffentlicher Veranstaltungen angekündigt. Man werde "ziemlich sicher" regeln, dass Fußballspiele und Sportgroßveranstaltungen nur noch ohne Publikum stattfinden können, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Freizeitbetriebe wie Clubs und Diskotheken werde man schließen. Die Abgabe von Alkohol im öffentlichen Raum soll verboten werden, sofern sich die Lage auf den Intensivstationen nicht bessert. Kretschmann sagte, dass man diese weitergehenden Maßnahmen in dieser Woche beschließen wolle. Die neue Verordnung solle am Donnerstag in Kraft treten. In Deutschland sind mittlerweile knapp 55 Millionen Erwachsene vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht einer Impfquote von 79,1 Prozent der Bevölkerung ab 18 Jahre, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervorgeht. "Von diesen 55 Mio hat mehr als jeder Sechste (9,66 Mio) den empfohlenen Booster bereits erhalten", twitterte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag. Bei den 12- bis 17-Jährigen beträgt die Quote der vollständig Geimpften nach RKI-Angaben 46,1 Prozent. In der EU wurden bislang 42 Omikronfälle entdeckt. Sie seien in zehn EU-Ländern aufgetreten, teilt die Gesundheitsbehörde der Europäischen Union mit. Sechs mögliche weitere Fälle würden noch untersucht, sagt Andrea Ammon, Leiterin des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten. Bei den bestätigten Fällen gebe es entweder keine Symptome oder milde Verläufe. Die neue Coronavirus-Variante Omikron ist auch im französischen Überseegebiet La Réunion nachgewiesen worden. Paris sei am Montagabend über den Fall informiert worden, sagte Frankreichs Regierungssprecher Gabriel Attal am Dienstag dem Sender Europe 1. Die infizierte Person sei Mitte November nach Mosambik gereist und am 21. November nach La Réunion zurückgekehrt. Die Insel liegt östlich von Afrika im Indischen Ozean. Omikron-Verdachtsfällen auf dem französischen Festland werde derzeit nachgegangen, sagte Attal. Am Sonntag hatte das französische Gesundheitsministerium mitgeteilt, zunächst seien acht Verdachtsfälle identifiziert worden. Vor den Bund-Länder-Gesprächen hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erneut härtere Kontaktbeschränkungen in Deutschland gefordert. "Von der heutigen Bund-Länder-Schalte muss eine deutliche Warnung an die Bevölkerung ausgehen", sagte er am Dienstag der "Bild"-Zeitung. "Alle unnötigen Kontakte müssen in den kommenden Wochen unterbleiben." Die Länder seien bereit zu handeln. Der Chef des US-Pharmakonzerns Moderna, Stephane Bancel, rechnet damit, dass die gegenwärtigen Corona-Impfstoffe wahrscheinlich nicht so wirksam gegen die neue Omikron-Variante sein dürften wie gegen die bislang dominierende Virus-Variante Delta. Von einer Wirksamkeit wie bei der Delta-Variante gehe er derzeit nicht aus, sagt Bancel der "Financial Times". "Ich denke, es wird ein erheblicher Rückgang sein. Ich weiß nur nicht, wie viel, weil wir die Daten abwarten müssen. Aber alle Wissenschaftler, mit denen ich gesprochen habe, sind der Meinung: 'Das wird nicht gut sein'." Die baden-württembergische Landesregierung will nun doch nicht wie angekündigt bereits am Dienstag schärfere Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie beschließen. "Mit Blick auf die ja sehr kurzfristig angesetzte Schalte zwischen Bund und Ländern werden wir erst im Nachgang dazu die konkreten Maßnahmen für das Land festzurren", teilte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag mit. An den Verschärfungen wolle aber man festhalten, sagte die Sprecherin. Sie sollen vermutlich am Mittwoch per Umlaufverfahren beschlossen werden. In Hessen gibt es zwei weitere Verdachtsfälle auf die neu entdeckte Corona-Variante Omikron. Wie das Gesundheitsamt Frankfurt am Dienstagmorgen mitteilte, besteht damit bei insgesamt sechs Personen der Verdacht auf der Basis einer variantenspezifischen PCR-Testung. Die Sequenzierung zur Bestätigung sei noch nicht erfolgt. In drei Fällen hätten sich die Personen in Südafrika, in einem Fall in Simbabwe aufgehalten. Zwei Verdachtsfälle seien Folgefälle zweier Erkrankter. Sie hätten sich demnach in Deutschland angesteckt. Alle Betroffenen befinden sich laut Gesundheitsamt in häuslicher Isolierung. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat angesichts der steigenden Corona-Zahlen die Bundesregierung aufgerufen, ein Gesetz für eine generelle Corona-Impfpflicht vorzubereiten. "Meine Bitte ist einfach, dass es fertig in der Schublade liegt", sagte BA-Chef Detlef Scheele am Dienstag in Nürnberg. Wenn die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie keine Wirkung zeigten, müsse die Bundesregierung das Gesetz im Januar in den Bundestag einbringen und durchsetzen. "Wir gehen davon aus, dass wir vor einem wirklich schweren Winter stehen", sagte Scheele. Die Zahl der Kurzarbeitenden werde in den nächsten Monaten eher wieder steigen als sinken. Der Ausblick für 2022 sei getrübt: "Wir gehen inzwischen von erhöhter Arbeitslosigkeit auch im nächsten Jahr aus." Auch in Sachsen ist ein Fall der neuen Coronavirus-Variante Omikron nachgewiesen worden. Der Fall sei durch eine Genomsequenzierung bestätigt, teilte die Stadt Leipzig am Dienstag mit. Mittlerweile sind in etlichen Ländern – darunter auch Deutschland – Fälle der Variante aufgetaucht. Der Anteil der Covid-19-Patientinnen und -Patienten in den Intensivbetten der Brandenburger Krankenhäuser hat den Alarmwert von 20 Prozent überschritten. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Dienstag hervor. Die Quote lag demnach bei 21,2 Prozent. Die Sieben-Tage-Inzidenz – der Wert neuer Ansteckungen je 100.000 Einwohner in einer Woche – legte auf 727,8 zu. Das ist im Ländervergleich der dritthöchste Wert nach Sachsen und Thüringen. Die Sieben-Tage-Inzidenz von 750 ist in sechs Kreisen sowie Frankfurt (Oder) und Cottbus überschritten – dort gelten schon oder kommen noch nächtliche Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz ist die Warnampel auf Rot, bei neuen Corona-Patienten in Krankenhäusern binnen sieben Tagen noch auf Gelb. In mehr als 45 Einkaufszentren in ganz Deutschland finden zwischen dem 2. und 4. Dezember Aktionen für Booster-Impfungen statt, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) mitteilt. Kundinnen und Kunden könnten sich meist ohne Anmeldung gegen Corona impfen lassen – mit einer Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung. "Wir brauchen mehr Tempo bei den Impfungen und schnelle Booster-Aktionen, um die Pandemie dauerhaft erfolgreich zu bekämpfen", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Bisher seien mehr als 250.000 Impfdosen auf Parkplätzen vor Geschäften oder in Einkaufszentren verimpft worden. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn lobte die Aktion im Rahmen der Corona-Impfkampagne Leben statt Lockdown als wichtigen Beitrag, "um noch mehr niedrigschwellige Impfangebote zu schaffen". Die Bundeswehr soll erstmals auch sächsische Intensivpatienten zur Behandlungen nach Nordrhein-Westfalen fliegen. Das Spezialflugzeug der Luftwaffe wird die Schwerkranken nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch von Dresden nach Köln bringen. Die Landung des A310 MedEvac mit sechs Patienten in Köln ist am frühen Nachmittag geplant. In der vergangenen Woche war das bundesweite Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten in weniger belastete Bundesländer aktiviert worden. Das Konzept soll verhindern, dass dringend behandlungsbedürftige Patienten wegen Überlastung der Intensivmedizin in einem Bundesland nur noch unzureichend oder gar nicht mehr versorgt werden können. Die Omikron-Variante hat nun auch Japan erreicht. Ein aus Namibia eingereister Mann sei positiv auf den Erreger getestet worden, teilt Kabinettschef Hirokazu Matsuno mit. Der Betroffene befinde sich in einer medizinischen Einrichtung. Man wisse bereits, mit welchen Personen er Kontakt gehabt habe. Details würden noch mitgeteilt. Die Nationalität des Betroffenen werde aber nicht offengelegt. Japan lässt als Vorkehrung gegen eine Einschleppung der neuen Coronavirus-Variante seit Dienstag für mindestens einen Monat keine Ausländer mehr ins Land. Wenige Stunden vor der Bund-Länder-Runde zu Corona hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erneut ein entschlossenes und gemeinsames Handeln aller eingefordert. "Jetzt muss halt der Bund seine Hausaufgaben machen", sagte er am Dienstagmorgen dem Bayerischen Rundfunk. Dazu gehöre es etwa, den Apotheken die Möglichkeit zum Impfen zu geben und für genügend Impfstoff zu sorgen. "Und die rechtliche Basis für eine allgemeine Impfpflicht zu legen." Es brauche einheitliche Maßnahmen in Deutschland und keinen Flickenteppich. Söder sagte in der "Radiowelt" auf Bayern 2, er erwarte sich Klarheit von den Gesprächen. Es sei aber alles ein wenig schwierig, weil es diesmal keine Vorgespräche gegeben habe. "Ein etwas seltsames Verfahren – wir hätten ja eigentlich mal besprechen müssen, um was es geht." Zum Thema vorgezogene Weihnachtsferien sagte Söder, er sei offen für Gespräche mit allen darüber. Derzeit gebe es keinen Anlass, die Schulen in Bayern zu schließen. Vor einer Bund-Länder-Schalte zur Corona-Krise pocht der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun auf eine "Notbremse", um der Infektionslage Herr zu werden. "Wir sind in Deutschland in die Lage gekommen, die wir immer vermeiden wollten: Unser Gesundheitssystem ist regional überlastet", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wir brauchen jetzt eine Notbremse, dabei zählt nun jeder Tag." Nur damit könne es gelingen, die Infektionszahlen bis Weihnachten wieder zu senken. Ziel müsse es sein, in Regionen mit hohem Infektionsgeschehen die Kontakte schnell um 60 bis 70 Prozent zu reduzieren, forderte Braun, der für den CDU-Vorsitz kandidiert. "Wir müssen jetzt sämtliche Großveranstaltungen mit Tausenden Teilnehmern, zum Beispiel Bundesligaspiele, wieder ohne Besucher durchführen." In Schulen müsse es wieder eine Maskenpflicht in allen Jahrgangsstufen geben. "Dort, wo das Infektionsgeschehen besonders kritisch ist, muss über Schließungen von Einrichtungen nachgedacht werden, die dem Freizeitbereich zuzuordnen sind." Das gelte auch für die Gastronomie in den Abendstunden. Der Kanzleramtsminister forderte, die vergangene Woche ausgelaufene "epidemische Lage von nationaler Tragweite" wieder auszurufen. Diese Lage sei definitiv gegeben, und die Länder bräuchten die weitergehenden Maßnahmen, die damit verbunden seien. Vor den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Lage hält Grünen-Chef Robert Habeck schärfere Maßnahmen für unumgänglich. "Es ist völlig klar, was passieren muss: Die Kontakte müssen reduziert werden, 2G muss bundesweit verbindlich umgesetzt werden für alle Einrichtungen des öffentlichen Lebens außer des Bedarfs, den man in Supermärkten oder Apotheken hat", sagte Habeck am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Wir werden mit weiteren einheitlichen Maßnahmen den Winter bestreiten müssen." Bereits jetzt liege für die Länder ein "Bündel von Möglichkeiten auf dem Tisch", um auf die Notlage zu reagieren, betonte Habeck und führte als Beispiel die Absage von Weihnachtsmärkten, strengere Kontaktbeschränkungen und eine Ausweitung der 2G-Regeln an. "Das ist dann – man muss es so hart sagen – ein Lockdown für Ungeimpfte." Vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise hat die SPD-Vorsitzende Saskia Esken weitere Lockdown-Maßnahmen nicht ausgeschlossen. "In diesen Tagen würde ich dringend empfehlen, jedem, der in der Politik auch Verantwortung hat, gar nichts auszuschließen, denn wir wissen nicht, wie die Entwicklung ist", sagte Esken am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Mit Blick auf die am Vormittag erwarteten Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zu in der Pandemie verhängten Freiheitsbeschränkungen sagte sie: "Wir müssen uns das Urteil und seine Begründung natürlich sehr genau anschauen, aber wir sind auch in einer anderen Situation heute." Esken verwies auf die höhere Impfquote als im Frühjahr, "so dass diejenigen, die sich impfen haben lassen und die sich jetzt boostern lassen, auch erwarten dürfen, dass wir differenzieren bei der Frage der Einschränkungen, der Kontaktbeschränkungen und auch bei den Beschränkungen für große Veranstaltungen und ähnliches". Der Ruf nach härteren Gegenmaßnahmen war angesichts der neuen Omikron-Variante und der Wucht der vierten Corona-Welle zuletzt lauter geworden. Am Mittag wollen die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder telefonisch über die Krise und mögliche weitere Maßnahmen beraten. Konkrete Vorgaben über ihren Handlungsspielraum erhoffen sie sich von den ersten grundsätzlichen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zu zuvor verhängten Freiheitsbeschränkungen in der Pandemie, die am Vormittag in Karlsruhe veröffentlicht werden. Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen fordert zum Eindämmen der bedrohlichen Corona-Ausbreitung ein stärkeres Herunterfahren vieler Bereiche des öffentlichen Lebens. "Wir brauchen einen einheitlichen Teil-Lockdown in vielen Regionen des Landes, um die vierte Welle zu brechen", sagte der Bundestagsabgeordnete. Dies bedeute keine allgemeinen, sondern gezielte Schließungen dort, wo die Lage außer Kontrolle sei. "Schulen und Kitas sollten mit Masken und täglichen Tests aber möglichst offen bleiben." Für Ungeimpfte sollte es Kontaktbeschränkungen im Privaten wie im ersten Lockdown geben. Neben Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene (2G) und für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) in Geschäften, Beruf und Verkehr seien Schließungen von Gastronomie, Bars, Diskotheken sowie das Untersagen größerer Veranstaltungen nötig, sagte Dahmen – also auch von Publikum bei Bundesligaspielen. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans hat vor den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise "bundesweit einheitliche, notbremsende Maßnahmen" gefordert. "Das kann natürlich als Ultima Ratio, als letzter Schritt, auch ein Lockdown sein", sagte der CDU-Politiker beim TV-Sender Bild Live. "Aber es geht doch im Moment mal darum, dass wir überhaupt die Handlungsspielräume noch mal herstellen." Laut Hendrik Streeck, Chef der Virologie der Uniklinik Bonn, gibt es vorsichtige Hoffnung, dass die Infektionszahlen nicht weiter so steigen wie bisher. "Wir sehen steigende Fallzahlen. Aber das Wachstum des Anstiegs wird langsamer über die Zeit. Vor allem, wenn man sich den R-Wert anschaut. also, wie viele Menschen ein infizierter Mensch ansteckt, sehen wir schon seit einigen Tagen einen dauerhaften Rückgang. Das ist ein sehr gutes Zeichen", sagte Streek dem RTL Nachtjournal. Der R-Wert sei jetzt das erste Mal wieder unter eins gerutscht, so dass man hoffen könne, dass die Infektionszahlen nicht mehr weiter anstiegen, sondern vielleicht ein Plateau erreicht werde. Die US-Seuchenbehörde CDC empfiehlt eine Auffrischungsimpfung für alle Geimpften, die 18 Jahre oder älter sind. Wer ursprünglich das Mittel von Biontech/Pfizer oder Moderna erhalten habe, solle den Booster sechs Monate später verabreicht bekommen, heißt es in einer Mitteilung. Bei dem Vakzin von Johnson & Johnson solle der Zeitabstand dagegen nur zwei Monate betragen. Die Omikron-Variante zeige, wie wichtig Impfungen seien, erklärt CDC-Chefin Rochelle Walensky. Der designierte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat dafür plädiert, bei einer möglichen Entscheidung des Bundestags über eine allgemeine Impfpflicht die Abgeordneten von der Fraktionsdisziplin zu entbinden. "Die allgemeine Impfpflicht berührt viele schwierige Fragen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Bei solchen medizinethischen Themen hat es sich in der Vergangenheit bewährt, sie zur Gewissensfrage zu erklären." Buschmann nannte eine Reihe von Fragen, die beantwortet werden müssten: "Ist der Grundrechtseingriff in die körperliche Integrität verhältnismäßig? Welche Ausnahmen muss es geben? Wie setzt man diese Pflicht durch? Wie organisiert man es als Staat zu wissen, wer einer solchen Pflicht nachkommt und wer nicht?", sagte er. "All das wird in allen demokratischen Fraktionen strittig diskutiert." Bei solchen Gewissensthemen debattiere das Parlament dann normalerweise anhand von Gruppenanträgen. Solche Gruppenanträge sind nach RND-Informationen in Vorbereitung. Mehrere FDP-Vertreter lehnen bisher die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht strikt ab. Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech zieht angesichts der großen Impf-Nachfrage die Lieferung von Millionen Impfdosen an Deutschland vor. In dieser Woche werde der Bund 5,8 Millionen Impfdosen erhalten, weil eine eigentlich erst für kommende Woche vorgesehene Liefercharge von 2,9 Millionen Dosen auf diese Woche vorgezogen werde, teilte eine Unternehmenssprecherin am Montagabend mit. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Demnach reagiert Biontech mit dem Schritt auf den hochschnellenden Bedarf an Auffrischungsimpfungen. Im Laufe des Dezembers wolle Biontech zwei Chargen liefern: nochmals 2,9 Millionen Dosen in der übernächsten Woche sowie 2,4 Millionen Dosen Kinder-Impfstoff kurz vor Weihnachten, hieß es in dem Bericht. Diese Zahlen gehen auch aus einer Übersicht des Bundesgesundheitsministerium mit Lieferprognosen der Hersteller hervor, die auf den 18. November datiert ist. Sachsens Sicherheitsbehörden sind über die zunehmende Radikalisierung von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen besorgt. "Die Idee eines gewaltsamen Widerstands gegen demokratische Regeln gehört inzwischen zu den typischen Standardforderungen der Bewegung der Corona-Leugner", erklärte der Präsident des Landesamts für Verfassungsschutz, Dirk-Martin Christian. Auch unter dem Einfluss von Rechtsextremisten, sogenannten Reichsbürgern und Antisemiten seien die Anti-Corona-Proteste im Verlauf der Pandemie immer aggressiver geworden. Spätestens mit den gewaltsamen Attacken auf Polizeibeamte und Journalisten sowie Verbalattacken gegen den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) seien eindeutig "rote Linien" überschritten worden. Die Gesundheitsminister der führenden westlichen Wirtschaftsnationen (G7) sehen in einem breiten Zugang zu Impfstoffen eine zentrale Voraussetzung für den Kampf gegen die neue Corona-Variante Omikron. Es sei von "strategischer Relevanz", den Zugang zu Impfstoffen zu ermöglichen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach einer von Großbritannien einberufenen Schaltkonferenz der G7 am Montag. Zu der Gruppe gehören neben Großbritannien und Deutschland auch die USA, Frankreich, Italien, Japan und Kanada. In ihrer Erklärung traten die G7-Gesundheitsminister dafür ein, die Zusagen für Impfstoffspenden voranzubringen. Zugleich betonten sie, dass die Impfkampagnen in Entwicklungsländern beschleunigt werden müssten. Dazu solle es Hilfestellungen geben. Konkrete Zusagen gab es am Montag aber nicht. Auch die WHO sieht die Bekämpfung von Pandemien ohne eine gerechte Verteilung von Impfstoffen extrem erschwert. "Impfstoff-Gerechtigkeit ist kein Akt der Güte, sie ist im besten Interesse jedes einzelnen Landes", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf zum Auftakt einer Ministerkonferenz über einen künftigen Pandemievertrag. In Niedersachsen gibt es einen ersten Verdachtsfall der Omikron-Variante des Coronavirus. Nach einem Aufenthalt in Südafrika bestehe bei einem Mann aus dem Landkreis Wolfenbüttel der begründete Verdacht, dass er mit dieser Variante infiziert sein könnte, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit. Derzeit befinde er sich in Isolation. Laboruntersuchungen beim Landesgesundheitsamt sollen nun im Laufe der Woche Klarheit bringen, ob sich der Verdacht bestätigt. Laut Landesgesundheitsamt-Präsident Fabian Feil hatte der Mann nach seiner Rückkehr aus Südafrika nur Kontakt im häuslichen Umfeld. Alle im Haushalt wohnenden Menschen seien ebenfalls in Isolation. Mit weit mehr als 3,1 Millionen Corona-Impfungen war die vergangene Woche in Deutschlands Arztpraxen die zweitstärkste Impfwoche aller Zeiten. Das teilte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung am Montag in Berlin mit. Die Zahl von 3.161.348 Schutzimpfungen wurde demnach lediglich in der 23. Kalenderwoche im Juni dieses Jahres übertroffen, als die niedergelassenen Ärzte rund 3,38 Millionen Menschen gegen Covid-19 geimpft hatten. Die Hausarztpraxen übernehmen den Angaben zufolge mit 75 Prozent den Löwenanteil aller Impfungen. Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat vor Spekulationen rund um die neue Omikron-Variante des Coronavirus gewarnt. "Wir wissen bezüglich der Übertragbarkeit der Virusvariante, der möglichen Schwere bei einer Erkrankung oder Impfdurchbrüchen noch zu wenig", sagte der Forscher von der Universität Hamburg am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Auch sei noch gar nicht klar, ob sich diese Variante durchsetzen werde. Erfreulich sei jedoch, dass sowohl einige Schnell- als auch die PCR-Tests die in Südafrika entdeckte Omikron-Variante detektieren können. "Auch geht niemand davon aus, dass die vorhandenen Impfstoffe bei der neuen Variante gar nicht mehr helfen." Schmidt-Chanasit geht davon aus, dass aufgrund der intensiven Forschungsarbeit bereits in wenigen Wochen und nicht erst in Monaten eine bessere Beurteilung der Omikron-Variante möglich sein wird. Für die Bevölkerung gelte nach wie vor: Eine Impfung, das Maskentragen und Abstandhalten schützten. Grenzschließungen sind aus seiner Sicht nicht zielführend, da die Ausbreitung einer Variante nur verlangsamt, aber nicht verhindert werden könne. Es bestehe die Gefahr, dass isolierte Länder künftig neue Varianten für sich behalten. Frühzeitige Informationen zu Omikron seien der guten Arbeit der Südafrikaner zu verdanken. An den Schulen in Deutschland steigen die Corona-Zahlen. Nach am Dienstag veröffentlichten Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) waren in der Woche vom 15. bis 19. November 72.000 Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern bekannt. Das waren knapp 30.000 mehr als in der Woche davor. Darüber hinaus waren fast 126.000 von 10 Millionen Schülern in Quarantäne (Vorwoche rund 87.000). Die KMK legt im Wochenrhythmus Zahlen vor. Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus rund 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit knapp 10 Millionen Schülerinnen und Schülern. Die Statistik für die Woche vom 15. bis 19. November weist außerdem 5.670 Corona-Fälle bei Lehrkräften aus (Vorwoche 3.600) und zusätzlich rund 3.400 Quarantäne-Fälle (Vorwoche: 2.100). Zugrunde liegen hier Angaben zu etwa 880.000 Lehrkräften. Die FDP bleibt bei ihrer Linie und will flächendeckende Schließungen vermeiden. "Einen bundesweiten Lockdown schließe ich im Moment aus", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, n-tv. Sie verweist auf die schweren sozialen und wirtschaftlichen Schäden vorheriger Lockdowns. Es müsse jetzt einerseits alles daran gesetzt werden, dass die Impfquote steige. Andererseits müsse es in den Hotspots Kontakteinschränkungen geben. So müssten etwa Clubs und Diskotheken geschlossen werden, auch Großveranstaltungen wie Fußballspiele "sollten meiner Meinung nach im Moment nicht möglich sein". Im nordrhein-westfälischen Kreis Kleve ist ein weiterer Verdachtsfall der neuen Omikron-Variante des Coronavirus aufgetreten. Betroffen ist nach Angaben des Kreises vom Montag eine "vollständig immunisierte Person", die in der vergangenen Woche gemeinsam mit ihrem Partner aus der südafrikanischen Stadt Johannesburg nach Frankfurt am Main reiste. Einen Tag nach der Ankunft in Deutschland sei ein PCR-Test bei einem der Reiserückkehrer positiv ausgefallen. Das Ergebnis der sogenannten Sequenzierung, um den Verdacht auf die neue Omikron-Variante zu klären, werde für die kommenden Tage erwartet. Der ebenfalls vollständig immunisierte Partner befindet sich nach Angaben des Kreises in Quarantäne und sei im ersten Schnelltest negativ gewesen. Das Ergebnis seines PCR-Tests stehe noch aus. Rumänien hat ein Flugzeug nach Südafrika geschickt, um eigene Staatsbürger und weitere in dem Land festsitzende Europäer auszufliegen. Bukarest werde rund 40 "rumänische Staatsangehörige zurückführen, die durch die Störungen im Luftverkehr im Süden Afrikas an der Rückkehr nach Rumänien gehindert wurden", erklärte der Leiter der Katastrophenschutzbehörde, Raed Arafat, am Montag. Im Rahmen des Europäischen Zivilschutzmechanismus biete Rumänien auch etwa 50 Europäern einen Platz in dem Flugzeug an, erklärte Arafat weiter. Das Passagierflugzeug sei bereits in der Nacht in Rumänien gestartet, sagte der Sprecher der Fluggesellschaft Tarom, Marius Popescu, dem Sender Digi24. Es soll nach Angaben von Verkehrsminister Sorin Grindeanu am Mittwoch nach Bukarest zurückkehren. Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech arbeitet neben laufenden Labortests zur Untersuchung der neuen Corona-Variante Omikron auch an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs – vorbeugend für den Fall, dass dieser notwendig werden könnte. Spenden von Corona-Vakzinen an Entwicklungsländer müssen nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besser organisiert werden, um Impfkampagnen zu beschleunigen. Geberländer sollten weniger aus dem Augenblick heraus, sondern vorhersehbar und in großen Mengen spenden, forderten die WHO, die globale Impfinitiative Covax und die Beschaffungskommission der Afrikanischen Union (Avatt) am Montag. Bislang seien laut WHO weltweit mehr als 90 Millionen Covid-19-Impfdosen mit Hilfe von Covax und Avatt gespendet worden. Der Großteil der Spenden sei relativ spontan erfolgt. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst dringt angesichts steigender Corona-Zahlen auf rasche Beratungen von Bund und Ländern. "Einheitliche Standards für deutliche Kontaktreduzierungen, die Vorbereitung einer allgemeinen Impfpflicht, das Bereitstellen von Wirtschaftshilfen für mögliche weitere Einschränkungen und die Einrichtung des neuen Krisenstabs beim Bund – all das müssen Bund und Länder dringend gemeinsam besprechen", forderte Wüst am Montag, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist. Eine solche Abstimmung müsse es in den kommenden Tagen geben, am besten schon am Dienstag, betonte Wüst. Der baden-württembergische Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) fordert die Ampelkoalition in der Corona-Krise zu schnellem Handeln auf. "Die Lage ist dramatisch und verschärft sich täglich", sagte Bayaz dem Nachrichtenportal t-online. "Entscheidend ist, dass wir jetzt keine Zeit mehr verlieren und schnell handeln." Die Länder benötigten "wieder alle möglichen Instrumente, um die vierte Welle zu brechen", sagte Bayaz. "Es muss deshalb eine volle Länderöffnungsklausel im Infektionsschutzgesetz geben." Die Ampelparteien haben in ihrer Reform des Infektionsschutzgesetzes zwar eine Länderöffnungsklausel vorgesehen, mit der die Bundesländer eigene strenge Regeln beschließen können. Allerdings sind ein paar Instrumente wie etwa Ausgangssperren, die vorsorgliche Schließung der Gastronomie sowie ein flächendeckendes Verbot von Gottesdiensten davon ausgeschlossen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, warnt vor harten Triage-Entscheidungen in Krankenhäusern. Mit Blick auf die zahlreichen Covid-Patienten auf den Intensivstationen sagte er am Montag im Deutschlandfunk: "Das findet jetzt auch aktuell statt, um sich auf noch schwierigere Lagen vorzubereiten. Wir laufen langsam, aber sicher in eine Art Katastrophen-Medizin hinein." Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, welchen Patienten sie zuerst helfen. Schon jetzt würden Intensivpatienten früher "als medizinisch vertretbar" auf Normalstationen verlegt werden, erklärte Gaß. "Man weiß: Wir können nicht mehr allen Patienten die bestmögliche Behandlung ermöglichen, (.) die wir im Regelfall zur Verfügung haben." Das sei schon eine Art von Triage. "Wenn wir von Triage sprechen, ist das ein schleichender Prozess, der nach und nach immer härter Realität wird", sagte Gaß. So müssten sich Patienten und Kliniken darauf einstellen, dass auch "medizinisch kompliziertere Fälle" beispielsweise mit einer Verschiebung ihrer Operationen rechnen müssten. Die existierenden Impfstoffe können nach Einschätzung des führenden südafrikanischen Seuchenexperten Salim Abdool Karim mit einiger Wahrscheinlichkeit schwere Krankheitsverläufe nach Infektionen mit der neuen Virusvariante Omikron verhindern. Es sei allerdings noch zu früh, um zu sagen, ob Omikron zu mehr schwereren Krankheitsbildern als ältere Varianten führen könne, sagt Karim auf einer Pressekonferenz. Es scheine aber, dass Omikron sich schneller verbreite und wahrscheinlich mehr bereits Geimpfte von dem neuen Virus betroffen würden als von älteren Varianten. In Österreich wurde bei einem Verdachtsfall aus Tirol die neuartige Coronavirus-Variante Omikron bestätigt. Nach einer Analyse der Experten deute alles darauf hin, dass es sich bei dem Reisenden, der aus Südafrika zurückgekommen war, um die neuartige Mutation Omikron handelt, teilt das Bundesland Tirol mit. Die Corona-Maßnahmen im Saarland sollen vor allem für Ungeimpfte deutlich verschärft werden. Das kündigte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Montag in einer Sondersitzung des Landtags an. Die neuen Bestimmungen sollen an diesem Dienstag (30.11.) im Ministerrat beschlossen werden und voraussichtlich zwei Tage später in Kraft treten. "Diese werden Nicht-Geimpfte in stärkerem Maße treffen als die Geimpften", sagte Hans. Dies sei nur folgerichtig, nachdem man allen Saarländerinnen und Saarländern ein Impfangebot unterbreitet habe. Für Ungeimpfte gilt demnach künftig im öffentlichen und privaten Raum: Nur noch ein Haushalt plus eine nicht diesem Haushalt angehörige Person dürfen sich treffen. Für Geimpfte, Genesene, Schüler sowie Kinder unter sechs Jahren gilt diese Regelung nicht. Auch Geimpfte und Genesene müssen sich künftig für einige Innenbereiche testen lassen. So wird künftig die Regelung 2G plus (auch Geimpfte und Genesene müssen zusätzlich einen negativen Test vorweisen) für den Innenbereich der Gastronomie festgeschrieben, ebenso für die Hotellerie, für körpernahe Dienstleistungen, für Freizeiteinrichtungen wie Schwimm- und Spaßbäder, Thermen und Saunen, für jegliche sportliche Betätigung in Innenräumen und für alle kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen. Die 2G-Regelung (geimpft und genesen) wird eingeführt für Freizeitaktivitäten im Außenbereich wie etwa in Freizeitparks, bei kulturellen Betätigungen in Gruppen, bei der Teilnahme am Freizeit- und Amateursportbetrieb, ebenso in Tanzschulen, in Fitnessstudios und auch der Außengastronomie. Außerdem gilt 2G auch in den Ladenlokalen – ausgenommen in jenen Läden, die der Grundversorgung dienen. Laut Hans hat sich die Landesregierung in der vergangenen Woche auf diese Eckpunkte geeinigt. Weitere detaillierte Regelungen sollen in dieser Woche in einer neuen Rechtsverordnung festgehalten werden. Nach Angaben eines Regierungssprechers werden die neuen Bestimmungen voraussichtlich ab Donnerstag gelten. Südafrika kritisiert die in mehreren europäischen Ländern erlassenen Einreiseverbote für Reisende aus Ländern im Süden Afrikas. Diese Maßnahmen seien keine Hilfe, sagt Gesundheitsminister Joe Phaahla auf einer Pressekonferenz. Er habe der US-Regierung erklärt, damit würden die Dinge schwieriger gemacht. Er kündigt eine Erklärung der Länder im südlichen Afrika auf der Weltgesundheitsversammlung an, in der die Einreiseverbote verurteilt werden. Die Weltgesundheitsversammlung ist das wichtigste Entscheidungsgremium der Weltgesundheitsorganisation WHO. Der Vizepräsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hält bundeseinheitliche Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung für "extrem wichtig". Mit einem Krisenstab, wie ihn die neue Regierung plant, könne die "Kakophonie" im Umgang mit dem Virus beendet werden, sagte Robert Schlögl am Montag im Inforadio vom rbb. Außerdem müssten die Kontakte schnellstmöglich reduziert werden. Zu einem möglichen Lockdown sagte Schlögl: "Das Wort darf man nicht sagen, aber natürlich ist die erste Maßnahme, wenn man sich überlegt die jetzige Pandemie einzudämmen, einfach Kontaktreduktion, denn Impfen wirkt nicht sofort." Wichtig sei auch eine sofortige Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen, betonte Schlögl. Außerdem müssten die Booster-Impfungen effizient organisiert werden. Dabei dürfe es nicht passieren, dass an irgendeiner Stelle der Impfstoff fehle, sagte Schlögl. Probleme in der Verwaltung müssten beseitigt werden. In Schottland sind nach Behördenangaben sechs Infektionen mit der neuen Corona-Variante Omikron nachgewiesen worden. In einigen Fällen habe es sich nicht um Reisende gehandelt. Das Gesundheitsministerium will nachverfolgen, zu wem die Betroffenen Kontakt hatten, um herauszufinden, woher das Virus kam. Erstmals war die neue Variante in Südafrika nachgewiesen worden, über das Wochenende wurden aber nach und nach auch immer mehr Verdachtsfälle in Europa gemeldet. Nur wenige Wochen nach einer Lockerung der strengen Corona-Einreisebestimmungen schließt Japan wegen der Omikron-Variante erneut seine Grenzen für Ausländer. "Wir werden die Einreise von Ausländern aus der ganzen Welt ab dem 30. November untersagen", sagte Ministerpräsident Fumio Kishida am Montag vor Reportern. Die Grenzen Japans waren seit Pandemiebeginn fast vollständig für Besucher aus dem Ausland geschlossen. Selbst ausländische Einwohner konnten zeitweise nicht ins Land einreisen. Anfang November kündigte die Regierung dann an, sie werde einigen kurzfristigen Geschäftsreisenden, ausländischen Studenten und anderen Visuminhabern die Einreise gestatten, Touristen jedoch weiterhin nicht einreisen lassen. Wegen der Omikron-Variante hatte Japan bereits Quarantäne-Maßnahmen für Reisende aus neun Ländern des südlichen Afrikas verhängt. Bislang wurden keine Omikron-Fälle festgestellt. Das Nationale Institut für Infektionskrankheiten untersucht derzeit jedoch den Fall eines Reisenden aus Namibia, der kürzlich positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Japan hat seit Beginn der Pandemie etwas mehr als 18.300 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet, blieb aber durch die Abschottung nach außen von schweren Corona-Wellen verschont. Inzwischen sind 76,5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Auf den Philippinen startet eine Impfkampagne, bei der innerhalb von drei Tagen neun Millionen Menschen eine Spritze mit dem Corona-Vakzin erhalten sollen. Die Armee und Zehntausende Freiwillige sollen den Erfolg sicherstellen, wie die Regierung mitteilt. Auf der Inselgruppe gibt es Widerstände gegen Impfungen. Zudem stellt der Schutz der Bevölkerung auf dem weitläufigen Archipel eine logistische Herausforderung dar. Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha fordert, dass der Bundestag noch in dieser Woche wieder die epidemische Lage von nationaler Tragweite beschließen und den Weg für eine bundesweite Notbremse möglich machen soll. "Wir brauchen Kontaktbeschränkungen im Umfang von 70 bis 90 Prozent, sagt der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk. Der designierte Kanzler Olaf Scholz (SPD) müsse zudem schnell bekanntgeben, wer neue Gesundheitsministerin oder neuer Gesundheitsminister werden soll. Auch wäre eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz in dieser Woche "sehr wünschenswert". Lucha sagt zudem, dass die drei Landes-Gesundheitsminister der Grünen mit der Grünen-Spitze in Berlin am Wochenende einen Krisenstab gebildet hätten. In der Schweiz ist der erste Omikron-Verdachtsfall festgestellt worden. Es handle sich um eine Person, die vor rund einer Woche aus Südafrika zurückgekehrt sei, wie das Bundesamt für Gesundheit mitteilte. Eine Analyse der Probe solle in den kommenden Tagen Gewissheit bringen. Als Reaktion auf die neue Corona-Variante, die in Südafrika entdeckt worden war, verschärfte die Schweiz die Einreisebeschränkungen. So müssen Reisende aus 19 Ländern einen negativen Test vorlegen und bei der Ankunft für zehn Tage in Quarantäne. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina kritisiert das Ausbleiben neuer Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung. Man habe kein Verständnis für das Zögern der Politik, sagt die Medizinerin Jutta Gärtner im ZDF. Um die vierte Welle der Pandemie zu bremsen, seien Maßnahmen nötig und zwar sofort. Sie warnt vor einem drohenden Kollaps der Krankenhäuser. "Wir brauchen sofort Kontaktbeschränkungen." Zudem müsse mehr geimpft werden. Für die sogenannte Herdenimmunität müssten weit über 85 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Derzeit seien erst knapp 70 Prozent der Deutschen vor dem Virus geschützt. Die Direktorin für Kinder- und Jugendmedizin an der Universität Göttingen empfiehlt auch Kinder und Jugendliche zu impfen. Die neue Omikron-Variante des Coronavirus ist nun möglicherweise auch in der Schweiz aufgetaucht. Nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit handle es sich um eine Person, die vor einer Woche aus Südafrika zurückgekehrt sei, berichtete die Agentur SDA am Sonntagabend. Genaueres werde in den nächsten Tagen von einer genetischen Untersuchung erwartet. Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus sind nun auch in Kanada entdeckt worden. Die Gesundheitsbehörde der Provinz Ontario teilte am Sonntag (Ortszeit) mit, dass in Ottawa bei zwei Infizierten die Mutante festgestellt worden sei. Beide Personen, die aus Nigeria eingereist waren, seien inzwischen in Quarantäne. Auch Großbritannien, Dänemark, Belgien, Tschechien und Italien meldeten Fälle. In den Niederlanden wurden bei 13 Reisenden Omikron-Infektionen festgestellt. Die überraschend viele Mutationen tragende Corona-Variante Omikron könnte Experten zufolge in einem Patienten mit HIV oder einer anderen Form der Immunschwäche entstanden sein. Das sei denkbar und wahrscheinlich, ähnliche Befunde seien in anderen Fällen bereits publiziert worden, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI), der Nachrichtenagentur dpa. In Menschen mit geschwächtem Immunsystem könne sich das Virus über viele Wochen vermehren, so Watzl. "Dabei können immer wieder vereinzelt Mutationen auftreten, die dem Virus eventuell keinen Vorteil bringen, die sich aber aufgrund der fehlenden Kontrolle durch das Immunsystem dennoch weiter vermehren können." Damit könnten zusätzliche Mutationen entstehen, die dann in der Kombination eventuell einen Vorteil brächten. Der Spitzenpolitiker der Grünen und möglicher neuer Landwirtschaftsminister Cem Özdemir hat im Deutschlandfunk gesagt, dass eine Impfpflicht auf die Tagesordnung gehöre. Bislang seien die beschlossenen Maßnahmen hilfreich. "Trotzdem, sage ich, werden wir wahrscheinlich nicht drum herumkommen, uns nochmal diese Lage anzuschauen und zu gucken, ob wir da nochmal nachsteuern müssen. Er schließt nicht aus, das Infektionsschutzgesetz erneut zu müssen. Enttäuscht zeigte sich Özdemir von der Arbeit der bisherigen Bundesregierung. "Manchmal frage ich mich, wann wir Deutschen das Organisieren verlernt haben." Ältere Nachrichten zur Corona-Pandemie lesen Sie hier in unserem vorherigen Newsblog.
Weil schlägt Kontaktbeschränkungen nach Weihnachten vor
augsburger-allgemeine.de
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Fernsehmoderator Frank Elstner: „Ich bin ein hoffnungsloser Optimist“ (0.02/4)

