Announcement

DC5n Deutschland mix in german 41 articles, created at 2021-07-01 06:01
(4.12/5)  1  World-Wide-Web-Quellcode wird für 5,4 Millionen Dollar versteiger

Es handelt sich um die Originaldateien des Erfinders des WWW, Sir Tim Berners-Lee, der damals bei der Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) in Genf arbeitete. 2021-07-01 01:06 2KB www.nzz.ch

(3.09/5)  2  China feiert 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei

China hat am Donnerstag den 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei gefeiert. Staatschef Xi Jinping … 2021-07-01 03:16 1KB www.stern.de

(3.05/5)  3  Kanada: Fast 50 Grad! Rekordhitze fordert mehr als Hunderte Todesopfer

Der Westen Kanadas kämpft derzeit mit einer extremen Hitzewelle. Das Thermometer erreichte die höchsten Werte in der Geschichte des Landes. Zahlreichen älteren Menschen wird das zum tödlichen Verhängnis. 2021-07-01 02:50 3KB www.t-online.de

(2.04/5)  4  Slowenien übernimmt EU-Ratspräsidentschaft

Der slowenische Ministerpräsident Janez Jansa ist einer der umstrittensten Regierungschefs in der Europäischen Union. Jetzt übernimmt sein Land den EU-Ratsvorsitz. Politische … 2021-07-01 03:13 1KB www.augsburger-allgemeine.de

(2.04/5)  5  Klimaforscher: Zahl der Hitzewellen nimmt stark zu

Experten sind sich einig, dass bis 2030 weltweit viel mehr passieren muss, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Schon jetzt mehren sich Extremwetterereignisse … 2021-07-01 01:45 1KB www.augsburger-allgemeine.de

(1.05/5)  6  Curevac: Corona-Impfstoffkandidat erreicht Wirksamkeit von 48%

Die enttäuschenden Daten zur Wirksamkeit des Covid-19-Impfstoffkandidaten von Curevac haben sich in der Endauswertung nicht wesentlich verbessert. Das deutsche Unternehmen spricht jedoch von einer höheren Schutzwirkung für 18- bis 60-Jährige. 2021-07-01 02:00 4KB www.nzz.ch

(1.01/5)  7  Neuer Preis für nicht-englischsprachige Filme

Pläne für eine weltweite Ehrung von internationalen Produktionen gibt es bereits seit mehreren Jahren. Ab 2022 sollen nun die "World Movie Awards" verliehen werden. … 2021-07-01 02:29 962Bytes www.augsburger-allgemeine.de

(1.01/5)  8  Corona-News| Mit diesen Impfstoffen plant Spahn für 2022

Der Bundesgesundheitsminister plant einem Bericht zufolge mit mehr als 200 Millionen Impfstoffdosen für das kommende Jahr. Die Menge verteilt sich demnach auf mehrere Hersteller. Alle Infos im Newsblog. 2021-07-01 02:13 69KB www.t-online.de

(1.01/5)  9  "Ungewollter dreijähriger Urlaub": Bill Cosby ist frei

Bill Cosbys mutmaßliche sexuellen Vergehen wurden vor Gericht gut belegt - und führten schließlich zu seiner Verurteilung. Doch nun kippt eine Formalie sein Urteil und bringt … 2021-07-01 02:13 1KB www.augsburger-allgemeine.de

(1.01/5)  10  Delta sorgt für mindestens Hälfte der Neuinfektionen

Die Hoffnung auf einen unbeschwerten Sommer sehen einige Fachleute schon durch die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus getrübt: Die Mutante legt auch in Deutschland zu. … 2021-07-01 00:33 1KB www.augsburger-allgemeine.de

(1.01/5)  11  18 Tote nach Hauseinsturz - darunter zwei Kinder

Die verzweifelte Suche nach Verschütteten nach dem Einsturz eines großen Wohnhauses in der Kleinstadt Surfside nahe Miami läuft weiter. Vorerst gibt es weiterhin nur traurige Funde. … 2021-07-01 00:08 1KB www.augsburger-allgemeine.de

 12  "Totale Bereicherung": Zehn Jahre Bundesfreiwilligendienst

Seit dem 1. 2021-07-01 03:13 6KB www.t-online.de

 13  Erneut 182 Kindergräber in Kanada gefunden

In Kanada nimmt die Wut auf die katholische Kirche immer weiter zu: Erneut werden in der Nähe eines Internats für indigene Kinder zahlreiche Gräber entdeckt. Zwei ähnliche Funde hatten das Land schon vor Monaten erschüttert. 2021-07-01 03:12 4KB www.n-tv.de

 14  Betrug mit Luxusautos im Internet: 860.000 Euro Schaden

Weil sie in großem Stil teure Autos im Internet zum Kauf angeboten und Anzahlungen kassiert haben sollen, stehen von diesem Donnerstag (11.00 Uhr) an zwei 2021-07-01 03:11 1KB www.t-online.de

 15  Lockerung von Corona-Restriktionen in Österreich und anderen Urlaubsländern

In mehreren Urlaubsländern werden ab Donnerstag Corona-Restriktionen gelockert. In Österreich dürfen nach Cafés und Restaurants auch Diskotheken und Clubs wieder öffnen. Voraussetzung … 2021-07-01 03:07 1KB www.stern.de

 16  Spielvorhersage - Forscher versuchen sich als EM-Orakel: Durchwachsener Erfolg

Wer wüsste nicht schon gern im Vorfeld, wer Europameister wird. 2021-07-01 02:42 4KB www.t-online.de

 17  Hauseinstutz in Florida: Zwei Kinderleichen in den Trümmern gefunden

Nach dem Teileinsturz eines zwölfstöckigen Wohnhauses im US-Bundesstaat Florida ist die Zahl der geborgenen Todesopfer erneut gestiegen. Mehr als 140 Menschen gelten noch als vermisst. 2021-07-01 02:39 2KB www.t-online.de

 18  Lesen Sie zeit.de mit Werbung oder im PUR-Abo. Sie haben die Wahl.

Visit zeit.de as usual with ads and tracking. Details about how we use tracking can be found in our Privacy Policy and in the Privacy Center . … 2021-07-01 02:10 883Bytes www.zeit.de

 19  "Der Club der toten Dichter" zur Festspiel-Eröffnung

Träume, Visionen, freies Denken - um diese Themen geht es bei den 70. Bad Hersfelder Festspielen, die am Donnerstag (20.30 Uhr) eröffnet werden. Zum Auftakt 2021-07-01 02:10 1KB www.t-online.de

 20  Entscheidung im Prozess um ein Champagner-Sorbet

Das Oberlandesgericht (OLG) München will am Donnerstag eine Entscheidung im Rechtsstreit um ein Champagner-Sorbet verkünden. Das Gericht muss die Frage klären, 2021-07-01 01:57 1KB www.t-online.de

 21  BGH urteilt über Millionen-Einziehung bei Waffenhersteller

Der Bundesgerichtshof entscheidet heute Nachmittag (14.00 Uhr) über eine gerichtlich angeordnete Einziehung von 11,1 Millionen Euro bei drei Gesellschaften des 2021-07-01 01:45 1KB www.t-online.de

 22  Die arabische Anerkennungswelle für Israel hat auch mit Rumsfeld zu tun

Der ehemalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Republikaner war zweimal Pentagon-Chef. Seine Karriere war geprägt von Höhen und Tiefen. Einmal wollte er zurücktreten. 2021-07-01 01:44 10KB www.welt.de

 23  Donald Rumsfeld: Der ehemalige US-Verteidigungsminister ist tot

Er war arrogant, wortgewandt und im bürokratischen Kleinkrieg geübt: Donald Rumsfeld diente zwei republikanischen Präsidenten als Verteidigungsminister und ging als Chefplaner des Militäreinsatzes im Irak in die Geschichtsbücher ein. Am Mittwoch ist er im Alter von 88 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben. 2021-07-01 01:44 7KB www.nzz.ch

 24  49-Jährige wegen missglückter Kosmetikbehandlung vor Gericht

Wegen einer misslungenen Kosmetikbehandlung muss sich heute (13.30 Uhr) eine 49-Jährige vor dem Amtsgericht Hamburg-Wandsbek verantworten. Als Leiterin einer 2021-07-01 01:43 1KB www.t-online.de

 25  41-Jähriger soll Online-Bekanntschaft aus Habgier ermordet haben

Mord aus Habgier wirft die Staatsanwaltschaft einem 41-Jährigen vor, der sich ab Donnerstag vor dem Hanauer Landgericht verantworten muss. Der Angeklagte soll 2021-07-01 01:33 1KB www.t-online.de

 26  Zwei Ranger sollen künftig im Kreis Osnabrück unterwegs sein

Die beiden ersten hauptamtlichen Ranger im Osnabrücker Land sollen heute (11 Uhr) in der Gemeinde Hasbergen vorgestellt werden. Wie der Landkreis mitteilte, 2021-07-01 01:31 1KB www.t-online.de

 27  Landesverwaltung steckt Rahmenbedingungen für Homeoffice ab

Für die Beschäftigten der niedersächsischen Landesverwaltung greifen nach dem Ende der coronabedingten Homeoffice-Pflicht künftig erweiterte Möglichkeiten zum 2021-07-01 01:31 1KB www.t-online.de

 28  Gespräche in schwieriger Tarifrunde sollen weitergehen

In der schwierigen Tarifrunde des Einzelhandels mit bereits mehreren Warnstreiks wollen Gewerkschaft und Arbeitgeber ihre Gespräche für Niedersachsen und 2021-07-01 01:28 1KB www.t-online.de

 29  Sicherungsverfahren nach zwei Toten in Klinik

Nach dem Tod von zwei Menschen in der Psychiatrischen Klinik Lüneburg beginnt am heutigen Tag (13.30 Uhr) vor dem Landgericht das Sicherungsverfahren gegen den 2021-07-01 01:22 1KB www.t-online.de

 30  Tagesanbruch: Der grüne Traum vom Kanzleramt zerbröselt

Annalena Baerbock verstolpert die Kanzlerkandidatur | Steinmeier in Jerusalem. 2021-07-01 01:12 6KB www.t-online.de

 31  BGH klärt: Geldstrafen gegen Fußballclubs bei Fankarawallen

Wegen Bengalos und anderer Pyrotechnik im Fanblock müssen Fußballvereine regelmäßig hohe Strafen zahlen - aber jetzt stellt Regionalligist FC Carl Zeiss Jena 2021-07-01 01:12 1KB www.t-online.de

 32  Kassenarzt-Chef wirft Politik Panikmache vor

Wer die Sorgen der Politik vor dem Delta-Herbst verfolgt, könnte sich ins Jahr 2020 zurückversetzt fühlen. Kassenärzte-Chef Gassen sieht darin Panikmache, Irrationalität und Inzidenzgläubigkeit. Angesichts des Impffortschritts fordert er, Quarantäne-Regeln für geimpfte Portugal-Reisende sofort aufzuheben. 2021-07-01 01:12 3KB www.n-tv.de

 33  Minister Klose präsentiert Ergebnisse von "Safe-Kids-Studie"

Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) stellt am Donnerstag (10.30 Uhr) die Ergebnisse weiterer Corona-Studien zu hessischen Kitas vor. Bei den 2021-07-01 01:10 1KB www.t-online.de

 34  "Ziele müssen auch erreichbar sein"

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat in den tagesthemen klar gemacht, dass aus dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr Lehren für andere Missionen gezogen werden müssen. Zudem sagte sie Kabul nach dem Truppenabzug weitere Unterstützung zu. 2021-07-01 01:03 2KB www.tagesschau.de

 35  Filmfest München startet mit Söder und "Kaiserschmarrndrama"

In München dreht sich in den kommenden Tagen wieder alles um Kino und Film. Am Donnerstag (19.30 Uhr) wird das Filmfest München mit der Krimikomödie 2021-07-01 00:57 1KB www.t-online.de

 36  Experten untersuchen Schieferölmeiler der Nazis

Experten des Landesdenkmalamtes wollen am Donnerstag (14 Uhr) in Balingen im Zollernalbkreis Proben aus einem früheren Schieferölmeiler der Nazis entnehmen. 2021-07-01 00:51 2KB www.t-online.de

 37  Landtag beschäftigt sich mit Musikschulen und Kita-Gebühren

Die Finanzierung der Thüringer Musikschulen soll auf eine verlässlichere Basis gestellt werden. Das sieht ein Gesetzentwurf der CDU-Fraktion vor, mit dem sich 2021-07-01 00:47 1KB www.t-online.de

 38  Insolvenzverfahren für Nobiskrug Werft soll eröffnet werden

Das Insolvenzverfahren für die Rendsburger Nobiskrug Werft wird mit großer Wahrscheinlichkeit heute eröffnet. Der vorläufige Insolvenzverwalter Hendrik 2021-07-01 00:41 1KB www.t-online.de

 39  Coronavirus-Blog: Anteil der Delta-Variante wächst exponentiell

Der Anteil der Mutante hat sich bei den Neuinfektionen die vierte Woche in Folge verdoppelt. Die Tendenz hält wohl an. Corona-News von Mittwoch im Blog. 2021-06-30 23:17 20KB www.ndr.de

 40  War die Bundesnotbremse überhaupt nötig?

Die Notbremse ist ausgelaufen. Sollte sich eine neue Welle andeuten, könnte die Debatte über die Regelungen schnell zurückkehren. Ein Kommentar. 2021-06-30 23:02 4KB www.tagesspiegel.de

 41  „Es besteht nun einmal das Risiko, sich noch während der Rückreise zu infizieren“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fordert strenge Corona-Regeln für Urlaubsrückkehrer – sonst fehlten bei Hunderttausenden Informationen, wo sie mit wem Kontakt hatten. Auch attackiert er Europas Fußball-Verband für dessen laxen Umgang mit der Pandemie. 2021-06-30 23:01 10KB www.welt.de

Articles

DC5n Deutschland mix in german 41 articles, created at 2021-07-01 06:01

 

 1 /41 

World-Wide-Web-Quellcode wird für 5,4 Millionen Dollar versteiger (4.12/5)

Es handelt sich um die Originaldateien des Erfinders des WWW, Sir Tim Berners-Lee, der damals bei der Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) in Genf arbeitete. Der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee, hält 2019 eine Rede zum 30. Jahrestag seiner Erfindung beim Cern-Forschungszentrum in Genf. Das amerikanische Auktionshaus Sotheby's hat den Quellcode für das World Wide Web für 5,4 Millionen Dollar versteigert. Das teilte Sotheby's am Mittwoch mit. Es blieb aber zunächst unklar, wer das erste digitale Artefakt, das jemals von Sotheby's angeboten wurde, erstand. Bei dem Stück handelte es sich um die Originaldateien von Sir Tim Berners-Lee von 1989 mit entsprechendem Zeitstempel und Unterschrift. Der Informatiker hatte am 12. März 1989 seinen Vorschlag für ein System für Informationsmanagement vorgelegt, aus dem das World Wide Web hervorging. Er arbeitete damals bei der Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) in Genf. Heute gilt er als Erfinder des WWW. Sotheby's versteigerte den Quellcode als sogenanntes NFT (non-fungible token). Das ist eine Art digitales Echtheitszertifikat: Es kann zwar beliebig viele identische Kopien des Gegenstands geben, aber nur diese eine kann als das Original gelten. NFT erleben gerade einen Boom: So wurde vor kurzem eine damit verknüpfte Kopie einer Collage des Digitalkünstlers Beeple für gut 69,3 Millionen Dollar versteigert.
World Wide Web: 5,4 Millionen Dollar bei Versteigerung von WWW-Quellcode
t-online.de
Es sind „nur“ digitale Zahlen und Buchstaben „World Wide Web“-Ursprung für 5,4 Mio. Dollar versteigert
bild.de
5,4 Millionen Dollar bei Versteigerung von WWW-Quellcode
stern.de
5,4 Millionen Dollar bei Versteigerung von WWW-Quellcode
augsburger-allgemeine.de

 

 2 /41 

China feiert 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei (3.09/5)

China hat am Donnerstag den 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei gefeiert. Staatschef Xi Jinping zeichnete bei einer Zeremonie auf dem Pekinger Tiananmen-Platz den "unumkehrbaren" Aufstieg Chinas zur Weltmacht nach. Vor dem riesigen Porträt von Partei- und Staatsgründer Mao Tse-tung sagte Xi, die Partei habe Millionen von Menschen aus der Armut geholt und auch viel zur globalen Entwicklung beigetragen. Die Zeit, China zu schikanieren, sei "für immer vorbei". An der pompösen Zeremonie nahmen tausende Sänger teil, die patriotische Lieder sangen. Kampfflugzeuge flogen in Formation über den Tiananmen-Platz, Helikopter bildeten am Himmel die Zahl 100. Dicht gedrängt und ohne Corona-Schutzmasken saßen Zuschauer auf dem Platz, junge Parteimitglieder legten gemeinsam ihr Treuegelöbnis ab. Die Kommunistische Partei Chinas war im Sommer 1921 von Mao und einer kleinen Gruppe von Mitstreitern in Shanghai gegründet worden. Heute hat sie rund 95 Millionen Mitglieder.
Xi Jinping unterstreicht Führungsrolle der KP Chinas
augsburger-allgemeine.de
Kommunistische Partei: Xi Jinping unterstreicht Führungsrolle der KP Chinas
t-online.de
Xi Jinping unterstreicht die absolute Führungsrolle der KP Chinas
nzz.ch

 

 3 /41 

Kanada: Fast 50 Grad! Rekordhitze fordert mehr als Hunderte Todesopfer (3.05/5)

Der Westen Kanadas kämpft derzeit mit einer extremen Hitzewelle. Das Thermometer erreichte die höchsten Werte in der Geschichte des Landes. Zahlreichen älteren Menschen wird das zum tödlichen Verhängnis. Die anhaltende Hitzewelle im Westen Kanadas hat nach Angaben der Behörden zu Hunderten Todesfällen beigetragen. Von Freitag bis Mittwoch seien in der Provinz British Columbia 486 plötzliche und unerwartete Todesfälle gemeldet worden, teilte die Gerichtsmedizin der Westküsten-Provinz am Mittwochnachmittag (Ortszeit) mit. Diese Zahl werde vermutlich noch steigen. Sie liege 195 Prozent über dem üblichen Durchschnitt eines vergleichbaren Zeitraums. Die Behörde geht davon aus, dass der starke Anstieg mit der extremen Hitze zusammenhängt. 49,6 Grad Celsius zeigte das Thermometer am Dienstag in Lytton (Provinz British Columbia) an, wie die örtliche Wetterbehörde auf Twitter mitteilte. Das sei ein "Allzeit-Temperaturrekord". Die Werte seien allerdings vorläufig und könnten noch aktualisiert werden, hieß es weiter. In der betroffenen Region wurden klimatisierte Zentren eingerichtet, in denen Menschen Zuflucht vor der Hitze finden können. Die Gerichtsmedizinerin Lisa Lapointe rief dazu auf, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und gefährdeten Personen zu helfen. Allein in der Stadt Burnaby östlich von Vancouver seien in einem Zeitraum von 24 Stunden mehr als 25 Menschen plötzlich gestorben, teilte die Royal Canadian Mounted Police am Dienstag mit. Unter den Toten seien viele ältere Menschen gewesen. Die Polizei rief die Bevölkerung auf, besonders auf Risikogruppen zu achten. "Es ist unbedingt erforderlich, dass wir uns bei dieser extremen Hitze umeinander kümmern", sagte Polizeisprecher Mike Kalanj. In der Westküstenmetropole Vancouver wurden mehrere klimatisierte Zentren eingerichtet, wo Menschen Zuflucht vor der Hitze finden können. Auch in Griechenland hält die Hitzewelle seit zehn Tagen an. Am Donnerstag könnte sie einen neuen Höhepunkt mit Temperaturen bis zu 44 Grad erreichen. Vielerorts zeigten in den vergangenen Tagen die Thermometer bereits Werte um die 40 Grad an. Betroffen sind vor allem Regionen der Halbinsel Peloponnes im Süden des Landes, wie das griechische Wetteramt am Mittwoch mitteilte. Eine Hitzewelle sucht auch die Mittelmeerinsel Zypern heim. Auch dort lagen die Temperaturen nach Angaben des Wetteramts seit Tagen um die 40 Grad. Auch nachts herrschen hohe Temperaturen um die 30 Grad. Dies sei sehr gefährlich, weil der Körper sich nicht von der Hitze des Tages erholen könne, wurden Ärzte wiederholt in griechischen Medien zitiert. Mediziner und Meteorologen warnten vor unnötiger Bewegung und Arbeit im Freien. Dies gelte besonders für ältere Menschen und Kinder. Zudem sollen die Menschen weite und helle Baumwollkleidung tragen, viel Wasser trinken und keinen Alkohol oder zuckerhaltige Getränke.
Rekordhitze in Kanada fordert Todesopfer
nzz.ch
Hunderte Tote durch Rekord-Hitze in Kanada
bild.de
Extreme Hitze in Kanada: Hunderte Tote bei fast 50 Grad
augsburger-allgemeine.de

 

 4 /41 

Slowenien übernimmt EU-Ratspräsidentschaft (2.04/5)

Der slowenische Ministerpräsident Janez Jansa ist einer der umstrittensten Regierungschefs in der Europäischen Union. Jetzt übernimmt sein Land den EU-Ratsvorsitz. Politische Gegner sind besorgt.
Europäische Union: Slowenien übernimmt EU-Ratspräsidentschaft
t-online.de
Slowenien übernimmt EU-Ratsvorsitz von Portugal
stern.de

 

 5 /41 

Klimaforscher: Zahl der Hitzewellen nimmt stark zu (2.04/5)

Experten sind sich einig, dass bis 2030 weltweit viel mehr passieren muss, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Schon jetzt mehren sich Extremwetterereignisse wie Hitzewellen.
Klimaforscher: Zahl der Hitzewellen nimmt stark zu
stern.de
Klimawandel - Klimaforscher: Zahl der Hitzewellen nimmt stark zu
t-online.de

 

 6 /41 

Curevac: Corona-Impfstoffkandidat erreicht Wirksamkeit von 48% (1.05/5)

Die enttäuschenden Daten zur Wirksamkeit des Covid-19-Impfstoffkandidaten von Curevac haben sich in der Endauswertung nicht wesentlich verbessert. Das deutsche Unternehmen spricht jedoch von einer höheren Schutzwirkung für 18- bis 60-Jährige. Ein freiwilliger Proband erhält im Rahmen der Curevac-Studie eine Impfstoff- oder Placebo-Dosis. Der Corona-Impfstoffkandidat des Tübinger Unternehmens Curevac zeigt in der finalen Analyse der zulassungsrelevanten Studie insgesamt eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung jeglichen Schweregrads und in allen Altersgruppen über 15 Virusvarianten hinweg. Dies teilte Curevac am späten Mittwochabend nach Börsenschluss in den USA mit. Hinter der Konkurrenz Damit hat sich das Endergebnis gegenüber dem vor zwei Wochen veröffentlichten Zwischenergebnis nur unwesentlich verbessert. Damals meldete Curevac eine vorläufige Wirksamkeit seines Impfstoffkandiaten namens CVnCoV von 47 Prozent. Dieser Wert liegt deutlich unter den Daten für die Vakzine der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna, die sich bereits auf dem Markt befinden und wie jenes von Curevac auf der Basis von Messenger Ribonukleinsäure (mRNA) beruhen. Allerdings meldet Curevac nun eine «signifikante Wirksamkeit» von CVnCoV bei Teilnehmern zwischen 18 und 60 Jahren über 15 Virusvarianten hinweg: In dieser Altersgruppe zeigt CVnCoV laut den Firmenangaben eine Wirksamkeit von 53 Prozent gegen eine Erkrankung jeglichen Schweregrades und von 77 Prozent gegen moderaten und schweren Krankheitsverlauf sowie einen vollständigen Schutz vor Krankenhausaufenthalt oder Tod. Bei Teilnehmern über 60 Jahren ermöglichten die vorhandenen Daten keine eindeutige Bestimmung der Wirksamkeit. «Wertvoller Beitrag» Anscheinend hat Curevac die Hoffnung auf eine zumindest begrenzte Zulassung noch nicht aufgegeben. Das Unternehmen teilte mit, es stehe in laufendem Austausch mit der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA für die Fortsetzung des Zulassungsverfahrens. «In dieser finalen Analyse hat sich gezeigt, dass CVnCoV einen wertvollen Beitrag für die öffentliche Gesundheit leisten kann, wenn Studienteilnehmer zwischen 18 und 60 Jahren vollständig vor einem Krankenhausaufenthalt oder Tod sowie mit einer Wirksamkeit von 77 Prozent vor einem moderaten und schweren Krankheitsverlauf geschützt werden. Wir glauben, dass dieses Wirksamkeitsprofil einen wichtigen Beitrag darstellt, um die COVID-19-Pandemie zu bewältigen und mit der dynamischen Verbreitung der Virusvarianten umzugehen», wird Franz-Werner Haas, der Vorstandsvorsitzende von Curevac, in der Pressemitteilung zitiert.40 000 Probanden In der finalen Analyse wurden 228 bestätigte Covid-19-Fälle untersucht, davon 83 in der Impfstoffgruppe und 145 in der Placebo-Gruppe. Insgesamt nahmen 40 000 Probanden in zehn Ländern in Lateinamerika und Europa an der Studie teil. Die Veröffentlichung der erwähnten Zwischenergebnisse hatte vor zwei Wochen zu einer herben Enttäuschung bei Gesundheitspolitikern, aber auch bei Anlegern geführt. An der New Yorker Technologiebörse Nasdaq, an der Curevac seit letztem Sommer kotiert ist, brach der Aktienkurs nach dieser Ankündigung um über 40 Prozent ein. Grösster Aktionär von Curevac ist der SAP-Mitgründer Dietmar Hopp, der schon vor Jahren in das biopharmazeutische Unternehmen investiert hat; auch der deutsche Staat hält seit 2020 eine Minderheitsbeteiligung. Über CVnCoV hinaus entwickelt Curevac in Zusammenarbeit mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) Covid-19-Impstoffkandidaten der zweiten Generation, die verschiedene Virusvarianten oder unterschiedliche Infektionskrankheiten mit einem Impfstoff zu bekämpfen versprechen. Der Beginn einer klinischen Studie ist für das dritte Quartal geplant. Sie können dem Berliner Wirtschaftskorrespondenten René Höltschi auf Twitter folgen.
+++ 01:32 Delta-Variante verschärft angespannte Lage im Iran+++
n-tv.de
Wirksamkeit von Curevac-Vakzin bleibt niedrig
n-tv.de

 

 7 /41 

Neuer Preis für nicht-englischsprachige Filme (1.01/5)

Pläne für eine weltweite Ehrung von internationalen Produktionen gibt es bereits seit mehreren Jahren. Ab 2022 sollen nun die "World Movie Awards" verliehen werden.
"World Movie Awards": Neuer Preis für nicht-englischsprachige Filme
t-online.de

 

 8 /41 

Corona-News| Mit diesen Impfstoffen plant Spahn für 2022 (1.01/5)

Der Bundesgesundheitsminister plant einem Bericht zufolge mit mehr als 200 Millionen Impfstoffdosen für das kommende Jahr. Die Menge verteilt sich demnach auf mehrere Hersteller. Alle Infos im Newsblog. In Deutschland haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als 3,7 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts starben mehr als 90.800 Erkrankte. Im Zuge der Ende 2020 begonnenen Impfkampagne haben inzwischen 53,6 Prozent der Bundesbürger mindestens eine Impfdosis erhalten,35,4 Prozent sind vollständig geimpft (Stand: 29. Juni). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will einem Zeitungsbericht zufolge 204 Millionen Corona-Impfstoffdosen für das kommende Jahr beschaffen. "Somit würde für Deutschland samt Sicherheitsreserve mit einer Versorgung von etwas mehr als zwei Dosen pro Einwohner gerechnet", zitierte das "Handelsblatt" aus einem Bericht des Gesundheitsministeriums für das Bundeskabinett. Es sei ratsam, "rechtzeitig weitere Impfstoffmengen für den Schutz gegen Mutationen und Auffrischungsimpfungen zu sichern", heißt es demnach in dem Bericht. So könnten mögliche Lieferausfälle oder andere unvorhergesehene Probleme wie etwa bei der Impfstoff-Sicherheit abgefedert werden. Insgesamt rechnet das Ministerium demnach mit Kosten in Höhe von 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2022. Die Impfstoffmenge verteilt sich dem Bericht zufolge auf mehrere Hersteller. Die EU hatte bereits einen Vertrag mit Biontech und Pfizer über Lieferungen von bis zu 1,8 Milliarden Dosen bis 2023 geschlossen. Davon sollen laut dem Bericht 84,4 Millionen im Jahr 2022 an Deutschland gehen. Darüber hinaus plant Spahn dem Bericht zufolge mit 31,8 Millionen Impfstoffdosen des mRNA-Impfstoffs von Moderna und 18,3 Millionen Dosen des Vektor-Impfstoffs von Johnson & Johnson. Weitere 70 Millionen Dosen verteilen sich auf die Impfstoffe der Hersteller Sanofi (42 Millionen), Novavax (16,3 Millionen) und Valneva (elf Millionen). Die fristlose Kündigung eines Servicetechnikers, der bei der Arbeit keinen Mund-Nasen-Schutz tragen wollte, ist trotz dessen Vorlage eines ärztlichen Attests wirksam. Das entschied das Arbeitsgericht Köln im Fall eines Technikers, der ein als "Rotzlappenbefreiung" tituliertes ärztliches Attest auf Blankopapier vorgelegt hatte. Darin hieß es, für den Mann sei es aus medizinischen Gründen unzumutbar, eine Maske zu tragen. Mit der Befreiung wollte der Mann demnach erreichen, bei einem Auftrag im Außendienst keinen Mundschutz tragen zu müssen, obwohl der Kunde ausdrücklich darauf bestand. Sein Arbeitgeber habe das Attest "mangels konkreter nachvollziehbarer Angaben" nicht anerkannt, jedoch die Übernahme der Kosten für die medizinischen Masken angeboten. Als der Techniker den Auftrag weiter ablehnte, wurde ihm gekündigt. Dagegen ging er gerichtlich vor. Nach Einschätzung der Kammer bestehen Zweifel an der Ernsthaftigkeit der behaupteten medizinischen Einschränkungen, weil der Techniker den Mund-Nasen-Schutz selbst als "Rotzlappen" bezeichnete. Ohne konkrete Diagnose sei das Attest ohnehin wenig aussagekräftig. Einer angebotenen betriebsärztlichen Untersuchung sei der Mann zudem nicht nachgekommen. Gegen das Urteil kann Berufung beim Landesarbeitsgericht in Köln eingelegt werden. Mehr als ein halbes Jahr galten in der Türkei Ausgangsbeschränkungen, nun können Menschen auch wieder am Wochenende und nachts vor die Tür. Mit dem 1. Juli ab 5.00 Uhr fallen Ausgangs- und Reisebeschränkungen weg, Obergrenzen für Restaurantbesucher werden aufgehoben. Auch Büros können wieder benutzt werden, Kinos und Theater dürfen Gäste empfangen. Die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit gilt jedoch weiter, auch Hygiene- und Abstandsregeln müssten weiter eingehalten werden, wie es vom Innenministerium hieß. Auch Hochzeiten und Konzerte dürfen unter Einhaltung von Abstandsgeboten stattfinden. Tänze, bei denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, bleiben verboten. Musik darf in Bars oder anderen Einrichtungen nur bis 24.00 Uhr gespielt werden. Die türkische Gesellschaft für Atemwegsforschung warnte vor dem Hintergrund der Ausbreitung der Delta-Variante vor der Lockerung. Besonders für geschlossene Räume sollte die zugelassene Personenzahl begrenzt werden, hieß es. Wie in vielen anderen Ländern sinkt auch in der Türkei die Zahl der täglichen Neuinfektionen. Derzeit werden in dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern täglich etwa zwischen 5.000 und 6.000 neue Fälle verzeichnet. Gut 40 Prozent der Bevölkerung hat mindestens eine Impfung erhalten. Im Falle einer weiteren Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hält SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Auffrischungsimpfungen für unumgänglich. "Sobald Fälle beobachtet werden, bei denen es trotz zweifacher Impfung zu einer Ansteckung zum Beispiel mit der gefährlichen Delta-Variante und auch zu schweren Krankheitsverläufen kommt, wird man zur Booster-Impfung (Wiederholungsimpfung) aufrufen", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post" (Donnerstag). "Dann könnte eine Alarmstimmung herrschen." Derzeit sei allerdings noch nicht sicher, ob sich die Delta-Variante "gegen die Impfungen durchsetzen" werde, fügte Lauterbach hinzu. "Deswegen kann man derzeit noch nicht zu den Auffrischungsimpfungen aufrufen. Dafür fehlt noch das Wissen." Es könne durchaus sein, dass in sechs Monaten erste Auffrischungsimpfungen für diejenigen notwendig würden, die bereits zu Beginn dieses Jahres immunisiert wurden, sagte Lauterbach. "Deren Impfung liegt dann ja schon ein Jahr zurück." Und es betreffe vor allem die Gruppe mit den höchsten Risiken. Die dafür notwendigen Impfstoffkapazitäten seien verfügbar. Im Kampf gegen die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus nimmt die Politik verstärkt die jüngere Generation in den Blick. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) sagte den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft sowie der "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstag): "Zwischen Bund und Ländern haben wir beispielsweise abgesprochen, zum Semesterstart an den Universitäten leicht zugängliche Impfangebote zu machen." Braun setzt zudem darauf, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre bisherige Zurückhaltung bei der Impfempfehlung für Jugendliche aufgibt. "Aufgrund der weiteren Erfahrungen mit den Impfkampagnen in anderen Ländern, etwa den USA, bei den 12- bis 15-Jährigen hoffe ich, dass wir vielleicht zu einer breiteren Empfehlung für Kinder ab 12 Jahren durch die Ständige Impfkommission kommen." Deutschland hat die USA bei der Impfquote nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn eingeholt.45,3 Millionen Bürger und damit 54,5 Prozent seien mindestens einmal geimpft, twittert er.30,3 Millionen oder 36,5 Prozent hätten den vollen Impfschutz. "Damit liegt Deutschland bei den Erstimpfungen erstmals gleichauf mit den Vereinigten Staaten", unterstreicht der CDU-Politiker. Aktuellen Zahlen der "New York Times" zufolge sind in den USA (Stand: 29. Juni 2021) 54 Prozent der Menschen erstgeimpft. Den vollen Impfschutz haben demnach 46 Prozent. Etwa 180 Millionen US-Bürger haben somit ihre erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten, Fast jeder Vierte in Deutschland spricht sich nach dem Auftreten der Delta-Variante des Coronavirus für eine Impfpflicht aus. Dies ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Umfrage für das RTL/ntv-"Trendbarometer". Demnach sprechen sich 22 Prozent der Befragten für eine Impflicht für alle Bürger aus, bei denen keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer (77 Prozent) finden hingegen, die Corona-Impfung sollte weiterhin freiwillig bleiben. Für eine Impfpflicht sprechen sich der Befragung zufolge am ehesten die über 60-Jährigen (36 Prozent) sowie die Anhänger von CDU und CSU (37 Prozent) aus. Gegen eine Pflicht sind insbesondere die Anhänger von FDP (85 Prozent) und AfD (91 Prozent). Für das "Trendbarometer" befragte Forsa vom 15. bis zum 28. Juni 1001 Menschen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat vor Leichtfertigkeit angesichts der sinkenden Zahl der Corona-Neuinfektionen gewarnt. Das Impftempo sei zwar ermutigend. "Trotzdem gibt es keinen Grund zum Übermut", sagte der CDU-Bundesvorsitzende am Mittwoch in einer Gedenkstunde des Landtags in Düsseldorf für die Opfer der Corona-Pandemie. "Neue gefährliche Varianten können uns sehr schnell wieder mit steigenden Infektionszahlen konfrontieren", so Laschet. "Und wir müssen den ganzen Tag hoffen, dass keine Variante entsteht, gegen die der Impfstoff nicht wirkt und dass wir wieder von vorne anfangen müssen." Das Coronavirus wird die Menschen nach Worten Laschets weiter begleiten. "Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben, auch wenn die Schrecken der Pandemie einmal verblasst sein werden." Mehr als drei Monate nach seiner Impfung hat der russische Präsident Wladimir Putin nun doch das Geheimnis zu dem ihm im März verabreichten Präparat gelüftet. Er habe sich mit dem russischen Impfstoff Sputnik V impfen lassen, sagte Putin am Mittwoch bei der im Staatsfernsehen übertragenen Sendung "Der direkte Draht". Mehr dazu lesen Sie hier. Selbstständige sind von der Corona-Pandemie finanziell besonders betroffen, wie aus einer Yougov-Umfrage für den Versicherer Ergo hervorgeht. Rund 61 Prozent der Befragten geben an, wirtschaftlich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen zu sein. Ein Fünftel davon sieht sich von Insolvenz bedroht. "So verdienen 49 Prozent der Befragten derzeit weniger als vor der Pandemie und drei Prozent können aktuell gar keinen Verdienst ausweisen." Bundesinnenminister Horst Seehofer hat seine Corona-Infektion ohne größere Probleme überstanden. "Ja, es geht mir gut", sagte der 71-Jährige der "Augsburger Allgemeinen". "Ich war zum Glück schon einmal geimpft und hatte vermutlich deshalb kaum Beschwerden. Aber es hat vier Wochen gedauert, bis ich nicht mehr positiv war." Seine vierwöchige Quarantäne habe er unter der strengen Aufsicht des Gesundheitsamtes Ingolstadt verbracht, inklusive "sofortige schriftliche Belehrung inklusive Strafandrohung im Falle von Verstößen gegen die Regeln und tägliche Meldepflicht", berichtete Seehofer. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich von der Dame, die beim Gesundheitsamt für mich zuständig war, bevorzugt behandelt wurde." Der CSU-Politiker war am 10. Mai positiv auf das Coronavirus getestet worden und hatte sich daraufhin in häusliche Isolation begeben. Am 14. April war er erstmalig mit dem Präparat von Biontech/Pfizer gegen Covid-19 geimpft worden. Anfang Juni kehrte er nach Berlin zurück. Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht in Deutschland keinen Trend zum Verzicht auf die Zweitimpfung gegen das Coronavirus. In einer RKI-Umfrage gaben 98,7 Prozent der bisher einmal geimpften Befragten an, sich "auf jeden Fall" oder "eher" ein zweites Mal impfen lassen zu wollen. "Es ist also keine Tendenz erkennbar, dass das empfohlene Impfschema nicht vervollständigt wird", erklärte das RKI. Seit diesem Januar erfragt das RKI regelmäßig die Impfbereitschaft und -akzeptanz in der Bevölkerung und erstellt ein Monitoring zu den Impfquoten. Zwischen dem 17. Mai und dem 9. Juni wurden 3.004 Erwachsene zur Covid-19-Impfung befragt. Es war die fünfte derartige Erhebung. Von den Befragten waren rund 62,2 Prozent mindestens einmal und 27,4 Prozent vollständig geimpft. Laut RKI liegt die allgemeine Impfbereitschaft "auf einem hohen Niveau". Unter allen ungeimpften Befragten gaben demnach mit 67 Prozent zwei Drittel an, sich impfen lassen zu wollen. Unter Berücksichtigung der bereits einmal Geimpften ergebe sich damit ein Anteil von etwa 88 Prozent impfbereiter beziehungsweise bereits geimpfter Menschen. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach empfiehlt Arbeitgebern, das Homeoffice weiterzuführen. "Jetzt ist ein erheblicher Teil der Menschen noch nicht oder nur einmal geimpft. Damit ist die Situation noch nicht ungefährlich", sagt Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochausgaben) laut Vorabbericht. Er rate dringend dazu, Mitarbeiter in Büros zwei Mal pro Woche zu testen, um Ausbrüche zu verhindern. Die Bundesregierung rechnet damit, dass sie ihr Corona-Impfversprechen früher einlösen kann als geplant. Die Zusage, jedem bis zum Ende des Sommers im September ein Impfangebot machen zu können, werde bereits in der ersten Hälfte des Sommers, wahrscheinlich schon im Juli erfüllt, hieß es aus Regierungskreisen in Berlin. Noch im Juli werde man 17 bis 18 Millionen Erstimpfungen mit einem mRNA-Impfstoff anbieten können. Die Nachfrage sei wahrscheinlich mehr als gedeckt, hieß es weiter. Die Infrastruktur der Corona-Impfzentren soll den Informationen zufolge über den 30. September hinaus in "abgespeckter Version" beibehalten werden. Es gehe dabei aber weniger um die "großen Tanker" wie Messehallen, sondern um "Schnellboote" wie die mobilen Impfteams. Diese würden im Herbst voraussichtlich für Auffrischungsimpfungen etwa in Pflegeeinrichtungen gebraucht. Die deutschen Einschränkungen für Reisen nach Portugal sind nach Ansicht der EU-Kommission nicht im Einklang mit den Absprachen unter den EU-Staaten. Ein Sprecher der Behörde sagte, dass Länder durchaus Quarantäne und Testpflicht vorschreiben können, aber Reiseverbote nicht vorgesehen seien. Mit der deutschen Einstufung Portugals als Virusvariantengebiet gilt ein weitgehendes Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen. Sie dürfen nur noch deutsche Staatsbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland über die Grenze bringen. Für diejenigen, die einreisen dürfen, gilt eine strikte 14-tägige Quarantänepflicht, die nicht durch einen Test verkürzt werden kann und auch für vollständig Geimpfte und Genesene gilt. Die EU-Staaten versuchen zwar, einheitliche Regeln für Reisen im Block abzustimmen, immer wieder kommt es aber zu nationalen Alleingängen. Länder mit einem starken Tourismussektor etwa haben andere Interessen als Staaten, in denen dieses Gewerbe keinen großen Anteil an der nationalen Wirtschaftsleistung ausmacht. Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V weist nach Hersteller-Angaben eine Wirksamkeit von rund 90 Prozent gegen die hochansteckende Delta-Variante auf. Diese Zahl basiere auf medizinischen Daten und Impf-Daten, sagt Denis Logunow, stellvertretender Direktor des Moskauer Gamaleya-Instituts, das Vakzin entwickelt hat, laut der Nachrichtenagentur RIA. Gegen den ursprünglichen Virusstamm hatten Forscher bei Sputnik V eine Wirksamkeit von 92 Prozent festgestellt. Deutschlandweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 5,4. In 30 Landkreisen und zehn Stadtkreisen sieht die Corona-Lage sogar noch besser aus: Dort meldet das Robert Koch-Institut einen Wert von 0,0. Zu den Landkreisen gehören: Plön, Goslar, Northeim, Lüchow-Dannenberg, Friesland, Leer, Wesermarsch, Höxter, Limburg-Weilburg, Vogelsbergkreis, Schwalm-Eder-Kreis, Freyung-Grafenau, Regen, Straubing-Bogen, Amberg-Sulzbach, Tirschenreuth, Bayreuth, Wunsiedel im Fichtelgebirge, Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark, Prignitz, Uckermark, Rostock, Vorpommern-Greifswald, Anhalt-Bitterfeld, Mansfeld-Südharz, Sömmerda, Ilm-Kreis und Greiz. Die kreisfreien Städte mit einer Inzidenz von null lauten: Weimar, Suhl, Magdeburg, Desslau-Roßlau, Kaufbeuren, Amberg, Straubing, Pirmasens, Wilhelmshaven und Flensburg. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es dem Statistischen Bundesamt zufolge 294 Kreise bzw. Landkreise und 107 kreisfreie Städte bzw. Stadtkreise. Fast zehn Prozent der Landkreise gelten demnach derzeit als coronafrei. Weltweit sind inzwischen mehr als drei Milliarden Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Dies geht aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP hervor, die dafür alle bis Dienstagvormittag vorliegenden Angaben offizieller Stellen in den verschiedenen Ländern auswertete. Mit etwa 40 Prozent der weltweit verabreichten Dosen (1,2 Milliarden) führt ganz klar China in der Länderliste, mit weitem Abstand folgen Indien (329 Millionen) und die USA (324 Millionen). Die Europäische Union (EU) hat insgesamt 357 Millionen Dosen an rund 50 Prozent ihrer Bevölkerung verimpft. Etwa 32 Prozent sind komplett geimpft. Als kleinstes Land der Union erreicht Malta die höchste Impfquote mit mehr als 70 Prozent der Bevölkerung. In den größten Staaten der EU – Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien – schwankt die Quote um die 50 Prozent. Die russischen Behörden haben einen Rekordwert an Corona-Todesfällen verzeichnet. Am Dienstag wurden 652 Tote binnen 24 Stunden registriert – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. In Russland, wo viele Menschen einer Impfung skeptisch gegenüberstehen, verbreitet sich vor allem die besonders ansteckende Delta-Variante des Coronavirus rasant. Zuletzt zählte die offizielle Corona-Statistik mehr als 20.000 neue Infektionen an einem Tag. Das Viertelfinalspiel der Fußball-Europameisterschaft ist trotzdem weiter für Freitag in St. Petersburg geplant. Die Ostsee-Metropole ist neben der Hauptstadt Moskau besonders stark betroffen. Am Dienstag wurden dort knapp 1.400 Neuinfektionen und 119 Tote registriert. Ungeachtet der dramatischen Corona-Lage feierten zudem am vergangenen Wochenende Zehntausende Schüler auf den Straßen von St. Petersburg ausgelassen und weitgehend ohne Schutzmasken ihren Abschluss. Im flächenmäßig größten Land der Erde haben sich jüngsten Angaben zufolge erst rund 11,5 Prozent der Bürger mit einem Vakzin gegen Corona immunisieren lassen. Am Dienstag erklärte der Kreml das ursprüngliche Vorhaben, bis zum Herbst 60 Prozent der Bevölkerung geimpft zu haben, für nicht mehr erreichbar. Erst seit dieser Woche sei ein Anstieg an Impfbereiten zu beobachten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut Agentur Interfax. Mehrere russische Regionen haben vor einigen Tagen eine Impfpflicht für Angestellte zahlreicher Berufsgruppen verhängt. Bundesaußenminister Heiko Maas hat die für Donnerstag geplante Aufhebung der pauschalen Reisewarnung für alle Corona-Risikogebiete verteidigt. "Die Zeit der Pauschalbeurteilungen muss vorbei sein", sagte der SPD-Politiker am Dienstag am Rande des G20-Außenministertreffens im italienischen Matera. "Dort, wo es positive Entwicklungen gibt, gibt es auch keinen Grund, Restriktionen aufrechtzuerhalten." Die Bundesregierung hatte bereits vor knapp drei Wochen entschieden, die Reisewarnung für alle Risikogebiete mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) zum 1. Juli aufzuheben. Das betrifft mehr als 80 Länder weltweit. Außerdem will die Regierung dann nicht mehr pauschal von touristischen Reisen ins Ausland abraten. Kanzleramtsminister Helge Braun hat die 14-tägige Quarantäne-Pflicht für geimpfte Reiserückkehrer aus Virusvarianten-Gebieten verteidigt. "Wenn eine neue Variante auftritt, braucht es relativ lange, um sicherzugehen, wirkt der Impfstoff", sagt der CDU-Politiker im ZDF-Morgenmagazin. Die zweite Frage sei, ob die Geimpften die Krankheit weiter übertragen könnten. "Daher ist es bei Virus-Varianten wichtig, dass auch Geimpfte in Quarantäne gehen." Braun erklärte zudem, die Ständige Impfkommission (Stiko) prüfe derzeit, ob es sinnvoll sei, die Zweitimpfung vorzuziehen, um die hochansteckende Delta-Variante des Corona-Virus einzudämmen. "Das Fachgremium wie die Stiko ist das richtige, um so etwas zu beurteilen." Die Gesundheitsminister der Bundesländer wollen im Herbst den Betrieb der Impfzentren zurückfahren. Auch über den 30. September hinaus setze man bei der Eindämmung der Corona-Pandemie auf staatliche oder kommunale Impfangebote. Der Schwerpunkt dabei solle zunehmend aber auf mobilen Impfteams liegen, heißt es in einem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz vom Montagabend. Die Länder könnten dabei selbst über die künftige Infrastruktur des Impfangebots entscheiden. Im Bedarfsfall sollen die Impfzentren in jedem Fall aber auch schnell wieder aktiviert werden können. Der bayerische Gesundheitsminister und Chef der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU), sagte: "Wir kommen bald in eine Situation, in der Großteil der impfwilligen Erwachsenen vollständig gegen Corona geimpft sein wird. Auf dem Weg dahin waren die Impfzentren eine tragende Säule der nationalen Impfstrategie." Holetschek fügte hinzu: "Auch wenn wir künftig die Impfzentren in ihrer bisherigen Struktur voraussichtlich nicht mehr brauchen, werden ihre Erfahrung und Infrastruktur insbesondere für bevorstehende Auffrischungsimpfungen weiterhin von Nutzen sein. Dabei legen wir den Fokus ab Herbst auf mobile Impfteams, mit denen wir bereits zu Beginn der Impfungen sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Nach der Ansteckung von rund tausend Schülern mit dem Coronavirus bei Abiturfahrten auf Mallorca hat die Regionalregierung der Balearen eine Verschärfung der Einreiseregeln für große Gruppen beschlossen. Die Teilnehmer von organisierten Gruppenreisen müssen künftig einen negativen PCR-Test vorlegen oder einen vollständigen Impfschutz nachweisen, wie die Regierung der spanischen Mittelmeer-Region am Montag in Palma mitteilte. Das werde künftig für Gruppen ab 20 Personen gelten, die Mallorca, Ibiza, Menorca oder Formentera besuchen, hieß es. Allein in Madrid wurden bisher 493 Ansteckungen von Jugendlichen registriert, die Mitte Juni auf Klassenfahrt auf Mallorca waren, wie die Regionalregierung am Montag mitteilte. Besonders viele Fälle wurden unter anderem auch im Baskenland, Valencia, Galicien und Katalonien verzeichnet. Die Zahlen steigen täglich. Es wird vermutet, dass sehr viele der betroffenen jungen Leute mit ein und derselben Fähre von Valencia nach Mallorca fuhren. Andere kamen vermutlich erst auf der Insel miteinander in Kontakt. Alle Schüler hätten sich mit der Alpha-Variante des Virus infiziert, die zuerst in Großbritannien entdeckt worden war, hieß es. In Griechenland erhalten junge Leute künftig eine Bezahlkarte im Wert von 150 Euro, wenn sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Dies kündigte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Montag in Athen an. Das Angebot richtet sich an 940.000 junge Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren. Insgesamt sind dafür bis zu 141 Millionen Euro eingeplant. Ziel ist, dass in dem 11-Millionen-Einwohner-Land bis Ende Juli knapp 60 Prozent der Bevölkerung voll geimpft sind. Die so genannte Freiheitskarte sei als Dank für die Geduld junger Menschen während der Pandemie gedacht, aber auch als Anreiz, sich impfen zu lassen, sagte Mitsotakis. Sie kann für Hotelbuchungen, Fähr- und Flugtickets sowie Konzerte und Museumsbesuche genutzt werden. "Es kann sein, dass Jüngere denken, sie kriegen kein Corona, oder wenn, dann erkranken sie nicht stark", so der Ministerpräsident. "Aber sie sind Träger des Virus und ermöglichen dadurch die Weiterverbreitung." Bundeskanzlerin Angela Merkel hat erneute Grenzschließungen zu europäischen Nachbarn wie Frankreich etwa bei einer Verschärfung der Corona-Krise abgelehnt. Diese Maßnahmen in der ersten Corona-Welle seien "etwas sehr Hartes" gewesen, sagte die CDU-Politikerin am Montag bei einer virtuellen Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. "In der damaligen Situation waren sie wahrscheinlich unumgänglich. Aber ich stimme zu, dass sich so etwas nicht wiederholen sollte." Dies mache dann aber auch eine sehr enge Abstimmung erforderlich. "Ich glaube, wir haben daraus unsere Lektion gelernt", sagte Merkel. Rund jeder zehnte Landkreis in Deutschland hat nach RKI-Angaben in den vergangenen sieben Tagen keinen einzigen Corona-Fall verzeichnet. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts von Montag hervor. Demnach lag die 7-Tage-Inzidenz in 40 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten bei 0. In weiteren 45 Kreisen gab es jeweils nur einen Fall. Zu bedenken ist, dass es zu Nachmeldungen kommen kann. In knapp 50 Kreisen lag die Inzidenz noch höher als 10, Schlusslicht ist der Landkreis Lichtenfels in Bayern mit 46,4. Bei den Bundesländern ist die Inzidenz in Sachsen-Anhalt an niedrigsten (1,9), in Hamburg an höchsten (10,0). Die bundesweite Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche - gab das RKI am Montag mit 5,6 an. Moskau und St. Petersburg haben erneut Höchststande an neuen Corona-Todesfällen verzeichnet. Die Behörden in der russischen Hauptstadt meldeten am Montag 124 Tote binnen 24 Stunden, in St. Petersburg wurden 110 neue Todesfälle registriert. Damit wurden die traurigen Rekordzahlen in beiden Städten vom Wochenende nochmals überschritten. Für den rasanten Anstieg machen Experten die hochansteckende Delta-Variante des Virus und die schleppende Impfkampagne verantwortlich. Trotz des rapiden Anstiegs bei den Infektionen bereitet sich St. Petersburg auf die Austragung eines Viertelfinales der Fußball-Europameisterschaft am kommenden Freitag vor. "Das Viertelfinale wird wie geplant stattfinden," erklärte die Pressestelle der Organisatoren. Ein Uefa-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, für die Teams mache die Lage in Russland "keinen Unterschied". Für das Spiel am Freitag werden mehr als 26.000 Zuschauer erwartet. Beim Match Finnland gegen Belgien vor einer Woche hatten sich knapp hundert finnische Fans angesteckt. Die britischen Streitkräfte werden wegen eines Corona-Falls in der obersten Leitungsebene in den kommenden Tagen aus der Distanz geführt. Die gesamte Spitze samt Verteidigungsminister Ben Wallace ist für zehn Tage in häuslicher Quarantäne, wie das Verteidigungsministerium in London in der Nacht zum Montag bestätigte. Wallace sowie die Chefs von Marine, Luftwaffe und Strategic Command, das etwa dem Einsatzführungskommando entspricht, hätten sich in Selbstisolation begeben, nachdem der militärische Oberbefehlshaber Nicolas Carter am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die Spitzenmilitärs hatten sich am Donnerstag mit Wallace getroffen. Dabei waren auch Armeechef Mark Carleton-Smith sowie Carters Stellvertreter anwesend. Sie hatten weiter weg von dem Infizierten gestanden, waren übers Wochenende aber ebenfalls in Quarantäne und warteten auf das Ergebnis von PCR-Tests, wie der "Daily Telegraph" berichtete. Das Ministerium teilte mit, Abstandsregeln seien eingehalten worden. Wallace sowie Royal-Navy-Chef Antony Radakin, Luftwaffenchef Michael Wigston und Patrick Sanders, Chef des Strategic Command, seien aber dennoch in engen Kontakt mit Carter gekommen. In Sachsen-Anhalt ist das Corona-Infektionsgeschehen dem Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge derzeit so gering wie in keinem anderen Bundesland. Am Montagmorgen wies das RKI 1,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und sieben Tage aus. Am Vortag waren es 1,8 gewesen, am Samstag 2,3. Den zweitniedrigsten Wert in Deutschland hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 2,1. Am Montag gab das RKI für vier Landkreise und kreisfreie Städte eine Sieben-Tage-Inzidenz von 0 an: für Mansfeld-Südharz, Anhalt-Bitterfeld, Magdeburg und Dessau-Roßlau. Allein der Landkreis Börde lag mit 11,1 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und sieben Tage im zweistelligen Bereich, alle anderen blieben zwischen 0,5 und 4,8. Mehr als 35 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montag hervor (Stand: 10.50 Uhr). Rund 44,6 Millionen Menschen (53,6 Prozent) haben mindestens eine Impfung bekommen,29,4 Millionen Menschen (35,4 Prozent) sind vollständig geimpft. Allein am Sonntag wurden 275 827 Impfdosen verabreicht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb auf Twitter, damit sei das für Juni gesetzte Ziel, in Deutschland mindestens jeden Zweiten einmalig und mindestens jeden Dritten vollständig geimpft zu haben, übertroffen worden. Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 61,6 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Bis auf Sachsen (47,6 Prozent) liegen alle Bundesländer über der 50-Prozent-Marke. Das Saarland hat mit 41,8 Prozent den höchsten Anteil an vollständig Geimpften. Brandenburg ist mit 32,4 Prozent das Schlusslicht. Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80 Jahren, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Mittlerweile können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen. Angesichts sinkender Corona-Fallzahlen ist in Italien am Montag die Maskenpflicht im Freien aufgehoben worden. Landesweit gilt die Pflicht zum Tragen einer Mundmaske nun nur noch in öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie an stark frequentierten Orten an der frischen Luft. Auch die letzte noch geltende regionale Ausgangssperre fiel weg. Im nordwestlichen Aostatal wurde die nächtliche Sperrstunde zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens aufgehoben. Ein Drittel der italienischen Bevölkerung über zwölf Jahren war nach Angaben der Regierung bis Sonntag geimpft worden - insgesamt mehr als 17,5 Millionen Menschen. Trotz der Fortschritte mahnte Gesundheitsminister Roberto Speranza die Bevölkerung, wachsam zu bleiben. "Der Kampf ist noch nicht vorbei", sagte er. Auch für Touristen aus der Europäischen Union, Großbritannien, den USA, Kanada und Japan, ist die Einreise wieder ohne Quarantäne möglich – wenn sie geimpft sind oder einen negativen Test vorweisen können. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat (SPD) sich für eine rasche Verschärfung der Corona-Einreiseverordnung ausgesprochen. Diese sei in ihrer geltenden Fassung "an mehreren Stellen zu lax", sagte Tschentscher der "Welt" mit Blick auf die sich ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus. "Bei Einreisen aus Risikogebieten reicht derzeit ein einmaliger einfacher Antigen-Test, um Quarantäne zu vermeiden. Das ist zu unsicher", kritisierte Tschentscher. Alle nicht geimpften Reiserückkehrer aus Risikogebieten und Hochinzidenzgebieten sollten nach Einschätzung Tschentschers grundsätzlich in Quarantäne gehen, die frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test aufgehoben werden kann. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprach sich für eine Änderung der Corona-Einreiseverordnung aus. "Ich plädiere für eine zweifache Testpflicht für alle Rückkehrenden, die noch nicht vollständig geimpft sind", sagte der Regierungschef der "Welt". "Auch in Ländern mit vergleichsweise niedrigen Inzidenzen läuft man Gefahr, mit anderen Urlaubern zusammenzukommen, die das deutlich ansteckendere Delta-Virus mit sich tragen." Bisher unterliegen nur Rückkehrer aus Risiko-, Hochrisiko- und Virusvariantengebieten abgestuften Testpflichten. Weil sprach sich zudem für verstärkte Testkontrollen aus. "Ich unterstütze ausdrücklich die Forderung nach Kontrollen an den Grenzen, ob aktuelle Negativtests vorliegen. Genau daran hat es bislang gemangelt", sagte der SPD-Politiker. Ähnlich äußerte sich Berlins Regierungschef Müller. "Sie können schon bei der Anreise kontrollieren: Wer hat den entsprechenden negativen Testnachweis? Und dann hier nach einer bestimmten Quarantänezeit auch mit einem erneuten Test gegenchecken, dass man auch wirklich negativ ist", erklärte der SPD-Politiker am Sonntagabend im ZDF. Bundeskanzlerin Angela Merkel erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, Großbritannien wegen der Ausbreitung der Delta-Variante als Corona-Risikogebiet einzustufen. Der Vorschlag werde derzeit im Krisenreaktionskomitee der Europäischen Union (EU) diskutiert, berichtet "The Times". Griechenland, Spanien, Zypern, Malta und Portugal hätten sich bereits dagegen ausgesprochen. Nach Monaten der Knappheit tritt die Corona-Impfkampagne in Deutschland in eine neue Phase ein. "Erstmals seit die Hausärzte in die Impfkampagne einbezogen sind, gibt es keine Höchstbestellmengen für die Praxen, die Ärzte können ohne Mengenbeschränkungen Corona-Impfstoffe bestellen", sagte Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, der Zeitung "Rheinische Post" (Montagausgabe) laut Vorabbericht. "Das gab es zuvor noch nie." Trotzdem ändere das nichts daran, dass nicht jede Praxis die Mengen erhalten kann, die sie verimpfen könnte. "Da die Impfstoffe nach wie vor nur sehr begrenzt zur Verfügung stehen und zahlreiche Zweitimpfungen anliegen, werden trotzdem nicht so viele Erstimpfungen stattfinden können." Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, hat vor einem erneuten Anstieg der Corona-Inzidenzen gewarnt. "Es ist erfreulich, dass die Inzidenzen rapide sinken. Für den Sommer sind wir optimistisch", sagte Dedy der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Allerdings sei klar, dass die Pandemie nicht vorbei sei. Sollten die Inzidenzen wegen neuer Virus-Varianten wieder ansteigen, müsse der Bund die zum Monatsende auslaufende Bundesnotbremse "rechtzeitig wieder in Kraft setzen". "Bundesweit einheitliche Standards haben geholfen, damit die Menschen die Regeln verstehen und akzeptieren", betonte Dedy. An die Menschen appellierte er, die Abstands- und Hygieneregeln weiter zu beachten. Zudem müssten Reiserückkehrer die Quarantänepflichten "unbedingt einhalten", mahnte er. Vor einer Neuauflage der Corona-Notbremse warnte in der "Rheinischen Post" derweil FDP-Chef Christian Lindner. Mit ihren "pauschalen Ausgangssperren" sei die Bundesnotbremse "unverhältnismäßig", sagte er. Statt nun eine Neuauflage zu diskutieren, müsse die Bundesregierung die aktuell gute Lage nutzen, "damit im Herbst keine vierte Welle droht". Astrazeneca und die Universität Oxford haben mit neuen Studien zur Wirksamkeit ihres abgewandelten Impfstoffs gegen die Betavariante des Coronavirus begonnen. Es sei wichtig, sich auf Veränderungen beim Coronavirus vorzubereiten und somit der Pandemie "einen Schritt voraus zu sein", erklärte der Direktor der Oxford Vaccine Group, Andrew Pollar, am Sonntag. An den klinischen Studien der Phasen II und III mit dem leicht veränderten Auffrischungsimpfstoff sollen rund 2.250 Teilnehmer aus Großbritannien, Südafrika, Brasilien und Polen teilnehmen. Ein Teil der Probanden soll bereits zwei Mal mit dem Original-Vektorvirenimpfstoff von Astrazeneca oder mit einem der mRNA-Vakzine wie etwa von Biontech und Pfizer geimpft worden sein, ein anderer Teil soll noch keine Impfung erhalten haben. Erste Daten werden noch in diesem Jahr erwartet. Die Betamutante war zuerst in Südafrika entdeckt worden. Im Mai hatte die britische Regierung erstmals mit klinischen Studien zur Wirksamkeit einer Auffrischungsimpfung mit bestehenden Covid-Impfstoffen begonnen. Experten gehen davon aus, dass die bestehenden Impfstoffe gegen die Betavariante weniger wirksam sind, auch wenn sie weiterhin schwere Erkrankungen verhindern. Große Sorge bereitet inzwischen aber vor allem die zuerst in Indien entdeckte hochansteckende Deltavariante, die derzeit in einigen Ländern, darunter auch in Großbritannien, auf dem Vormarsch ist. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat (SPD) sich für eine rasche Verschärfung der Corona-Einreiseverordnung ausgesprochen. Diese sei in ihrer geltenden Fassung "an mehreren Stellen zu lax", sagte Tschentscher der "Welt" (Montagsausgabe) mit Blick auf die sich ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus. "Bei Einreisen aus Risikogebieten reicht derzeit ein einmaliger einfacher Antigen-Test, um Quarantäne zu vermeiden. Das ist zu unsicher", kritisierte Tschentscher. Alle nicht geimpften Reiserückkehrer aus Risikogebieten und Hochinzidenzgebieten sollten nach Einschätzung Tschentschers grundsätzlich in Quarantäne gehen, die frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test aufgehoben werden kann. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprach sich für eine Änderung der Corona-Einreiseverordnung aus. "Ich plädiere für eine zweifache Testpflicht für alle Rückkehrenden, die noch nicht vollständig geimpft sind", sagte der Regierungschef der "Welt". "Auch in Ländern mit vergleichsweise niedrigen Inzidenzen läuft man Gefahr, mit anderen Urlaubern zusammenzukommen, die das deutlich ansteckendere Delta-Virus mit sich tragen." Bisher unterliegen nur Rückkehrer aus Risiko-, Hochrisiko- und Virusvariantengebieten abgestuften Testpflichten. In Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg werden am Montag weitere Corona-Regeln gelockert. Für den Nordosten bedeutet dies, dass auch der Urlaub an Nord- und Ostsee wieder einfacher wird. Für das Einchecken im Hotel bleibt es bei der Testpflicht vor der Anreise. Zusätzlich ist noch einmalig nach 72 Stunden ein weiterer Corona-Test notwendig. Außerdem sind in Schleswig-Holstein nun auch wieder deutlich größere Veranstaltungen erlaubt, mit 1.250 Personen drinnen und 2.500 draußen. Das gilt unter anderem für Konzerte, Theater, Kino oder Gottesdienste. Auch in Baden-Württemberg werden die Kontaktbeschränkungen gelockert. So dürfen sich in Regionen mit einer stabilen Inzidenz von weniger als zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen 25 Menschen aus beliebig vielen Haushalten treffen. Geimpfte und Genesene werden nicht dazu gerechnet. Die Maskenpflicht dagegen bleibt. Der Mund-Nasen-Schutz muss in geschlossenen Räumen wie in Supermärkten, Museen, Theatern, Kinos, Arztpraxen oder öffentlichen Gebäuden weiter getragen werden. Das gilt auch für öffentliche Verkehrsmittel. Nach einem ungewöhnlich starken Anstieg der Infektionszahlen verschärft Südafrika seine Corona-Beschränkungen deutlich. Präsident Cyril Ramaphosa setzte die Alarmstufe am Sonntagabend in einer TV-Rede auf die zweithöchste Stufe herauf. Am Vortag war bekanntgeworden, dass die hochansteckende Delta-Variante den Kap-Staat im Griff hat. Auch bereits zuvor mit der Beta-Variante infizierte und danach genesene Südafrikaner seien nun gefährdet, so Ramaphosa. "Wir sind im Griff einer verheerenden Welle." Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel ist nach dem EU-Gipfel in Brüssel positiv auf Corona getestet worden. Dies teilte die luxemburgische Regierung am Sonntagabend mit. Der 48-Jährige habe milde Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen, werde seine Arbeit aber von zuhause aus fortsetzen. Es sind zehn Tage Quarantäne vorgesehen. Zuvor hatten die Zeitung «Luxemburger Wort» und das Portal «Politico» darüber berichtet. Nach einem Anstieg bei den Neuinfektionen sind Australien die Corona-Maßnahmen teils deutlich verschärft worden. Im Großraum Darwin im Norden des Landes gilt seit Sonntag zunächst für zwei Tage ein "voller Lockdown", teilte die Regionalregierung mit. Dort wurden mehrere Menschen positiv getestet, nachdem sich ein Bergarbeiter vermutlich bei einer Übernachtung in einem Quarantänehotel an der Ostküste infiziert hatte. Knapp 200 Menschen befinden sich nun in Isolation. Bereits seit Samstag ist in der Millionenmetropole Sydney und den umliegenden Regionen ein zweiwöchiger Lockdown in Kraft. Bis auf wenige Ausnahmen müssen Bewohner zuhause bleiben. Grund ist die zunächst in Indien entdeckte Deltavariante, die als besonders ansteckend gilt. Die Regierungschefin des Bundesstaats New South Wales, Gladys Berejiklian, erwartet, dass sich die Lage verschärft. In New South Wales stieg die Zahl der örtlich übertragenen Fälle binnen einer Woche von sieben auf mehr als hundert. Auch für die westaustralische Millionenstadt Perth ordneten die Behörden Beschränkungen an. Dort gelten seit Sonntag zunächst für drei Tage Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht. Zuvor war eine Frau aus Perth nach einer Reise nach Sydney positiv getestet worden. In dem Land mit rund 25 Millionen Einwohnern meldeten die Behörden bislang mehr als 30.000 Infektionen.910 Menschen starben in Folge einer Infektion. Das Coronavirus breitet sich unter britischen Schülern rasant aus. In der Woche zum 20. Juni sei die Zahl der infizierten Fünf- bis Neunjährigen im Vergleich zur Vorwoche um 70 Prozent gestiegen, bei den Zehn- bis 14-Jährigen sei es ein Plus von 56 Prozent, berichtet die "Sunday Times" unter Berufung auf Zahlen der Gesundheitsbehörde Public Health. Insgesamt 16.100 Schüler waren wegen einer Corona-Infektion abwesend, in der Vorwoche waren es noch 10.600. Zehntausende wurden zudem in Selbstisolation geschickt, so dass insgesamt 216.000 Schüler im Unterricht fehlten. Grund für die rasche Ausbreitung sei die hoch ansteckende Deltavariante, berichtet die Zeitung. Der Co-Generalsekretär der Lehrergewerkschaft National Education Union, Kevin Courtney, warnte vor einer Vervielfachung der Fälle. Steve Chalke von der Wohltätigkeitsorganisation Oasis Trust sagte, Schulen seien "Inkubationszentren für die neue Deltavariante". "Der Trend in Schulen zeigt seit drei Wochen nach oben. Wir haben offensichtlich noch nicht die Spitze dieser dritten Welle erreicht", sagte Chalke. Eltern kritisieren zunehmend die Strategie der Regierung, bei positiven Corona-Selbsttests die ganze Klasse für zehn Tage in Selbstisolation zu schicken. Zehntausende gesunde Kinder würden deshalb den Unterricht versäumen. Befürworter der Praxis weisen indes darauf hin, dass nur 15 Prozent der Eltern ihre Kinder regelmäßig testen. Gewerkschaften fordern eine Beibehaltung der Maskenpflicht sowie eine bessere Belüftung für Schulklassen. Schulleiter hoffen auf eine baldige Entscheidung zugunsten einer Impfung von Kindern. Indonesien hat mit mehr als 21.000 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden einen Rekordwert der Corona-Ansteckungen verzeichnet. In den vergangenen Wochen waren die Fallzahlen in Indonesien sprunghaft angestiegen. Grund sind wohl zahlreiche Reisen nach dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan im Mai sowie neue hochinfektiöse Virus-Varianten. Die Befürchtung wächst, dass das fragile Gesundheitssystem zusammenbrechen könnte. Viele Krankenhäuser sind bereits überfüllt. Die Regierung in Jakarta, der allgemein ein unzureichender Umgang mit der Pandemie vorgeworfen wird, hat vorübergehend Einschränkungen der Bewegungsfreiheit verschärft, von strengeren Lockdown-Maßnahmen bislang aber abgesehen. Offizielles Ziel ist es, bis Anfang nächsten Jahres 180 Millionen der 270 Millionen Einwohner zu impfen. Bislang verfügen rund fünf Prozent der Bevölkerung über einen vollständigen Impfschutz. Bis zu 700 Menschen sollen laut Medienberichten in der Nacht zum Sonntag in einer Corona-Krisenregion Norditaliens stundenlang eine Party gefeiert haben. In Maleo hätten sie die Masken- und Abstandsregeln nicht eingehalten, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag. Der kleine Ort in der Lombardei steht im Fokus, weil dort zuletzt Corona-Fälle mit der gefährlichen Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden waren. Der deutsche Reiseanbieter Olimar will mehrere Hundert Bundesbürger aus Portugal zurückholen, nachdem die Bundesregierung das Land zum Virusvariantengebiet erklärt hat. Das Unternehmen aus Köln, das auf Portugal spezialisiert ist, habe seinen Gästen gleich nach der Mitteilung des Robert Koch-Instituts (RKI) eine Rückkehr bis Montagabend angeboten, sagte Pascal Zahn von Olimar. "Etwa zehn Prozent unserer Gäste wollen ihren Urlaub jedoch eventuell verlängern", sagte Zahn. Nach Schätzungen des Deutschen Reiseverbandes DRV machen zurzeit etwa 1.000 Deutsche in Portugal Urlaub. "Es sind noch nicht so viele, weil Portugal erst seit Kurzem wieder leicht zugänglich ist", sagte DRV-Sprecherin Kerstin Heinen. Das RKI hatte Portugal wegen der Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Virus am Freitagabend zum Virusvariantengebiet erklärt – zunächst für zwei Wochen. Dies bedeutet ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen. Sie dürfen Bundesbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland aber zurückbringen. Für diejenigen, die einreisen dürfen, gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht. Sie kann nicht durch einen Test verkürzt werden und gilt auch für vollständig Geimpfte und Genesene. Mit 1.604 neuen Corona-Ansteckungen binnen 24 Stunden wurde in Portugal am Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums der höchste Wert seit Februar registriert. Die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen (14-Tage-Inzidenz) stieg auf 137,5. Am Vortag hatte sie 128,6 betragen. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist das der höchste Wert aller 30 erfassten Länder. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt der Wert 25. In Lissabon macht die Delta-Variante bereits mehr als 70 Prozent aller neuen Fälle aus. Angesichts der raschen Ausbreitung der Delta-Variante sprechen sich Gesundheitsexperten der Opposition für eine frühere Zweitimpfung aus. Bei mRNA-Impfstoffen (Biontech/Pfizer und Moderna) solle die Zweitimpfung gegen das Coronavirus bereits nach drei Wochen stattfinden, sagte Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen der "Welt am Sonntag". Es gebe "harte Daten", dass dies gegen die Delta-Variante sehr wirksam sei. Zu einer früheren Zweitimpfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca läge noch nichts vor. Der FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss, Andrew Ullmann, sagte: "Die Ständige Impfkommission sollte ihre Empfehlung zu den Impfintervallen überarbeiten und den Zeitpunkt der Zweitimpfung vorziehen." Laut Zulassung wären schnellere Impfserien möglich: zwei Biontech-Spritzen im Abstand von drei Wochen, bei Moderna und Astrazeneca im Abstand von vier Wochen. Der Präsident des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, zeigte sich dagegen skeptisch. "Es ist leider weiterhin so, dass wir nicht genügend Impfstoff zur Verfügung haben und fast die Hälfte der Bevölkerung noch nicht einmal die erste Impfung erhalten hat." Bund und Land befinden sich derzeit in enger Abstimmung, um engmaschige Kontrollen an den Grenzen während der Reisezeit sicherzustellen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, sollen nach dem Willen von Holetschek (CSU) an den Grenzen engmaschig auf Impfausweise und negative Corona-Tests kontrolliert werden. Das sagte der CSU-Politiker, der auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz ist, der "Bild am Sonntag" mit Blick auf die rasche Ausbreitung der Delta-Variante. "Im Gegensatz zum letzten Sommer sind in ganz Deutschland flächendeckende Testsysteme aufgebaut. Entscheidend ist, dass vor Einreise getestet wird und die Testnachweise an den Grenzübergängen und den Flughäfen nicht nur stichprobenartig kontrolliert werden", so Holetschek. Die Hausärzte in Deutschland beobachten, dass immer mehr Impftermine abgesagt werden. "Absagen oder No-Shows nehmen auch in den Hausarztpraxen zu", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Eine allgemeine Impfmüdigkeit könnten die niedergelassenen Allgemeinmediziner jedoch nicht feststellen. Bei Absagen könnten die Hausärzte anderen Patienten Impfungen anbieten, sodass keine Impfstoffdosen vergeudet werden müssten. Zudem gelinge es den Hausärzten immer wieder, Patienten, die aus anderen Gründen in die Praxis kommen, für eine Impfung zu gewinnen. "Wir brauchen jedoch weiter mehr Impfstoff und verlässliche Zusagen bei den Lieferungen", betonte Weigeldt. In Großbritannien steigt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit 18.270 binnen eines Tages auf den höchsten Stand seit dem 5. Februar. Die Gesundheitsbehörden verzeichnen im Zusammenhang mit dem Coronavirus zudem 23 Todesfälle. Dass deren Zahl nicht höher ist, deutet auf den Erfolg der Impfkampagne hin. Mittlerweile sind 83,7 Prozent der Erwachsenen einmal und 61,2 zweimal geimpft. Für die Corona-Impfungen sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums im dritten Quartal deutlich mehr Dosen des Herstellers Moderna zu erwarten als ursprünglich angekündigt. Im Juli sollen pro Woche statt der vorgesehenen 733.000 nun jeweils 1,33 Millionen Dosen kommen. Im August werden dann 2,57 Millionen Dosen pro Woche erwartet, im September 2,95 Millionen pro Woche. Insgesamt will der US-Hersteller den neuen Zahlen zufolge im Juli 5,32 Millionen Impfdosen liefern, im August 10,28 Millionen und im September 14,5 Millionen Dosen. Dies gebe der Impfkampagne einen zusätzlichen Schub, sagte ein Ministeriumssprecher. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist gegen einen erneuten Lockdown, sollten die Infektionszahlen wieder steigen. "In einer denkbaren vierten Welle mit der Delta-Mutation muss es neue Instrumente geben", sagte der CSU-Politiker dem "Münchner Merkur" (Samstagausgabe). "Wir müssen bei einem Anstieg nicht sofort wieder zur klassischen Notbremse greifen, also automatisch Geschäfte und Gastronomie schließen." Die Gefahr sei nun wegen der fortschreitenden Impfungen eine andere, denn die Delta-Variante greife weniger die Älteren an, sondern eher Schüler und Studenten. "Wir müssen deshalb die Schulen besser vorbereiten." Außerdem forderte er mehr Tempo beim Impfen. Wegen der angespannten Corona-Lage in Großbritannien hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ein Reiseverbot für Briten in der Europäischen Union gefordert. "Es ist komplett unverständlich, warum es keine harten EU-weiten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Großbritannien gibt", sagte Lauterbach der "Bild"-Zeitung. "Angesichts der dramatischen Corona-Entwicklung im Vereinten Königreich mitten in der Hauptreisesaison wäre ein Reise-Embargo aus dem Vereinigten Königreich nach Europa ratsam." Der SPD-Politiker plädierte zumindest aber für eine "zehntägige Quarantäne mit ersten Test nach fünf Tagen für Briten in allen EU-Ländern". Es könne nicht sein, dass "in der letzten Phase vor der Impfung noch ganz Europa im Urlaub der Delta-Variante aus England ausgesetzt wird". Die erstmals in Indien nachgewiesene Variante wird als 40 bis 60 Prozent ansteckender eingeschätzt als die zuerst in Großbritannien identifizierte Alpha-Variante. Auch Hamburg und das Saarland haben nun einen einstellige Sieben-Tages-Inzidenz. Der Stadtstaat und das Bundesland rutschten von einer Inzidenz von zehn Infizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tage auf 9,1 in Hamburg und 8,2 im Saarland. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Die Niederlande haben fast alle im Zuge der Corona-Pandemie eingeführten Maßnahmen ab Samstag aufgehoben. Als zentrale Regel gilt nur noch der Sicherheitsabstand von 1,5 Meter. Wenn der – wie etwa in einer Disco – nicht eingehalten werden kann, ist Zutritt nur mit Test- oder Impfbeweis möglich. Die Regierung mahnte aber die Bürger weiterhin zur Vorsicht – auch im Blick auf die sich schnell verbreitende Delta-Variante des Virus, die als besonders ansteckend gilt. Mehr als 15 Monate nach der erzwungenen Schließung öffneten bereits um Mitternacht in zahlreichen Städten Diskotheken und Nachtclubs wieder. Besucher konnten sich vor dem Eintritt testen lassen. Für Gaststätten, Museen und Theater entfallen die Restriktionen ebenfalls. Und Fußballfans können ab sofort gemeinsam mit anderen die EM-Spiele auf Bildschirmen in Cafés und Kneipen anschauen. Auch andere Veranstaltungen sogar mit Zehntausenden Besuchern sind wieder möglich mit Test- oder Impfbeweis. Auch die Maskenpflicht wurde fast vollständig aufgehoben. Nur in Bussen und Bahnen, auf Flughäfen sowie in Test- und Impfzentren müssen sie noch getragen werden. Die Niederlande haben zur Zeit etwa 29 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner, mehr als die Hälfte haben die erste Impfdosis erhalten. Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus fordert die Europäische Kommission die EU-Staaten auf, deutlich mehr zu tun als bisher. "Für die Ungeimpften und nur teilweise Geimpften ist die Delta-Variante eine echte Bedrohung", sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides der Tageszeitung "Welt" (Samstag). Solange nicht mehr Menschen ihre zweite Impfung erhalten hätten, müsse alles getan werden, um die Übertragungskette der Delta-Variante zu unterbrechen. "Das bedeutet, dass unsere Anstrengungen, die Bevölkerung zu impfen, verdoppelt und die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Gesundheit respektiert werden müssen." "In diesem Sommer sind sichere und effektive Impfstoffe verfügbar und wir müssen jede Dose so schnell wie möglich verimpfen", forderte Kyriakides. Man werde im Sommer voraussichtlich damit rechnen müssen, dass die Delta-Variante des Coronavirus dominant sein wird. "Wir müssen das ernst nehmen und jetzt handeln, um eine neue Covid-Welle zu verhindern." Die Niederlande haben einen großen Schritt zurück zu einem öffentlichen Leben fast ohne Corona-Beschränkungen gemacht. Fast alle im Zuge der Pandemie eingeführten Maßnahmen sind seit Samstag wieder aufgehoben. Als zentrale Regel gilt nur noch der Sicherheitsabstand von 1,5 Meter. Wenn der - wie etwa in einer Disco - nicht eingehalten werden kann, ist Zutritt nur mit Test- oder Impfbeweis möglich. Die Regierung mahnte aber die Bürger weiterhin zur Vorsicht - auch im Blick auf die sich schnell verbreitende Delta-Variante des Virus, die als besonders ansteckend gilt. Mehr als 15 Monate nach der erzwungenen Schließung öffneten bereits um Mitternacht in zahlreichen Städten Diskotheken und Nachtclubs wieder. Besucher konnten sich vor dem Eintritt testen lassen. Angesichts der angenommenen Wichtigkeit vollständiger Impfserien zum Schutz vor der Delta-Variante des Coronavirus gibt es eine neue Diskussion um die Verkürzung der Impfabstände. Die Frage sei nicht trivial, teilte Thomas Mertens, der Leiter der Ständigen Impfkommission (Stiko), der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Es gebe verschiedene Pro- und Contra-Argumente, erklärte der Ulmer Virologe. "Wir versuchen derzeit die notwendige Evidenz zu schaffen." Die Stiko empfiehlt bislang längere Zeitabstände zwischen den zwei Impfungen als es gemäß Zulassung der jeweiligen Impfstoffe möglich wäre. Das hat Gründe: Bei Astrazeneca etwa steigt die Wirksamkeit bei längerem Abstand. Zudem sprach die Impfstoffknappheit dafür, zunächst möglichst viele Menschen mit der Erstimpfung zu versorgen. Bei Astrazeneca lautet der bisherige Rat des Expertengremiums, zwölf Wochen zwischen erster und zweiter Dosis verstreichen zu lassen. Für die mRNA-Impfstoffe (Biontech/Pfizer und Moderna) beträgt der empfohlene Abstand sechs Wochen. Laut Zulassung wären schnellere Impfserien möglich: zwei Biontech-Spritzen im Abstand von drei Wochen, bei Moderna und Astrazeneca im Abstand von vier Wochen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist nach massiver Kritik an seinem Vorstoß für ein härteres Regime bei Pandemien zurückgerudert. Er bedauere, dass seine Äußerungen in einem Interview zu Missverständnissen geführt hätten, teilte der Grünen-Politiker am Freitag mit. "Im Rechtsstaat gilt immer der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit – und zwar immer und ohne Einschränkung." Dieses zentrale Prinzip der Verfassung würde er nie in Frage stellen. "Umso mehr ärgert es mich, dass durch meine Äußerungen offenbar dieser Eindruck entstanden ist." CDU, SPD, FDP und AfD im Bundestag hatten Kretschmann für seinen Vorschlag scharf kritisiert. Der Grünen-Politiker stellte am Freitag klar: "Der Anlass meiner Ausführungen war die Forderung nach einer Enquete-Kommission im Bundestag, die sich damit beschäftigen soll, wie wir mögliche Pandemien in Zukunft schneller eindämmen können." Es gehe ihm darum, die Folgeschäden möglichst gering zu halten und lang andauernde, tiefgreifende Einschnitte in Grundrechte zu vermeiden. "Es geht mir also nicht um weniger Freiheit für die Bürger, sondern um mehr Freiheit." 67 Prozent der Deutschen rechnen laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen wegen Corona-Mutationen mit einer vierten Welle. "Die jetzt geltenden Corona-Maßnahmen halten 63 Prozent für gerade richtig,16 Prozent fordern, dass die Maßnahmen härter ausfallen sollen und für 19 Prozent sind die aktuellen Vorgaben übertrieben." 79 Prozent sprechen sich für eine Maskenpflicht in Geschäften aus,87 Prozent halten dies in öffentlichen Verkehrsmitteln weiterhin für angebracht. Wegen der Corona-Pandemie ist das Wachstum der britischen Bevölkerung auf den niedrigsten Wert seit 20 Jahren gesunken. Mitte 2020 hätten im Vereinigten Königreich schätzungsweise 67,1 Millionen Menschen gelebt, teilte das britische Statistikamt ONS am Freitag mit. Das Plus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt bedeute aber das niedrigste Wachstum seit 2001. Die Statistiker machten die Auswirkungen des Coronavirus auf die deutlich erhöhte Sterblichkeit für die Entwicklung verantwortlich. Im Jahr bis Mitte 2020 seien landesweit etwa 669.000 Menschen gestorben,13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Wert seit 1986. Zugleich sank die Zahl der Geburten auf 701.000 und damit auf den niedrigsten Stand seit 2003. Zudem gab es elf Prozent weniger Umzüge als im Vorjahr. "Einige der deutlichsten Auswirkungen der Pandemie sind in der Zunahme der Zahl der Todesfälle und der Verringerung der Zahl der Umzüge innerhalb des Vereinigten Königreichs zu sehen", sagte ONS-Experte Neil Park. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat sich für die Beibehaltung von Schutzmaßnahmen an Schulen bis zum Frühjahr 2022 ausgesprochen. "Wir empfehlen, dass in Schulen weiter getestet und Mund-Nasen-Schutz getragen wird. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, das sollte bis zum nächsten Frühjahr so sein", sagte Wieler der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Für diese Empfehlung nannte er zwei zentrale Gründe: "Zum einen wollen wir ja das Infektionsgeschehen niedrig halten, weil auch Kinder schwer erkranken können. Und zum anderen haben wir natürlich das Ziel, dass die Schulen offen bleiben." Zugleich rechnet der RKI-Präsident nach eigener Aussage mit einem steigenden Infektionsgeschehen an Schulen. "Es werden vermehrt Fälle bei Kindern auftreten, schon jetzt sehen wir größere Ausbrüche der Delta-Variante in Schulen", sagte Wieler. Hunderte Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Teilen Spanien s haben sich offenbar bei Abschlussfahrten Mitte Juni auf Mallorca mit dem Coronavirus infiziert. Allein in Madrid seien mindestens 245 Jugendliche betroffen, teilten die regionalen Behörden am Donnerstag mit. Zuvor hatte das Baskenland von 49, die Region Valencia von 32 und Murcia von 18 Fällen berichtet. Es wird vermutet, dass praktisch alle betroffenen jungen Leute mit ein und derselben Fähre von Valencia nach Mallorca fuhren und sich vom 12. bis 18. Juni auf der Mittelmeerinsel aufhielten. Alle Schüler hätten sich mit der britischen Variante des Virus infiziert. In der Region Madrid wurden nach den amtlichen Angaben 452 Kontaktpersonen der infizierten Schüler unter Quarantäne gestellt. Es wird nach Medienberichten trotzdem befürchtet, dass die Zahl der Ansteckungen, die mit diesen Klassenfahrten zusammenhängen, in den nächsten Tagen noch zunehmen wird. Die spanische Gesundheitsministerin Carolina Darias rief die Jugendlichen und die jungen Erwachsenen des Landes, die wegen der strikten Alterspriorisierung mehrheitlich noch nicht geimpft sind, zu "verantwortungsvollem Verhalten" auf. Bei den 15- bis 29-Jährigen würden derzeit die höchsten Infektionsraten verzeichnet. Man verfolge den Mallorca-Ausbruch sehr genau. Die Corona-Zahlen gehen in Spanien seit Monaten fast kontinuierlich zurück. Zuletzt wurden landesweit 43 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen erfasst. In Urlaubsregionen wie den Balearen sowie in Valencia und den Kanaren ist die Lage mit Werten um 20 noch besser. Im Zuge der relativ entspannten Corona-Lage beschloss die Regierung am Donnerstag eine deutliche Lockerung der strengen Maskenpflicht im Freien. Ab Samstag muss der Mund-Nasen-Schutz nur dann aufgesetzt werden, wenn der Mindestabstand von eineinhalb Metern zu haushaltsfremden Personen nicht gewahrt werden kann. Die Innenstadt von Sydney sowie die östlichen Vororte der Stadt werden ab Freitag um Mitternacht für eine Woche in den Lockdown gehen. Wie die Premierministerin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian, mitteilt, versuche man so, einen Ausbruch der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus in der Stadt einzudämmen. Anwohner dürften ihre Häuser nur verlassen, wenn sie einen systemrelevanten Beruf hätten, für Lebensmitteleinkäufe, oder um Sport im Freien zu treiben. Am Freitag wurden in Sydney 22 Coronavirus-Fälle gemeldet, der höchste Anstieg seit dem ersten Fall mit der Delta-Variante am vergangenen Mittwoch. Die Lebenserwartung der US-Bevölkerung ist einer Studie zufolge im Corona-Jahr 2020 um fast zwei Jahre gesunken. Das Forscherteam fand dabei eine riesige Ungleichheit zwischen Schwarzen, Latinos und Weißen. So fiel die Lebenserwartung von schwarzen Männern demnach auf knapp 68 Jahre – das sei der geringste Wert seit 1998. Weiße Männer liegen demgegenüber bei knapp 75 Jahren. Der Artikel des US-Teams wurde im "British Medical Journal" veröffentlicht. Insgesamt sank die Lebenserwartung in den USA von 2018 bis 2020 den Wissenschaftlern zufolge insgesamt um 1,87 auf 76,9 Jahre. Besonders extrem sei die Entwicklung für Schwarze und Latinos gewesen, deren Lebenserwartung nach Angaben der Studie jeweils um mehr als drei Jahre zurückging. Die Entwicklung in den USA sei dabei sehr viel drastischer als in 16 ausgewählten, vergleichbaren Industrieländern. Dort liege die Abnahme der durchschnittlich erwarteten Lebenszeit bei etwa 0,22 Jahren – insgesamt liege die Lebenserwartung 4,7 Jahre über der in Amerika. Als Gründe sehen die Forscher um Steven Woolf von der Virginia Commonwealth University School of Medicine in Richmond dabei grundlegende strukturelle Probleme in den USA: Eine seit Langem anhaltende und sich ausweitende Benachteiligung in der gesundheitlichen Versorgung, "hohe Sterberaten im Jahr 2020 und anhaltende Ungerechtigkeit gegenüber rassischen und ethnischen Minderheiten", seien die Folge politischer Entscheidungen und systemischem Rassismus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von jährlichen Impfauffrischungen für die am meisten gefährdeten Personen wie Ältere aus. Bei der Allgemeinbevölkerung sei dies alle zwei Jahre nötig, geht aus einem internen Papier hervor, das die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Es sei mit neuen Varianten des Coronavirus zu rechnen und die Impfstoffe müssten regelmäßig angepasst werden. Im schlimmsten Fall müssten sich alle Geimpften auf eine jährliche Auffrischung einstellen. Bis Sonntag sollen 220 Millionen Europäer mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft sein – rund 60 Prozent der Erwachsenen in der EU. Die Zahl nannte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag beim EU-Gipfel. Für Juli erwartet die Kommission dann noch einmal die Lieferung von mindestens 90 Millionen Impfdosen von Biontech, Moderna und Johnson & Johnson. Hinzu kommen könnten mehr als 30 Millionen Dosen von Astrazeneca, was aber nicht bestätigt sei. Mit den Prognosen liegt die Kommission auf Kurs für ihr Impfziel: Bis Ende Juli soll so viel Impfstoff ausgeliefert sein, dass 70 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Spritze bekommen können. Wissenschaftler nehmen jedoch an, dass dies zur Eindämmung der Pandemie nicht reicht. Zum einen sind für eine Immunisierung bei fast allen Impfstoffen zwei Spritzen nötig. Zum anderen muss ein möglichst hoher Anteil der Gesamtbevölkerung erreicht werden und nicht nur der Erwachsenen. Karl Lauterbach warnt aufgrund der Ausbreitung der Delta-Variante vor einer vierten Pandemiewelle in Deutschland. Diese werde im Herbst zu spüren sein und vor allem Kinder treffen sowie Menschen, die bis dahin noch nicht geimpft sind, schreibt der SPD-Gesundheitsexperte auf Twitter. "Wir haben Glück, dass die Delta-Variante bei uns erst dann die dominierende Variante sein wird, wenn mehr als in UK geimpft sein werden und die Fallzahl niedriger ist", betont Lauterbach und verweist dabei auf einen Tweet von Christian Drosten. Darin mahnt auch der Virologe, dass die Delta-Quote in Deutschland bald steigen werde. Das baden-württembergische Gesundheitsministerium will zusätzliche Impfdosen von Johnson & Johnson vor allem in Regionen einsetzen, in denen sich die Delta-Variante ausgebreitet hat. Der Bund habe für Anfang Juli eine zusätzliche Lieferung nach Baden-Württemberg angekündigt, teilt das Ministerium mit. Diese wolle man gezielt an Kreise verteilen, in denen Corona-Fälle mit der Delta-Variante nachgewiesen worden seien. Bis zum 21. Juni betreffe dies 40 Kreise. Der Europa-Chef des US-Konzerns Moderna, Dan Staner, will den versprochenen Corona-Impfstoff für Deutschland früher als geplant liefern. "Moderna hofft, die im dritten Quartal für Deutschland geplanten Dosen früher bereitstellen zu können, um einen möglichst raschen Fortschritt bei den Impfungen zu unterstützen", sagte Staner der "Wirtschaftswoche". Einen konkreten Termin nannte er nicht. Staner versicherte aber, dass die für 2021 geplante Liefermenge von rund 80 Millionen Dosen auf jeden Fall bereitgestellt werde. Unterdessen arbeitet der Konzern unter Hochdruck an Auffrischungsimpfungen, die auch gegen neue Virusvarianten schützen sollen. "Die stärkste Wirkung zeigt derzeit unser Booster-Impfstoff gegen die Beta-Variante. Wir erwarten, dass unser multivalenter Booster-Impfstoff auch gegen das ursprüngliche Virus und die bedenklichen Varianten schützt", sagte Staner. Im Herbst könnte dieser Impfstoff dann bei denjenigen eingesetzt werden, die "im Januar und Februar dieses Jahres mit einem mRNA-Vakzin erst- oder zweitgeimpft wurden." Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron warnt vor der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. "Wir müssen wachsam sein", sagt Macron bei seiner Ankunft zum EU-Gipfel in Brüssel. Notwendig sei schnelleres Impfen und ein koordiniertes Vorgehen der EU-Staaten. Der Corona-Impfstoff von Pfizer und Biontech verfügt nach Angaben eines Unternehmensvertreters über eine sehr hohe Wirksamkeit gegen die ansteckendere Delta-Variante des Virus. Die bislang vorliegenden Daten deuteten darauf hin, dass das Vakzin zu rund 90 Prozent Covid-19 verhindern könne, sagt Pfizers medizinischer Direktor in Israel, Alon Rappaport, dem dortigen Armee-Rundfunk. Bis heute wurden in Deutschland über 69,5 Millionen Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht, davon 2,3 Millionen Impfungen allein in den vergangenen beiden Tagen. Das hat Gesundheitsminister Jens Spahn via Twitter mitgeteilt. Damit sind inzwischen 43,5 Millionen Bürger (52,2 Prozent) mindestens einmal geimpft. Mehr als jeder Dritte (33,5 Prozent) hat bereits den vollen Impfschutz. "Mit Blick auf die Delta-Variante halten wir das Impf-Tempo hoch", schreibt Spahn weiter. Fast 30 Millionen Menschen in Deutschland können inzwischen ihre Corona-Impfung durch ein digitales Immunitäts-Zertifikat nachweisen. Bis Mittwochabend seien 29,2 Millionen solcher Impfpässe für das Handy ausgestellt worden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag im Bundestag. "Deutschland hat seine nationalen Hausaufgaben gemacht", sagte sie. "Rechtzeitig zur Sommerzeit" werde der Digitalnachweis in allen EU-Ländern verbindlich anerkannt. Dies sei ein "wichtiges Signal". Mit einer möglichst hohen Corona-Impfquote lassen sich nach Einschätzung von Kanzleramtsminister Helge Braun trotz der Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante erneute drastische Maßnahmen verhindern. Wenn sich zwei Drittel der Bürger, also rund 55 Millionen Menschen, impfen lassen, "muss man dann auch nicht über einen Lockdown oder so nachdenken", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". Angesichts der Liefermengen von Impfstoffen könne man je nach Höhe der Impfbereitschaft "damit rechnen, dass jetzt bis Ende Juli/Anfang August wirklich jeder, der möchte, seine Erstimpfung bekommen hat". Die Nichtgeimpften – bei einem Drittel wären es immer noch 27 Millionen – müssten sich dann gerade im Herbst ganz regelmäßig testen lassen. Die Schulen und Kindergärten seien "unser großes Sorgenkind", sagte Braun, weil es zumindest für jüngere Kinder unter zwölf Jahren noch kein Impfangebot gebe. Die könnten dadurch geschützt werden, dass alle Erwachsenen ringsherum um sie geimpft würden. Hinzu kämen weitere Maßnahmen wie etwa die Ausrüstung von Schulen mit Lüftungsanlagen. Angesichts der wachsenden Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus dringen Ärzteverbände auf eine Beschleunigung der Impfkampagne in Deutschland mit mehr Impfstoffen für niedergelassene Ärzte. "Wir dürfen beim Durchimpfen nicht nachlassen, je mehr Menschen geschützt sind, desto geringer sind auch die Chancen für die Delta-Variante", sagt der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). "Gebt uns genügend Impfstoffe!" Je mehr Menschen geimpft seien, desto geringer sei die Ausbreitungsmöglichkeit. Auch der Verband der Kinder- und Jugendmediziner fordert, "das Impftempo deutlich zu erhöhen", erklärt Bundessprecher und Kinderarzt Jakob Maske dem RND. Besonders gefährdet sei die Altersgruppe zwischen 30 und 60 Jahren. "Diese Menschen haben oft keine oder nur die erste Impfung erhalten und sind so einem erhöhten Risiko ausgesetzt." Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bei der Inspektion einer Produktionsstätte des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V mehrere Probleme festgestellt. Die WHO-Inspektoren beanstandeten insbesondere Mängel bei den Daten zur Überwachung des Herstellungsprozesses und der Qualitätskontrolle des Vakzins, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten WHO-Bericht mit vorläufigen Ergebnissen hervorgeht. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, die Mängel seien berücksichtigt worden "und alles, was geändert werden musste, wurde geändert". Russland hatte bei der WHO die Zulassung des vom Gamaleja-Institut entwickelten Impfstoffs für den Notfalleinsatz beantragt. Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP kommt Sputnik V bereits in 40 Ländern zum Einsatz, darunter neben Russland etwa in Indien, im Iran und in Mexiko. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürger aufgefordert, auch beim Reisen die Corona-Pandemie weiter im Blick zu behalten. "Ich appelliere an alle Reisenden, sich sorgsam über das Infektionsgeschehen zu informieren, Testangebote anzunehmen und die Quarantänepflichten ernst zu nehmen", sagte Spahn dem "Handelsblatt". "So führt der Urlaubssommer nicht zu einem Sorgenherbst." Auf die Frage, ob die Menschen trotz Delta-Variante sorglos ihren Urlaub buchen könnten, sagte er: "Grundsätzlich ja. Bei Reiseländern, die von der Delta-Variante bereits stark betroffen sind, sieht das aber anders aus." Dort sei das Risiko, sich anzustecken und die Virusvariante nach Hause zu bringen, deutlich höher. Hier können Sie ältere Nachrichten nachlesen.
++ Fast nur noch auf Covid-Stationen ++
tagesschau.de