Showmaster Frank Elstner steht für das deutsche Fernsehen wie kaum ein anderer Moderator. Ein Gespräch darüber, wie er sich die Zukunft von „Wetten, dass.?“ vorstellt und wie die Parkinson-Erkrankung sein Leben verändert hat
Frank Elstner über seine Parkinson-Erkrankung: "Ich bin nicht wehleidig"
augsburger-allgemeine.de
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Frankreich: Tumulte bei Auftritt von Rechtspopulist Éric Zemmour (0.02/4)

Bei einer Wahlkampfveranstaltung des rechten Publizisten Éric Zemmour in Frankreich gab es Tumulte. Videos zeigten Szenen, bei den Fäuste und Stühle flogen. Auch Zemmour wurde dabei verletzt. Bei einer Schlägerei zu Beginn einer Wahlkampfveranstaltung in Paris ist der rechtsradikale Publizist Eric Zemmour laut Angaben seines Teams leicht verletzt worden. Wie ein Mitarbeiter des französischen Präsidentschaftskandidaten sagte, habe der 63-Jährige eine Verletzung am Handgelenk erlitten, als ein Mann ihn auf dem Weg zur Bühne gewaltsam packte. Nach dem Vorfall ließ sich Zemmour dennoch von tausenden Anhängern feiern. Bei seinem Wahlkampfauftakt im Pariser Vorort Villepinte beklagte der rechtsradikale Autor, dass er von einer "Meute von Politikern, Journalisten und Dschihadisten" verfolgt werde und von seinen Gegnern als "Faschist, Rassist und Frauenfeind" bezeichnet worden sei. "Wenn ich gewinne, wird dies der Beginn der Rückeroberung des schönsten Landes der Welt sein", versprach Zemmour. "Ihr seid heute 15.000", rief Zemmour der jubelnden Menge zu. "15.000 Franzosen, die der politischen Korrektheit, den Drohungen der Linksextremen und dem Hass der Medien getrotzt haben." Zemmour mischt seit Wochen den Vorwahlkampf in Frankreich auf. Am Dienstag verkündete er schließlich, dass er bei der Präsidentenwahl im April 2022 antreten werde. Dem früheren Journalisten, der aus einer algerisch-jüdischen Familie stammt, werden Chancen eingeräumt, es anstelle der Rechtspopulistin Marine Le Pen in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Emmanuel Macron zu schaffen. Der Publizist vertritt teils extrem migrationsfeindliche und nationalistische Positionen und wurde deshalb bereits zweimal wegen Volksverhetzung rechtskräftig verurteilt. Bei seinem Einmarsch in die Halle wurde Zemmour von einem Gegendemonstranten angegriffen, der umgehend von Polizisten festgenommen wurde. Das Team einer kritischen TV-Sendung wurde ausgebuht und von Sicherheitskräften aus der Halle geholt. Vor der Halle gab es eine Demonstration gegen Zemmour. Mehr als 400 Journalisten hatten sich für die erste offizielle Wahlkampfveranstaltung des Rechtsaußen-Kandidaten akkreditiert. Die Polizei war in Alarmbereitschaft, nachdem linke Aktivisten einen Besuch Zemmours in Marseille am vergangenen Wochenende gestört hatten. In Paris protestierten nach Angaben der Präfektur rund 2.200 Menschen gegen Zemmour, dem sie Rassismus vorwarfen. Zu der Demonstration hatte ein Bündnis aus Dutzenden Gewerkschaften, Parteien und Verbänden aufgerufen. Die Organisatoren sprachen von 10.000 Teilnehmern. "Es ist wichtig zu zeigen, dass wir nicht zulassen, dass der Faschismus an Boden gewinnt", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Solidaires.
Tumulte bei Auftritt von Rechtspopulist Éric Zemmour
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Lauterbach-Warnung - „Ohne Impfpflicht schaffen wir das nicht!“