 

 9 /41 

"Ungewollter dreijähriger Urlaub": Bill Cosby ist frei (1.01/5)

Bill Cosbys mutmaßliche sexuellen Vergehen wurden vor Gericht gut belegt - und führten schließlich zu seiner Verurteilung. Doch nun kippt eine Formalie sein Urteil und bringt den 83-Jährigen wieder auf freien Fuß.
Sexuelle Nötigung - "Ungewollter dreijähriger Urlaub": Bill Cosby ist frei
t-online.de

 

 10 /41 

Delta sorgt für mindestens Hälfte der Neuinfektionen (1.01/5)

Die Hoffnung auf einen unbeschwerten Sommer sehen einige Fachleute schon durch die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus getrübt: Die Mutante legt auch in Deutschland zu.
Coronavirus: Delta sorgt für mindestens Hälfte der Neuinfektionen
t-online.de

 

 11 /41 

18 Tote nach Hauseinsturz - darunter zwei Kinder (1.01/5)

Die verzweifelte Suche nach Verschütteten nach dem Einsturz eines großen Wohnhauses in der Kleinstadt Surfside nahe Miami läuft weiter. Vorerst gibt es weiterhin nur traurige Funde.
18 Tote nach Hauseinsturz - darunter zwei Kinder
stern.de

 

 12 /41 

"Totale Bereicherung": Zehn Jahre Bundesfreiwilligendienst

Mainz (dpa) - Wer nach einer Operation in der BG Klinik in Ludwigshafen im Aufwachraum langsam aus der Narkose zu sich kommt, blickt vielleicht in das Gesicht von Clara Mansmann. Die 20-Jährige aus Neustadt an der Weinstraße arbeitet seit vergangenem August als Helferin im Bundesfreiwilligendienst (BFD) in dem Krankenhaus. Sie ist dabei mitunter erste Ansprechpartnerin für Operierte. Außerdem hilft sie beim Bettentransport mit oder putzt die Überwachungsmonitore, auf denen der Zustand von Patienten angezeigt wird. "Ich habe viel Freude bei meiner Tätigkeit und fühle mich auch in dem Team sehr wohl", erzählt sie. Hilfe bei beruflicher Orientierung Der jungen Frau hat der Bundesfreiwilligendienst bei ihrer beruflichen Orientierung geholfen. Sie hat sich im Anschluss um eine Ausbildung als Pflegefachkraft in einem Krankenhaus in Speyer beworben. In ihrem Abijahrgang seien einige Mitschülerinnen und Mitschüler gewesen, die ebenfalls in einen der Freiwilligendienste gegangen sind, berichtet Mansmann. Da sie nicht genau wusste, wohin es beruflich einmal gehen sollte, war sie froh, dass es den BFD gibt. "Leerlauf mag ich nicht haben" - und Reisen ins Ausland waren wegen der Corona-Pandemie nicht möglich", berichtet sie. Dass sie "etwas Soziales" machen wollte, wusste sie schon als Schülerin. Eine Tätigkeit im medizinischen Bereich hatte sie vorher für sich nicht vorstellen können. "Aber durch dieses Jahr habe ich gemerkt, dass es mir eigentlich doch liegt und mich total interessiert." Gern würde sie nach ihrer Ausbildung zur Pflegefachkraft Medizin studieren, doch schätzt sie die Chancen dafür angesichts ihrer eher durchschnittlichen Abinote als eher gering ein. Taschengeld, Urlaub und sozialversichert Für ihre Tätigkeit als Freiwillige erhält sie ein Taschengeld von 380 Euro im Monat,26 Tage Urlaub und ist sozialversichert. Sie wird von ihren Eltern finanziell unterstützt. Mansmann hätte sich eine bessere Einarbeitung gewünscht und würde gerne mehr vom allgemeinen Klinikbetrieb mitbekommen. Freiwillige werden nach ihrer Beobachtung oft als volle Arbeitskraft gesehen, das hätten ihr auch andere Freiwillige so berichtet. Für die 20-Jährige endet das Jahr im Bundesfreiwilligendienst bald. Es war eine Erfahrung, die sie nicht missen möchte. "Für mich war das eine totale Bereicherung. Ich habe das Gefühl, dass ich als Mensch gewachsen bin - in meinem Selbstbewusstsein und meiner Art, mit Menschen umzugehen." Programm für Interessenten ab 27 Doch nicht nur ganz junge Menschen, die noch am Anfang ihres Berufsweges stehen, nutzen den BFD. Es gibt auch ein spezielles Programm für Interessenten ab 27, die schon Berufserfahrungen gesammelt haben und sich vielleicht neu orientieren wollen. So wie Michael Steinhage. Der heute 53-Jährige aus Bruttig-Fankel (Landkreis Cochem-Zell) nahm schon in den Anfangsjahren des BFD an dem Programm teil, das - wie er selbst sagt - sein Leben verändert und bereichert hat. Er hatte damals seinen Job als Verkäufer verloren und bewarb sich 2013 beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in seinem Landkreis als Freiwilliger. Die Arbeit im Fahrdienst erfüllte ihn so, dass er seine Dienstzeit von 12 auf 18 Monate verlängerte. Steinhage bekam im Anschluss eine Festanstellung beim DRK Cochem-Zell. Er fährt nun Kinder zu Förderschulen oder Fördertagesstätten. Er sieht die Zeit rückwirkend als einen Wendepunkt in seinem Leben: "Ich habe ein erfülltes Leben dank dieser Sache." Der Vorteil des Freiwilligendienstes liege darin, dass "die Tätigkeit einem die Angst nehmen kann, etwas Neues zu wagen." Überzeugungsarbeit notwendig Probleme hatte er damals damit, die Bundesagentur für Arbeit von seinem Engagement als Freiwilliger zu überzeugen. "Die haben nicht nachvollziehen können, dass ich als Freiwilliger für theoretisch umgerechnet zwei Euro die Stunde gearbeitet und mich nicht um eine andere Arbeit bemüht habe", erzählt er. Es sei sicherlich "ein anderes Ding, wenn du als junger Mensch in den Freiwilligendienst kommst oder als gestandener Vater, der sich natürlich auch Sorgen macht, wie man seine Familie über die Runden bringt." Doch diese Sorgen sind längst überwunden. Mit seiner Festanstellung hat er materielle Sicherheit, der tägliche Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen in seinem Kleinbus macht ihm nach wie vor Spaß. "Seit der Festanstellung bin ich auf der Sonnenseite des Lebens." Steinhage ist kein Einzelfall, weiß Sandra Schollmeyer, die sich im DRK Rheinland-Pfalz vor allem um die Freiwilligen über 27 kümmert, für die andere Regelungen gelten als für die jüngere Altersgruppe: "Der BFD funktioniert als Türöffner für beide Seiten. Mehr als zwei Drittel in dem Programm BFD 27plus finden nach dem Dienst eine feste Beschäftigung oder Ausbildung." Viele machen Riesenschritte in ihrer Entwicklung Viele derFreiwilligenseien am Anfang verunsichert, weil sie vielleicht langzeitarbeitslos waren und sich nun beruflich neu orientieren wollen. "Oder es handelt sich um Menschen mit Migrationshintergrund, die noch Sprachbarrieren haben und unsicher sind, der Gesellschaft aber etwas zurückgeben wollen", berichtet Schollmeyer. "Viele von ihnen wachsen in diesem Jahr, werden selbstbewusster und machen Riesenschritte in ihrer Entwicklung." Etwa 900 Freiwillige zählt das DRK als größter Anbieter in diesem Bereich pro Jahrgang in Rheinland-Pfalz. Davon sind 200 beimBFD, der Rest macht ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ).25 bis 30 davon nehmen am Programm BFD 27plus teil. Die derzeit Ältesten sind laut Schollmeyer zwei Freiwillige im Alter von 60 und 61, die im Fahrdienst beziehungsweise bei der Hausaufgabenbetreuung helfen.

 

 13 /41 

Erneut 182 Kindergräber in Kanada gefunden

In Kanada nimmt die Wut auf die katholische Kirche immer weiter zu: Erneut werden in der Nähe eines Internats für indigene Kinder zahlreiche Gräber entdeckt. Zwei ähnliche Funde hatten das Land schon vor Monaten erschüttert. In Kanada sind auf dem Gelände eines ehemaligen Internats für Kinder von Ureinwohnern weitere 182 anonyme Gräber gefunden worden. Experten stießen bei Suchaktionen an der Saint Eugene's Mission School im westkanadischen Crankbrook vermutlich auf die sterblichen Überreste von Schülern des Internats, wie die dortige indigene Gemeinschaft mitteilte. Die Wut über die Entdeckungen ist groß, erneut gingen in Kanada zwei katholische Kirchen in Flammen auf. Bei der Suche an der Saint Eugene's Mission School in der Provinz British Columbia setzten die Experten unter anderem Bodenradargeräte ein, wie die Lower-Kootenay-Gemeinschaft mitteilte. Sie geht davon aus, dass es sich bei den toten Kindern, von denen viele in nur einen Meter tiefen Gräben verscharrt wurden, um Schüler des Internats im Alter von sieben bis 15 Jahren handelte. Die katholische Kirche hatte das Internat im Auftrag der Regierung von 1912 bis Anfang der 70er Jahre betrieben. Zuvor hatten bereits zwei ähnliche Funde das Land erschüttert. Auf dem Gelände eines früheren katholischen Internats nahe der Kleinstadt Kamploops in British Columbia waren Ende Mai 215 Kinderleichen gefunden worden. Daraufhin wurden in ganz Kanada mit Unterstützung der Behörden Ausgrabungen in der Umgebung ehemaliger Schulen für Kinder von Ureinwohnern vorgenommen. Bei einem anderen katholischen Internat in Marieval in der Provinz Saskachewan stießen die Experten dann auf weitere 751 anonyme Gräber. In Kanada waren ab 1874 rund 150.000 Kinder von Ureinwohnern und gemischten Paaren von ihren Familien und ihrer Kultur getrennt und in kirchliche Heime gesteckt worden, um sie so zur Anpassung an die weiße Mehrheitsgesellschaft zu zwingen. Viele von ihnen wurden in den Heimen misshandelt oder sexuell missbraucht. Nach bisherigen Angaben starben mindestens 3200 dieser Kinder, die meisten an Tuberkulose. Die letzten dieser Schulen schlossen erst in den 90er Jahren. Viele indigene Gemeinschaften machen die Heime, die ganze Generationen geprägt haben, heute für soziale Probleme wie Alkoholismus, häusliche Gewalt und erhöhte Selbstmordraten unter den Indigenen verantwortlich. Ottawa entschuldigte sich im Jahr 2008 offiziell bei den Überlebenden der Internate. Sie seien Opfer eines "kulturellen Genozids", stellte eine Untersuchungskommission im Jahr 2015 fest. Dennoch war den zahlreichen Berichten über Missbrauch und hohe Todesraten in den sogenannten Residential Schools nie ernsthaft nachgegangen worden. Kanadas Regierungschef Justin Trudeau forderte in der vergangenen Woche, das Land müsse "Lehren aus der Vergangenheit ziehen", deutete aber auch an, die Schuld liege Größtenteils bei der katholischen Kirche. Seit den ersten Leichenfunden gingen in Kanada bereits acht Kirchen in Flammen auf. Am Mittwochmorgen brannten eine Kirche in Morinville nördlich von Edmonton in der Provinz Alberta und eine Kirche im Indigenen-Gebiet Sipekne'katik bei Halifax in der Provinz Nova Scotia ab, wie die kanadische Polizei mitteilte. Sie stuft beide Brände als "verdächtig" ein und ermittelt wegen möglicher Brandstiftung. Mehrere andere Kirchen in Kanada wurden beschädigt, unter anderem mit roter Farbe. Offiziell wird noch geprüft, ob es eine Verbindung zwischen den Anschlägen und den Funden der Kinderleichen gibt.

 

 14 /41 

Betrug mit Luxusautos im Internet: 860.000 Euro Schaden

Weil sie in großem Stil teure Autos im Internet zum Kauf angeboten und Anzahlungen kassiert haben sollen, stehen von diesem Donnerstag (11.00 Uhr) an zwei Männer vor dem Landgericht Frankfurt. Die Anklage legt den 31 und 36 Jahre alten Männern zur Last, über die angebotenen Fahrzeuge niemals selbst verfügt zu haben. Stattdessen seien die Angeklagten auf das Geld der arglosen Käufer aus gewesen. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mindestens 860.000 Euro. Die Wirtschaftsstrafkammer hat vorerst sieben Verhandlungstage bis Ende August terminiert.

 

 15 /41 

Lockerung von Corona-Restriktionen in Österreich und anderen Urlaubsländern

In mehreren Urlaubsländern werden ab Donnerstag Corona-Restriktionen gelockert. In Österreich dürfen nach Cafés und Restaurants auch Diskotheken und Clubs wieder öffnen. Voraussetzung für einen Besuch ist der sogenannte 3-G-Nachweis, also der Nachweis über eine Corona-Impfung, einen Negativ-Test oder eine Genesung von einer Corona-Infektion. An Orten mit Pflicht zum 3-G-Nachweis entfällt in Österreich ab Donnerstag die Maskenpflicht. Kunden-Obergrenzen im Einzelhandel werden ebenfalls aufgehoben. In der Türkei entfallen die sonntäglichen und nächtlichen Ausgangssperren. Konzertsäle und andere Musiklokale müssen aber um Mitternacht schließen. Die thailändische Urlaubsregion Phuket will geimpfte Touristen wieder ohne Quarantäne auf die Ferieninseln lassen. Am Donnerstag sollen vier Flüge mit rund 250 Urlaubern dort landen.

 

 16 /41 

Spielvorhersage - Forscher versuchen sich als EM-Orakel: Durchwachsener Erfolg

Karlsruhe (dpa) - "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen", so ein berühmtes Zitat. Das gilt auch für die diesjährige Fußball-Europameisterschaft der Männer. Obwohl Programmierer und Statistiker mit ausgefeilten Methoden versuchen, in die Glaskugel zu schauen, lagen sie beim bisherigen Turnierverlauf nur zum Teil richtig. Denn der Zufall ist eine starke Macht, gegen die es schwer anzurechnen ist. Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben einen Algorithmus zum EM-Ausgang programmiert und sahen die Mannschaften von Frankreich und England - letztere mit leichtem Vorteil - im Finale. Frankreich schied allerdings am Montagabend aus. England, das am Dienstag die deutsche Mannschaft im Achtelfinale bezwang, kann das Finale noch erreichen. Viele Unwägbarkeiten Bis dahin gibt es aber noch viele Unwägbarkeiten. "Ein blöder Abpraller vom Pfosten, ein unglückliches Eigentor - es sind eben die Zufälle, die jede statistisch berechneten Wahrscheinlichkeiten konterkarieren können", sagt Alexandros Stamatakis, Professor für High Performance Computing am KIT und Forschungsgruppenleiter am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS). Zusammen mit Ben Bettisworth vom HITS hat er eine Software entwickelt. Damit versuchen sie den Verlauf von K. O.-Phasen während eines Fußballturniers vorherzusagen. Problem dabei: "Fußballergebnisse während einer EM sind extrem schwer vorherzusagen, weil insgesamt wenige Tore fallen und viele auch durch Zufall entstehen", erklärt Stamatakis. "Die Spielstärke einer Mannschaft ist nicht unbedingt in Ergebnissen zu fassen." Das habe man am Montag beim Achtelfinal-Spiel Frankreich gegen die Schweiz gesehen. "Frankreich war in allen Belangen stärker, aber der Zufall wollte es nicht." Es kam zum Elfmeterschießen: Frankreich verlor mit 4:5. Einfacher sei es beispielsweise, die Bundesliga zu simulieren: Weil da eine Saison lang alle gegen alle spielen und Zufälle sich über die Saison hinweg herausmitteln, sagt Stamatakis. Auf Datenbasis der Kollegen ermittelten Stamatakis und Bettisworth nun selbst die Gewinnwahrscheinlichkeiten bei der EM - dadurch, dass keine Simulationen notwendig waren, innerhalb von Mikrosekunden. "Weniger Rechenschritte waren nötig" sagt Stamatakis zu seinem Ansatz. "Außerdem konnten wir die Wahrscheinlichkeit exakt berechnen, statt sich ihr nur anzunähern." Geholfen hat ihnen dabei ein Algorithmus aus der Bioinformatik, wie man ihn zur Erstellung von Stammbäumen verwendet - etwa denen von Coronaviren und inwieweit diese Viren verwandt sind. Vielleicht tippen Tiere gar nicht so schlecht Auch andere Experten beschäftigen sich mit Vorhersagen von Fußballspielen: So das Startup KickForm, für den der Physiker und Autor des Buches "Der perfekte Tipp", Andreas Heuer, den Algorithmus entwickelt hat. "Bisher liegt die Zahl der Tore pro EM-Spiel bei 2,8, das ist vergleichbar mit der Bundesliga", sagt Heuer, der an der Uni Münster lehrt. Der Beitrag des Zufalls sei daher vergleichbar und liege bei etwa 86 Prozent. Er rechnet unter anderem mit den sogenannten Elo-Zahlen, bei denen Mannschaften nach ihren Ergebnissen bewertet werden. Im Finale sehen er und KickForm Belgien und England - und Belgien als künftigen Europameister. Volkswirte der Deka-Bank wiederum rechneten das schon ausgeschiedene Frankreich als Europameister aus, lagen aber zumindest mit der Achtelfinale-Prognose für das Spiel England gegen Deutschland richtig. Wer am Ende Europameister wird? Vielleicht orakeln schlussendlich Tiere gar nicht mal so schlecht. Der inzwischen verstorbene Krake Paul aus Oberhausen zum Beispiel tippte bei der WM 2010 in Südafrika die sieben Spiele mit deutscher Beteiligung nebst Finale richtig. Bei der WM im Jahr 2018 versuchten unter anderem ein Dackel, ein Schneeleopard und eine Ziege ihr Glück. Oft müssen auch Elefanten als Orakel herhalten. Für die aktuelle EM ist Elefantendame Yashoda aus Hamburg sehr gefragt. Für Dienstagabend hatte sie per Rüssel allerdings einen Sieg der Deutschen vorausgesagt.

 

 17 /41 

Hauseinstutz in Florida: Zwei Kinderleichen in den Trümmern gefunden

Nach dem Teileinsturz eines zwölfstöckigen Wohnhauses im US-Bundesstaat Florida ist die Zahl der geborgenen Todesopfer erneut gestiegen. Mehr als 140 Menschen gelten noch als vermisst. Nach dem Teileinsturz eines Hochhauses in Florida sind die Leichen von zwei Kindern in den Trümmern gefunden worden. "Wir haben zwei weitere Leichen unter den Trümmern gefunden", sagte die Verwaltungschefin des Bezirks Miami Dade, Daniella Levine Cava, am Mittwoch. "Mit großem Bedauern und echtem Schmerz muss ich bekanntgeben, dass es sich um zwei Kinder im Alter von vier und zehn Jahren handelt." Die Zahl der Todesopfer stieg damit auf 18. Mehr als 140 Menschen gelten immer noch als vermisst. Es wird deswegen befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer noch stark ansteigen wird. Das zwölfstöckige Wohngebäude Champlain Towers South war vor einer Woche mitten in der Nacht teilweise eingestürzt. Rettungskräfte suchen seitdem in den Trümmern fieberhaft nach Vermissten. Die genaue Ursache für das Unglück ist unbekannt. Ein Gutachten hatte aber bereits 2018 "große strukturelle Schäden" an dem Gebäude festgestellt. An diesem Donnerstag reist US-Präsident Joe Biden an den Unglücksort. Der Präsident wird die Stadt Surfside nördlich von Miami Beach gemeinsam mit seiner Ehefrau Jill besuchen und sich ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe machen.

 

 18 /41 

Lesen Sie zeit.de mit Werbung oder im PUR-Abo. Sie haben die Wahl.

Visit zeit.de as usual with ads and tracking. Details about how we use tracking can be found in our Privacy Policy and in the Privacy Center. Use zeit.de with fewer ads and without ad tracking for €1.20/week (for digital subscribers only €0.40/week).

 

 19 /41 

"Der Club der toten Dichter" zur Festspiel-Eröffnung

Träume, Visionen, freies Denken - um diese Themen geht es bei den 70. Bad Hersfelder Festspielen, die am Donnerstag (20.30 Uhr) eröffnet werden. Zum Auftakt erleben die Zuschauer in der Stiftsruine die europäische Uraufführung einer Bühnenversion von "Der Club der toten Dichter" mit dem Theater- und Fernseh-Schauspieler Götz Schubert in der Hauptrolle des Lehrers John Keating. Zuvor werden bei einem Festakt Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sprechen. Coronabedingt ist das Platzangebot bei den Festspielen in diesem Jahr begrenzt, und es gelten umfangreiche Abstands- und Hygieneregeln. So müssen die Gäste auch am Platz einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske tragen. Im vergangenen Jahr waren die Festspiele, die zu normalen Zeiten Zehntausende Zuschauer in die osthessische Stadt locken, wegen der Pandemie abgesagt worden - stattdessen gab es ein kulturelles Ersatzprogramm. Nach dem monatelangen Lockdown, der viele Kunst- und Kulturschaffende hart traf, erhoffen sich das Ensemble und die Festspielleitung nun ein Aufbruchssignal für die Kulturlandschaft.

 

 20 /41 

Entscheidung im Prozess um ein Champagner-Sorbet

Das Oberlandesgericht (OLG) München will am Donnerstag eine Entscheidung im Rechtsstreit um ein Champagner-Sorbet verkünden. Das Gericht muss die Frage klären, ob das "Champagner-Sorbet" von Aldi tatsächlich nach Champagner geschmeckt hat. Denn der Verband Civic, der hinter dem Markenschutz für "Champagner" steht, bezweifelt das und hat den Discounter wegen der Bezeichnung des Produktes verklagt.

 

 21 /41 

BGH urteilt über Millionen-Einziehung bei Waffenhersteller

Der Bundesgerichtshof entscheidet heute Nachmittag (14.00 Uhr) über eine gerichtlich angeordnete Einziehung von 11,1 Millionen Euro bei drei Gesellschaften des Waffenherstellers Sig Sauer. So hoch waren nach Auffassung des Kieler Landgerichts die Umsatzerlöse aus illegalen Waffenlieferungen nach Kolumbien. Dagegen haben die Gesellschaften Revision eingelegt (Az.3 StR 518/19). Das Landgericht hatte im April 2019 für die nicht genehmigte Pistolenlieferung über die USA nach Kolumbien Bewährungsstrafen und hohe Geldauflagen gegen drei Angeklagte verhängt. Es sah es als erwiesen an, dass die früheren Geschäftsführer des Standorts Eckernförde ausfuhrverantwortlich waren für die Lieferung von mehr als 47 000 Pistolen vom Typ SP 2022 an eine Schwesterfirma in den USA zwischen 2009 und 2011. Von diesen Waffen wurden mehr als 38 000 nach Kolumbien weiterverkauft. Strittig ist nur noch die angeordnete Einziehung der Millionen-Summe.

 

 22 /41 

Die arabische Anerkennungswelle für Israel hat auch mit Rumsfeld zu tun

E r war alles zugleich – bescheiden und manchmal fast größenwahnsinnig; ein sehr erfolgreicher Wirtschaftsmanager im Pentagon; nach dem 11. September 2001 das Antlitz eines entschlossenen Amerikas und nach der Aufdeckung der Abscheulichkeiten im irakischen US-Verhörlager Abu Ghraib 2004 das Gesicht eines verbrecherischen Amerikas. Darin ähnelte Donald F. Rumsfeld seinem Amtsvorgänger Robert McNamara, dem ehemaligen Ford-Chef, der vor sechzig Jahren unter John F. Kennedy den Vietnamkrieg geplant hatte, mit ähnlichen Vorstellungen darüber, dass man einen Krieg rasch beenden könne, wenn eben alles gut geplant sei. McNamara trat Ende Februar 1968 desillusioniert zurück,16 Tage vor dem Massaker von My Lai an vietnamesischen Zivilisten durch eine US-Soldatenkompanie. Rumsfeld wollte nach den Exzessen einer Militärpolizeikompanie in Abu Ghraib zurücktreten. Die Kompanie von My Lai war erst drei Monate vor dem Massaker nach Vietnam gekommen, die Kompanie von Abu Ghraib, teilweise aus Reservisten bestehend, erst drei Monate vor den Verbrechen in den Irak. Soldaten, die unter der plötzlichen Konfrontation mit dem wirklichen Krieg durchdrehen, zumal einem Krieg, dessen Befehlslage solche Kriegsverbrechen zu ermutigen scheint, kamen in McNamaras System-analytischen Managementtheorien nicht vor, und ebenso wenig in Rumsfelds. Immerhin sind beide Kriegsverbrechen von der US-Armee nicht rabiat vertuscht, sondern in geheimen Militärermittlungen untersucht worden; McNamara ebenso wie Rumsfeld wollten die Ermittlungen aber länger geheim halten, als es sinnvoll war. Die Ermittlungsresultate gelangten an die Presse. Das Ergebnis war beide Male der Umschwung der öffentlichen Meinung gegen den Krieg. Abu Ghraib war kein Massaker, es bestand mehr auf ausgelebter Perversität und abstoßender gezielter Erniedrigung von Internierten als aus physischer Folter im eigentlichen Sinn. Saddams Gefängnisse waren ungleich brutaler, es waren wahre Folterhöllen. Saddams Schergen haben ihr Tun auf Filmen festgehalten, die US-Armee erbeutete. Die Vorführung solcher Filme in einer konservativen Stiftung in Washington musste im Frühsommer 2003 nach wenigen Minuten abgebrochen werden. Was dort zu sehen und zu hören war, war zu schrecklich. Aber Rumsfeld wusste, dass an US-Militärpolizisten andere Maßstäbe angelegt werden. Er bat um Entschuldigung für die Verbrechen. Er war ein hochintelligenter Mann, der begriff, dass Abu Ghraib unverzeihlich war, zumal er sogenannten „verschärften Verhörmethoden“ prinzipiell zugestimmt hatte. Er wollte deshalb nach Bekanntwerden der Bilder zurücktreten, zweimal sogar, was auch in Washington nicht sehr selbstverständlich ist. Schon gar nicht, wenn man intellektuell so unabhängig und in Amerikas Führungszirkeln so erfahren ist, wie er es war. Únter John F. Kennedy kam Rumsfeld mit gerade 30 Jahren 1962 ins US-Repräsentantenhaus. Richard Nixon beriet er in Wirtschaftsfragen und war dann kurzzeitig sein Nato-Botschafter.1974 wurde er unter Gerald Ford Stabschef des Weißen Hauses, dann mit 42 Jahren der bisher jüngste US-Verteidigungsminister und 30 Jahre später unter George W. Bush einer der bei Amtsantritt ältesten. In den 80er-Jahren war Rumsfeld ein energischer Firmensanierer. Gemessen an diesem Lebenslauf, konnte er liebenswürdig bescheiden sein. Sein Washingtoner Haus lag zwar in einer guten Gegend, war aber geradezu unauffällig. Demokraten wie Senator Edward Kennedy oder der Präsidentschaftskandidat von 2004 John Kerry, später Außenminister und heute Klimaschutz-Beauftragter, residierten wahrlich nobler. Rumsfelds damalige Nachbarin, die Tochter eines einst prominenten deutschen Politikers, konnte sich darauf verlassen, dass der Minister mit ihr ein Schwätzchen am Gartenzaun hielt, wenn er am Sonntag mal nicht im Pentagon war. Der Gartenzaun war ein simples Bretterkonstrukt, und mehr als ein Polizeiauto vorm Haus gab es an Sicherheit auch nicht. Er war ein unermüdlicher Arbeiter, gefürchtet für seine Energie. Bei einem Dinner, auf dem Bush Protokoll-gemäß, aber für Washingtons Verhältnisse spät am Abend, schon halb elf, eine launige Rede zu halten hatte, machte Rumsfeld sich Notizen; darauf angesprochen sagte er: Nein, ich notiere mir nicht Bushs Scherze, ich habe morgen drei Sitzungen, und ich muss bis dahin noch eine Menge Punkte klären. Seine Mitarbeiter überschüttete er mit Notizen auf gelben Zetteln, den berühmt-berüchtigten „Schneeflocken“. Dort stand dann zum Beispiel im April 2003, zwei Tage vor Saddam Husseins Sturz als irakischem Diktator, unter dem Stichwort „Probleme mit verschiedenen Ländern“ zu lesen: „Wir brauchen mehr diplomatischen Druck auf Syrien und Libyen, und zwar schnell. Falls die Irak aufmischen, wird das die Heimkehr unserer Truppen verzögern. Wir müssen auch das Pakistan Problem lösen. Und mit Korea scheint es nicht gut zu laufen. Machen Sie mir Vorschläge, die vorlagefähig sind?“ Mal rasch die Welt retten. O ja, er konnte seine Bedeutung durchaus herauskehren, wenn er in seinem gepanzerten SUV zu einem offiziellen Dinner fuhr, das Wageninnere mit mehreren Leselampen hell erleuchtet, Rumsfeld im Smoking sehr demonstrativ in Akten vertieft. Rumsfeld war auf die Nebel des Krieges, die McNamara an den Rand des völligen seelischen Zusammenbruchs gebracht hatten, aber besser vorbereitet als jener. Die Lektion Vietnam war nicht vergessen. Mit Blick auf Vietnam hatte Rumsfeld weniger Soldaten in den Irak schicken wollen, als die Generäle es für richtig hielten, und schnell wieder abziehen wollte er auch. Das war ein Fehler. Ein Fehler war es auch, mit so geringen Kräften zwei Kriege zeitgleich führen zu wollen, in Afghanistan und im Irak. Im irakischen Guerillakrieg ab 2004 gelang es Rumsfeld freilich, die US-Streitkräfte in kurzer Zeit der neuen Lage anzupassen. Seine „Counterinsurgency“-Strategie war sehr viel erfolgreicher als diejenige des verzweifelten McNamara in Südvietnam. Bei ihrer Umsetzung gab es weitere Ereignisse, die Kriegsverbrechen sein können, zum Beispiel den Helikopterangriff auf Zivilisten in Bagdad 2007, den „Wikileaks“ 2010 publik machte. Zur Fairness gehört es allerdings auch, dass ein Verteidigungsminister nicht für jeden Hubschrauberpiloten persönlich verantwortlich ist, und dass Rumsfelds Truppen trotz der unerhörten Härte der Kämpfe um Falludscha Ende 2004 oder um Ramadi 2006 diszipliniert fochten, wenn man ihr Vorgehen mit demjenigen Baschar Assads oder Wladimir Putins in Syrien vergleicht. Rumsfeld hat den Irak-Feldzug stets für richtig gehalten. Seinen Auftritt im Pressesaal des Pentagon nach einem schweren, live im TV übertragenen nächtlichen Luft-Präzisionsschlag auf Bagdad empfand er erkennbar als einen Höhepunkt seiner Ministerzeit. Mit einem kaum verhohlenen triumphalen Blick betrat er einen Raum, in dem die Journalisten in eingeschüchterter Stille warteten. Die Bilder dieses Luftangriffs sollten eine weltweite Warnung davor sein, die USA nach einer Zeit unschlüssiger Außenpolitik unter Bushs Vorgänger Bill Clinton zu unterschätzen. Rumsfeld hat sich keine Illusionen darüber gemacht, dass die Wirkung solcher Bilder lange anhalten würden. In einer berühmt gewordenen Äußerung sagte er, es gebe Dinge, von denen man wisse, dass man sie kenne; dann gebe es Dinge, von denen man wisse, dass man sie nicht kenne; es gebe da aber auch Dinge, von denen man gar nicht wisse, dass man sie bereits kenne; und es gebe Dinge, von denen man noch überhaupt nicht wisse, dass man sie gar nicht kenne. Im Irak 2004 traf er auf eine Lage, von der er, seinem Diktum gemäß, nicht gewusst hatte, dass er sie bereits kannte – seine eigene Annahme, der Krieg sei schnell vorüber, hatte sich als falsch erwiesen. Rumsfeld riss das Steuer herum. Sein Denken war darauf gerichtet, realisiertes Wissen in Handlungsmöglichkeiten umzusetzen. Ein Aspekt, der ihn umtrieb, war Nordkoreas und Irans Atomrüstung. Besonders Nordkoreas mehrere hundert Meter tief verbunkerte Kommandostände und Fabriken trieben ihn um. Rumsfeld war deshalb ein entschiedener Befürworter von konventionellen Bunkerknacker-Sprengköpfen für Interkontinentalraketen, um Teheran und Pjöngjang unterhalb einer Atomkriegsschwelle bedrohen zu können. In solchen Fragen war er völlig unsentimental. Mitte der 70er-Jahre drängte er als Verteidigungsminister auf die Wiederaufnahme der amerikanischen Chemiewaffenproduktion. Nur so könne man die Sowjetunion, die chemisch ungehemmt aufrüste, zu Verhandlungen zwingen. Mit solcher Unsentimentalität hat er den neuen Irak bis 2009 einigermaßen stabilisiert. Das war ein wichtiger Schritt zu einem neuen Nahen Osten. So, wie McNamara zwar in Vietnam gescheitert ist, aber der Nato mit seiner neuen Strategie der flexiblen Antwort den Albtraum nahm, dass jeder Konflikt entlang des Eisernen Vorhangs sofort zu einem atomaren Vernichtungskrieg führen werde – so trug Rumsfeld dazu bei, das ewige Pulverfass Irak zu entschärfen. Ohne den dadurch letztlich doch erfolgreichen Sturz Saddam Husseins wäre es jetzt nicht zur Anerkennungswelle in der arabisch-muslimischen Welt für Israel gekommen. Viel zu sehr hatte Saddam sich dem Kampf gegen Israel verschrieben, und er war ein ganz anderer Machtfaktor als die afghanischen Taliban. Es hat gedauert, bis genügend Vertrauen darin aufgebaut war, dass der neue Irak stabil bleiben würde. Aber nun zeigen sich dort allmählich die Früchte der Beharrlichkeit auch Donald Rumsfelds. Kurz vor seinem 89. Geburtstag am 9. Juli ist er am Dienstag gestorben – wenige Wochen, bevor die letzten US-Truppen aus Afghanistan abziehen. Die bevorstehende Reconquista des Landes durch die Taliban ist eine Hypothek nicht nur für Joe Biden, sondern auch für Rumsfeld. Als dieser in Princeton studierte, diskutierte Amerika leidenschaftlich die Frage, wer China an Mao verloren habe – Tschiang Kai-shek, oder nicht doch Washington durch die eigene politische Kurzsichtigkeit? Die Frage hat Wahlen mitentschieden. Afghanistan kann wieder ein solches Thema werden. Donald Rumsfelds Name könnte in der US-Politik noch eine Rolle spielen, wenn die Namen seiner Amtsnachfolger allesamt längst vergessen sind.