Die vierte Corona-Welle droht zu Weihnachten als Sintflut hereinzubrechen: Mediziner befürchten ein neues Allzeithoch! Anne Will hofft und bangt: „Impfpflicht und Lockdown für Ungeimpfte – gewinnen Bund und Länder so die Kontrolle zurück?“ ► Markus Söder (54, CSU). Der bayerische Ministerpräsident hält Kurs: „Unsere Linie ist klar: Brechen und Boostern!“ ► Prof. Karl Lauterbach (58, SPD). Einmal werden wir noch wach: Minister wird der Lauterbach! Oder etwa doch nicht? ► Konstantin Kuhle (32, FDP). Der Ex-Chef der Jungliberalen ist für „strenge Kontaktbeschränkungen“: Man könne „über Corona-Maßnahmen nicht allein rechtlich diskutieren“. ► Dr. Carola Holzner (39). Die Intensivmedizinerin („DocCaro“) wird von Coronaleugnern mit Morddrohungen verfolgt. ► Cerstin Gammelin (56). Die Journalistin („SZ“) urteilt etwas ungnädig, das Bundesverfassungsgericht sei „der vierte Koalitionspartner der Ampel“. Politik und Praxis mit medialer Begleitmusik. Das Zoff-o-Meter richtet die Antenne auf Misstöne aus! Die Intensivmedizinerin geht gleich ans Eingemachte, die Kontaktbeschränkungen: „Ich frage mich, wie man kontrollieren möchte, wer sich da zu Hause hinter verschlossenen Türen trifft? Will man klingeln und sich die Impfausweise zeigen lassen?“ Söder, aus München zugeschaltet, nickt besorgt. „Ich finde die Maßnahmen gut, die beschlossen werden“, fügt Holzner hinzu, „aber ich frage mich an vielen Stellen, wie sie umgesetzt werden sollen.“ Dann zieht Söder Bilanz für sein Bundesland: Bars, Clubs und Discos zu, Gastro-Sperrstunde 22 Uhr, keine Weihnachtsmärkte, Bundesliga-Geisterspiele, 700.000 Booster pro Woche. Ergebnis: Sinkende Ansteckungszahlen. „Frau Holzner zwinkert mir schon zu“, spöttelt die Talkmasterin, doch der Ministerpräsident will noch was loswerden: „Ein Wirt hat im Fernsehen gesagt, 3G bedeute für ihn Gebraut, Gezapft, Getrunken. Die neue Kontaktbeschränkung wird dazu führen, dass ein Ungeimpfter eine Party mit zehn Geimpften sprengen könnte!“ Bei Olaf Scholz ist aufgefallen, dass er in der alten Regierung als Vizekanzler die Bundesnotbremse mit ausgehandelt hat, die er dann mit der Ampel abgeschafft hat“, lästert Gammelin. „Das war ein großer Widerspruch“, kommentiert die „SZ“-Journalistin, die aus dem sächsischen Corona-Hotspot Freiberg stammt und gerade in Thüringen war. So etwas würden „die Leute einfach nicht mehr verstehen!“ Lauterbach sieht inzwischen in jeder neuen Talkshow immer noch einen Tick ministrabler aus. „Ich glaube, dass wir keinen Lockdown brauchen“, hofft er und faltet die Hände, „aber versprechen kann ich das nicht.“ Denn, so der Epidemiologe: Studien aus Israel und England zeigten, dass sich die neue Omikron-Variante „doch schneller durchsetzt, als wir gehofft hatten“. Seine dramatische Warnung: „Boostern, so schnell wie möglich! Wir impfen jetzt gegen die Zeit!“ „Ist das jetzt eigentlich die Antwort des Epidemiologen, des SPD-Politikers, des Abgeordneten Lauterbach?“, will die Talkmasterin wissen, „oder die des künftigen Gesundheitsministers?“ „Das ist eine rein wissenschaftliche Frage gewesen“, antwortet Lauterbach und setzt seinen Exkurs erst mal fort. Söder hört auf seinem Monitor aufmerksam zu, aber mit so wenig Mimik wie die Sphinx. Als Will nachbohrt, ringt sich der sonst so forsche Lauterbach eine typische Politiker-Antwort ab: „Als Gesundheitsminister kann ich nicht sprechen, weil das nicht feststeht. Da hat die SPD eine Reihe von Leuten, die das gut machen könnten. Da wird es morgen zur Entscheidung kommen.“ Was soll er auch sagen… „Hat Olaf Scholz Sie denn schon angerufen?“, setzt die Talkmasterin nach. „Olaf Scholz hat mich in vielerlei Hinsicht als Abgeordneten und Wissenschaftler angerufen“, erwidert Lauterbach, „aber in dieser Sache sind die Entscheidungen noch nicht gefallen…“ „Ich bin froh, dass die SPD dieses wichtige Ressort gezogen hat“, fügt er noch hinzu. „Dort gibt es wirklich gute Leute, die das können, und von daher bin ich wirklich sicher, dass das gut besetzt sein wird.“ Frischauf! „Ich kenne ganz viele Kollegen, inklusive mir: Herr Lauterbach, wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unser zukünftiger Gesundheitsminister würden“, strahlt ihn die Ärztin an. „Weil, es gibt keinen, der das so ausfüllen könnte wie Sie – auch kompetent!“ „Das finde ich sehr schmeichelhaft, dafür bedanke ich mich“, freut sich Lauterbach, „und vielleicht sieht uns Olaf Scholz ja zu…“ Auch Söder, von Will um seine Meinung gebeten, stimmt in die Hymne ein, allerdings mit der nötigen Klausel: „Normalerweise mische ich mich in der Situation, in der wir als Union sind, sicher nicht ein“, erklärt er vorsichtig. Aber, so der Ministerpräsident danach: „Wir bräuchten jetzt keinen Minister, der 100 Tage Einarbeitungszeit braucht. Das müssen keine zehn Minuten sein, und ich glaube, Herr Lauterbach kann das auf jeden Fall!“ Dann folgt eine Extraportion Schlagsahne: „Das sage ich jetzt ganz objektiv: Ich würde das begrüßen“, erklärt Söder. Aber: „Ich hoffe, ich schade ihm da jetzt in der Situation nicht, und halte mich zurück.“ Heiterkeit in der Runde! Auch die Talkmasterin wird Ziel einer Söder´schen Charme-Offensive: „Frau Will, ich glaube übrigens auch, dass die Sendung letzte Woche eine Menge bewirkt hat“, lobt sie der Ministerpräsident, bewirkt für das Verständnis von Politik, denn „wir werden immer von der Realität eingeholt.“ „Deshalb“, so der Ministerpräsident, „brauchen wir einen Grundkompass, und den hat Herr Lauterbach. Wir kommen zwar von ganz unterschiedlichen Polen, aber wir hatten oft ähnliche Positionen.“ „Das stimmt“, bestätigt der SPD-Mann. Uff! Der FDP-Mann kippt Schärfe in den Konsensmix: Er leidet immer noch unter die Niederlage seiner Partei vor dem Verfassungsgericht, das die von den Liberalen laut angefochtenen Regierungsbeschlüsse für rechtens erklärte. Dann geht Kuhle steil: „Massive Einschränkungen von bürgerlichen Freiheitsrechten wie nie zuvor!“, wettert er und will mit einem Horrorszenario gegen den Lockdown punkten: „Schulschließung, häusliche Gewalt, psychische Erkrankungen, Verwahrlosung unserer Innenstädte, Pleiten, Insolvenzen…“ Lauterbach hält es für vollkommen inakzeptabel, dass jetzt die Parksünder kontrolliert werden, denn: „Ordnungsämter und Polizei müssen jetzt die Corona-Maßnahmen kontrollieren!“ Und: „In den Krankenhäusern haben wir den medizinischen Dienst der Krankenkassen, da wird präzise geprüft, ob die Abrechnungen korrekt sind. Da sind Ärzte und Ärztinnen, die wir fürs Impfen nutzen können!“ Seine dringende Mahnung: „Wir müssen vor die Welle kommen. Die nächsten vier Wochen sind entscheidend!“ Ein ARD-Einspieler kritisiert den SPD-Politiker: „Ich bin gegen eine Impfpflicht“, hatte er im März erklärt. Jetzt sagt Lauterbach dazu: „Wenn es die Situation erfordert, muss man die Position ändern. Dann bleibt man nicht stur bei dem, was man früher gesagt hat!“ „Mit den neuen Varianten werden wir es ohne Impfpflicht nicht schaffen“, warnt er. „Dann werden diese Wellen immer wieder kommen. Und eine Impfpflicht kann nur funktionieren, wenn es entsprechende Konventionalstrafen gibt.“ Rumms! „Wir werden nächste Woche die einrichtungsbezogene Impfpflicht vorbereiten“, kündigt der Vielleicht-Minister danach an. „Das geht dann Ruck-zuck!“ Lauterbachs Hoffnung: „Die allgemeine Impfpflicht im Februar oder März wird schon zu dem Zeitpunkt wirken, wo klar ist, dass sie demnächst kommt. Viele, die jetzt noch denken, sie kommen drum rum, werden sich dann impfen lassen.“ Und der harte Kern der Impfgegner? „Der Staat darf sich nicht erpressen lassen!“, macht Lauterbach klar. „Er kann da nicht Rücksicht auf Querdenker nehmen. Es ist absolut indiskutabel, dass wir einen Abstrich an unserer Gesetzeskompetenz machen, wenn wir unter Druck der Straße sind.“ Amen! „Wie geht denn die Erklärung, dass Deutschland dann mit Österreich das einzige Land in Europa ist, das sich nicht mehr anders zu helfen wusste, als eine allgemeine Impfpflicht einzuführen?“, fragt die Talkmasterin den Ministerpräsidenten. „Ach, wenn wir das alles so genau wüssten!“, ächzt Söder. „Der ganze Alpenraum ist da aktiv. Als in Bayern die allgemeine Pockenimpfung eingeführt wurde, gab es Argumente, man würde am Ende Kuhohren bekommen, weil es ja die Impfung mit Kuhpocken ist.“ Die „SZ“-Journalistin will noch mal nachkarten: „Man fragt sich, warum in Bayern, einem der reichsten Länder, so eine geringe Impfquote erreicht ist“, patzt sie Söder an. „Warum gelingt es der Politik nicht, die Menschen zu erreichen?“ Jetzt zeigt der Ministerpräsident doch mal Nerven: „Warum gelingt es nicht bei den Lesern der ‚Süddeutschen Zeitung‘?“, kontert er ärgerlich. Ui! Gammelin wechselt rasch die Adresse: „Zum Beispiel die katholische Kirche könnte doch in Bayern auch mit impfen“, sagt sie nun. In ihrer sächsischen Heimat wiederum gebe es, so die Journalistin, „die wilden Geschichten, dass da wirklich Bauern an der Gülle stehen und sagen: Das riecht gar nicht mehr! Und dann finden sie raus: Die haben alle Corona.“ Heureka! Hoher Renitenzfaktor in rumpelndem Empörungswetter, weichkäsige Absichtserklärungen tropften an knallharten Fakten ab und die wenigen nahrhaften News gingen im Stroh der Redundanzen unter: Das war eine Talkshow der Kategorie „Wiederkäuer“.

 

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Ernährungsumstellung - Altmaier: Knopf der Anzugjacke saß noch nie so gut

Berlin (dpa) - Der scheidende Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat seine Ernährung umgestellt. Er habe abgenommen, sagte der CDU-Politiker "Bild". "Wie viel genau, wird noch nicht verraten. Aber der Knopf meiner Anzugsjacke saß noch nie so gut." Altmaier führte aus: "Zum Frühstück gibt’s jetzt nur noch zuckerfreies Müsli mit Heidelbeeren und Ananas, zum Abendessen mageres Hühnchen. Das hilft." Altmaier ist noch geschäftsführend im Amt, dies endet mit Vereidigung der Ministerinnen und Minister der neuen Ampel-Koalition. Auf sein Bundestagsmandat hat Altmaier verzichtet. Er werde sich künftig aus der Tagespolitik weitestgehend zurückhalten, sagte Altmaier der Zeitung.

 

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Coronavirus weltweit: Die neusten Entwicklungen

Über 265 Millionen Menschen sind laut der Johns-Hopkins-Universität weltweit positiv auf das Virus getestet worden. Mehr als 5,2 Millionen Infizierte sind gestorben. Mehr als 8 Milliarden Impfdosen wurden weltweit verabreicht. Rund 35 000 Personen demonstrierten in Brüssel gegen die Corona-Massnahmen. Die neusten Entwicklungen Die Entwicklungen in der Schweiz finden Sie hier. Die Lage in Europa Auf keinem Kontinent steigen die Zahlen derzeit so stark an wie in Europa. Nachdem im Sommer zahlreiche europäische Länder die Einschränkungen gelockert haben, setzen viele Regierungen aufgrund steigender Infektionszahlen und der Omikron-Variante nun wieder auf Verschärfungen. In den meisten Ländern gelten 3-G- oder 2-G-Regeln: Zugang haben demnach entweder nur Geimpfte, Genesene und Getestete (3 G) oder Geimpfte und Genesene (2 G). Die Impfaktionen schreiten mit unterschiedlichem Tempo voran: Portugal, Spanien und Dänemark liegen weit vorne, geringer sind die Raten in Österreich oder der Schweiz, vor allem aber in Rumänien, Albanien und Bulgarien. (0 = gar nicht frei, 10 = sehr frei) In manchen Ländern gelten inzwischen wieder Lockdowns oder Teil-Lockdowns. Zudem bieten viele Länder ihrer Bevölkerung Booster-Impfungen an. Auch über eine Impfpflicht, etwa für bestimmte Berufsgruppen, wird insbesondere dort diskutiert, wo die Impfquoten niedrig sind. Ferien in beliebten Destinationen sind möglich. Je nach Land gelten andere Bestimmungen. Hier geht es zur Übersicht In Deutschland gilt die 3-G-Regel am Arbeitsplatz sowie im öffentlichen Verkehr. Je nach Infektionslage können die Bundesländer Massnahmen wie 3 G, 2 G oder 2 G-plus beschliessen. Ausgeschlossen sind unter anderem die Anordnung von Ausgangssperren oder Beherbergungsverboten. Zudem gelten einheitliche Einschränkungen bei steigenden Hospitalisierungsraten. Sollte diese Rate in einem Bundesland auf über 3 Spitaleinweisungen pro 100 000 Einwohner steigen, soll im Bundesland die 2-G-Regel für Hotels, Restaurants und Veranstaltungen gelten. Steigt dieser Wert auf 6, gilt im betreffenden Bundesland die 2-G-plus-Regel. Ab dem Schwellenwert 9 sollen weitreichendere Massnahmen wie Kontaktbeschränkungen beschlossen werden. In einigen Bundesländern wurden bereits strengere Massnahmen angeordnet. So sind beispielsweise in Bayern Bars und Discos geschlossen, Restaurants müssen spätestens um 22 Uhr schliessen. Genaueres zur Situation in Deutschland erfahren Sie hier. In Österreich begann am 21. November der vierte Lockdown. Nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs sind geöffnet. Die Menschen dürfen ihr Zuhause nur aus triftigem Grund verlassen. Die Schulen sind geöffnet, es ist den Eltern überlassen, ob sie ihren Nachwuchs zum Unterricht schicken. Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) betonte, dass die Ausgangsbeschränkungen am 13. Dezember beendet würden. Zuvor galten die erneuten Einschränkungen ausschliesslich für Geimpfte. Schallenberg nannte für diese Gruppe bisher keine Frist für die Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen. Ab Februar 2022 soll zudem eine generelle Impfpflicht gelten. Die Niederlande haben wegen hoher Fallzahlen einen Teil-Lockdown eingeführt. Für Ungeimpfte gibt es Zugangsbeschränkungen im öffentlichen Raum. Geschäfte, Kulturstätten, Gaststätten und Sportklubs müssen bereits um 17 Uhr schliessen. Davon ausgenommen sind Supermärkte. In Kinos, Theatern und Gaststätten gilt die 1,5-Meter-Abstandsregel und damit eine Kapazitätsbeschränkung. Die neuen Massnahmen gelten seit dem 28. November für drei Wochen. In Italien muss seit Mitte Oktober jeder Beschäftigte in der Privatwirtschaft oder im öffentlichen Sektor nachweisen, dass er geimpft, genesen oder getestet ist. Nur dann kann mit einem sogenannten Grünen Pass die Arbeitsstelle betreten werden. Ab dem 6. Dezember gelten in vielen Bereichen die 2-G-Regel, so etwa in Bars, Restaurants oder an Veranstaltungen. Die Regeln gelten landesweit zunächst bis zum 15. Januar. Eine weitere Neuerung ab 6. Dezember ist die Ausweitung der 3-G-Regel auf den öffentlichen Nahverkehr und Hotels. Ab dem 15. Dezember tritt zudem die Ausweitung der Impfpflicht für das Schulpersonal sowie Polizisten und Soldaten in Kraft. Im Gesundheitsbereich galt das bereits seit April. Spanien und Portugal hatten lange mit hohen Corona-Zahlen, strikten Lockdowns und einer Überlastung des Gesundheitswesens zu kämpfen. Doch nun verzeichnen die beiden Länder eine im internationalen Vergleich besonders hohe Impfquote. In Portugal ist die Einreise auf dem Luftweg nur noch mit einem negativen Test möglich, das gilt auch für Geimpfte und Genesene. Spanien lässt nur noch geimpfte Personen aus Grossbritannien einreisen. Reisende aus südafrikanischen Ländern müssen sowohl geimpft sein als auch einen negativen Test vorweisen. In Frankreich gilt derzeit eine Zertifikatspflicht, der Besuch von Restaurants und Museen oder die Fahrt im Fernzug ist nur mit 3-G-Zertifikat möglich. Alle Einwohner ab 18 Jahren sind zur Booster-Impfung aufgerufen, sobald ihre letzte Impfung fünf Monate zurückliegt. In Belgien werden ab Montag (6. 12.) Veranstaltungen mit mehr als 200 Teilnehmenden in Innenräumen verboten. Weiter sollen Schulen früher und teilweise länger in die Winterferien gehen. Weiter empfiehlt die Regierung, private Treffen so weit wie möglich einzuschränken. In Tschechien ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen im November auf einen Rekordwert gestiegen. Die Regierung hat mit der Einführung der 2-G-Regel reagiert. Zudem wird eine Impfpflicht für Senioren über 60 Jahren diskutiert. In der Slowakei ist am 25. November ein Lockdown in Kraft getreten, der vorerst zwei Wochen lang gelten soll. Im Vereinigten Königreich wurden aufgrund der Omikron-Variante die Massnahmen Ende November wieder verschärft. So müssen die Menschen in England wieder eine Masken in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln tragen. Schottland, Wales und Nordirland haben eigene, etwas strengere Regeln. Ungeimpfte Pflegekräfte dürfen seit Anfang November nicht mehr in Heimen in England arbeiten. Bis im April müssen Angestellte des Gesundheitsdienstes NHS in England nachweisen, dass sie vollständig geimpft sind. In Irland müssen Clubs ab dem 7. Dezember für einen Monat wider schliessen. Theater und Kinos dürfen nur noch die Hälfte ihrer Kapazitäten besetzen. Auch für private Treffen gelten dann Einschränkungen: So dürfen sich maximal Angehörige von vier Haushalten treffen. Restaurants und Pubs müssen weiterhin um Mitternacht schliessen, aber ausserdem strikte Abstandsregeln befolgen. Für Fitnessstudios und die Gastronomie sind Immunitätsnachweise notwendig. Die Lage in Nordeuropa Norwegen -Reisende müssen nach der Ankunft in dem skandinavischen Land seit Freitag (3.12.) unabhängig von ihrem Impfstatus einen Corona-Test machen. An Grenzübergängen mit Teststationen muss man sich direkt dort testen lassen. Wo diese Stationen fehlen, muss der Test innerhalb von 24 Stunden anderswo erfolgen - ein Schnelltest reicht in diesem Fall. Die Testpflicht gilt für Geimpfte und Ungeimpfte. Ausnahmen gibt es für Grenzpendler, Flugpersonal und Berufskraftfahrer. In Dänemark gelten seit Mitte November wieder vereinzelte Corona-Massnahmen. Unter anderem müssen bei grösseren Veranstaltungen wie Konzerten und Messen sowie im Restaurant, in der Bar oder in der Diskothek wieder ein Corona-Pass vorgezeigt werden. Es gilt unter anderem in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen eine Maskenpflicht. Schweden führt trotz einer erfolgreichen Impfkampagne wieder Beschränkungen ein. Das Land hatte in der Pandemie einen besonders liberalen Kurs verfolgt und vergleichsweise wenige Massnahmen verordnet. Ab Dezember müssen Erwachsene bei öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern in Innenräumen ein Impfzertifikat vorzeigen, Nachweise über Genesungen und negative Tests werden nicht anerkannt. Die Regel gilt zum Beispiel für Konzerte und Sportveranstaltungen, aber auch in Kinos oder Theatern. Norwegen hat wegen der hohen Impfquote fast alle Beschränkungen fallenlassen. Seit Ende November empfiehlt die Regierung wieder, etwa beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maske zu tragen. Wer mit einem Infizierten zusammenwohnt, muss in Quarantäne. Die Lage in Russland und Osteuropa In einigen osteuropäischen Ländern ist die Impfbereitschaft sehr gering, etwa in Russland. Dort schiessen die Raten der Ansteckungen in die Höhe. Für manche Berufsgruppen gilt eine Impfpflicht. Ab Februar 2022 soll zudem die 2-G-Regel an öffentlichen Orten sowie in Zügen und Flugzeugen gelten. Die Lage in Südosteuropa Griechenland vermeldete im November Rekordinzidenzen. Es gilt eine 3-G-Regel. Mitarbeiter in Altersheimen werden suspendiert, wenn sie sich nicht impfen lassen wollen. Zudem gilt eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal und Mitarbeiter von Altersheimen und seit Ende November auch für Personen über 60. Weiter wurden mehrere Dutzend Privatärzte zum Dienst in Spitälern verpflichtet. Juristen sagten, wer sich weigere, könne zu einer Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren verurteilt werden. Die Lage in den USA und in Kanada Die USA sind das Land mit den weltweit meisten bestätigten Coronavirus-Fällen. Auch hier breitet sich derzeit vor allem die Delta-Variante wieder aus. Bis anhin sind rund 60 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft (Stand 3. 12.). Die monatelang geltenden Einreisebeschränkungen wurden im November für vollständig mit international anerkannten Präparaten geimpfte Personen aus über 30 Ländern zwar aufgehoben, jedoch müssen Reisende ab dem 4. 12. über einen negativen Corona-Test verfügen, der 24 Stunden vor Einreise gemacht wurde – unabhängig vom Impfstatus. Ab Januar gibt es weitere strenge Impf- und Testvorgaben für über 80 Millionen Arbeitnehmer. Seit Mitte November sind Auffrischimpfungen von Biontech/Pfizer und Moderna für alle Erwachsenen, die vor mindestens sechs Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben, zugelassen. Kanada lässt seit September wieder ausländische Touristen einreisen, allerdings nur geimpfte. Je nach Region ist das Tragen einer Maske in öffentlichen Innenräumen und Verkehrsmitteln Pflicht. Die Lage in Mittel- und Südamerika Einige Länder in Mittel- und Südamerika wurden von der Pandemie stark getroffen. Vielerorts kamen das Gesundheitswesen und insbesondere die Intensivstationen an ihr Limit, so etwa in Chile und Brasilien. In Brasilien ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt leicht zurückgegangen, die Impfquote im Land liegt hoch. Die Lage in Asien, Australien und Ozeanien China ist das Ursprungsland der Pandemie. Mit rigorosen Massnahmen hatte es das Virus für lange Zeit unter Kontrolle bekommen. Sobald in einer Region steigende Neuinfektionen verzeichnet werden, ergreift die Regierung rigorose Massnahmen zur Eindämmung. Südkorea hatte die Pandemie trotz gelegentlichen Ausbrüchen lange Zeit gut unter Kontrolle und musste nie einen landesweiten Lockdown durchführen. Doch sieht sich das Land mittlerweile einer vierten Infektionswelle ausgesetzt. Südkoreas Präsident Moon Jae In kündigte für November eine «allmähliche Rückkehr zum normalen Leben» nach der Pandemie an. Bei den Impfungen kommen manche Länder in diesen Regionen nur schleppend voran, zum Beispiel Taiwan, auch weil der Zugang erschwert ist. Thailand empfängt seit November wieder internationale Touristen. Diese müssen jedoch einige Corona-Anforderungen erfüllen. Die für Anfang Dezember vorgesehene Öffnung von Nachtklubs, Kneipen und Karaokebars wird laut Medienberichten jedoch bis mindestens Mitte Januar verschoben. Indien ist stark von der Pandemie betroffen. Lange waren die Spitäler völlig überlastet, der medizinische Sauerstoff ging aus. Einige Länder – darunter die Schweiz, Deutschland, Grossbritannien und die USA – lieferten Beatmungsgeräte und Sauerstoff an den Subkontinent. Inzwischen ist die Zahl der Ansteckungen wieder deutlich gesunken. Australien hatte das Virus durch strenge Massnahmen zunächst weitgehend in den Griff bekommen. In dem Land wurden auch bei wenigen Fällen Gebiete oder Städte tage- oder wochenweise abgeriegelt. Nach dem Erreichen einer Impfquote von 80 Prozent aller über 16-Jährigen, wurden die Grenzen wieder geöffnet, zunächst jedoch nur für Staatsbürger, Menschen mit permanenter Aufenthaltsgenehmigung und deren Verwandten. Anfang Dezember hätten Einreisebestimmungen für Studenten und Fachkräfte gelockert werden sollen, denn das Land ist seit rund eineinhalb Jahren vom Rest der Welt abgeschottet. Doch wegen der Verbreitung der neuen Omikron-Variante hat das Land die Wiedereröffnung um zwei Wochen verschoben. Das Nachbarland Neuseeland hat lange eine Null-Covid-Strategie verfolgt, so dass die Menschen weitgehend normal leben konnten – monatelang auch ohne obligatorische Masken. Anfang Oktober kündigte die Regierung jedoch an, diese Strategie aufgeben zu wollen. Das Umdenken ist auf die ansteckende Delta-Variante zurückzuführen, die im November für Rekordinzidenzen in dem Land sorgte. Ab dem 30. April 2022 sollen vollständig geimpfte Touristen wieder ins Land dürfen. Seit März 2020 hat Neuseeland seine Grenzen quasi geschlossen. Die Lage im Nahen und im Mittleren Osten Die Unterschiede zwischen den Ländern in diesen Regionen ist gross. In Bahrain sind 66 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner vollständig geimpft, in den Vereinigten Arabischen Emirate gut 90 Prozent. In Israel sind es rund 64 Prozent. Anfang November wurde die israelische Grenze zudem für geimpfte Reisende geöffnet. Früher als Westeuropa wurde das Land von einer vierten Welle getroffen, konnte die Zahlen jedoch inzwischen wieder deutlich senken. Am 27. November wurden die Grenzen für ausländische Reisende für zwei Wochen geschlossen um die Ausbreitung der Variante Omikron zu verhindern. Die Lage auf dem afrikanischen Kontinent Auch wenn es nach Ansicht von Experten eine hohe Dunkelziffer gibt, ist der gesamte afrikanische Kontinent im globalen Vergleich bis jetzt am wenigsten von der Pandemie betroffen. Die Ausbreitung der neuen Omikron-Variante des Coronavirus im südlichen Afrika hat international Besorgnis ausgelöst. Etliche Länder der Welt haben für Südafrika, Lesotho, Eswatini, Namibia, Simbabwe, Botswana und Moçambique Einreisebeschränkungen beschlossen. Nachdem in Südafrika Mitte November sehr geringe Infektionswerte vorhanden waren, steigen die Zahlen nun stark. Vor allem jüngere Menschen seien betroffen, erklärte das südafrikanische Institut für Ansteckende Krankheiten NICD. Bei den Todeszahlen gebe es bisher allerdings einen eher geringen Anstieg. Bisher sind erst 24 Prozent der Bevölkerung in der 60-Millionen-Nation geimpft. Südafrika ist zahlenmässig das am schwersten von der Pandemie betroffene Land in Afrika. Aktuell wurden dort knapp 3 Millionen Fälle dokumentiert. Rund 90 000 Menschen starben an den Folgen einer Infektion. Die Restriktionen hatten verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft. Verschiedene Länder in Afrika setzen im Kampf gegen das Coronavirus seit Mitte Mai auch den russischen Impfstoff Sputnik V ein. Der Kontinent liegt bei den Impfungen weit zurück und kann sein Ziel, 60 Prozent der Bevölkerung zu impfen, voraussichtlich erst 2022 erreichen. Bis jetzt sind nur rund 7 Prozent der Bevölkerung des Kontinents vollständig immunisiert (Stand 29. 11.). Die WHO hatte als Ziel vorgegeben, bis Ende September 10 Prozent der Bevölkerung zu impfen. Nur 15 von 54 afrikanischen Ländern konnten dieses Ziel erreichen. Mittlerweile haben alle Staaten Impfaktionen gestartet – ausser Eritrea und Burundi. Die höchsten Impfraten verzeichnen derzeit die Seychellen (78 Prozent), Mauritius (72 Prozent) und Marokko (61 Prozent). Wie schreitet die weltweite Impfaktion voran? Das erste Land, das einen Impfstoff zugelassen hat, war Russland. Noch vor Abschluss der üblichen klinischen Tests wurde im August 2020 das Vakzin Sputnik V für Impfungen freigegeben. Insgesamt forschen rund 300 Institute an diversen Corona-Impfstoffen. Rund zehn Impfstoffe haben in einzelnen oder mehreren Ländern eine Zulassung erhalten. In der Europäischen Union und der Schweiz wurde Mitte Dezember der erste Impfstoff gegen Sars-CoV-2 zugelassen, das Vakzin der deutschen und amerikanischen Biotech- und Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer. Im Januar wurde in den meisten EU-Staaten und der Schweiz mit dem Impfen begonnen. In der EU sind mittlerweile vier Vakzine zugelassen, nämlich die Impfstoffe von Pfizer/Biontech, Moderna, Johnson & Johnson und AstraZeneca. In der Schweiz sind drei Impfstoffe zugelassen: Pfizer/Biontech, Moderna und Johnson & Johnson. Corona-Impfung: Können wir trotz Mutationen weltweite Herdenimmunität erreichen? Bisher sind weltweit rund 7,8 Milliarden Impfdosen verabreicht (Stand 3. 12.) worden. Viele Länder setzen inzwischen auf sogenannte Booster-Impfungen, also Auffrischungen, die etwa ein halbes Jahr nach der zweiten Dosis verabreicht werden. Studien hatten gezeigt, dass der Impfschutz nach einer Weile nachgelassen hatte. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Corona-Impfung finden Sie hier. Welche wirtschaftlichen Folgen hat die Pandemie? Die Corona-Pandemie hat einen Wirtschaftseinbruch ausgelöst, dessen langfristige Folgen mindestens so stark sein dürften wie diejenigen der Finanzkrise von 2007/2008. Sie hat über Monate das Wirtschaftsleben zeitweise fast zum Erliegen gebracht. Zahlreiche Länder wurden in Lockdowns oder Shutdowns geschickt. Unternehmen standen teilweise still, Lieferketten waren unterbrochen. Millionen von Menschen waren arbeitslos. Gesundheitssysteme kamen an den Rand eines Kollapses. Staaten investierten Tausende von Milliarden im Kampf gegen die Krise. Die Pandemie und die Lockdowns haben in den meisten Ländern eine aussergewöhnlich starke Rezession ausgelöst, denn sie drosselten schockartig nicht nur die Angebotsseite der Produktion, sondern sie bremsten auch die Nachfrage durch die Konsumenten massiv. Der Verlauf der Rezession ist immer noch nicht völlig klar. Erst befürchtete man eine U- oder sogar L-Form, also einen länger anhaltenden Stillstand auf einem tiefen Niveau. Aufgrund der überraschend schnellen Erholung im Herbst 2020 hoffte man dann eher auf ein Szenario in V-Form, also einen heftigen, aber kurzen Einbruch. Seit Sommer 2021 zeichnet sich ein Verlauf in W-Form ab, also sich wiederholende rezessive Tendenzen. Unter dem Strich wird die globale Wirtschaftsleistung bis Ende 2021 immer noch mindestens 2 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau liegen. Zudem profitieren längst nicht alle von der Erholung: Vor allem Schwellen- und Entwicklungsländer kämpfen immer noch mit vielen Corona-Neuinfektionen, Hindernissen bei der Impfung und beschränkten staatlichen Hilfen. In zwei Dritteln dieser Länder werden die Pro-Kopf-Einkommensverluste auch bis im kommenden Jahr nicht aufgeholt werden können. In vielen einkommensschwachen Volkswirtschaften hat die Pandemie frühere Erfolge in der Armutsbekämpfung zunichtegemacht. Die Pandemie werde somit Armut und Ungleichheit verstärken, schreibt die Weltbank. Nötig seien deshalb weltweite Impfprogramme und Schuldenerlasse. In der Corona-Krise verändert sich die Wirtschaftslage fast im Wochenrhythmus. Wir zeigen mit neuartigen Daten den Verlauf der Krise. Wo nahm das Virus seinen Anfang? Anfang Januar 2020 teilte die WHO mit, dass eine mysteriöse Lungenerkrankung in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durch ein neuartiges Coronavirus verursacht werde. Die chinesischen Behörden meldeten die Krankheit der WHO erstmals am 31. Dezember 2019. Laut verschiedenen Studien sind die ersten Fälle von Covid-19 in Wuhan Ende November oder Anfang Dezember 2019 aufgetreten. Gleichzeitig gibt es auch Hinweise darauf, dass das neue Coronavirus schon Wochen oder Monate früher in Südchina zirkuliert haben könnte, möglicherweise sogar im August. Der Stammbaum des Virus lässt sich über die Veränderungen in seinem Genom nachvollziehen (Details hier). Die am engsten mit Sars-CoV-2 verwandten Viren sind Fledermausviren, was darauf hindeuten könnte, dass Fledermäuse an der Infektionskette beteiligt sind. Die WHO hält einen tierischen Ursprung für das wahrscheinlichste Szenario. Zum Erklärstück Coronavirus, Covid-19, Sars-CoV-2 – was bedeuten die verschiedenen Bezeichnungen? Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen Sars-CoV-2 («severe acute respiratory syndrome coronavirus 2»). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss. Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegserkrankung wurde Covid-19 («coronavirus disease 2019») genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die den Erreger Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen. Ein ausführliches Glossar mit den zwanzig wichtigsten Begriffen im Zusammenhang mit der Pandemie finden Sie hier. mit Agenturmaterial Service Abonnemente Marktplätze NZZ Welt Das Unternehmen NZZ Zeitungen, Magazine und Portale Werbung Weitere Angebote Kooperations-Angebote