 

 23 /41 

Donald Rumsfeld: Der ehemalige US-Verteidigungsminister ist tot

Er war arrogant, wortgewandt und im bürokratischen Kleinkrieg geübt: Donald Rumsfeld diente zwei republikanischen Präsidenten als Verteidigungsminister und ging als Chefplaner des Militäreinsatzes im Irak in die Geschichtsbücher ein. Am Mittwoch ist er im Alter von 88 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben. Donald Rumsfeld bei einer Gedenkfeier am 11. September 2019. Als der ehemalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld vor zehn Jahren seine Memoiren publizierte, da wählte er für das zentrale Kapitel über den Irakkrieg einen bezeichnenden Titel: «Katastrophaler Erfolg». So war er eben, der ehemalige Kongressabgeordnete, Botschafter, Geschäftsmann und zweifache Minister: Wenn Rumsfeld der Meinung war, er habe recht, dann liess er keinen Zweifel daran. Also schrieb Rumsfeld, fast eine Dekade nach dem Beginn des folgenreichen Militäreinsatzes im Nahen Osten: Natürlich habe er von Beginn weg gewusst, dass der Konflikt nach dem seiner Meinung nach wohlverdienten Sturz von Diktator Saddam Hussein nicht zu Ende sein werde. Sein Ministerium sei deshalb für den Eventualfall gut gerüstet gewesen schliesslich habe er sein Amt im Jahr 2001 mit dem Ziel angetreten, die amerikanischen Streitkräfte zu modernisieren. Er habe aber intern von Beginn weg klargemacht, dass es nicht die Rolle des Pentagon sein könne, das irakische Volk von den Vorzügen einer Demokratie zu überzeugen. Für die Fehler, die den Amerikanern im Irak unterliefen, machte er stattdessen hochrangige Berater des Präsidenten und vor allem das Aussenministerium verantwortlich. Angst vor zu hohen Erwartungen im Irak Rumsfeld machte nie ein Geheimnis daraus, dass er nicht an eine schnelle Transformation von der Diktatur zur Musterdemokratie glaubte. Als Präsident George W. Bush 2003 plötzlich luftige Ziele über den amerikanischen Kurs verkündete, da riet der Verteidigungsminister zu einem vorsichtigeren Vorgehen. «Ich schlug vor, mehr über Freiheit als über Demokratie zu sprechen», schrieb er in seinen Memoiren. Denn es könne nicht sein, dass Amerika dem irakischen Volk ein System aufzwinge, wenn die heimische Bevölkerung vielleicht ein eigenes entwickeln könne, «dass ihrer Geschichte und Kultur» besser entspreche. Bush aber, mit der Unterstützung von Sicherheitsberaterin und Aussenministerin Condoleezza Rice, zeigte wenig Musikgehör. Als der Republikaner 2005 seine zweite Amtszeit antrat, da sprach er explizit darüber, wie er von Washington aus die Demokratie in die ganze Welt exportieren wolle. In der Öffentlichkeit blieb Rumsfeld derweil das Gesicht eines Feldzuges, der auch unter amerikanischen Wählerinnen und Wählern rasch an Unterstützung verlor. Das selbstbewusste Auftreten Rumsfelds war dabei nicht unbedingt hilfreich. So gefiel sich der Pentagon-Chef dabei, während seinen regelmässigen Pressekonferenzen die Medienschaffenden mit Wortspielen zu unterhalten. Eine Abwandlung des wohl bekanntesten Spruch – «Es gibt bekannte Bekannte. Das sind Dinge, über die wir Bescheid wissen. (...) Aber es gibt auch unbekannte Unbekannte. Das sind Dinge, von denen wir nicht einmal wissen, dass sie uns unbekannt sind» – wurde 2011 zum Titel seiner Memoiren. Seit den Sechzigerjahren mit Cheney verbunden 2006 war die Achterbahnfahrt seiner Karriere plötzlich zu Ende. Als die Republikaner im November in den Zwischenwahlen sowohl die Mehrheit im Repräsentantenhaus als auch im Senat verloren, musste Rumsfeld über die Klinge springen. Bush entliess ihn, weil nach dem Skandal über den Missbrauch irakischer Gefangener in Abu Ghraib die negativen Schlagzeilen nicht abrissen. Selbst sein alter Freund, der damalige Vizepräsident Richard Cheney, konnte Rumsfeld nicht mehr retten. Dabei waren Rumsfeld und Cheney ein bewährtes Gespann, obwohl «Rummy» achteinhalb Jahre älter war als «Dick». Die beiden trafen sich erstmals im Jahr 1968, als Cheney sich erfolglos um einen Posten im Büro des Kongressabgeordneten Rumsfeld bewarb. Rumsfeld, Vertreter einer neuer Garde der Republikaner, vertrat damals im sechsten Jahr einen Wahlkreis im Gliedstaat Illinois im Repräsentantenhaus. Im Jahr darauf trafen sich die zwei wieder. Rumsfeld übernahm unter dem neuen Präsidenten Richard Nixon einen Wirtschaftsposten und heuerte Cheney als Assistent an. Als sich Rumsfeld 1973 zu Beginn der skandalgeplagten Amtszeit Nixons auf den Posten des amerikanischen Nato-Botschafter in Brüssel zurückzog, blieben sie in Kontakt. Unter Präsident Gerald Ford, der im Sommer des Jahres 1974 Nixon im Weissen Haus ersetzte, wurde Rumsfeld zuerst Stabschef im Weissen Haus und dann Verteidigungsminister. Er war damals bloss 43 Jahre alt und noch heute hält er den Rekord, der jüngste und später auch der älteste Chef des Pentagons gewesen zu sein. Cheney wiederum wirkte zuerst als Assistent von Rumsfeld, bevor er dann seinen Ex-Chef beerbte und zum Stabschef von Präsident Ford aufstieg. Langes Gastspiel in der Privatindustrie Nach der Niederlage des republikanischen Präsidenten im Jahr 1976 wechselte Rumsfeld in die Privatwirtschaft. Er leitete den Pharmakonzern G. D. Searle, der heute zu Pfizer gehört. Später folgten Gastspiele an der Spitze von General Instrument und Gilead Sciences. Politisch hielt er sich in den 25 Jahren bis zu seiner erneuten Berufung als Verteidigungsminister unter George W. Bush als Emissär im Gespräch. So reiste er 1983 im Auftrag von Präsident Ronald Reagan nach Bagdad, um sich in der irakischen Hauptstadt mit Diktator Saddam Hussein zu treffen. Sein Traum, selbst ins Weisse Haus einzuziehen, erfüllte sich nie.1988 liebäugelte Rumsfeld kurze Zeit über mit einer Präsidentschaftskandidatur, zog sich aber schnell wieder zurück. Stattdessen zog George H. W. Bush für die Republikaner ins Rennen, ein Mann, mit dem er seit der Präsidentschaft Fords über Kreuz stand. Bush senior zahlte Rumsfeld seine zahlreichen politischen Nadelstiche später zurück, als er sich vor einigen Jahren kritisch über den negativen Einfluss äusserte, den Rumsfeld und Cheney auf seinen Sohn gehabt hätten. Donald Rumsfeld ist am Mittwoch im Kreise seiner Familie auf seiner Ranch in Taos (New Mexiko) im Alter von 88 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben. A statement from the family of Donald Rumsfeld: pic.twitter.com/AlKYxVvqgF

 

 24 /41 

49-Jährige wegen missglückter Kosmetikbehandlung vor Gericht

Wegen einer misslungenen Kosmetikbehandlung muss sich heute (13.30 Uhr) eine 49-Jährige vor dem Amtsgericht Hamburg-Wandsbek verantworten. Als Leiterin einer Schulungsbehandlung soll die Angeklagte es am 27. Mai 2018 zugelassen haben, dass eine Kosmetik-Schülerin eine Kundin mit Hyaluronsäure behandelte. Das Mittel sollte gespritzt werden, um Gesichtsfalten zu glätten. Die nicht ermittelte Schülerin soll die Kundin aber weder über das Risiko der Behandlung aufgeklärt noch auf Hygiene geachtet haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft unterließ sie es, die Nadeln und das Gesicht der Frau zu desinfizieren. Bei der Kundin bildeten sich in der Folge subkutane Abszesse. Sie musste stationär im Krankenhaus behandelt und dreimal operiert werden. Die Anklage gegen die Leiterin der Schulungsbehandlung lautet auf gefährliche Körperverletzung (Az.728c Ds 13/21).

 

 25 /41 

41-Jähriger soll Online-Bekanntschaft aus Habgier ermordet haben

Mord aus Habgier wirft die Staatsanwaltschaft einem 41-Jährigen vor, der sich ab Donnerstag vor dem Hanauer Landgericht verantworten muss. Der Angeklagte soll im Juli 2020 in Erlensee (Main-Kinzig-Kreis) eine 47 Jahre alte Pflegerin mit einem Messer im Schlaf überrascht und mit insgesamt 25 Stichen getötet haben. Zudem sei das Opfer gewürgt worden. Ziel des Verbrechens sei es gewesen, das Auto der Frau zu stehlen, heißt es in der Anklage. Der 41-Jährige soll den Wagen kurz nach der Tat für 4000 Euro verkauft haben. Mit dem Erlös habe er seine Freundin beeindrucken wollen. Zuvor soll er die Frau über ein Online-Dating-Portal kennengelernt und eine Übernachtung bei ihr vereinbart haben. Nach dem Fund der Leiche hatte die Polizei zunächst nach dem verschwundenen Auto gefahndet. Der mutmaßliche Täter war zwei Wochen später festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft (Az.: 3355 Js 13313/20). Er hat die deutsche Staatsangehörigkeit.

 

 26 /41 

Zwei Ranger sollen künftig im Kreis Osnabrück unterwegs sein

Die beiden ersten hauptamtlichen Ranger im Osnabrücker Land sollen heute (11 Uhr) in der Gemeinde Hasbergen vorgestellt werden. Wie der Landkreis mitteilte, sollen sie beratend und steuernd tätig sein. Zu den Aufgaben gehört demnach, in der Region unterwegs zu sein und Menschen über Naturschutz zu informieren. Auch in anderen Gegenden sind Ranger im Einsatz - etwa im Biosphärenreservat in der niedersächsische Elbtalaue, im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und im Nationalpark Harz. Die Fortbildung zum Ranger richtet sich an Menschen mit Vorkenntnissen in naturnahen Berufen etwa im Bereich Land- oder Forstwirtschaft oder Gärtnerei. Die Prüfung zum Natur- und Landschaftspfleger oder zur Natur- und Landschaftspflegerin ist bundesweit einheitlich geregelt.

 

 27 /41 

Landesverwaltung steckt Rahmenbedingungen für Homeoffice ab

Für die Beschäftigten der niedersächsischen Landesverwaltung greifen nach dem Ende der coronabedingten Homeoffice-Pflicht künftig erweiterte Möglichkeiten zum Arbeiten von zu Hause aus. Die neuen Rahmenbedingungen für mobile Arbeitsformen stellt Innenminister Boris Pistorius (SPD) am heutigen Nachmittag (14.00 Uhr) in Hannover vor. Mit dabei sind die Spitzenvertreter der gewerkschaftlichen Organisationen. Wie das Innenministerium bereits Anfang des Jahres ermittelt hatte, kann ein Großteil der Beschäftigten der Landesverwaltung seine Arbeit auch daheim erledigen. Das Homeoffice ist für rund drei Viertel der Mitarbeiter möglich. Das ergab eine kurzfristige Abfrage für rund 55.000 Arbeitsplätze in der Verwaltung. Insgesamt umfasst diese rund 230.000 Beschäftigte in mehr als 60 Berufen. Während der Landesrechnungshof und das Europaministerium demnach fast vollständig von zu Hause aus arbeiten können, ist der Anteil im Finanzressort mit 22 Prozent am geringsten. Zur Erklärung hieß es, dass die Finanzämter mit sensiblen Daten der Bürger umgingen und den Anforderungen des Steuergeheimnisses unterlägen. Bisher seien nicht ausreichend mobile Geräte, die diesen Anforderungen entsprechen, vorhanden. Auch im Justizministerium, zu dessen Zuständigkeit der Strafvollzug gehört, ist der Anteil mit 33 Prozent überschaubar.

 

 28 /41 

Gespräche in schwieriger Tarifrunde sollen weitergehen

In der schwierigen Tarifrunde des Einzelhandels mit bereits mehreren Warnstreiks wollen Gewerkschaft und Arbeitgeber ihre Gespräche für Niedersachsen und Bremen heute fortsetzen. Ab dem Vormittag (11.00 Uhr) soll weiter über eine Lösung für die knapp 380.000 Beschäftigten der Branche im Nordwesten verhandelt werden. Beide Seiten standen sich zuletzt relativ unversöhnlich gegenüber: Während der Verband wegen der unterschiedlichen Lage in den Sektoren Online-, Lebensmittel- und sonstiger Handel zunächst nur mögliche Einmalzahlungen in Aussicht stellte, verlangt Verdi eine rasche Anhebung der Tabellen-Entgelte. Die Gewerkschaft begründet dies vor allem mit der Mehrbelastung der Belegschaften in der Corona-Krise. Es gehe auch um Wertschätzung für das Geleistete.

 

 29 /41 

Sicherungsverfahren nach zwei Toten in Klinik

Nach dem Tod von zwei Menschen in der Psychiatrischen Klinik Lüneburg beginnt am heutigen Tag (13.30 Uhr) vor dem Landgericht das Sicherungsverfahren gegen den mutmaßlichen Täter. Der 21-Jährige ist wegen Totschlags in zwei Fällen, Nötigung, gefährlicher Körperverletzung sowie versuchter gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Widerstand und tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte angeklagt. Die Staatsanwaltschaft strebt die dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Die Staatsanwaltschaft legt dem Mann mit syrischer Staatsangehörigkeit zur Last, im Zustand der krankheitsbedingt aufgehobenen Schuldfähigkeit am 19. Februar zwei Mitpatienten im Alter von 54 und 56 Jahren getötet zu haben. Der Mann war kurz zuvor freiwillig als Patient in die Klinik gegangen.

 

 30 /41 

Tagesanbruch: Der grüne Traum vom Kanzleramt zerbröselt

Guten Morgen aus Jerusalem, liebe Leserin, lieber Leser, die Pandemie ist noch lange nicht vorbei, aber der politische Betrieb beginnt sich zu normalisieren. Das ermöglicht es dem Bundespräsidenten, seinen verschobenen Staatsbesuch in Israel nachzuholen, den scheidenden Präsidenten Reuven Rivlin zu verabschieden und den neuen Ministerpräsidenten Naftali Bennett samt seiner kunterbunten Koalition kennenzulernen. Besuche deutscher Politiker in Israel sind nie einfach. Im Interview mit der Tageszeitung "Haaretz" wird Frank-Walter Steinmeier nach dem zunehmenden Antisemitismus in Deutschland gefragt. Er weiß, dass man jedes seiner Worte hier auf die Goldwaage legt. Er weiß auch, dass klare Worte nicht genügen. Israelische Medien wundern sich darüber, dass auf die wortreichen Beteuerungen deutscher Politiker, jüdische Einrichtungen zu schützen, häufig nur schleppende Bemühungen der Polizei folgen. Steinmeier stellt deshalb klar: "Wo die jüdische Gemeinschaft bedroht ist, müssen wir entschlossen an ihrer Seite stehen." Man darf diese Ansage so verstehen, dass sie nicht nur in Deutschland, sondern auch in Israel gilt. So gesehen ist der Besuch des Bundespräsidenten knapp sieben Wochen nach dem Kurzkrieg zwischen der israelischen Armee und der Hamas im Gazastreifen auch ein Zeichen der Solidarität mit der israelischen Bevölkerung. Kommt das Signal an? "Es ist hervorragend, dass der Bundespräsident hierhergekommen ist", sagt Tamar Landau. Die 90-Jährige wurde in Oberschlesien geboren, überlebte als Jugendliche zwei Konzentrationslager und einen wochenlangen Todesmarsch und wurde am 15. April 1945 von britischen Soldaten aus dem KZ Bergen-Belsen befreit. "Auf einem der Lkw stand damals ein britischer Offizier, der rief laut: ‘Juden! Juden‘ Es leben noch Juden!‘ Er war selbst Jude. Seine Worte habe ich heute noch in den Ohren", berichtet sie. Dem Bundespräsidenten rechnet sie es hoch an, dass er sich seit Jahren für gute Beziehungen zwischen Israel und Deutschland einsetzt und dabei immer wieder an die Vergangenheit erinnert. "Man muss erzählen, was damals passiert ist, aber man kann nicht das ganze Leben lang Hass mit sich herumtragen", sagt sie. " Was wirklich zählt, ist Versöhnung. Dafür müssen wir jeden Tag kämpfen. Deshalb ist es so gut, dass Herr Steinmeier hier ist." Der politische Betrieb normalisiert sich, und auch der Wahlkampf nimmt Fahrt auf. Er wird härter – aber die drei Kanzlerkandidaten spüren dies in unterschiedlichem Maße. Während SPD-Mann Olaf Scholz um jede Minute Aufmerksamkeit kämpft und der CDU-Vorsitzende Armin Laschet virtuell durch die Kreisverbände tourt, findet sich Grünen-Chefin Annalena Baerbock inmitten eines Orkans wieder. Nur gut zwei Monate ist es her, dass sie strahlend vor die Kameras trat und sich von ihrem Co-Chef Robert Habeck zur ersten Kanzlerkandidatin in der Geschichte der Partei ausrufen ließ. Die Grünen schwebten von einem Umfragehoch zum nächsten, in der Parteizentrale wappnete man sich für die Übernahme der Regierungszentrale. Linksliberale Medien freuten sich auf eine grün-schwarze Bundesregierung und sezierten genüsslich die Machtkämpfe um den CDU-Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur der Union. Dass sich am Ende der gemütliche Rheinländer Armin Laschet durchsetzte, empfanden viele Kommentatoren geradezu als höhere Fügung: Nach 16 Jahren Merkel mit vielen überwundenen Krisen, aber auch vielen verbummelten Aufgaben sei nun endlich der Weg frei für eine progressive Führung, die beim Klimaschutz entschlossen die Weichen stellt, dabei aber von der Union vor allzu radikalen Schritten bewahrt wird. So geistert der Traum seit Monaten durch die politischen Salons der Hauptstadt. Ausgeträumt. Zweieinhalb Monate vor der Bundestagswahl zeichnet sich ab: Aus den grünen Kanzlerinnenhoffnungen wird wohl nichts. Dabei muss Armin Laschets Truppe gegenwärtig nicht viel mehr tun als abzuwarten. Sei es Selbstbesoffenheit oder Unprofessionalität: Die Grünen sind drauf und dran, sich selbst zu zerlegen; sie begehen einen Stil-, Planungs- und Kommunikationsfehler nach dem anderen. Zwischen dem Frust über das deutsche EM-Aus und der Sorge vor Corona-Delta donnerten gestern die Schlagzeilen über den Plagiatsvorwurf gegen Frau Baerbock durch die Medienwelt. Die Parteistrategen der Grünen schossen mit schwerem Geschütz zurück, witterten einen " Rufmord" und ließen den Promi-Anwalt Christian Schertz juristische Nebelkerzen werfen. Feuer und Gegenfeuer: So schwillt der Chor der gegenseitigen Vorwürfe zum Getöse an. Die Gelassenheit und Souveränität, die es eben auch für ein hohes Staatsamt braucht, sucht man vergebens. Es ist stets ratsam, sich von der Aufregung der Boulevardmedien nicht anstecken zu lassen, aber selbst mit nüchternem Blick verfestigt sich der Eindruck einer Partei in Panik. Jahrelang haben sich die grünen Parteistrategen um den Bundesgeschäftsführer Michael Kellner auf die angestrebte Machtübernahme vorbereitet, haben ihren parteiinternen Dauerzwist zwischen Realos und Fundis befriedet, haben die Basisarbeit in den Ortsvereinen professionalisiert, haben ihre Kommunikation und Pressearbeit generalstabsmäßig organisiert. Die Kür der Kanzlerkandidatin gelang weitgehend reibungslos, das Duo Baerbock/Habeck verbreitete Harmonie und Elan, überambitionierte Anträge aus der Parteibasis wurden auf dem jüngsten Parteitag abgebügelt. Alles schien bereit für einen fulminanten Wahlkampf, mehr Rückenwind ging eigentlich nicht. Ob das hilft? Es sind noch zwölf Wochen bis zur Wahl. Gegenwärtig hinterlassen die Grünen den Eindruck eines Stabhochspringers, der nach langem Anlauf ganz hoch hinaus will, aber dem im letzten Moment die Latte reißt. Und einer Spitzenkandidatin, die hochgesteckten Erwartungen an ihre Person nicht erfüllen kann. Wie hieß es anno 2002? "Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt." Und wo nach dem Abzug aus Afghanistan? Ich wünsche Ihnen einen friedlichen Tag. Herzliche Grüße, Ihr Mit Material von dpa. Den täglichen Tagesanbruch-Newsletter können Sie hier kostenlos abonnieren. Alle Tagesanbruch-Ausgaben finden Sie hier.