 

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Drei von vier Deutschen begrüßen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

Exklusiv Aus dem Bund-Länder-Treffen zur Pandemie folgten unterschiedliche Vorgaben für Geimpfte und Ungeimpfte. Dass Ungeimpfte ihre Kontakte einschränken müssen, hält eine große Mehrheit für richtig.

 

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Südbahn unter Strom: Bahn feiert Inbetriebnahme

Mehr als 170 Jahre nach der Eröffnung fahren auf der ältesten Bahnstrecke Württembergs Züge bald regelmäßig unter Strom: Mit einem Festakt in Friedrichshafen feiert die Bahn heute die Inbetriebnahme der elektrifizierten Südbahn von Ulm über Friedrichshafen nach Lindau in Bayern zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember. Dann könnten Fahrgäste ohne Umsteigen von Stuttgart an den Bodensee gelangen, teilte die Bahn im Vorfeld mit. Auf Teilen der Strecke könnten die Züge zudem mit Tempo 160 statt bisher 140 fahren. Um die rund 120 Kilometer lange Strecke unter Strom zu setzen, wurden nach Angaben der Bahn rund 4000 Masten aufgebaut und etwa 250 Kilometer Oberleitung verlegt. Zudem musste an 35 Brücken und 38 Bahnübergängen gebaut werden. Die Elektrifizierung der Südbahn hatte im März 2018 begonnen, die Kosten für das Projekt werden auf rund 370 Millionen Euro geschätzt. Ein Großteil des Geldes kommt vom Bund, bis zu 112,5 Millionen Euro kommen nach Angaben des Verkehrsministeriums vom Land Baden-Württemberg. Zur vorgezogenen Feier der Inbetriebnahme werden am Montag unter anderen Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla erwartet.

 

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Landesrechnungshof stellt Jahresbericht vor

Die Finanzlage des Landes Berlin ist das zentrale Thema, mit dem sich der Landesrechnungshof im zweiten Teil seines Jahresberichts beschäftigt. Heute stellt Rechnungshofpräsidentin Karin Klingen die Ergebnisse und ihre Einschätzungen dazu vor. Berlins Finanzlage ist nach Angaben des Landesrechnungshofs seit 2020 maßgeblich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Die Schulden in der Hauptstadt seien Ende 2020 auf ein Rekordniveau von 63,7 Milliarden Euro gestiegen. In seinem Jahresbericht geht der Landesrechnungshof unter anderem auf die Einhaltung der Schuldenbremse in Berlin sowie auf die Verschuldung im Kernhaushalt und bei den Landesunternehmen ein. Vor dem Hintergrund der weiter hohen Corona-Infektionszahlen ist die für die Vorstellung der Ergebnisse vorgesehene Pressekonferenz nur digital geplant. Der Landesrechnungshof begleitet die Finanzpolitik des Senats kritisch. Als Klingen im April den ersten Teil des Jahresberichts vorstellte, warf sie der Berliner Verwaltung unter anderem gravierende Fehler bei der Digitalisierung, aber auch bei Bauprojekten wie dem Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) vor. Ende Juli gab der Landesrechnungshof bekannt, das Corona-Management des Berliner Senats etwa auf mögliche Fälle von Geldverschwendung zu prüfen.

 

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„Halte es für unvorstellbar, dass Nord Stream 2 dann noch ans Netz gehen kann“

F ür den Fall einer militärischen Eskalation an der Grenze zwischen Russland und der Ukraine hat sich der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen gegen eine Inbetriebnahme der Gaspipeline Nord Stream 2 ausgesprochen. „Wenn es wirklich zu einem Krieg käme, halte ich es für unvorstellbar, dass die Pipeline noch ans Netz gehen kann“, sagte der Kandidat für den Parteivorsitz den Zeitungen des „ Redaktionsnetzwerks Deutschland “ („RND“, Montagsausgaben). Er betonte allerdings auch, „dass alles was genehmigt ist, von uns nicht zum Sanktionsgegenstand gemacht werden sollte“. Deutschland habe „sich leider in eine Situation gebracht, in der es inzwischen 50 Prozent seines Erdgases aus Russland bezieht“. Eine militärische Reaktion des Nato-Verteidigungsbündnisses auf einen Einmarsch der russischen Streitkräfte in der Ukraine schloss Röttgen aus. „Die Nato wird keinen Krieg mit (dem russischen Präsidenten Wladimir) Putin führen“, sagte er dem „RND“. Auch Waffenlieferungen Deutschlands an die Ukraine schloss er aus. Das habe die scheidende Bundesregierung so entschieden. „Von der neuen Regierung erwarte ich nichts anderes.“ Er rief die designierte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) auf, die Rolle der EU in der Welt zu stärken. „Ihre dringlichste Aufgabe besteht darin, eine handlungsfähige europäische Außenpolitik herbeizuführen“, sagte er. Angesichts der „europäischen Ohnmacht“ nach dem Abzug der US-Streitkräfte in Afghanistan müsse die EU künftig in der Lage sein, „ihre eigenen vitalen Interessen zu vertreten und notfalls auch robust zu verteidigen“. Angesichts eines massiven Aufmarsches der russischen Streitkräfte an der Grenze zur Ukraine gibt es schon länger Befürchtungen, Russland könnte das Nachbarland angreifen. Moskau weist entsprechende Vorwürfe zurück.

 

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St.-Brown-Touchdown bringt Sieg: Lions beenden Leidenszeit

Keines seiner ersten elf NFL-Spiele hat Amon-Ra St. Brown gewonnen - auch Partie Nummer zwölf sieht nicht gut aus. Doch dann fängt der Deutsch-Amerikaner den letzten Pass und sorgt für Riesenjubel.

 

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Trotz Delle am US-Arbeitsmarkt – die Notenbank dürfte geldpolitisch auf die Bremse treten

Amerikanische Firmen haben im November überraschend wenige Jobs geschaffen – und auch die neue Virusvariante bereitet Sorgen. Doch echte Optimisten lassen sich davon nicht beirren. In den USA gibt es mehr offene Stellen als arbeitslos Gemeldete Vollbremsung? Die amerikanischen Unternehmen haben im November 210 000 neue Stellen geschaffen – und das ist enttäuschend. Denn beim Gang durch die Strassenschluchten von New York begegnet man fast an jeder Ecke einem Jobangebot. Alle Welt ging denn auch davon aus, dass der Stellenzuwachs aufgrund des Feiertags- und Weihnachtsgeschäfts sowie der wachsenden Unterhaltungs- und Reiselust gut doppelt so hoch ausfallen würde. Eben so wie im Durchschnitt der vergangenen Monate. Gleichzeitig ist jedoch die Arbeitslosenquote stärker als erwartet auf 4,2% gesunken. Das scheinbar Widersprüchliche lässt sich dadurch erklären, dass sich der Beschäftigungsbericht des amerikanischen Arbeitsministeriums aus zwei Umfragen zusammensetzt – einer bei den Arbeitgebern und einer bei den privaten Haushalten. Während die einen weniger neue Stellen als erwartet schufen, nutzten im November 1,14 Mio. Personen die zum Teil schon länger bestehenden Stellenofferten und gingen ein neues Arbeitsverhältnis ein, was wiederum die Berechnungsgrundlage für die relative Arbeitslosigkeit veränderte. Das optisch enttäuschende Ergebnis des Arbeitsmarktberichts kommt zu einer ungeschickten Zeit. Denn zum einen sind die notwendigen Informationen schon vor dem verbreiteten Aufkommen der Omikron-Variante des Coronavirus gesammelt worden. Aus diesem Grund fürchten skeptische Marktbeobachter, der Stellenwiederaufbau in der amerikanischen Wirtschaft sei schon vorher ins Stocken geraten und werde nun durch Omikron verstärkt. In ihren Augen ist die Beschäftigungslage in den vergangenen Wochen vor allem im Freizeit- und im Gastgewerbe, aber auch im Einzelhandel von den neuerlichen Virussorgen gebremst worden. Das führe an den verunsicherten Finanzmärkten zur bangen Frage, wie die amerikanische Zentralbank darauf reagieren werde. Der Fed-Präsident Jerome Powell hat die Investoren in den vergangenen Tagen relativ überraschend auf ein schneller als erwartet eintretendes Ende der gewaltigen Geldflut der vergangenen Jahre vorbereitet – und er war damit nicht allein. Wird er nun angesichts einer einzelnen scheinbar enttäuschenden Kennzahl vom Arbeitsmarkt schon wieder seinen Kurs wechseln und zurückrudern? Wohl eher nicht. «Die Details des Arbeitsmarktberichts sind viel besser, als die Überschrift erwarten lässt. Dementsprechend wird das Federal Reserve wahrscheinlich in zwei Wochen beschliessen, die Anleihekäufe schneller zu reduzieren», heisst es zum Beispiel bei der Commerzbank. Nach ihrer Einschätzung und jener anderer Fachleute setzt sich der Aufschwung am amerikanischen Arbeitsmarkt fort. Immerhin seien die Zahlen der Arbeitsmarktstatistik in den vergangenen Monaten regelmässig nach oben revidiert worden, wieso also nicht auch im November? Ausserdem hätten die fest Beschäftigten in den vergangenen Wochen mehr als üblich gearbeitet, was zusammen mit steigenden Löhnen auf eine hohe Auslastung hindeute. Tatsächlich liegt die Arbeitslosenquote mit 4,2% nur noch knapp über dem Niveau von vor der Pandemie, und die Stundenlöhne sind im Jahresvergleich jüngst um durchschnittlich 4,8% gestiegen. Glaubt man Umfragen, wird das Lohnwachstum in nächster Zeit sogar noch anziehen und sich in der Preisentwicklung niederschlagen. Demzufolge rechnen zum Beispiel die Experten von Capital Economics damit, dass die Kerninflation bis Ende nächsten Jahres höher ausfallen wird als bisher vom Fed prognostiziert. Das Auftreten der Omikron-Variante sorge zwar für eine gewisse Nervosität, allerdings werde der Aufschwung kaum gefährdet, da die jüngsten Wellen von Neuinfektionen die amerikanische Volkswirtschaft immer weniger beeinflusst hätten, heisst es weiter. Allerdings sind nicht alle so zuversichtlich. Die Impfquote im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sei weit davon entfernt, die Herdenimmunität zu erreichen, und die Wirksamkeit der Impfstoffe sei mit Blick auf Omikron noch ungeklärt, argumentieren manche Skeptiker. Sie wollen pandemiebedingte Rückschläge für die Konjunktur in den USA keineswegs ausschliessen, da die Covid-Infektionszahlen in jüngerer Zeit selbst ohne Berücksichtigung der Unwägbarkeiten der Omikron-Mutation wieder merklich zugenommen hätten. Der Fed-Präsident Powell jedenfalls erklärte am Dienstag in seiner Rede vor dem Kongress, Omikron könne ein Risiko für den Aufschwung darstellen und den Inflationsdruck verschärfen. «Zunehmende Virusbedenken könnten die Bereitschaft der Menschen verringern, persönlich zu arbeiten, was den Fortschritt auf dem Arbeitsmarkt verlangsamen und Störungen in der Versorgungskette verstärken würde», sagte er. Tatsächlich haben solche Entwicklungen den Aufschwung am amerikanischen Arbeitsmarkt immer wieder gebremst und die Arbeitgeber gezwungen, Arbeitskräfte mit höheren Löhnen, Sonderprämien und früher unüblichen Sozialleistungen anzulocken. Im Extremfall kommt der Schock sogar von aussen: falls China rigoros gegen Omikron vorgeht und zum Beispiel mit der Schliessung von Häfen die Lieferengpässe verschärft. Service Abonnemente Marktplätze NZZ Welt Das Unternehmen NZZ Zeitungen, Magazine und Portale Werbung Weitere Angebote Kooperations-Angebote

 

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Mit wenig Aufwand zur ESG-Bewertung

Die Bewertung der Nachhaltigkeitsanstrengungen der eigenen Firma und ihrer Lieferanten wird heute für die Unternehmen immer wichtiger. Mit CRIF ESG lässt sich beides mit überschaubaren Anstrengungen und reduzierten Kosten bewältigen. Nachhaltigkeit hilft nicht nur der Natur, sondern kann auch einen positiven Einfluss auf die Stabilität einer Firma haben. Dieser Artikel wurde von NZZ Content Creation im Auftrag von CRIF erstellt. CRIF trägt die redaktionelle Verantwortung für diesen Inhalt. Hier geht es zu den NZZ-Richtlinien für Native Advertising. Nachhaltigkeit wird für Unternehmen immer mehr zur Pflicht – und zwar nicht nur aus Reputationsgründen. Denn einerseits fordern inzwischen die unterschiedlichsten Anspruchsgruppen – seien dies Kunden, die breite Öffentlichkeit genauso wie Lieferanten oder Geldgeber –, dass eine Firma ihren Tätigkeiten unter Berücksichtigung von ESG-Kriterien nachgeht. ESG steht dabei für «Environment», «Social» und «Governance» und umfasst die von der UNO 2005 als Grundsätze für verantwortungsvolle Investitionen festgelegten Vorgaben. Andererseits hat sich beispielsweise während der Corona-Pandemie gezeigt, dass nachhaltiges Wirtschaften auch einen direkten und positiven Einfluss auf die Stabilität einer Organisation haben kann. Um die eigenen Nachhaltigkeitsanstrengungen und -erfolge zu messen, zu bewerten und auch gegenüber den Anspruchsgruppen transparent aufzuzeigen, führen viele Betriebe mittlerweile ESG-Evaluationen durch, die in einem ESG-Ranking resultieren. Schon heute bieten mehrere Ratingagenturen entsprechende Prüfungen an. Sie sind in der Regel jedoch mit einem hohen administrativen Aufwand verbunden und richten sich häufig an grosse, vielfach börsenkotierte Unternehmen. Die hohen Hürden der Zertifizierung hat bisher zahlreiche Firmen abgeschreckt, sich einer solchen Prüfung zu unterziehen. Einfache ESG-Plattform für die Schweiz Mit CRIF ESG hat die Wirtschaftsauskunftei CRIF jüngst eine einfache Plattform für die Evaluation von Firmen nach ESG-Kriterien in der Schweiz lanciert. Das in Italien bereits bewährte Tool ermöglicht den Unternehmen diese Prüfung mit einem überschaubaren administrativen Aufwand. Neben dem unabhängigen ESG-Nachweis bietet die Plattform insbesondere für Firmen erhebliche Erleichterungen, welche die ESG-Prozesse ihrer Lieferketten verwalten müssen, um operative Risiken zu verringern. Die Funktionsweise der cloudbasierten Lösung ist simpel und schnell zu bewerkstelligen. Für das Zusammenstellen der Dokumente und die Eingabe der Daten düfte ein halber Tag ausreichen. Das reine Ausfüllen ist prompt erledigt: Nach der Registrierung füllt das Unternehmen einen standardisierten Fragebogen aus, ergänzt seine Lieferanten und lädt diese ein, ebenfalls einen Onlinefragebogen zu beantworten. Der Fragenkatalog umfasst allgemeine und branchenspezifische Punkte und ist in die vier Hauptbereiche Business, Environmental, Social und Governance unterteilt. Am Ende erhalten die Betriebe eine Übersicht über ihren eigenen ESG-Status und jenen der Lieferanten. Tool fördert Transparenz zwischen Unternehmen Die Lösung von CRIF bietet den Firmen eine einfache Art, um sich nach ESG-Kriterien zu bewerten und diese Information weiteren Parteien zugänglich zu machen. «Das Tool fördert die Transparenz zwischen den Unternehmen und steigert zudem die Attraktivität für neue Kunden, Kreditinstitute und Investoren», sagt CRIF-Sprecherin Heidi Hug. Die Ergebnisse sind über die CRIF-ESG-Plattform allen Mitwirkenden zugänglich. Darüber hinaus lässt sich das ESG-Zertifikat auch für externe Geschäftspartner zur Einsicht freischalten. CRIF ESG ist eine einfache Art, um Firmen nach ESG-Kriterien zu bewerten. Dank der hohen Standardisierung ist es weiter möglich, den Online-Fragebogen in der eigenen Sprache auszufüllen und diesen den Interessenten wiederum in ihrer Sprache zugänglich zu machen. Dabei wird jeder Fragebogen, der von einem Lieferanten ausgefüllt worden ist, im System gespeichert, so dass auch andere Kunden auf dessen Angaben zugreifen können. Damit kann die eigene Lieferkette rasch und sehr effizient bewertet werden, ohne dass der administrative Aufwand dadurch zunimmt. Die Nutzung der Plattform ist im ersten Jahr kostenlos. Bewährte ESG-Ratingplattform Doch wie glaubwürdig ist ein solches ESG-Rating, wenn die Unternehmen ihre Daten selbst eingeben und dafür nur ein geringer zeitlicher und administrativer Aufwand nötig ist? Laut CRIF-Sprecherin Heidi Hug basieren die Informationen – wie bei anderen Ratings auch – grundsätzlich auf den Angaben der Unternehmen und somit auf Vertrauen. Gänzlich auf eine Kontrolle will die Auskunftei allerdings nicht verzichten. «Wir vergleichen die Daten mit den Informationen von Unternehmen aus denselben Branchen», erklärt sie den Prozess. Würden sich grosse Abweichungen ergeben, gehe man diesen auf den Grund. «Am Ende sind aber die Firmen für ihre Angaben verantwortlich und auch selbst haftbar», so Hug. Bereits setzen zahlreiche Firmen auf CRIF ESG Die ESG-Plattform hat sich in Italien, wo die global agierende Wirtschaftsauskunftei-Gruppe CRIF ihren Hauptsitz hat, bereits bewährt. Zu den Nutzern des Tools gehören namhafte Unternehmen aus der Telekommunikation und der Modebranche. Mit dem Schritt in die Schweiz und den deutschsprachigen Raum wagt das Unternehmen nun einen ersten Expansionsschritt mit der ESG-Plattform, dem in den kommenden Monaten noch weitere folgen sollen. Kein unbekannter Anbieter Hierzulande ist CRIF übrigens kein Unbekannter: Bereits 2011 hat das Unternehmen die Geschäfte von Deltavista und Teledata in der Schweiz und in Österreich gekauft und sich damit im Bereich der Kredit- und Wirtschaftsinformationen und des Risikomanagements einen Namen gemacht. Mittlerweile bietet die Firma hierzulande Lösungen an für die Identifikation, Bonitätsprüfung und Betrugsprävention, für Kreditrisiko- und Adressmanagement sowie zu Digital­isierung und Predictive Analytics für Unternehmen und Finanzinstitute. Die ESG-Plattform ist somit die natürliche Erweiterung von Bonitätsprüfung und Geldwäschereiprüfung. Service Abonnemente Marktplätze NZZ Welt Das Unternehmen NZZ Zeitungen, Magazine und Portale Werbung Weitere Angebote Kooperations-Angebote

 

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Sipri: Umsätze von Waffenproduzenten weltweit trotz Corona-Pandemie gestiegen

Die weltweit führenden Rüstungsfirmen haben trotz der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr ihre Umsätze gesteigert. Die 100 größten Hersteller setzten insgesamt 531 Milliarden US-Dollar (470 Milliarden Euro) um - ein Plus von 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri am Montag bekanntgab. Mit Abstand führend sind US-Unternehmen, dahinter folgen Rüstungsfirmen aus China. Die Umsätze der vier deutschen Hersteller in der Liste erhöhten sich laut Sipri auf 8,9 Milliarden Dollar, ihr Anteil am Gesamtumsatz der 100 größten Rüstungsunternehmen lag bei 1,7 Prozent. Trotz schrumpfender Weltwirtschaft und Lieferkettenengpässen seien die Branchenriesen "weitgehend durch die anhaltende staatliche Nachfrage nach militärischen Gütern und Dienstleistungen geschützt", sagt Alexandra Marksteiner, Sipri-Expertin für Rüstungsproduktion. "Einige Regierungen haben sogar ihre Zahlungen an die Rüstungsindustrie erhöht, um die Auswirkungen der Covid-19-Krise abzumildern." US-Unternehmen dominieren auch 2020 die Sipri-Rangliste. Die Umsätze durch Waffenverkäufe der 41 in der Liste geführten US-Firmen beliefen sich zusammen auf 285 Milliarden US-Dollar - ein Anstieg um 1,9 Prozent im Vergleich zu 2019. Auf die US-Rüstungsproduzenten entfielen 54 Prozent der gesamten Waffenverkäufe der Top 100. Um weiterhin führend zu bleiben, setzt der US-Rüstungsmarkt dem Bericht zufolge auf Fusionen und Übernahmen. Die Unternehmen erweiterten demnach auch ihr Portfolio. "Dieser Trend ist besonders ausgeprägt im Raumfahrtsektor", sagte die Sipri-Expertin Marksteiner. Chinesische Firmen entwickeln sich derweil zu einigen der "fortschrittlichsten Militärtechnologieproduzenten der Welt", wie Nan Tian, leitender Wissenschaftler bei Sipri, sagte. Auf die fünf chinesischen Rüstungsfirmen in der Rangliste entfielen 13 Prozent des Gesamt-Umsatzes. Damit befindet sich China zwar weit hinter den USA, aber noch vor Großbritannien, das auf Platz drei liegt. Chinesische Firmen verkauften laut Sipri Rüstungsgüter im Wert von schätzungsweise 66,8 Milliarden Dollar - 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die chinesischen Hersteller hätten in den vergangenen Jahren von den militärischen Modernisierungsprogrammen des Landes sowie der Verschmelzung von militärischen und zivilen Projekten profitiert, sagte Nan Tian. Die europäischen Hersteller haben hingegen einen durchwachsene Bilanz im ersten Corona-Jahr vorzuweisen. Auf die 26 europäischen Rüstungsunternehmen entfielen zusammen 21 Prozent der gesamten Waffenverkäufe (109 Milliarden Dollar). Der Umsatz des britischen Konzerns BAE Systems - des einzigen europäischen Unternehmens unter den Top 10 - stieg laut dem Bericht um 6,6 Prozent auf 24 Milliarden Dollar. Hingegen brach der Umsatz der französischen Unternehmen um 7,7 Prozent ein. Die vier deutschen Unternehmen in der Sipri-Liste der 100 größten Rüstungsfirmen generierten ein Umsatzplus von 1,3 Prozent, wobei der größte deutsche Waffenhersteller Rheinmetall einen Anstieg von 5,2 Prozent verzeichnete. Der Schiffbauer ThyssenKrupp hingegen meldete einen Rückgang von 3,7 Prozent. Russlands größte Rüstungshersteller sahen sich das dritte Jahr in Folge mit einem Umsatzrückgang konfrontiert. Die Verkaufsbilanzen der neun in der Rangliste geführten Firmen sanken laut Sipri um 6,5 Prozent auf 26,4 Milliarden US-Dollar. Der Rückgang fiel laut Sipri mit pandemiebedingten Lieferverzögerungen und dem Ende des staatlichen Rüstungsprogramms zusammen. Insgesamt beliefen sich die Waffenverkäufe der Unternehmen in den Top 100 mit Sitz außerhalb der USA, Chinas, Russland und Europa auf 43,1 Milliarden Dollar - ein Anstieg von 3,4 Prozent im Vergleich mit 2019. Dies entsprach 8,1 Prozent des Gesamtumsatzes der 100 größten Hersteller.

 

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Created at 2021-12-06 06:01