 

 31 /41 

BGH klärt: Geldstrafen gegen Fußballclubs bei Fankarawallen

Wegen Bengalos und anderer Pyrotechnik im Fanblock müssen Fußballvereine regelmäßig hohe Strafen zahlen - aber jetzt stellt Regionalligist FC Carl Zeiss Jena die Praxis grundsätzlich infrage. Der Verein wehrt sich seit 2018 gegen eine vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verhängte Strafe, inzwischen in höchster Instanz: Am Donnerstag verhandelt der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe den Fall. Ob es schon ein Urteil gibt, ist offen. Der FCC, der damals in der 3. Liga spielte, soll wegen mehrerer Vorfälle bei einem Auswärts- und zwei Heimspielen knapp 25.000 Euro zahlen. Nach der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB haften die Vereine. Carl Zeiss Jena hatte deshalb zunächst erfolglos das zuständige Schiedsgericht angerufen und dann gegen den Schiedsspruch beim Frankfurter Oberlandesgericht (OLG) geklagt. Laut OLG verstößt die Verbandsstrafenhaftung nicht gegen die öffentliche Ordnung. Gegen diese Entscheidung hat der FCC Rechtsbeschwerde beim BGH eingelegt. Der Verein sieht sich ohne Schuld bestraft - man habe alles Mögliche unternommen, um zu verhindern, dass Pyrotechnik ins Stadion gelangt. Der DFB beruft sich auf die Verbandsautonomie. (Az. I ZB 54/20)

 

 32 /41 

Kassenarzt-Chef wirft Politik Panikmache vor

Wer die Sorgen der Politik vor dem Delta-Herbst verfolgt, könnte sich ins Jahr 2020 zurückversetzt fühlen. Kassenärzte-Chef Gassen sieht darin Panikmache, Irrationalität und Inzidenzgläubigkeit. Angesichts des Impffortschritts fordert er, Quarantäne-Regeln für geimpfte Portugal-Reisende sofort aufzuheben. Die Inzidenz in Deutschland sinkt, der Delta-Anteil steigt, aber längst nicht jeder findet das schlimm. Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sieht in der Diskussion um schärfere Regeln zum Schutz vor der Delta-Variante eine unverantwortliche Panikmache. Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland warf der Mediziner der Bundesregierung irrationales Handeln vor: "Ich halte die Debatte derzeit für in Teilen fast schon hysterisch", sagte Gassen dem RND. "Es ist unverantwortlich, immer wieder mit Endzeitszenarien zu operieren", fügte er hinzu. Die Delta-Variante dürfte bereits Ende Juli hierzulande die dominierende Mutante werden, so der KBV-Chef. "Aber deshalb müssen wir nicht in Panik verfallen", sagte er. "Delta ist ansteckender, aber nach heutigen Erkenntnissen wohl nicht wesentlich gefährlicher als die bisherigen Varianten", argumentierte Gassen. Es könne durchaus sein, dass die Infektionszahlen wieder hochgingen. "Aber es gibt bisher keine fundierten Hinweise darauf, dass dadurch auch der Anteil der schweren Erkrankungen wieder steigt, zumal Geimpfte zuverlässig geschützt sind", betonte er. Man müsse das weiter genau beobachten. "Aber der von einigen verbreitete Alarmismus ist völlig fehl am Platz", so Gassen. Gassen verlangte ein Umdenken bei der Beurteilung der Infektionslage. "Es war schon immer falsch, nur starr auf die sogenannte Inzidenz zu schauen. Aber angesichts des enormen Impffortschritts wird es immer absurder, das weiter zum Maßstab des Handelns zu machen", argumentierte er. Wenn immer mehr Menschen durch eine Impfung vor schweren Krankheitsverläufen geschützt seien, dürfe die Infektionszahl nicht die entscheidende Rolle spielen. "Wir können eine gewisse Inzidenz akzeptieren und das werden wir perspektivisch auch müssen", sagte er. Kritik übte Gassen insbesondere an den Reiseregeln. "Die Bundesregierung ist dabei, Vertrauen in der Bevölkerung zu verspielen", sagte er. "Portugal mit seinen harten Lockdowns wird lange als Musterland der Corona-Bekämpfung dargestellt, für das Reisen wird mit großem Brimborium der digitale Impfpass eingeführt. Doch dann wird über Nacht der Urlaub in Portugal quasi unmöglich gemacht, weil alle Rückreisenden - ob geimpft oder nicht - in 14-tägige Quarantäne geschickt werden", kritisierte er. Gassen forderte, die Quarantäne für vollständig geimpfte Reiserückkehrer aus sogenannten Virusvariantengebieten zu streichen. "Wir wissen, dass vollständig Geimpfte auch gegen Delta hervorragend geschützt sind. Daher darf man nicht alle über einen Kamm scheren", so Gassen.

 

 33 /41 

Minister Klose präsentiert Ergebnisse von "Safe-Kids-Studie"

Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) stellt am Donnerstag (10.30 Uhr) die Ergebnisse weiterer Corona-Studien zu hessischen Kitas vor. Bei den Untersuchungen ging es um das Ansteckungsrisiko der sogenannten britischen Variante B.1.1.7. Klose wird die Ergebnisse der neuen "Safe-Kids-Studie" in Wiesbaden zusammen mit der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek präsentieren. Die erste Studie der Reihe war zu dem Ergebnis gekommen, dass bei Kita-Kindern wohl ein vergleichsweise geringes Corona-Ansteckungsrisiko besteht.

 

 34 /41 

"Ziele müssen auch erreichbar sein"

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat in den tagesthemen klar gemacht, dass aus dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr Lehren für andere Missionen gezogen werden müssen. Zudem sagte sie Kabul nach dem Truppenabzug weitere Unterstützung zu. Nach der Rückkehr der letzten Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan hat Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) eine gemischte Bilanz des längsten deutschen Auslandseinsatzes gezogen. Sie sei froh, "dass alle Männer und Frauen gesund nach Hause gekommen sind", sagte Kramp-Karrenbauer in den tagesthemen. Die Bundeswehr habe ihre Aufträge in Afghanistan erfüllt. In den vergangenen 20 Jahren sei das Land "kein sicherer Ort für Terroristen" gewesen. Eine ganze Generation habe die Chance gehabt, unter besseren Bedingungen aufzuwachsen. Die Ministerin bezeichnete es aber als einen "Fehler, dass wir den Eindruck vermittelt haben, wir könnten im Rahmen von Nationbuilding aus Afghanistan schnell einen Staat nach europäischem Vorbild machen." Dies sei eine der Lehren, "die ich ziehe und die wir vor allen Dingen mit Blick auf Mali auch beachten müssen". Es habe sich gezeigt, dass es auch für andere internationale Einsätze wie die UN-Mission Minusma in Mali wichtig sei, realistische politische Ziele zu definieren, sagte Kramp-Karrenbauer. Davon hänge die Zukunft des Mandats in Westafrika ab. "Ich bleibe dabei, wir können dort etwas erreichen, wir sollten diese Region noch nicht sich selbst überlassen, aber die Ziele, die wir uns stecken, die müssen auch erreichbar sein." Auch der afghanischen Regierung stellte die Ministerin weitere Unterstützung in Aussicht: "Auch wenn wir militärisch das Land verlassen, müssen wir weiter an der Seite Afghanistans bleiben, etwa dadurch, dass wir auch zivil weiter unterstützten oder dadurch, dass wir auch innerhalb der Nato darüber reden, wie wir zum Beispiel die afghanische Armee weiter unterstützen können." Den Ortskräften in Afghanistan, die seit 2013 als Helfer für die deutschen Soldaten tätig waren, sagte die Verteidigungsministerin Hilfe bei der Ausreise zu. Sie kämpfe im Moment darum, für eine Gruppe von etwa 350 einheimischen Helfern und deren Familien im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens die Ausreise zu ermöglichen. Kramp-Karrenbauer nannte aber keinen konkreten Zeitraum.

 

 35 /41 

Filmfest München startet mit Söder und "Kaiserschmarrndrama"

In München dreht sich in den kommenden Tagen wieder alles um Kino und Film. Am Donnerstag (19.30 Uhr) wird das Filmfest München mit der Krimikomödie "Kaiserschmarrndrama" eröffnet. Als Ehrengäste werden Schauspieler und Schauspielerinnen wie Christine Neubauer, Simon Schwarz und Lisa Maria Potthoff erwartet. Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich angekündigt. Bis zum 10. Juli zeigt das Festival 70 Filme aus 29 Ländern, darunter 28 Deutschland- und 33 Weltpremieren. Höhepunkte sind wie jedes Jahr die Preisverleihungen. Zahlreiche Filmvorführungen wurden zudem mit Blick auf die Corona-Pandemie unter freien Himmel verlegt. Anders als in früheren Jahren findet alles jedoch in etwas kleinerem Rahmen statt. Trotzdem haben schon einige prominente Gäste zugesagt, darunter auch Stars wie Bjarne Mädel, Jella Haase oder Lars Eidinger. Auch Preise werden wieder verliehen, unter anderem erhält Senta Berger den CineMerit Award für ihr Lebenswerk. Auch außerhalb des Festivals können Filmfans ab Donnerstag wieder Abenteuer, Romanzen oder Komödien auf der großen Leinwand genießen. An diesem Tag öffnen nämlich bundesweit die Kinos wieder. Zur Auswahl stehen unter anderem die Videospielverfilmung "Monster Hunter", die Fantasy-Komödie "Catweazle" mit Otto Waalkes oder das Western-Drama "Nomadland".

 

 36 /41 

Experten untersuchen Schieferölmeiler der Nazis

Experten des Landesdenkmalamtes wollen am Donnerstag (14 Uhr) in Balingen im Zollernalbkreis Proben aus einem früheren Schieferölmeiler der Nazis entnehmen. Der Meiler war im Zuge des "Unternehmens Wüste" aufgebaut und im Frühjahr 1945 beim Einzug der Franzosen hinterlassen worden. Hintergrund ist, dass Albert Speer, Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion, im Juli 1944 die systematische Nutzung des Ölschiefers zur Öl- und Treibstoffproduktion angeordnet hatte. Zwischen Tübingen und Rottweil sollten zehn riesige Schieferölfabriken entstehen. Um die immense Bauleistung in dem utopisch knapp bemessenen Zeitraum von nur wenigen Monaten umsetzen zu können, griff man auf die Arbeitskraft von Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen zurück. Sieben Außenlager des Konzentrationslager Natzweiler wurden für das Projekt eingerichtet und Tausende KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in die Region verschleppt und für das Ölschieferprojekt ausgebeutet. Viele von ihnen starben. "Das Unternehmen Wüste war ein grandioser Fehlschlag", sagte Christian Bollacher, Leiter des Forschungsprojekts KZ-Komplex Natzweiler. Vier der Schieferölwerke hätten vor Kriegsende einen Notbetrieb aufgenommen. Der Ertrag des technisch simplen Meilerschwelverfahrens habe nicht ansatzweise die illusorischen Erwartungen, größere Mengen Rohöl zu gewinnen, erfüllt. Bei der Erforschung arbeitet das Landesdenkmalamt mit dem Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters und dem Competence Center Archaeometry Baden-Wuerttemberg an der Universität Tübingen.

 

 37 /41 

Landtag beschäftigt sich mit Musikschulen und Kita-Gebühren

Die Finanzierung der Thüringer Musikschulen soll auf eine verlässlichere Basis gestellt werden. Das sieht ein Gesetzentwurf der CDU-Fraktion vor, mit dem sich der Landtag am Donnerstag beschäftigen will. Nach dem Willen der Oppositionsfraktion soll den 25 kommunalen Musik- und 13 Jugendkunstschulen jährlich ein Betrag von sechs Millionen Euro aus der Landeskasse zusätzlich zur Finanzierung der Kommunen zur Verfügung gestellt werden. Außerdem will sich das Parlament mit der Refinanzierung der Kindergarten-Gebühren während der Geltungsdauer der Bundesnotbremse sowie einem Gesetz zu Schiedsstellen beschäftigten. Erneut stehen Gesetzentwürfe der AfD-Fraktion auf der Tagesordnung, die Diätenregelung für die 90 Thüringer Abgeordneten zu verändern.

 

 38 /41 

Insolvenzverfahren für Nobiskrug Werft soll eröffnet werden

Das Insolvenzverfahren für die Rendsburger Nobiskrug Werft wird mit großer Wahrscheinlichkeit heute eröffnet. Der vorläufige Insolvenzverwalter Hendrik Gittermann von der Hamburger Kanzlei Reimer rechnet nach einem Bericht der "Rendsburger Tagespost" (Mittwoch) mit einer zügigen Entscheidung des Amtsgerichts in Neumünster. Die Werft soll verkauft werden. Nach Gittermanns Angaben laufen konkrete Verhandlungen. Es gebe ernsthafte Interessenten. Als Grund für den Insolvenzantrag hatte das Unternehmen mit gut 300 Mitarbeitern kritische Entwicklungen im Jachtbau genannt. Nobiskrug gehört zur internationalen Schiffbaugruppe Privinvest. Teil der Gruppe sind auch die Werften German Naval Yards Kiel und die Lindenau-Werft in Kiel. Beide Schiffbaubetriebe sind von der Nobiskrug-Insolvenz nicht betroffen. Die auf den Bau von Luxusjachten ab 60 Metern Länge spezialisierte Werft am Nord-Ostsee-Kanal hat seit ihrer Gründung 1905 weit über 750 Schiffe gebaut. Zu den bekanntesten Neubauten vergangener Jahre gehörte die knapp 143 Meter lange Mega-Segeljacht "A". Sie wurde von Nobiskrug aber in Kiel gebaut.

 

 39 /41 

Coronavirus-Blog: Anteil der Delta-Variante wächst exponentiell

NDR.de hat auch am Mittwoch,30. Juni 2021, aktuell über die Folgen der Coronavirus-Pandemie für Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg- Vorpommern und Hamburg informiert. Am Donnerstag geht es in einem neuen Blog weiter. Das Wichtigste in Kürze: Tabellen und Grafiken: So läuft die Impfkampagne im Norden Karte: Neuinfektionen in den norddeutschen Landkreisen Für heute beendet NDR.de an dieser Stelle die Berichterstattung über die Folgen der Corona-Pandemie und die Auswirkungen in und für Norddeutschland. Danke für Ihr Interesse. Wie gewohnt setzen wir für den neuen Tag einen neuen Live-Blog auf. Gegen 6 Uhr starten wir darin mit den ersten Einträgen. Bis dahin hoffentlich! Die finale Analyse bestätigt das enttäuschende Zwischenergebnis: Der Impfstoff der Tübinger Firma CureVac hat eine nur geringer Wirksamkeit gegen eine Coronavirus-Infektion. Das Vakzin zeigte nur eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-Erkrankung jeglichen Schweregrades und in allen Altersgruppen, wie das Biotechunternehmen heute mitteilte. Damit ist der Impfstoff insgesamt deutlich weniger wirksam als andere Impfstoffe. Die Daten der Zwischenanalyse hatten für einen deutlichen Rückgang des Börsenkurses und Enttäuschung bei Politikern gesorgt. In den Planungen der Bundesregierung für 2022 spielt er deshalb keine Rolle. Die weit über Bad Segeberg hinaus bekannten Karl-May-Spiele können infolge der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr nicht wie gewohnt in der Arena am Kalkberg stattfinden. Als Alternative startet morgen aber das Live-Hörspiel "Winnetou - Das Gold der Rocky Mountains". Bis zum 18. Juli gibt es Vorstellungen immer donnerstags bis sonntags. Aktuell dürfen pro Veranstaltung 300 Tickets verkauft werden. Mehr als 20 Millionen Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland verwenden nach Angaben des Betreibers mittlerweile die Luca-App zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Allein in den vergangenen vier Wochen hätten sich mehr als neun Millionen Menschen registriert, gab die Culture4Life GmbH heute bekannt. Die Niederlande wollen nun auch die Zwölf- bis 17-Jährigen gegen das Coronavirus impfen lassen. Dafür solle der Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer genutzt werden, teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge heute mit. Er folgt damit einer Empfehlung des niederländischen Gesundheitsrates. Bisher konnten nur Jugendliche mit Vorerkrankungen geimpft werden. In der EU dürfen Zwölf- bis 17-Jährige nur mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer geimpft werden. Immer mehr Coronavirus-Fälle in Deutschland gehen auf die ansteckendere Delta-Variante zurück. Das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt in seinem Virusvariantenbericht von einer "leichten Zunahme der Delta-Fallzahlen" - von 410 nachgewiesenen Fällen in der Woche vom 31. Mai bis 6. Juni auf 724 in der Woche vom 14. bis 20. Juni. Allerdings wird nur ein Teil der positiven Coronaproben auf Varianten hin untersucht. Wesentlich schneller als die absoluten Zahlen der Delta-Variante steigt ihr Anteil. Nach den jüngsten verfügbaren Daten aus der letztgenannten Woche lag der Anteil der in Indien entdeckten Variante an einer Stichprobe laut Bericht bei rund 37 Prozent. In der Vorwoche lag der Anteil bei ungefähr 15, in der Wochen davor bei etwa acht und vier Prozent. Die Virusvariante breitet sich demnach exponentiell aus. Das RKI geht davon aus, dass die Mutante diese Woche "mindestens die Hälfte aller Neuinfektionen ausmacht", so der Bericht. Die Verdoppelung der Delta-Zahlen war gestern bereits Thema im NDR Info Podcast Coronavirus-Update. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen geht weiter zurück. Wie das Intensivregister mitteilte, waren heute 614 Betten mit Corona-Infizierten belegt. Das sind 52 weniger als gestern und zugleich handelt es sich um den niedrigsten Stand seit Mitte Oktober vergangenen Jahres. Auf dem Höhepunkt der zweiten Welle lagen mehr als 5.700 Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen. In Norddeutschland liegen derzeit 65 Personen mit einer Covid-Erkrankung auf Intensivstationen,48 von ihnen müssen beatmet werden. Laut den aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts sinkt auch die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen weiter. Heute wurden 808 positive Tests gemeldet, das sind etwa 20 Prozent weniger als vor einer Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 5,2 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche, der Wert für Norddeutschland beträgt 4,0. Der Inzidenzwert in Bremerhaven steigt wieder an. Drei von zehn im Land Bremen registrierten Neuinfektionen entfielen heute auf die Seestadt, teilte das Gesundheitsressort mit. Gestern waren 13 Neuinfektionen registriert worden, vor einer Woche neun. Nach gut zwei Wochen mit maximal einer Neuinfektion am Tag springt der Inzidenzwert somit von 0,9 auf jetzt 3,5. In Bremen, wo die Behörden sieben Neuinfektionen registriert haben, sinkt die Inzidenz im Vergleich zum Vortag von 6,9 auf 6,5. Seit der Pandemie ist der Flugverkehr massiv zurückgegangen. Aber statt Entschädigung für ausgefallene Flüge, bekamen viele Passagiere nur Gutscheine. Das kritisiert jetzt der europäische Gerichtshof. EU-Staaten hätten Fluglinien mit Milliarden Euro unterstützt, ohne im Gegenzug die Fluggastrechte ausreichend zu beachten und einzufordern. Landkreise und kreisfreie Städte in Mecklenburg-Vorpommern können im Kampf gegen die Corona-Pandemie zunehmend auf die Hilfe der Bundeswehr verzichten. Laut Landeskommando der Bundeswehr werden vom 1. Juli an noch etwa 260 Bundeswehrangehörige im Nordosten im Corona-Einsatz sein - fast ausschließlich zur Unterstützung der Impfzentren und mobilen Impfteams. Bei der Kontaktnachverfolgung über die Gesundheitsämter seien nur noch etwa zehn Soldaten tätig. Zu Spitzenzeiten waren im April und Mai zeitgleich bis zu 620 Soldaten in Mecklenburg-Vorpommern im Corona-Einsatz. In Mecklenburg-Vorpommern wurden binnen eines Tages sieben neue Corona-Fälle registriert (Vortag: fünf/Vorwoche: sechs). Der Inzidenzwert ist leicht gestiegen, von gestern 1,6 auf nun 1,7 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Am Mittwoch vergangener Woche lag der Wert bei 2,0. Die FDP-Landtagsfraktion hat sich für den Einsatz von mobilen Impfteams für die Corona-Impfung in Hochschulen ausgesprochen. An der Uni Osnabrück sollen Testzentren den Präsenzbetrieb sicherer machen. "Wenn bald genug Impfstoff vorhanden ist und mobile Impfteams wieder verstärkt zum Einsatz kommen, sollten diese vor allem auch die Hochschulen besuchen", sagte die niedersächsische FDP-Gesundheitsexpertin Susanne Schütz. An den Berufsbildenden Schulen wäre eine Abfrage der Impfbereitschaft ebenfalls sinnvoll, so Schütz. In Mecklenburg-Vorpommern können sich alle Azubis und Fachschüler*innen bis zum Ende des Berufsschuljahres am 9. Juli im Rahmen ihrer Ausbildung gegen das Coronavirus impfen lassen. Wie das Bildungsministerium mitteilte, richtet sich das Angebot an alle Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren. Die Impfungen sollen durch mobile Impfteams an den staatlichen Berufsschulen oder in den Impfzentren der Kreise und kreisfreien Städte erfolgen. Schüler*innen in Einrichtungen freier Träger könnten sich an die nächstgelegene staatliche berufliche Schule wenden, hieß es. Im Juli wird so viel Corona-Impfstoff in die Hansestadt geliefert, dass voraussichtlich alle Impfwilligen, die einen Termin buchen, diesen in den kommenden zwei Wochen bekommen werden. Für Zweitimpfungen zurückgelegt werden müsse davon nichts. Die Lieferungen seien jetzt zuverlässig und langfristig sei eher mehr zu erwarten als weniger. Auch Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hatte gestern versprochen, "dass jeder, der im Juli einen Termin haben will, auch einen haben kann". Die Impfzentren seien gebeten worden, an den Juli-Wochenenden Sonderaktionen anzubieten. Der Schub in der Impfkampagne soll durch die für Juli angekündigten Impfstofflieferungen ermöglicht werden: Die Landesregierung erwarte 1,3 Millionen Dosen aller in Deutschland zugelassenen Hersteller für die Zentren. Die Pflicht, Homeoffice anzubieten, endet heute - kommt jetzt das Recht darauf? Arbeitgeberverbände sind dagegen, Gewerkschaften sprechen sich dafür aus. Es brauche verbindliche Regeln für die Heimarbeit, fordern DGB und ver.di. Derweil hat sich das Homeoffice bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern etabliert - viele wollen künftig zumindest teilweise von zu Hause arbeiten. Am Donnerstag beginnt in Hamburg der "Active City Sommer". Insgesamt bieten die Hamburger Sportvereine mehr als 2.000 kostenlose Schnupperkurse an. Die Sportvereine hoffen, dass viele dabeibleiben und nach dem Schnuppern Vereinsmitglied werden. Dabei helfen sollen Gutscheine, die Sportbehörde in den nächsten Wochen verteilen will. Während des Lockdowns hatten viele Clubs zwischen 10 und 25 Prozent ihrer Mitglieder verloren. Von morgen an soll das Reisen wieder einfacher werden. Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für alle Risikogebiete mit Sieben-Tage-Inzidenzwerten über 50 auf. In der EU betrifft dies nur noch einzelne Regionen in Spanien, Irland, Kroatien und Schweden. Weltweit profitieren mehr als 80 Länder von der Änderung. Die Reisewarnung wird nur noch für Hochinzidenzgebiete mit einem Wert über 200 und solche Gebiete gelten, in denen sich gefährliche Virusvarianten stark verbreitet haben. Zudem startet morgen offiziell das digitale EU-Impfzertifikat. Damit soll das Einchecken am Flughafen oder im Hotel einfacher werden. Auch auf Quarantäne- und Testpflichten für die Inhaber wird verzichtet, sofern keine neuen Virus-Varianten auftreten. Die genauen Regelungen bestimmt allerdings jedes EU-Land selbst. Auch werden nicht alle EU-Länder von Beginn an dabei sein. Das Zertifikat besteht aus einem QR-Code, der gescannt werden kann. Der Nachweis kann auf dem Smartphone gespeichert oder auch in ausgedruckter Form mitgeführt werden. Mehr als ein halbes Jahr haben Kino-Fans auf das Filmerlebnis auf der großen Leinwand verzichten müssen. Morgen starten die meisten Kinos im Norden wieder nach dem langen Lockdown. Die Verbände der Filmwirtschaft hatten sich auf den 1. Juli als bundesweit einheitlichen Termin geeinigt, damit sich die Häuser auf den Neustart vorbereiten und Filme beworben werden konnten. Der Verband HDF Kino kritisiert allerdings den "Flickenteppich der uneinheitlichen Hygiene- und Sicherheitsvorschriften der einzelnen Länder". Aus seiner Sicht sind die Beschränkungen für die Kultureinrichtungen "unverhältnismäßig" - Gastronomie oder Flugunternehmen hätten eine bessere Lobby. Ein mobiles Impfteam hat heute in Lüneburg in einer Hochhaus-Siedlung seine Arbeit aufgenommen. Mit mehrsprachigen Plakaten und Aufrufen in sozialen Medien wurden Anwohner aufgefordert, in das Ökumenische Gemeindezentrum St. Stephanus in Kaltenmoor zu kommen. "Wir wollen auf diesem Weg den Zugang zu Impfangeboten erleichtern", sagte die städtische Sozialdezernentin Pia Steinrücke. Bis Sonnabend läuft die Aktion in Kaltenmoor, Montag und Dienstag im Quartier Am Weißen Turm. In Hamburg ist die Zahl der Infektionen um 28 auf nun 77.370 gestiegen. Gestern waren es 27 Neuinfektionen gewesen, vor einer Woche 57. Vier weitere Menschen sind mit oder an Corona verstorben. Damit steigt die Zahl der Corona-Toten auf 1.594. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank von 9,8 am Dienstag auf heute 8,3. In Hamburger Krankenhäusern werden derzeit 39 Covid-19-Patienten behandelt, drei mehr als bei der letzten Erhebung. Auf den Intensivstationen lagen laut Gesundheitsbehörde 20 Corona-Kranke, ebenfalls drei mehr als am Vortag. Wegen einer vorzeitigen Corona-Schutzimpfung des damaligen Steinburger Landrats Torsten Wendt hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gehe um den Vorwurf der Unterschlagung, sagte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow heute. Ermittelt werde auch gegen eine zweite Person im Zusammenhang mit der Impfung. Die Vorwürfe gegen die Beschuldigten hätten sich bei den Vorermittlungen nicht klären lassen. Wendt hatte sich im Januar außer der Reihe mit einer überzähligen Dosis gegen Covid-19 impfen lassen. Er entschuldigte sich in der Folge dafür. Ende April berief der Kreistag Wendt endgültig ab. Mit dem heutigen Auslaufen der "Bundes-Notbremse" endet für Arbeitgeber die Pflicht, ihren Beschäftigten die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen. Doch die Tätigkeit von zu Hause aus könnte in vielen Betrieben Bestandteil bleiben. Dafür fordert ver.di-Chef Frank Werneke verbindliche Regelungen durch Tarifverträge. Als Vorbild könnte der Tarifvertrag Digitalisierung dienen. Dieser zeige, "wie man mit den neuen Herausforderungen umgehen kann". Auch Reiner Hoffmann, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), plädierte im ZDF-Morgenmagazin für "gesetzliche Leitplanken", gerade auch für Arbeitgeber, die nicht in Verbänden organisiert sind. Es gebe "viel zu viele Unternehmen", die keine vernünftige Betriebsvereinbarung für ihre Beschäftigten umsetzen wollen. Er widersprach Vorwürfen, eine Homeoffice-Regelung sei ein Bürokratiemonster für Arbeitgeber. Es müssten allerdings auch dort Regeln gelten, etwa, dass Arbeitszeiten erfasst werden und Beschäftigte nicht ständig erreichbar sein müssen. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni im Vergleich zum Vormonat deutlich um 73.000 auf 2,614 Millionen gesunken. Das ist nicht nur der stärkste Rückgang auf Monatsbasis in einem Juni seit zehn Jahren, es sind auch 239.000 Arbeitslose weniger als im Juni 2020, teilte die Bundesagentur für Arbeit heute in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote sank bundesweit um 0,2 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent. Auch in den norddeutschen Bundesländern sank die Zahl der Arbeitslosen. In Niedersachsen meldete die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) einen Rückgang von drei Prozent im Vergleich zum Monat Mai, in Schleswig-Holstein waren es 2,9 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete 7,2 Prozent weniger Arbeitslose und Hamburg 2,0 Prozent. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Niedersachsen setzt sich für weitere Schutzmaßnahmen ein, um den Schulbetrieb auch bei steigenden Infektionszahlen aufrechtzuerhalten. Der Verband fordere die Politik auf, neben Masken- und Testpflicht und Wechselunterricht dringend weitere Hygienemaßnahmen zu treffen, teilte der Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen, Tilman Kaethner, heute mit. Er verwies auf eine Leitlinie, die neben den Hygieneregeln etwa auch einen versetzten Unterrichtsstart, eine Entzerrung des Schulbusverkehrs und den Einsatz von Raumlüftern empfiehlt. RKI-Präsident Lothar Wieler hatte sich angesichts der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante zuletzt für eine Test- und Maskenpflicht an Schulen bis zum Frühjahr 2022 ausgesprochen. Eine solche Festlegung halten die Kinder- und Jugendärzte für verfrüht. Jubelnde und sich umarmende Engländer nach dem WM-Aus für Deutschland - problematisch angesichts der Tatsache, dass Großbritannien derzeit täglich 18.000 Neuinfektionen mit der Delta-Variante verzeichnet. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte auf NDR Info, es sei "verantwortungslos, Menschen in dieser Menge ohne Abstand und ohne Masken in ein solches Stadion zu lassen". Der Schutz der Bevölkerung sei wichtig, "sonst erleben wir wieder einen Herbst, wie wir den letzten hatten". Der Arbeitgeber-Präsident in Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz, hat sich erleichtert über das Ende der Homeoffice-Pflicht gezeigt. Die gesetzliche Regelung sei von Beginn an überflüssig gewesen, sagte er NDR 1 Radio MV. Die Wirtschaft sieht das Homeoffice weiter kritisch. Oft fehle die nötige Infrastruktur, so Schwarz. Schwache Internetverbindungen würden ein unkompliziertes Arbeiten verhindern. Das zu ändern sei Aufgabe der Politik, aber nicht das Entwerfen von bürokratischen Gesetzen. In der Staatskanzlei und den acht Ministerien des Landes bleibt es weitgehend beim Homeoffice. Nach Angaben der Staatskanzlei soll es weiter ein sogenanntes Wechselmodell aus A- und B-Gruppen geben. Für Hamburgs Club- und Eventszene ist die Aufhebung des Tanzverbots unter freiem Himmel nicht der große Wurf. Sprecher von Verbänden sagen, dass sich damit kaum Geld verdienen lasse. Ab Freitag sollen nach den jüngsten Corona-Beschlüssen des Senats Tanzveranstaltungen im Freien für bis zu 250 Personen in Hamburg wieder erlaubt sein - allerdings mit Testpflicht, Voranmeldungen und Kontaktnachverfolgung. Bei 250 Gästen rechne sich das Geschäft für die bereits klammen Betreiberinnen und Betreiber von Clubs nicht, kritisierte zum Beispiel Borhen Azzouz vom Deutschen Eventverband. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat für Niedersachsen 63 weitere Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Gestern waren es 23, am Mittwoch vor einer Woche 73. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Landesdurchschnitt weiter bei 3,0 Fällen je 100.000 Einwohner. Heute vor einer Woche lag der Wert bei 4,1. Den Angaben zufolge gab es in Niedersachsen vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 808 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl bei 1.016 Ansteckungen gelegen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 5,2 je 100.000 Einwohner an (gestern: 5,4; Vorwoche: 7,2). Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 56 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verzeichnet. Vor einer Woche waren es bundesweit 51. Heute laufen die Regelungen der "Bundes-Notbremse" aus, die von Bund und Ländern im April beschlossen wurden und bis zum 30. Juni befristet sind. Zu den Einschränkungen, die bis jetzt ab einer Inzidenz von 100 in den betroffenen Regionen in Kraft traten, zählten unter anderem strikte Kontaktbeschränkungen, nächtliche Ausgangsbeschränkungen und Schließungen im Einzelhandel. Der Städte- und Gemeindebund plädiert dafür, bei Bedarf die bundeseinheitlichen Regeln zu reaktivieren. "Wenn die Infektionszahlen erneut stark steigen, sollte die 'Bundes-Notbremse' wieder in Kraft gesetzt werden. Wir haben die Pandemie nicht überwunden und wissen nicht, welche Mutationen noch auf uns zukommen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Welt". Ähnlich äußerte sich Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags: "Bundeseinheitliche Regeln haben bei sehr hohen Inzidenzen dazu beigetragen, dass die Menschen sie nachvollziehen konnten." Für Unternehmen endet mit dem Auslaufen der Reglungen auch die Pflicht, Homeoffice für ihre Mitarbeitenden anzubieten, wo das möglich ist. Und: Telefonische Krankschreibungen sind ab morgen nicht mehr möglich. Die Sieben-Tage-Inzidenzen der Corona-Neuinfektionen sind auch in Norddeutschland zuletzt stetig gesunken. Wenn Sie wissen wollen, wie die Inzidenz in Ihrer Stadt oder in Ihrem Landkreis ist, tippen Sie einfach hier Ihre Postleitzahl ein: Sowohl die Sieben-Tage-Inzidenz als auch die Zahl der Corona-Neuinfektionen sind in Schleswig-Holstein weiter gesunken. Nach aktuellen Angaben der Landesmeldestelle betrug der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche 3,2 (Vortag: 3,3 / Vorwoche: 4,4). Die Regionen mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz im Land sind die Kreise Pinneberg (7,3), Segeberg (5,4) und Stormarn (5,3) sowie die Landeshauptstadt Kiel (6,1). Landesweit wurden zwölf Neuinfektionen registriert - nach 19 gestern und elf am Dienstag vergangener Woche. Die Zahl der an oder mit dem Coronavirus verstorbenen Menschen in Schleswig-Holstein blieb dem Robert Koch-Institut zufolge unverändert bei 1.621. Der Hamburger Senat lockert das seit Beginn der Corona-Pandemie geltende Tanzverbot. Von Freitag an dürfe in abgegrenzten Bereichen unter freiem Himmel und unter Einhaltung strenger Hygieneregeln wieder getanzt werden, sagte der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) gestern. Andererseits wurde für den Hamburger Stadtpark ein nächtliches Alkoholverbot verhängt, das künftig freitags und sonnabends ab 21 Uhr gelten wird. Zuletzt hatte es dort mehrmals unerlaubte Partys und Ausschreitungen gegeben. In Bremen ist heute zum ersten Mal ein vom Deutschen Roten Kreuz betriebenes Impfmobil im Einsatz. Zuerst können sich Einwohner aus dem Stadtteil Vegesack impfen lassen. Das Mobil soll im Bereich der Großwohnanlage Grohner Düne halten, teilte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) gestern via Twitter mit. Guten Morgen! NDR.de hält Sie auch am heutigen Mittwoch,30. Juni, über die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie in Norddeutschland auf dem Laufenden. Im Ticker finden Sie alle wichtigen Nachrichten und außerdem Inhalte aus den NDR Hörfunk- und Fernseh-Sendungen.

 

 40 /41 

War die Bundesnotbremse überhaupt nötig?

Nun ist also Schluss mit Notbremse. An Mittwoch sind die seit dem 23. April geltenden Regelungen im Infektionsschutzgesetz ausgelaufen, die gemeinhin als „Bundesnotbremse“ bekannt geworden sind. Also all jene Maßnahmen, die bundesweit einheitlich gelten, wenn in einem Stadt- oder Landkreis der Inzidenzwert an drei aufeinander folgenden Tagen über die Marke von 100 geklettert ist. Die Notbremse wurde bis zum 30. Juni befristet – auch weil sie so umstritten war. Und das nicht nur wegen der Ausgangssperre. Dass sie endet, ohne dass viel Aufhebens gemacht würde, liegt natürlich schlicht daran, dass die 100er-Marke weit entfernt ist. Und dass in den Sommerferien keine Partei als Spaßbremse auftreten will. Aber der Sommer hat gerade erst begonnen, ebenso der Wahlkampf, und die Delta-Saison möglicherweise auch. Was die neue Virus-Mutante über die nächsten Wochen bei uns anrichten wird, ist noch ungewiss, ahnen lässt sich einiges. Deutet sich, wie im März, eine neue Welle an, wird die Debatte schnell zurück sein, ob die Bundesnotbremse wieder nötig ist. Überschätzen sollte man ihre Wirkung nicht Aber was hat sie denn gebracht? Überschätzen sollte man ihre Wirkung nicht. Der Anlass für die Entscheidung war der Beginn der dritten Welle, die nun schon wieder überwunden ist – ohne dass sie die Dramatik bekommen hätte, die manche Befürworter einer harten Corona-Politik im Frühjahr befürchtet oder an die Wand gemalt haben. Zum Stoppen der Welle hat sie vielleicht beigetragen, aber wenn, dann eher durch die Debatte über die Gesetzesergänzungen als durch das Gesetz selbst. Es trat in Kraft, als die ohnehin möglichen Maßnahmen durch die Länder zum Teil schon umgesetzt waren. Denn die Notbremse basierte auf Beschlüssen in der Ministerpräsidentenkonferenz von Anfang März. Schon von daher war ja gefragt worden, ob sie überhaupt nötig sei. Sie war es nicht. Und eine Reaktivierung ist ebenfalls nicht nötig. Die Notbremse ist Ausdruck einer Politikauffassung, zu deren Kerngedanken gehört, man müsse die Leute per Gesetz zu Verhaltensänderungen zwingen. Dieser Weg kann schon mal der richtige sein. In der Corona-Pandemie war das aber in allen drei Wellen nicht so. Freie Gesellschaften reagieren meist einigermaßen vernünftig auf Not- und Krisensituationen. Nicht immer so zügig, wie es sein könnte, aber doch so zügig, dass es reicht, um Schlimmstes zu verhindern. Es zählt vor allem eines: Selbstschutz Das war im Frühjahr und auch im Herbst 2020 so – mit der Einschränkung, dass die zweite Welle unterschätzt wurde, weshalb dann der Schreckeffekt noch in der dritten Welle jene Maßnahme beschleunigte, die in keinem Notbremsengesetz steht: der durch Vorsicht und auch Rücksicht gebotene und von gar nicht so wenigen instinktiv praktizierte Selbstschutz. Nicht alle können sich zwar so zurückziehen, wie sie möchten. Aber kollektiv wirkt es schon, wenn Millionen Bürger sich entscheiden, keine Ansteckung zu riskieren. Wenn nun demnächst die Zahlen wieder steigen, wird das auch so sein. Dann wird allerdings auch der Impffortschritt helfen, dass die nächste Welle mutmaßlich weniger hoch ausfällt. Eine neuerliche Notbremsenregelung wird daher nicht nötig sein. Man kann regional und lokal handeln, wie es geboten ist. Das Instrumentarium dazu ist vorhanden. Hinzu kommt, dass der aktuelle Bundestag zwar nicht aufgelöst, aber eben ein Parlament in Ablösung ist, und die Bundesregierung nach der Wahl nur noch eine amtierende sein wird. Die Legitimation einer neuen Bundesnotbremse wäre dadurch eingeschränkt. Und es gälte ja, was auf dieser Webseite schon vor Wochen kritisiert worden ist: Das Gesetz hat einen bedenklichen Automatismus des Handelns eingeführt, der umso bedenklicher wird, je länger wir mit Corona leben. Wir lernen in der Krise weiter hinzu und brauchen dafür erst recht jene Flexibilität im Umgang mit dem Virus, die von zu starren (und eventuell zu strengen) Einheitsregeln verhindert wird.

 

 41 /41 

„Es besteht nun einmal das Risiko, sich noch während der Rückreise zu infizieren“

WELT: Herr Weil, wie enttäuscht sind Sie über das Ausscheiden der deutschen Mannschaft? Stephan Weil: Am Dienstagabend jedenfalls sehr. Ich weiß, dass das zu meinen Schwächen gehört, dass ich solche Turniere noch immer ziemlich ernst nehme. Aber am Ende ist es im Fußball eben wie in der Politik: Ohne den wirklichen Willen zum Erfolg wird es nichts. Das war einfach ein grottenschlechtes Spiel. WELT: Finden Sie es richtig, dass ausgerechnet an einem aktuellen Corona-Hotspot wie London 45.000 Zuschauer dabei sein dürfen? Die meisten von ihnen ohne Maske und ohne Abstand. In Budapest ist das Stadion sogar jedes Mal ausverkauft. Weil: Nein. Ich finde es unverantwortlich, wie sich die Uefa verhält, dass sie so etwas zulässt. Es ist ihr Turnier, und sie kann sich meines Erachtens nicht damit herausreden, dass sie lediglich die Regeln des jeweiligen Gastlandes anwendet. Man muss die Augen schon sehr fest zudrücken, um nicht zu erkennen, dass es sich bei der Delta-Variante um ein höchst ansteckendes Virus handelt. Wenn dann Fans aus unterschiedlichen Ländern in vollbesetzten Stadien zusammenkommen, dann schafft man ideale Voraussetzungen für weitere Ausbruchssituationen. WELT: Und die Politik lässt die Fußballfunktionäre einfach gewähren? Weil: Sowohl die ungarische als auch die britische Regierung haben sicher die Erlaubnis für die Stadionauslastung und die weiteren Umstände der Austragung der Spiele erteilt. Das ist für mich komplett unverständlich, entbindet aber die Uefa nicht von ihrer Verantwortung als Veranstalterin dieser EM. WELT: Sie weisen mit dem Finger auf andere. Kann die deutsche Politik da gar nichts machen? Weil: Das glaube ich nicht. Ich erwarte allerdings vom Deutschen Fußballbund, dass er diese Probleme sehr klar in den Gremien der Uefa zur Sprache bringt. Der DFB hat dort eine starke Stellung. Was wir in manchen EM-Stadien sehen, steht in deutlichem Widerspruch zu all dem, was wir selbst in unseren Stadien ermöglichen. Die Regelungen für die EM-Spiele in München etwa halte ich für gut vertretbar. Aber es ist eben auch ein riesiger Unterschied zu den Szenen, die wir in London oder Budapest sehen. WELT: Wie wird es in Deutschland weitergehen? Werden Bundesliga und Zweite Bundesliga in der kommenden Saison wieder vor Publikum spielen können, oder bleibt es erst einmal bei „Geisterspielen“? Weil: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat sich im Verlauf der Pandemie ausgesprochen konstruktiv verhalten. Wir werden den Zutritt zu den Stadien absehbar auch in der kommenden Saison immer so regeln müssen, dass die Auslastung der jeweiligen Infektionslage gerecht wird. Derzeit sind die Inzidenzwerte sehr niedrig, und wir können auch davon ausgehen, dass die Impfquote in den kommenden Wochen weiter steigt – die Ausrichtung von Fußballspielen, aber auch von kulturellen Großveranstaltungen vor Publikum sollte also wieder möglich sein. Die Chefs der Staatskanzleien arbeiten derzeit an bundesweit geltenden Leitlinien, mit denen wir die Stadienauslastung im Wesentlichen einheitlich regeln wollen. WELT: Im Wesentlichen heißt, dass es dennoch sein kann, dass in dem einen Stadion eine höhere Auslastung möglich ist als in dem anderen? Weil: Man muss stets auch die jeweilige Situation vor Ort berücksichtigen. Es macht zum Beispiel einen großen Unterschied, ob man es mit einem Stadion zu tun hat, das vor allem mit dem eigenen Pkw angefahren wird. Oder ob es um ein Stadion geht, das die Zuschauer vornehmlich mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichen. WELT: Mit welchen Zuschauerzahlen rechnen Sie zu Saisonbeginn? Weil: Das hängt von der Kapazität des jeweiligen Stadions ab. Es geht da eher um Prozentzahlen; ob wir mit 20,25 oder 30 Prozent starten werden, steht noch nicht fest. Mehr werden es voraussichtlich nicht sein. Es wird wieder Hygienekonzepte geben müssen, die unter anderem die An- und Abreise regeln. Auch Masken werden ein Thema sein. WELT: Wird es gesonderte Regeln für Geimpfte geben? Weil: Auch darüber beraten die Chefs der Staatskanzleien derzeit noch. Ich wäre jedenfalls dagegen, nur Geimpften und Genesenen den Zutritt zu den Stadien zu erlauben. Aktuell negativ Getestete sollten gleichgestellt werden. WELT: Die Chefs der Staatskanzleien haben am Montag auch über eine mögliche Verschärfung der Corona-Regeln für Reiserückkehrer beraten. Ein Ergebnis hat es nicht gegeben. Weil: An dieses Thema müssen wir noch mal ran. Ansonsten werden wir auch in diesem Sommer erleben, dass Hunderttausende Menschen aus dem Urlaub nach Deutschland zurückkehren, von denen wir nicht wissen, wo sie waren und mit wem sie Kontakt hatten. Dabei wissen wir aus dem vergangenen Jahr, dass das Virus auf diesem Weg ins Land gebracht worden ist. Das ging mit den Skiferien insbesondere in Ischgl los und hat sich dann im Sommer wiederholt. Jetzt haben wir mit den Testungen ein wirksames Instrument, um solche Einträge deutlich zu reduzieren. Und ich verstehe nicht, warum wir die Tests nicht so nutzen wollen, dass es auch tatsächlich Sinn macht. Das ist ein offenkundiger Fehler. WELT: Warum sind die von Ihnen, auch von anderen SPD-Ministerpräsidenten, geforderten doppelten verpflichtenden Testungen vor und nach der Rückkehr gescheitert? Weil: Da müssten Sie den Bundesinnenminister fragen, der sich gegen eine zweite Testverpflichtung wehrt und immer noch kein Konzept für Sicherungsmaßnahmen an den Grenzen hat. Ich halte das für falsch. Es verlangt ja niemand durchgängige Grenzkontrollen. Aber das Vorhandensein von negativen Testergebnissen zumindest stichprobenartig zu kontrollieren, ist nun wirklich nicht zu viel verlangt. Wir haben inzwischen überall in Europa die Möglichkeit, diese Tests unaufwändig durchzuführen und von Dritten bestätigen zu lassen. Das gibt auch keinen 100-prozentigen Schutz, aber zumindest eine gewisse Sicherheit. WELT: Ihr Hamburger Kollege Peter Tschentscher hat sich auch für eine fünftägige Quarantäne-Pflicht für Menschen, die aus Risikogebieten nach Deutschland kommen, ausgesprochen. Weil: Wichtig ist, dass vor und einige Tage nach Rückkehr aus solchen Gebieten getestet wird. Es besteht nun einmal das Risiko, sich noch während der Rückreise zu infizieren. Auf dieser Basis sollten wir jetzt erst einmal Erfahrungen sammeln, bevor wir den nächsten Schritt gehen. Es ist ja offensichtlich schwierig genug, allein die Tests durchzusetzen. WELT: Haben Sie den Eindruck, dass die Menschen der Politik, auch den Entscheidungsträgern in anderen Bereichen, skeptischer gegenüberstehen als vor der Pandemie? Weil: Es gab eine Phase am Ende des zweiten Lockdowns, so um Ostern, da waren viele Leute am Ende ihrer Kräfte und haben die Politik dafür in die Verantwortung genommen. In dieser Phase gab es eine sehr kritische Resonanz, teils zu Recht, teils aus meiner Sicht zu Unrecht. Inzwischen ist die Stimmung wieder deutlich besser. Viele Menschen registrieren, dass alles in allem gesehen Deutschland bisher relativ glimpflich durch die Pandemie gekommen ist. Die Corona-bedingten Todesfälle sind natürlich trotzdem tragisch, auch die vielen Spätfolgen der Erkrankung. Aber es ist beispielsweise die befürchtete große Pleitewelle bisher ausgeblieben, und es gibt erste vorsichtige Signale aus der Wirtschaft, dass das womöglich auch so bleibt. WELT: Welche Auswirkungen wird die Pandemie, werden die Folgen der Pandemie auf den Ausgang der Bundestagswahl im Herbst haben? Weil: Die Pandemie steckt uns allen noch derart in den Knochen, dass sie bewusst oder unbewusst das Hauptthema bei der Bundestagswahl sein wird. Gerade auch bei der Frage, wer das Land künftig führen soll. Es ist gerade in Krisenzeiten, aber auch im Hinblick auf die großen Veränderungen in den Bereichen Umweltschutz und Digitalisierung wichtig, dass an der Spitze eines Staates Menschen stehen, die in der Lage sind, ihrer großen Verantwortung gerecht zu werden. Und da ist meine Partei mit Olaf Scholz sehr gut aufgestellt. WELT: Freuen Sie sich eigentlich darüber, dass die Grünen mit Ihrer Spitzenkandidatin Annalena Baerbock immer wieder so sehr ins Schwimmen kommen? Weil: Nein, zur Schadenfreude neige ich sowieso nicht. Aber Kandidatinnen und Kandidaten für das Kanzleramt werden nun einmal ununterbrochen vermessen. WELT: Aber es zeigt sich schon, dass es schwierig sein kann, eine Kanzlerkandidatin oder einen Kanzlerkandidaten aufzustellen, der oder die ohne jede Führungserfahrung ins Rennen geht, richtig? Weil: Sagen wir es mal so: Die SPD hat sehr bewusst einen sehr erfahrenen und sehr verlässlichen Kanzlerkandidaten ins Rennen geschickt. In Zeiten wie diesen halte ich das bei diesem Amt auch für besonders wichtig. WELT: Wer wird Europameister? Weil: Schwer zu sagen. Die Italiener sind bisher sehr überzeugend aufgetreten. Aber man hat ja gesehen, wie schnell auch vermeintliche Turnierfavoriten ausscheiden. „Machtwechsel“ ist der WELT-Podcast zur Bundestagswahl – mit Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander. Jeden Mittwoch. Abonnieren unter anderem bei Apple Podcasts, Spotify, Amazon Music, Deezer oder per RSS-Feed.


Total 41 articles.
Version: 9.55.35971-219432. Input files: 1, items detected: 76, scanned: 76, accumulated: 41, inserted: 41, exclude filters: 0, include filters: 0, empty media: 2, filtered media: 1, duplicated media: 2, not matched limits: 14, passed http check: 0, not passed http check: 0, http check errors: 0, skipped: {total: 35, by unique value: 0, by limits: 14, by similarity: 21, by unicity: 0, by dates: 0, by classifier: 0, by blacklist: 10, by mandatory tag: 0, from input files: 0}, bad dates: 0, similar from same domain: 1, unique Ids: 1366, unchangeble patterns: 49, words comparisons: 141249/11903, python: 2.7.13 (default, Sep 26 2018, 18:42:22) [GCC 6.3.0 20170516], dynamic containers: {u'nlpu.stemWordsBackHash': -1, u'nlpu.languagesMap': -1, u'nlpu.languagesCache': -1, u'bcla.similarCache': -1, u'bcla.tagsClassificationPopWordsData': -1, u'nlpu.stopWordsCache': -1, u'nlpu.stemWordsBackHashFreqs': -1, u'bcla.autoWeightedWords': -1, u'nlpu.stopWords': -1, u'bcla.tagsSimilarityPopWordsData': -1, u'nlpu.synonimsReplacedCache': -1, u'nlpu.stemWordsBackHashFreqsStemmed': -1, u'bcla.synonyms': -1, u'nlpu.posHash': -1, u'bcla.notSimilarCache': -1, u'nlpu.stopwordsCustom': -1}; the same images URLs found 66 times; total 0 languages detected: {}; {u'text': {u'chars': 114827, u'bytes': 467576, u'words': 19456, u'sentences': 224}}
Created at 2021-07-01 06:01